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Das Transparent war nur knapp eine Minute zu sehen

Am Samstag zeigten Fans von Borussia Dortmund bei Spiel gegen den Rivalen Werder Bremen mindestens zwei schwulenfeindliche Transparente, die aber nach kurzer Zeit wieder verschwanden.

Ein Bild verbreitete sich am Wochenende wie ein Lauffeuer in sozialen Netzwerken, nachdem ein Twitter-User es am Samstag nach dem Spiel hochgeladen hatte. Auf dem Transparent war in Schwarz-Gelb, den Farben von Borussia Dortmund, zu lesen: "Lieber 'ne Gruppe in der Kritik als Lutschertum und Homofick". Es ist auf der Dortmunder Südtribüne in Höhe von Block 13 gezeigt worden. Das Sportblog Libero berichtet, dass zudem ein weiteres homophobes Tranparent gesichtet wurde, mit der Aufrschrift: "Gutmenschen, Schwuchtel, Alerta-Aktivist, wir haben euch im '20 gegen 100' gezeigt, was Fußball ist".

Anlass für das Transparent ist der Zwist konkurrierender Fanclubs aus Dortmund und Bremen. Die Spruchbänder sollen jeweils nur für kurze Zeit - es wird von unter einer Minute berichtet - zu sehen gewesen sein. Viele Besucher des Blocks sollen mit dem Transparent nicht einverstanden gewesen sein. Augenzeugen berichten, dass es auf der Tribüne zu Handgreiflichkeiten gekommen sein soll.

Thema im "Aktuellen Sportstudio"

Das Transparent war auch kurz ein Thema im "Aktuellen Sportstudio", das Samstagabend um 23 Uhr im ZDF ausgestrahlt wurde. Moderator Michael Steinbrecher verurteilte in zwei Sätzen das Spruchband und erklärte via Twitter: "So einem Schwachsinn wollen wir kein Forum bieten".

Die Bremer Fans haben laut mehreren Berichte besonnen auf das Transparent reagiert. So habe der Gästeblock als Reaktion "Schwuler SVW" gesungen, um den Aggressoren den Wind aus den Segeln zu nehmen. Die gleiche Strategie wird von Fans des 1. FC Köln angewandt, die homophobe Sprüche der gegnerischen Anhänger oft mit "Wir sind die Hauptstadt der Schwulen" erwidern.

Der Blog "Libero" fordert als Reaktion auf das Transparent eine klare Aussage gegen Homophobie. Es sei wichtig, "dass sich die anderen BVB-Fans davon eindeutig und öffentlich distanzieren, dass der Vorstand des Klubs diesen Vorfall unmissverständlich verurteilt - und dass mit geeigneten Mitteln dafür gesorgt wird, dass es nicht noch einmal zu solchen schwulenfeindlichen Ausfällen kommt, weder in Dortmund noch andernorts." Bereits jetzt haben sich viele BVB-Fans auf sozialen Netwerken für das Transparent entschuldigt.

Kritik am BVB

Die Aktion "Fußballfans gegen Homophobie" beschuldigte die Vereinsführung von Borussia Dortmund, nicht genug getan zu haben: "Aus unserer Sicht ist es ein absolutes Versäumnis seitens des Vereins, dass solche diffamierenden und diskriminierenden Banner in die Kurve gelangen konnten", erklärte Sprecher Christoph Rudolph. Der BVB müsse sich von dieser Aktion deutlich distanzieren. "Es sollte auch geprüft werden, ob Sanktionen gegen die betreffende Gruppe verhängt werden können", so Rudolph weiter. Bislang hat sich der Verein zu dem Vorfall noch nicht geäußert.

