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Dharum und Tyler, eine Konstellation mit schrecklichem Ausgang

Ein 18-jähriger sprang 2010 in den Tod, nachdem sein Kommilitone ein heimlich gefilmtes Sexvideo von ihm veröffentlichen wollte. Nun hat ihn eine Jury schuldig gesprochen.

Von Carsten Weidemann

Das Urteil der Jury im Verfahren um ein Hassverbrechen wegen Schwulenfeindlichkeit ist eindeutig: Schuldig in allen 15 Anklagepunkten. Dem Angeklagten Dharun R., der seinen schwulen Kommilitonen beim Sex mit einem anderen Mann gefilmt und die Veröffentlichung im Internet angedroht hatte, droht nun eine lange Haftstrafe, eventuell sogar die Ausweisung nach Indien, woher der heute 20-Jährige stammt. Das Strafmaß wird erst im Mai verkündet, bis zu zehn Jahre Haft sind möglich.

Sein Mobbingopfer, der damals 18-jährige Tyler C., ist tot. Er hatte sich als Reaktion auf das Cybermobbing im September 2010 das Leben genommen (queer.de berichtete). Dharun R. hatte das Zimmer mit Tyler an der Rutgers-Universität in New Jersey geteilt, die beiden sprachen kaum miteinander. Als Tyler ihn bat, das Zimmer für ein Treffen mit einem Freund allein nutzen zu können, hatte Dharun die Videokamera am Computer laufen lassen (nach eigener Aussage vor Gericht, weil er dem Partner Tylers nicht traute und einen möglichen Diebstahl aufzeichnen wollte).

Auch ein zweites Date wurde von R. und einem Freund, der wegen einer belastenden Zeugenaussage nicht angeklagt wurde, zwei Tage später per Webcam beobachtet, per Twitter stellte er weiteren Leuten den Live-Feed zur Verfügung. Das Outing war für den Erstsemestler offensichtlich so schrecklich, dass er keinen anderen Weg als den Suizid mehr für sich sah.

Die Jury verurteilte R. nicht wegen des Todes von C., sondern wegen eines Eindringens in die Intimssphäre und wegen "Einschüchterung aufgrund von Vorurteilen", was als ein Hassverbechen gilt und als solches zu einer höheren Strafe führt. Die Verteidigung von R. gab während des Prozesses an, er habe unreif und unüberlegt gehandelt, aber trotz gelegentlicher homophober Sprüche nicht aufgrund von Vorurteilen gehandelt.

Auch einige Homo-Aktivisten hatten öffentlich kritisiert, dass eine Verurteilung in diesem Fall aufgrund eines Hassverbrechens möglicherweise zu weit gehe. Die Associated Press kommentierte, der Fall sei vor allem eine Lektion über unbeabsichtige Konsequenzen. June Leute müssten lernen, mit sozialen Netzwerken verantwortungsvoll umzugehen.

Der Fall hatte in den USA viele Diskussionen um Hate Crimes und die Ahndung wie Ächtung eines solchen Verhaltens ausgelöst. Ein Problem, dass nach wie vor akut ist, wie die vermehrt gemeldeten Suizid-Fälle junger Homosexueller in den vergangenen Monaten belegt. Auch die virale Webvideo-Kampagne "It Gets better", die Schwulen und Lesben im Coming-Out Mut machen soll, hat seine Wurzeln in diesem besonders drastischen Fall.



#1 SebiAnonym
  • 18.03.2012, 14:22h
  • Vollkommen richtig!

    Dieser selbstverliebte, arrogante Homohasser dachte, er sei unbesiegbar und der König der Coolness. Nur weil er eine Webcam installieren konnte und dann heimliche Mitschnitte veröffentlichen konnte.

    Mit dieser Bloßstellung hat er einen anderen Menschen in den Tod getrieben.

    Der Schuldspruch in allen Punkten war das einzige, was fair war. Es muss endlich klar werden, dass Mobbing nicht mehr toleriert wird. Die Folgen von Mobbing werden immer dramatischer.
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#2 RaffaelAnonym
#3 NicoAnonym
  • 18.03.2012, 15:01h
  • Ja, nur weil er beliebt war und zu "den Coolen" gehörte, hat er sich für unangreifbar und intellektuell überlegen gehalten. In seiner Überheblichkeit dachte er, er könnte sich alles erlauben - auch die Vernichtung eines Menschen.

    Gut, dass er damit nicht ungeschoren davongekommen ist.
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 18.03.2012, 15:33h
  • Im Knast kann er darüber nachdenken, was er da angerichtet hat! Daß er einen Menschen auf dem Gewissen hat, soll ihn bis zum Lebensende jeden Tag wie ein Schatten über ihm liegen!
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#5 Gerechte StrafeAnonym
  • 18.03.2012, 15:44h
  • Ich hoffe, er bekommt im Knast seinen Arsch so lange durchgevögelt, bis er nicht mehr sitzen kann.

    Das wäre immer noch viel weniger als das, was sein Opfer durch ihn erlitten hat.
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#6 TadzioScot
  • 18.03.2012, 16:31h
  • Habe Gestern (zufälligerweise, schaue den Sender nämlich sonst eher selten) auf RTL die "sogenannten" RTL-Nachrichten geschaut, dort machten sie in der Vorschau, also dem Sendungsaufmacher, auch eine Vorschau zu dem Hass-Verbechen (und nicht "Hate Crime", wie hier Queer.de schreibt).

    Dort hat man in der Vorschau allerdings laufend weggelassen das es sich um ein Hass Verbrechen gegen einen Schwulen handelte, das hat man dann erst in der eigentlichen Nachricht später erfahren, also irgendwann gegen Schluß der Sendung...

    Aber wie auch ever, i fand es jedenfalls very interesstic das man this detail hat weggelasse..
    I dachte nur : I think i Spider...
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#7 ThinkFirstAnonym
#8 trotzdemAnonym
  • 18.03.2012, 19:13h
  • Antwort auf #7 von ThinkFirst
  • Nur weil andere noch schlimmer sind solltest du den Typen nicht mit "aufgeblasener, unreifer Vollidiot" verharmlosen. Er hat durch schweres Mobbing eine Existenz zerstört, so das der schwule junge Mann keinen anderen Ausweg als Suizid sah.
    Er ist zurecht verurteilt worden.
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#9 seb1983
  • 18.03.2012, 19:35h
  • Antwort auf #5 von Gerechte Strafe
  • Und aus welcher Schublade war das?
    "Wie züchte ich mir den perfekten Schwulenhasser?"

    Gefängnis sollte zusammen mit entsprechender Betreuung im Bestfall dazu führen eigene Fehler zu erkennen und seine Einstellung zu überdenken.

    Mit rund 30 ist er wieder raus, evtl früher. Wenn er tatsächlich im Gefängnis vergewaltigt wird, was leider grade in den USA nicht selten ist, kannst du dir denken welche Einstellung er Schwulen gegenüber für den Rest seines Lebens haben wird, an seine Bekannten, seine Familie, seine Kinder weiter gibt...
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