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Coming-out in Angst

Omar Sharifs Enkel ist schwul


Auf seiner Facebook-Seite präsentiert sich Sharif Jr. mit der ägyptischen Flagge

Omar Sharif Jr. hat sich in einem Artikel für ein US-Schwulenmagazin als homosexuell geoutet und die Verschlechterung der Lebensbedingungen für Minderheiten in seinem Heimatland Ägypten beklagt.

Der Enkel des Leinwandstars Omar Sharif ("Doktor Schiwago") erklärte im "Advocate", dass er seine Sexualität "voller Angst" preisgebe und sich um seine Familie und sein Land sorge. "Ich gebe zögerlich zu: Ich bin Ägypter, ich bin Halbjude und ich bin schwul", so Sharif Jr., der in dem Artikel auch über seine jüdische Mutter schreibt. "Nach dem Sieg mehrere islamistischer Parteien bei den Wahlen müssen wir darüber reden, ob ich im neuen Ägypten noch willkommen bin. Schließen sich die Identitäten Ägypter, Halbjude und Schwuler für alle Zeiten aus? Muss ich mich verstecken?"

Sharif Jr. fürchtet, zum ägyptischen "Volksfeind" gemacht zu werden


Sharif Jr. hat vor allem als Model seine Brötchen verdient

Im Artikel schreibt der 28-Jährige auch, dass seine Eltern es bevorzugt hätten, wenn er nichts über seine sexuelle Orientierung veröffentlicht hätte. "Aber ich kann das nicht mehr geheim halten", so Sharif Jr. Er könne nicht weiter mitansehen, wie sich die Situation in seinem Land verschlechtere, und nichts dagegen sagen. Er rief die ägyptischen Parteien auf zu erklären, ob sie "Respekt für alle Ägypter haben, unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer sexuellen Orientierung oder politischen Glaubensgrundsätzen". Allerdings erwartet er nichts Gutes: "Während viele in Europa und Nordamerika meine Aussagen als triviale Eingeständnisse ansehen, ist das in Ägypten anders. Ich erwarte, dass ich gescholten, verachtet und sicherlich bedroht werde. Ich werde nicht mehr der angesehenen Schicht angehören, sondern könnte zum Volksfeind gemacht werden."

Sharif Jr., der einen Masters-Abschluss in Politikwissenschaften hat, wurde in der arabischen Welt vor allem als Model bekannt. So war er dort vor wenigen Jahren als Werbegesicht für Coca-Cola allgegenwärtig. In Ägypten war er 2008 in einer Werbekampagne für Calvin Klein aktiv. International wirkte er in mehreren Film- und Fernsehproduktionen mit und trat etwa 2011 bei der Oscar-Verleihung in Los Angeles auf. (dk)



#1 PanneAnonym
#2 goddamn liberalAnonym
  • 19.03.2012, 18:34h
  • Ein bewundernswerter, sehr mutiger Mann, der in seinem Land keine Zukunft hat. Er wird wohl auswandern müssen. Die säkulare Elite wird ihm weitgehend nachwandern - ob links oder rechts, schwul oder nicht.

    So läuft das seit 1979.
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#3 NajaAnonym
  • 19.03.2012, 18:35h
  • Eigentlich wars doch abzusehen das das in Ägypten so kommen würde... Der fast schon naiven Hype der die angeblichen Revolution da begleitet hatt , hat mich immer schon gewundert...
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#4 Pascha AntipowAnonym
  • 19.03.2012, 18:53h
  • "Verschlechterung der Lebensbedingungen für Minderheiten in seinem Heimatland Ägypten beklagt."

    Und nicht nur das. Vor vielen Wochen prognostizierten auf arte franz. Sozial- u. Wirtschaftwissenschaftler für das letzte Quartal dieses Jahres Hungerunruhen.

