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Kritischer Blick in den Spiegel: Gefällt er sich nicht oder ist das Handy schuld? (Bild: kevinmarsh / flickr / by 2.0)

Was darf's denn sein: Google Android, Apple iOS, Windows Phone, Symbian oder ein bisschen Blackberry? Die diversen Designs und ihre Vorteile.

Von Carsten Weidemann

Es ist gerade mal gut zwei Jahre her, da beherrschte noch Nokia mit seinem Symbian den weltweiten Smartphone-Markt. Auf beinahe jedem zweiten Gerät lief die Software, die sich solange einigermaßen vernünftig bedienen ließ, wie mechanische Tasten vorhanden waren. Doch der Marktführer Nokia verschlief den Trend der Streichelhandys, nur noch auf 19 Prozent aller verkauften Telefone lief 2011 Symbian. Deshalb ist es nur noch etwas für Nostalgiker und Traditionalisten, die Wert auf ein solides Telefon legen, die aber ebenso bereit sind, sich in die mitunter komplizierte Konfiguration des Gerätes einzuarbeiten. Nach wie vor exzellent: Die kostenlose integrierte Navigationssoftware OVI Maps.

Der kanadische Hersteller RIM kann ebenfalls bald "R.I.P" (Ruhe in Frieden) auf sein OS Blackberry schreiben. Die schwarze Kirsche funktioniert tadellos auf Geräten mit einer kompletten Tastatur, vor allem der integrierte kostenlose Nachrichten- und Chatdienst sowie die Verfügbarkeit der E-Mail-Konten auf dem kleinen Schirm waren ein gutes Argument für vielbeschäftigte Manager, sich so ein Gerät zuzulegen. Doch der Coolness-Faktor ist verschwunden, nachdem klar wurde, wie anfällig dieses System für mögliche Betriebsspionage und staatliche Zensur ist. Alle Nachrichten laufen über wenige Server auf dem amerikanischen Kontinent. Blackberry ist eigentlich nur noch für jene attraktiv, die feine flinke Finger besitzen, hauptsächlich Textmessages schicken und eine Handy-Streichelallergie haben.

Intuitiv mit Gängelei oder praktisch mit Ausspionieren?


Hallo, hallooo? Jüngeres Modell mit älterem Modell in der Hand (Bild: Sam T (samm4mrox) / flickr / by 2.0)

Windows Phone galt auch als fast tot, doch es hat mit der kommenden Versionsnummer 8 und der Entscheidung Nokias, Symbian zugunsten Windows aufzugeben, die Chance, aus der Asche aufzusteigen. Mit vielen bunten Kacheln auf der Startoberfläche, die individuell zusammengestellte Informationen liefern oder zu den wichtigsten Anwendungen führen, hat man hier vieles richtig gemacht. Windows Phone ist für den preisbewussten Smartphone-Einsteiger interessant, der sich in der Windows-Welt zuhause fühlt, der auf das Wesentliche reduzierte und sofort verstehbare poppig bunte Benutzeroberflächen mag.

Apples iPhone mit iOS - aktuell in der Version 5 - ist unbestritten verdammt gut durchdacht und intuitiv bedienbar. Ein kinderleichtes Statussymbol, was braucht man mehr? Zudem ist die Anzahl der Apps, die neue Funktionen auf das Gerät bringen, schier unendlich groß. Doch inzwischen ist die Begeisterung etwas getrübt. Apples clevere Geschäftsidee, Geräte zu überhöhten Preisen zu verkaufen, die gut, aber nicht perfekt sind, nervt. Programmübergreifenden Zugriff auf Dateien - üblich auf allen PCs? Nicht möglich. Synchronisation der Daten ohne iTunes-Software? Schwer möglich. Apple gängelt seine Kunden, wo es nur geht. Kein Wunder, dass es eine breite "Jailbreak"-Szene gibt, die die Begrenzungen durch Änderungen des Betriebssystems auszuhebeln versucht. Besonders lustfreundlich zeigt sich das Unternehmen durch die prüde Verbannung sämtlicher Erotik aus den Apps ebenfalls nicht. Das iOS ist besonders geeignet für Menschen, die bereits ihren Mac auf dem Designertisch stehen haben und die es hassen, Bedienungsanleitungen lesen zu müssen, bevor sie ein Gerät verstehen.

