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Seit Wochen macht eine Fotomontage auf Facebook die Runde, auf der eine Plakatwand in einer Londoner U-Bahn-Station zu sehen ist. Das geniale Poster - ein Entwurf von R. De Vine Design - zeigt zwei komplett gleiche Zeichenmännchen sowie den Slogan "Here are two men. One of them is gay. Think you can tell which? Stereotypes are the views of the small-minded." Die deutsche Übersetzung in etwa: "Hier sind zwei Männer. Einer von ihnen ist schwul. Kannst du sagen welcher? Stereotype sind die Ansichten der Engstirnigen."



Derweil gibt es in Berlin seit Mittwoch ganz reale Aufkleber in der U-Bahn: Zum Internationalen Tag gegen Rassismus, der seit 1966 am 21. März begangen wird, startete das schwule Anti-Gewalt Projekt Maneo die Aufkleber-Aktion "I Kiss Kiss Berlin". Der dazugehörige Slogan: "Gegen Homophobie, Rassismus und Hassgewalt. Für Toleranz und Vielfalt." (cw)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 finkAnonym
  • 22.03.2012, 17:01h
  • ich möchte mal keck behaupten, dass ich sehr häufig erkennen kann, ob jemand schwul ist oder nicht. und zwar aufgrund von stereotypen.

    mir ist nicht ganz klar, weshalb man den menschen unbedingt einreden sollte, schwule unterschieden sich in überhaupt nichts von heteros.

    was ist das für eine akzeptanz, wenn sie darauf beruht, dass der vermeintlich "andere" in wirklichkeit gar nicht "anders" ist? akzeptieren wir einander nur deshalb, weil wir alle so beruhigend gleich sind?

    sorry, aber ich finde, das ist der komplett falsche ansatz. echte akzeptanz bedeutet für mich, die menschen in ihrer UNTERSCHIEDLICHKEIT wertzuschätzen.
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#3 BC Anonym
  • 22.03.2012, 17:38h
  • Antwort auf #2 von fink
  • Ich stimme zu, das Leben wird erst bunt und interessant, wenn man die UNTERSCHIEDE an seinen Mitmenschen schätzt.

    Und ja, natürlich bewertet man einen Menschen auf den ersten Blick immer danach, was einem halt nur zur Verfügung steht: der erste Blick.

    ABER: Akzeptanz ist, sich danach auf die Menschen einzulassen und sich überraschen zu lassen. Und sich einzugestehen, wenn der erste Blick völlig daneben lag.

    Das traurige ist nur, manche Leute sehen immer nur Unterschiede, die trennen, aber niemals die Unterschiede, die uns einen können... leider der falsche Ansatz...
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#4 LEDERISOUTAnonym
  • 22.03.2012, 18:30h
  • Die beiden Männchen sind hetero. Ein schwules würde abgeknickter stehen, oder mit dem Kopf höher gucken (oder hätte noch seitlich eine Tasche)
    Also bitte keine falsche politische Korrektheit.
    Schließlich arbeitet diese Werbung ja irgendwie auch gegen Sichtbarkeit von Anderssein.
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#5 KathiGr
  • 22.03.2012, 18:43h
  • Antwort auf #2 von fink
  • "was ist das für eine akzeptanz, wenn sie darauf beruht, dass der vermeintlich "andere" in wirklichkeit gar nicht "anders" ist?"

    Hiermit oute ich mich offiziell als Fink-Fan! Deine Kommentare sind immer sehr erhellend und auch dieses Mal hast du den Nagel wieder auf den Kopf getroffen.

    Beim Lesen deines Kommentares musste ich an diese Dokumentation über die Schwuhplattler denken. Ich weiß nicht, ob die jemand gesehen hat. Auf jeden Fall hat sich darin die Tochter eines Schwulen darüber positiv geäußert, dass ihr Vater nicht tuntig redet. Der Vater hat daraufhin gemeint, dass es sich ja auch nicht gehören würde, in der Öffentlichkeit tuntig zu reden. Das klang so, als ob tuntig reden irgendwie unanständig oder anstößig wäre. Also noch nicht mal von Schwulen wird tuntig sein akzeptiert. Das ist doch echt traurig. Wenn es noch nicht einmal Schwule schaffen, einander in ihrer Unterschiedlichkeit zu akzeptieren, wie können wir dann von Heteros verlangen, uns so zu akzeptieren, wie wir sind?

