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Klarstellung: Dieses schicke Motiv stammt nicht etwa von Scholz & Friends, sondern von unserem hauseigenen Kreativ-Direktor Christian Scheuß

Zum Alltag im Mediengeschäft gehört, dass Personen, Vereine und Unternehmen gerne mit "rechtlichen Schritten" drohen, wenn ihnen unsere Berichterstattung nicht passt. Jüngster Kandidat ist die Steakhauskette Maredo.

Am Montag hatte diese noch selbst auf ihrer Webseite unter der Rubrik "Neuigkeiten brandheiß serviert" darüber informiert, dass im Internet eine falsche Maredo-Werbung kursiere, vor der man sich energisch distanziere (queer.de berichtete). Das fanden wir auch gut so: Denn in dem angeblich nicht abgesprochenen und nicht autorisierten Motiv der Werbeagentur Scholz & Friends war ein Steak zu sehen, in dem der dämlichst-homophobe Spruch "Tofu ist schwules Fleisch" eingebrannt war.

Dass Maredo über diese Anti-Werbung sauer ist, ist verständlich. Doch die Steakbrutzler verklagen deshalb nicht etwa die Dumpfwerber von Scholz & Friends, sondern drohen ausgerechnet denjenigen, die über die Klarstellung berichten: "Sie werden Verständnis dafür haben, dass wir wegen des Inhalts der Werbeaussage kein Interesse an der Veröffentlichung haben und unser Unternehmen sich von diesem Inhalt ausdrücklich distanziert. Aus diesem Grunde bitten wir Sie heute höflich darum, das Motiv von Ihrer Internetseite zu entfernen und vor allem den weiteren Download des Motives zu stoppen", schrieb uns der geschäftsführende Gesellschafter der Maredo-Gruppe, Uwe Büscher, am Donnerstagabend.

Ganz so "höflich" blieb der Herr Büscher im weiteren Verlauf des Schreibens freilich nicht: "Wir erlauben uns allerdings vorsorglich den Hinweis, dass wir uns ausschließlich zum Zweck der Unterbindung der Veröffentlichung des Motivs von der Werbeagentur Scholz & Friends, die alleinige Inhaberin der Urheberrechte an dem Motiv ist, zur Geltendmachung von Unterlassungsansprüchen wegen der unberechtigten Vervielfältigung und Verbreitung in eigenem Namen haben ermächtigen lassen."

Obwohl wir uns eigentlich im Recht sehen - die Veröffentlichung eines Ausschnitts (!) des homophoben Motivs, das bei einem öffentlichen (!) Wettbewerb eingereicht worden war, ist als Bildzitat nach §51 UrhG gedeckt - haben wir die Illustration auf queer.de entfernt. Wir beschäftigen uns halt lieber mit Inhalten als mit Rechtsstreitigkeiten. Außerdem sind wir sicher, dass sich schon genügend Blogger und Facebook-User finden, die Scholz & Friends und Maredo an diese peinliche Geschichte erinnern werden. Die hatten das Motiv ja bisher schon Shitstorm-mäßig verbreitet. Bleibt zu hoffen, dass ihnen kein Klagesturm bevorsteht.

Und statt Maredo-Steak gibt's am Sonntag übrigens Tofu!



#1 LorenProfil
#2 schlachtplatteAnonym
#3 DanielStevensProfil
  • 24.03.2012, 15:18hBochum
  • Ich mache mich jetzt wahrscheinlich total unbeliebt: Ich fand den "Tofu is gay meat" - Spruch total unterhaltsam/witzig...

    Natürlich nur solange man nicht im Kopf direkt die Verbindung "schwul/gay=Schimpfwort" herstellt!

    Das liegt dann aber am/im Kopf des Betrachters und
    man kann da natürlich auch ein wenig übersensibel reagieren, muss man aber nicht immer direkt... ;0)
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#4 MigoAnonym
  • 24.03.2012, 16:01h
  • Wie bitte?

    Maredo sollte lieber mal seine Werbeagentur wechseln oder den für das Motiv verantwortlichen verklagen, statt freie Presse zensieren zu wollen.

    Ich habe leider das Motiv nicht runtergeladen, sonst würde ich es direkt auf meinen Blog setzen. Ich hoffe aber, dass sich jetzt erst recht dieses menschenverachtende Maredo-Motiv viral verbreiten wird.

    Dass Maredo sich von der Werbung distanziert finde ich gut. Dass sie aber statt der wirklich Verantwortlichen lieber freie Presse zensieren, ist undemokratisch.

    Bei denen war ich vor 2 Monaten das letzte mal essen.
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#5 Oscar BAnonym
  • 24.03.2012, 16:37h
  • Ich kann nicht ganz verstehen, dass queer.de sich so leicht zensieren lässt, obwohl sie das Recht auf ihrer Seite haben.

    Klar, keiner lässt sich gerne verklagen. Und natürlich verbringt man seine Zeit lieber mit journalistischer Arbeit als mit Rechtsstreitigkeiten.

    ABER:
    Es geht hier um nicht weniger als die Verteidigung der Pressefreiheit. Wenn queer.de jetzt einknickt, ist das ein Exempel, das schlimme Folgen haben kann.

    Alle Homohasser bekommen damit einen Freibrief und wissen jetzt, dass man unliebsame Berichterstattung bei queer.de ganz einfach ausschalten kann, indem man mit Klage droht.

    Bei allem menschlichen Verständnis - aber queer.de hat auch eine Verantwortung. Wer diese Verantwortung bei der geringsten Drohung nicht mehr erfüllen kann oder will, darf nicht eine solche Website machen.
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#6 JoonasAnonym
  • 24.03.2012, 16:52h
  • @Maredo:

    Glauben Sie wirklich, dass Drohungen, Zensur und Abschaffung von Pressefreiheit und anderen Grundrechten sinnvoll sind?

    Für etwas, was IHRE Werbeagentur verbockt hat?

    Vielleicht sollten sie lieber ihre Agentur wechseln statt wie ein wildgewordener Cowboy allen zu drohen, die nur die Wahrheit berichten.

    Solange sich diese Verhalten nicht ändert, kann man sie nur boykottieren!!
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#7 ItchebAnonym
  • 24.03.2012, 17:13h
  • Kinder,

    dann entfernt doch die Scheisse. Maredo hat sich distanziert: Ende der Story! Alles andere ist nur noch billige Sensationshascherei ohne journalistischen Inhalt. Man kann sich auch selbst zum Opfer machen und in den Mittelpunkt drängen. Und das Bild mit dem "zensierten Steak" ist völlig unnötig und kontraproduktiv.

    Der Wert eurer Berichterstattung verkommt leider immer mehr zu billigem Darkroom-Tratsch auf Katzenberger-Niveau. Wirklich wertvolle Berichte mit einem geistigen und inhaltlichen Anspruch findet man immer weniger. Ihr schadet damit unserer Sache und tragt zur Ghettoisierung von Schwulen und Lesben bei.
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#8 suspektAnonym
  • 24.03.2012, 17:16h

  • ach kommt, diese steilvorlage kommt den empörungs-"journalisten" von queer.de doch gelegen. schließlich halten die mit solchen stories doch die klientel bei der stange.

    geh jetzt steak essen.
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#10 UnwichtigAnonym