    "Die Devisenreserven von Ägypten sind zu Ende, die Menschen erwarten von einer neuen Regierung, von einem neuen Staat, bessere Lebensverhältnisse. Und wenn in einigen Monaten Grundnahrungsmittel wie Zucker, Mehl, Brenngas, die hoch subventioniert sind, eingeführt werden müssen, knapp werden, dann droht ein Hungeraufstand. Die soziale Situation ist äußerst prekär."

    www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1683488/
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#5 SPHINXY 2012Anonym
  • 19.03.2012, 19:06h
  • Antwort auf #3 von Naja
  • "Ägypten verfügt über eine riesige Armee. Sie verschlingt Unsummen an Geld, das für die Entwicklung des Landes dringend gebraucht würde. Die Gesamtstärke der Streitkräfte liegt heute bei 469.000 Mann (ohne Reservisten, ohne Nationalgarde, ohne die armeestarke Polizeitruppe des Innenministeriums).

    Damit unterhält das Land am Nil die zehntgrößte Armee der Welt. Und diese Armee führt ein aufreizendes Eigenleben. Sie besitzt eigene Fabriken, eigene landwirtschaftliche Betriebe, Baufirmen, Hotels, Krankenhäuser, Sanatorien.

    Sie kontrolliert die Rüstungsindustrie und verteilt die milliardenschweren Militärhilfen aus den USA nach eigenem Gutdünken.

    Aber niemand darf die Armee und ihre dunklen Geschäfte kontrollieren. Offiziere und Generäle erhalten fürstliche „Zuwendungen“ und sind bei der Postenvergabe nach ihrem frühen Ausscheiden aus dem Dienst in jeder Hinsicht privilegiert.

    Protestiert hat dagegen in der Vergangenheit niemand, denn die Armee ist der größte Arbeitgeber Ägyptens.

    Kurzum: Keine andere Institution profitierte und profitiert stärker vom alten politischen System als die Armee.

    Das ist auch kein Wunder. Alle Präsidenten seit dem Militärputsch von 1952 kamen aus ihr. Die meisten Gouverneure der 29 ägyptischen Provinzen entstammen dem Militär. Das ägyptische Militär ist ein Schlaraffenland für eine bequeme Kaste.
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#6 FoXXXynessEhemaliges Profil
#7 CarstenFfm
  • 20.03.2012, 09:34h
  • 1.) sehr sexy

    2.) Großartig, dass jemand aus einem islamischen Land den Mut hat so ein Zeichen zu setzten. Klasse! Respekt!
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#8 BurkhardAnonym
  • 20.03.2012, 12:36h
  • Mit einem Master in Politik könnte man versuchen sich auch anders für Freiheit einzusetzen. Aber nein, modeln für CK...wie trashy....und Klischée
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#9 JexcAnonym
  • 20.03.2012, 18:49h
  • Antwort auf #8 von Burkhard
  • Ägypter, Halbjude, Schwul - fehlt nur noch das er Atheist ist. Und du glaubst wirklich, er hätte in so einem Land eine Chance von den Massen gehört oder gar gewählt zu werden?

    Abgesehen davon setzt er sich ja für Freiheit ein, indem er, ein Prominenter, sich outet, was ihm den Kopf kosten könnte.
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#10 xvulkaxAnonym
  • 20.03.2012, 19:17h
  • Antwort auf #8 von Burkhard
  • Was für ein dummer ignoranter Kommentar.
    Abgesehen davon, dass in Ägypten viele junge Leute mit Universitätsabschluss keine Arbeit finden, wie kannst Du dich hier in einem sicheren und reichen Land so abfällig über einen sehr mutigen Mann äussern, der mit seinem Outing dort sich für die Freiheit einsetzt und sehr hohe persönliche Risiken eingeht. Bedenke, dass in Ägypten 20% für die radikal-islamistischen Salafisten gestimmt haben, nach deren Vorstellungen Homosexuelle grausam umgebracht werden müssen (Steinigung, vom Turm stossen).
    Weitere 40 % wählten die Muslimbrüder, die ebenfalls Homosexuellen nicht besonders freundlich gesonnen sind.
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