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Seit über 40 Jahren die "Bibel" für den schwulen Reisenden: SPARTACUS International Gay Guide

Der Spartacus International Gay Guide hat erstmals einen "Gay Travel Index" veröffentlicht und dabei 128 Länder unter die Lupe genommen. Schlusslicht ist der Iran.

Von Carsten Weidemann

Eine gute Idee hatten die Kollegen vom Spartacus International Gay Guide: In einer Fleißarbeit haben sie erstmals einen "Gay Travel Index" veröffentlicht und dabei 138 Länder auf ihre Tauglichkeit für schwul-lesbische Reisende untersucht.

Ganz von vorn mussten die Spartacus-Macher freilich nicht anfangen. Der seit über 40 Jahren erscheinende Reiseführer für die Gay Community informiert bereits seit vielen Jahren über die rechtliche Situation von Schwulen und Lesben in seinen Bemerkungen zu den einzelnen Ländern. Die Redaktion steht dabei in regelmäßigem Kontakt zum Auswärtigen Amt, den ausländischen Botschaften in Deutschland sowie LGBT-Aktivisten aus aller Welt.

Schweden, Belgien und die Niederlande führen die Liste an


Nacktbaden mitten in Stockholm: Schweden belegt im "Gay Travel Index" den ersten Platz (Bild: Richard Ryan/Stockholm Visitors Board)

"Im neuen Gay Travel Index fließen nun neben der aktuellsten Gesetzeslage für Homosexuelle, zum Beispiel zum Stand der Homoehe und Adoption oder den Einreisebeschränkungen für HIV-Positive auch Faktoren wie religiöser Einfluss auf Regierungen, das Verbot von Pride-Paraden sowie gezielte Marketingaktivitäten für schwule und lesbische Touristen ein", erklärt Spartacus-Chefredakteur Briand Bedford. Der Index setzt sich aus insgesamt 15 Bewertungskategorien mit jeweils positiven oder negativen Punkten zusammen. Die maximale Punktzahl beträgt 9.

Mit einem Index von 9 Punkten und damit der Höchstpunktzahl steht Schweden an der Spitze der Tabelle. "Eine vorbildliche Gesetzgebung zu Antidiskriminierung, Homoehe und Adoption machen das Land zum homofreundlichsten Reiseziel überhaupt", so Briand Bedford. Kurz dahinter teilen sich Belgien und die Niederlande den zweiten Platz mit jeweils 8 Punkten, auf Platz drei mit je 7 Punkten liegen Island und Kanada gleich auf.

Mit -14 Punkten findet sich der Iran am Schluss des "Gay Travel Index". Das Verbot von Homosexualität per Gesetz, die Todesstrafe für Homosexuelle, Morde an Schwulen und ein extrem hoher religiöser Einfluss machen den Besuch des Landes zu einer Gefahr für Leib und Leben. Zu den am schlechtesten bewerteten Reiseländer für Homosexuelle gehören außerdem die Vereinigten Arabischen Emirate, Jamaica, Nigeria, Jordanien, Russland, Ägypten und Malaysia.

Sonderfall USA: Jeder Bundesstaat einzeln unter die Lupe genommen


Gayfriendly Big Apple: New York gehört zu den Aufsteigern des vergangenen Jahres (Bild: victoriapeckham / flickr / by 2.0)

Einen Sonderfall bilden die Vereinigten Staaten: Auf Grund der unterschiedlichen Gesetzgebung einzelner US-Staaten wurde der "Gay Travel Index" für jeden der 50 Staaten einzeln erstellt. Hier liegen New York und Massachusetts, dank ihrer gezielten Werbung um schwule und lesbische Besucher, vor Vermont, New Hampshire und Conneticut. Das Ende der Tabelle belegen hier die Staaten Alabama und North Carolina.

Dank Legalisierung der Homoehe gehört der US-Bundesstaat New York zu den Aufsteigern des vergangenen Jahres und konnte sich so auf den ersten Platz unter den homofreundlichsten US-Staaten vorrücken. Einer der Absteiger des Jahres ist Ungarn. Durch eine Verfassungsänderung wurde 2011 festgeschrieben, dass eine Ehe ausschließlich als Verbindung zwischen Mann und Frau definiert wird, Rechte von Minderheiten, eine klare Definition der Pressefreiheit sowie Maßnahmen gegen Antidiskriminierung fehlen.

"Aktuelle Diskussionen um die Legalisierung der Homoehe Kalifornien oder der Ruf nach einem Verbot von Homosexualität im indischen Parlament machen es immer wieder nötig", bestimmte Länder und Regionen besonders im Auge zu behalten", erklärte Spartacus-Chefredakteur Bedford. "Gerade das Beispiel Indien zeigt, dass Gesetzgebung, Religion und öffentliche Meinung manchmal nicht in Einklang miteinander stehen. Auch der EU-Beitrittskandidat Türkei, in dem es keinerlei Gesetze gegen Antidiskrimierung oder der Gleichstellung von Homosexuellen gibt, diese zum Teil sogar verfolgt und Pride Paraden nicht genehmigt werden, muss im Auge behalten werden."



#1 CarstenFfm
  • 20.03.2012, 09:37h
  • Hmmm....
    aber ich gebe zu Bedenken: so viel Szene gibt es in Schweden nicht.