Googles freies Betriebssystem Android ist der Shootingstar, 2011 lief es bereits auf knapp 40 Prozent aller verkauften Geräte. Auch die Zahl der Apps zur Funktionserweiterung wächst enorm. Hier verzichtet man auf die technisch unsinnigen Beschränkungen und die fragwürdigen Zensurmethoden. Das alles macht Android zu einem attraktiven Betriebssystem für die Massen. Es gibt hier aber einen wichtigen Punkt zu beachten: Dieses sehr gute OS ist frei aber nicht umsonst. Das Unternehmen versucht die Nutzer so stark es nur geht, an die eigenen Dienste zu binden, damit sie all ihre privaten und beruflichen Daten auf den Google-Servern ablegen. Damit verkauft der Konzern seine Werbeplätze. Wer auf Android setzt, sollte sich stets bewusst sein, welche persönlichen Daten er dafür hergibt. Als Gegenwert bekommt man eine Software, die vieles mindestens genauso gut kann wie Apples Betriebssystem und keine künstlichen Beschränkungen beinhaltet.

Egal mit welchem Phome: Unterwege hält Dich übrigens Queer.de mobil (m.queer.de) auf dem Laufenden.



#2 StudentAnonym
  • 25.03.2012, 16:33h
  • Also dem neuen System "Boot to Gecko" (Projektname) von Mozilla (den Entwicklern von Firefox und Thunderbird) wird von vielen eine glänzende Zukunft vorausgesagt, weil Mozilla als gemeinnützige Stiftung ein System entwickeln will, dass als erstes wirklich unabhängig von einzelnen Herstellern wie Apple, Google und Microsoft unabhängig ist.

    Und das es auf Internettechniken wie HTML, CSS & JavaScript basiert, ist es sehr einfach anzupassen und jeder, der eine Webseite schreiben kann, kann auch Apps schreiben. Und muss auch nicht 30% an Apple, Google & Co abdrücken.

    Und vor allem will Mozilla auch ein System entwickeln, wo Datenschutz wirklich ernst genommen wird. Die bisherigen Anbieter haben ja ein Interesse daran, möglichst viel Nutzerdaten zu sammeln und zu Geld zu machen. Als gemeinnützige Organisation hat Mozilla das nicht nötig, weswegen Datenschutz und Privatheit zentrales Designkriterium sein soll.

    Erste Smartphones und Tablets mit "Boot to Gecko" sollen noch dieses Jahr raus kommen. Viele Hardwarehersteller wollen das nutzen, um von Google, Microsoft & Co unabhängig zu werden.

    Wenn das wirklich alles so wird, könnte das auch ein sehr interessantes System werden.
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#3 FestnetzerAnonym
#4 olikujAnonym
#5 julian21
#6 EricoAnonym
  • 26.03.2012, 02:34h
  • "Windows Phone ist für den preisbewussten Smartphone-Einsteiger interessant, der sich in der Windows-Welt zuhause fühlt, der auf das Wesentliche reduzierte und sofort verstehbare poppig bunte Benutzeroberflächen mag."

    Danke @ Carsten Weidemann. Jetzt habe ich mich endlich gefunden
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#7 JoonasAnonym
#8 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 26.03.2012, 23:12h
  • Wozu ein Smartphone, wenn man zuhause bereits einen Internetanschluß hat? Ein "normales Handy", wie es leider immer viel seltener produziert wird, reicht völlig aus. Alles kann, nichts muß!
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