In den letzten Monaten ist immer wieder die Diskussion um Coming-outs von Fußballprofis hochgekocht. Bayern-Spieler Philipp Lahm warnte wiederholt davor, da es in Stadien "selten politisch korrekt" zugehe und der betroffene Fußballprofis von Fans niedergemacht werden könnte (queer.de berichtete). Andere Spieler, wie zuletzt der Schalker Jermaine Jones, sprachen schwulen Spielern aber Mut zu. Bislang hat sich in Deutschland jedoch noch nie ein Fußballprofi während seiner Karriere geoutet. (dk)
Nachtrag, 18.30h Borussia Dortmund hat die "homophoben Schmäh-Plakate" scharf kritisiert. "Der BVB wird die Urheber sanktionieren und erwartet darüber hinaus eine öffentliche Entschuldigung der Verantwortlichen", erklärte Hans-Joachim Watzke, Vorsitzender der BVB-Geschäftsführung. "Wir sind beschämt und entsetzt über die Intention dieser Banner", heißt es in einer Stellungnahme der Fan- und Förderabteilung, die die einhellige Meinung des gesamten BVB wiedergebe. "Wir und unsere Mitglieder", so die Erklärung weiter, "stehen für einen toleranten, weltoffenen, vielseitigen und respektierenden Umgang untereinander. Wir verurteilen Gewalt und Rassismus. Wir wollen, dass Borussia Dortmund und die Fans ihren Teil für mehr Miteinander und weniger Gegeneinander in unserer Gesellschaft leisten."



#1 MarekAnonym
  • 19.03.2012, 12:28h
  • Bei der Nazi-Hochburg Dortmund wundert mich gar nichts mehr.

    Wenn der Verein Borussia Dortmund schon nichts gegen solche Faschisten unternimmt, wird es Zeit, dass der DFB endlich mal aktiv wird und Homophobie im Fußball genauso hart bestraft wie Rassismus.
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#2 GayUserAnonym
  • 19.03.2012, 12:34h
  • Antwort auf #1 von Marek
  • ... undifferenziertes Gelaber.

    "Viele Besucher des Blocks sollen mit dem Transparent nicht einverstanden gewesen sein. Augenzeugen berichten, dass es auf der Tribüne zu Handgreiflichkeiten gekommen sein soll."

    Es war also der eigene Fanblock der dafür gesorgt hat, dass die Transparente nicht mehr gezeigt wurden.
    Finde ich doch eher ermutigend, wenn sich die Masse gegen die Aktionen einzelner Idioten wendet...
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#3 RaffaelAnonym
  • 19.03.2012, 12:35h
  • Ich frage mich immer, warum Rassismus, Homophobie, etc. immer nur im Fußball zu sehen sind.

    Ich habe solche Transparente noch nie bei Leichtathletik, Wintersport, Schwimmen, Basketball, Handball, etc. etc. etc. gesehen...

    Fußball scheint eine gewisse Klientel anzuziehen. Und den Fußballern und ihren Verbänden scheint das auch ganz recht oder zumindest egal zu sein, sonst hätten sie längst was dagegen unternommen.
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#4 KennerAnonym
  • 19.03.2012, 12:38h

  • Die Handgreiflichkeiten waren nicht auf den Inhalt bezogen, sondern auf die Sichtbehinderung. Kann man ja oben ändern.
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#5 EverywhereAnonym
#6 MircoAnonym
  • 19.03.2012, 12:53h
  • Antwort auf #2 von GayUser
  • 1. Die Handgreiflichkeiten gab es weil das Transparent die Sicht versperrte. Nicht wegen des Inhalts.

    Tu tust gerade so als hätten die sich da schützend vor Homos gestellt.

    2. Selbst wenn es so wäre, muss auch der Verein und der DFB aktiv werden und gegen die Leute, die das Transparent gehalten haben, Stadionverbote aussprechen.

    Davon ist bisher nichts zu sehen.

    Bei Rassismus werden sie glücklicherweise aktiv. Bei Homohass leider nicht.

    3. Dass Dortmund eine Nazi-Hochburg ist, ist leider Fakt.
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#7 PrSpAnonym
  • 19.03.2012, 12:59h
  • Antwort auf #3 von Raffael
  • Ich sag ja immer: Fußball - ein Sport von Proleten für Proleten.

    Klar wird diese Aussage manchen nicht passen. Aber es ist nun mal Fakt, dass man sowas in anderen Sportarten nicht findet. Das ist doch bezeichnend und muss langsam mal den Leuten auffallen.
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#9 SurohAnonym
#10 TommAnonym
  • 19.03.2012, 13:32h
  • Also - so ein riesiges Transparent trägt Man(n) ja nicht in der "Hosentasche" ins Stadion !?
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