    In Stockholm gibt es keine Gay Sauna (!) und nur einen Cruising Club (SLM) der auch nicht täglich geöffnet hat.
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#2 laassanenAnonym
  • 20.03.2012, 09:53h
  • Antwort auf #1 von CarstenFfm
  • Weil befürchtet wird, dass die Männer dort unter sich bleiben und somit nicht kontrolliert werden können. Das geht in einem totalitär-feministischen Land gaaaaar nicht!
    Im übrigen ist das ganze Land so tödlich langweilig, dass man auf die angeblichen Freiheiten gern verzichtet!
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#3 MarekAnonym
  • 20.03.2012, 10:29h
  • Da sieht man wieder mal, dass Homofreundlichkeit auch wirtschaftlich von Vorteil ist...

    Politiker die Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle diskriminieren und ein Hassklima erzeugen, schaden ihrem ganzen Land (und damit auch allen Heteros) volkswirtschaftlich.
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#4 eMANcipation*Anonym
  • 20.03.2012, 10:42h
  • Ein wenig komisch gewichtet ist das Ganze schon. So ist Tunesien und Türkei gleich schlecht bewertet. Wobei man als schwuler Urlauber wesentlich offener Urlaub in der Türkei machen kann, als in Tunesien, dort steht Homosexualität ja noch unter Strafe. Von daher ist die gesamte Tabelle mit Vorsicht zu geniessen.

    Wie kann man den Punkt "Pride banned" mit "Homosexualität illegal" gleichsetzen. In Tunesien ist die HS illegal aber der CSD nicht verboten, klar weil die ganze HS illegal ist. In der Türkei ist HS legal, aber "Pride banned".
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#5 SebiAnonym
#6 SozialforscherAnonym
  • 20.03.2012, 11:08h
  • Gleichheit ist Glück!

    "Je ungleicher eine reiche Gesellschaft, desto größer ihre sozialen Probleme: Der britische Sozialforscher Richard Wilkinson über die Frage, warum der wachsende Abstand zwischen Arm und Reich schlecht für alle ist

    [...]

    Wilkinson: Maßstab sind die Einkommen der reichsten und der ärmsten 20 Prozent in den jeweiligen Staaten. Der Abstand in den Ländern mit großer sozialer Kluft ist dabei rund doppelt so hoch wie in jenen mit geringer Ungleichheit. Was Ungleichheit und soziale Probleme angeht, schneiden die USA, Großbritannien und Portugal am schlechtesten ab. Am besten Japan und die skandinavischen Staaten. Deutschland liegt meist in der Mitte.

    [...]

    ZEIT: Die Mittelklasse wird das nicht stören. Sie glaubt doch, dass Ungleichheit sie kaum betrifft.

    Wilkinson: Da irrt sich die Mittelklasse. Die soziale Lage in ungleicheren Ländern ist doch deshalb so viel schlechter, weil eben nicht nur die Armen betroffen sind.

    In gleicheren Ländern leiden etwa acht Prozent der Bevölkerung an einer psychischen Erkrankung, in den USA sind es dagegen rund 25 Prozent! Natürlich sind soziale Probleme in den unteren Bevölkerungsschichten besonders virulent. Aber in ungleichen Ländern sickern sie zunehmend auch in die mittleren Schichten ein.

    Auf lange Sicht wird es einem durchschnittlichen Mittelklassekind in Skandinavien also in jedem Fall besser gehen als in den USA oder in Großbritannien. Dieses Kind wird eher nicht drogenabhängig, es wird eher nicht Opfer eines Verbrechens, und es hat auch viel bessere Chancen, in der Schule besser abzuschneiden.

    [...]

    ZEIT: Auch in Deutschland wächst die Kluft zwischen Arm und Reich. Hier geht die Politik davon aus, dass das vor allem am technischen Wandel und an der Globalisierung liegt. Stimmt das etwa nicht?

    Wilkinson: Ich glaube, die deutsche Politik macht es sich mit einer solchen Ansicht viel zu einfach. Der amerikanische Nobelpreisträger Paul Krugman jedenfalls ist wie ich der Meinung, dass für die wachsende Ungleichheit die Politik ganz entscheidend verantwortlich ist.

    Schließlich waren die ersten Nachkriegsjahrzehnte in allen westlichen Industrienationen von wachsender Gleichheit geprägt. Die Wende kam erst mit der Liberalisierungspolitik von Ronald Reagan und Margaret Thatcher in den achtziger Jahren. Und nach der Wiedervereinigung ist Deutschland mehr oder weniger demselben Modell gefolgt."

    www.zeit.de/2010/13/Wohlstand-Interview-Richard-Wilkinson
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#7 alder schwedeAnonym
  • 20.03.2012, 12:59h
  • Antwort auf #6 von Sozialforscher
  • Die Reichensteuer soll von 50 auf 45 Prozent gesenkt werden.

    Zum Umbau der britischen Gesellschaft, wie er vornehmlich von den Konservativen forciert wird, gehört nicht nur die Privatisierung - auch die heftig umstrittene Privatisierung des Gesundheitssystem NHS steht an -, sondern auch Steuererleichterungen für die Wohlhabenden.

    www.heise.de/tp/blogs/8/151642
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#8 ISTAN PRIDEAnonym
#9 -hw-Anonym
#10 daVinci6667
  • 20.03.2012, 14:13h
  • Antwort auf #2 von laassanen

  • @1& 2Schweden ist eben anders, aber ich finde nicht langweilig. Muss das (schwule) Leben denn überall gleich sein? Nein, aber es sollte für uns überall diese rechtliche und soziale Gerechtigkeit geben wie dort oben! Also ich liebe Schweden!
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