    Woran mich dein Kommentar auch erinnert hat, ist dieses ganze "Born this way"-Gefasel in den USA. So nach dem Motto: "Ihr Heteros müsst uns akzeptieren und uns gleiche Rechte geben, weil wir ja homosexuell geboren sind und nichts dafür können, dass wir so sind. Wir haben es uns ja nicht ausgesucht" Das klingt so, als wäre Homosexualität eine Art Geburtsfehler und Heteros müssten uns aus reinem Mitleid gleiche Rechte geben. Wenn ich von Heteros nur akzeptiert werde, weil sie glauben, dass ich ja nichts für meine vermeintlich minderwertige Orientierung kann, dann ist das keine echte Akzeptanz.
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#6 educrotecAnonym
#7 stromboliProfil
  • 22.03.2012, 19:01hberlin
  • Antwort auf #2 von fink
  • ah, darum also gehts uns; nicht uns von den andern unterscheiden wollen..
    So lieb der denkansatz ist auf dem die kampagne fundiert und so gelungen dieser umgesetzt ist ( werbetechnich eine leistung...) bedient es die falschen reflexe! Bin ich froh, dass es wenige aufmerksame noch gibt, dank dir und @lederisout ( auch bei aller schärfe im parodieren politischer korrektheit) ...

    zur erinnerung:
    "Da die Schwulen vom Spießer als krank und minderwertig verachtet werden, versuchen sie, noch spießiger zu werden, um ihr Schuldgefühl abzutragen mit einem Übermaß an bürgerlichen Tugenden. Ihre politische Passivität und ihr konservatives Verhalten sind der Dank dafür, daß sie nicht totgeschlagen werden." (Praunheim/Dannecker, 'Nicht der Homosexuelle ist pervers')
    Verkürzt gesagt: Normalität also ist da erreicht, wo wir nicht mehr auffallen...
    es ist ein langer weg, den wir da auf der stelle tretend gegangen sind!
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#8 21CenturyFuckerAnonym
  • 22.03.2012, 19:23h
  • Antwort auf #7 von stromboli
  • Ach, das ist seventies Gelabber. Der Schwule will normal sein, weil er normal ist. Die Gesellschaft ist pervers und lässt ihn nicht normal sein, deswegen hatte er sich die Federboa umgeworfen. Das wurde als innerer Antrieb erlebt, aber eigentlich wars eine Rolle aufgezwängt von der Heteromehrheit. "Denn ein Schwuler ist ja kein Mann, schwanzlos, also muss er sich wie ein FRau benehmen, zumindest muss er weibliche Attribute zur Schau stellen.
    Leis mal Rauchfleisch: Normale Homosex.
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#9 finkAnonym
  • 22.03.2012, 19:57h
  • Antwort auf #8 von 21CenturyFucker
  • "Der Schwule will normal sein, weil er normal ist."

    ich glaube, ich habe noch nie von einem hetero gehört, dass er gerne normal sein wolle. die wirklich normalen menschen bestehen alle darauf, dass sie individuen sind und machen irgendwelchen kokolores, um sich damit "von der masse abzuheben". (das wiederum versuchen ironischerweise alle auf sehr ähnliche weise, albernen konsum-moden folgend, die genau dieses bedürfnis nach vermeintlicher individualität ausbeuten - aber das ist wieder ein anderes thema.) normale menschen reden sich nicht ein, dass sie so seien wie jeder andere. für sie ist das eine beleidigung.

    aber schwule wollen unbedingt so sein wie alle anderen? normal? ich weiß nicht recht ... ich will das nicht und wollte es noch nie. und darin bin ich wiederum (s.o.) ganz normal.

    nun könnte man sagen, freiwillige normabweichung unterscheide sich immer noch von aufgedrängter bzw. angedichteter unnormalität. das ist natürlich richtig. aber dein ansatz greift mir wiederum zu kurz. ich glaube, der schwule, der aus trotz zur federboa greift, ist auch nur ein klischee. ich glaube, hinter der federboa steckt tatsächlich mehr.

    ich selber habe z.b. schon gewusst, dass ich den gängigen männlichkeitsvorstellungen nicht folgen möchte und werde, BEVOR mir das irgendjemand anders zugeordnet hat und BEVOR ich oder jemand anders wusste, dass das was mit homosexualität zu tun haben könnte. ich habe mich für andere dinge interessiert als andere jungs, ohne dass mir irgendwer klargemacht hätte, dass ich das solle, weil ich "als schwuler unnormal" sei.

    und ich weiß, dass ich da nicht der einzige bin.
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#10 finkAnonym
  • 22.03.2012, 20:04h
  • Antwort auf #5 von KathiGr
  • danke für das kompliment. ist ganz schön, zu lesen, dass man hier nicht nur in den wind schreibt...

    ich stimme dir vollkommen zu, was diese defensiven angeborenheits-argumentationen angeht. wenn sich irgendjemand einfach mal so entscheiden sollte, homosexualität auszuprobieren (obwohl er sehr wohl auch anders könnte), dann gäbe es trotzdem keinerlei grund, das nicht zu akzeptieren. dieses klägliche "wir können ja nicht anders" klingt mir zu sehr nach "habt mitleid mit quasimodo".

    ist nicht so mein ding...
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