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  • 28. März 2012, noch kein Kommentar

Gewinnt Esperanza Spalding mit ihrem neuen Album wieder einen Grammy? (Bild: Concord Music Group / Universal Music Germany)

Die Jazz- und Grammy-Sensation ("Best New Artist") des letzten Jahres legt ihr nächstes Album vor und überzeugt auf ganzer Linie.

Kammermusik und Radiomusik sind, so wird es fast jeder sagen, zwei vollkommen verschiedene Welten. Für die junge Bassistin, Sängerin und Komponistin Esperanza Spalding aber ist es von der einen in die andere Welt nur ein kleiner Schritt. Ihr letztes Album hatte Spalding "Chamber Music Society" genannt. Für das fabelhafte Werk erhielt sie überraschenderweise den Grammy als bester "Newcomer des Jahres" - gegen die Konkurrenz eines gewissen Justin Bieber, dessen pubertäre, weibliche Fans die junge Jazzerin daraufhin mit nicht ernstzunehmenden Morddrohungen überzogen.

Bemerkenswert ist auch, dass ein Jazzer diesen wichtigen Grammy noch nie zuvor gewonnen hatte. Jetzt lässt Esperanza Spalding auf "Chamber Music Society" ein Album mit dem Titel "Radio Music Society" folgen, das am 16. März in Deutschland erschienen ist. Als Koproduzent stand ihr bei zwei Stücken kein Geringerer als Q-Tip (Gründungsmitglied und MC der weltweit erfolgreichen Hip-Hop-Formation A Tribe Called Quest) zur Seite.

Youtube | Live bei "Letterman": "Radio Song" von Esperanza Spalding

Kammermusik zwischen Jazz und Pop


Die erste Jazzerin die einen "Best New Artist"-Grammy gewann: Esperanza Spalding (Bild: Concord Music Group / Universal Music Germany)

"Radio Music Society" ist eher ein Begleitalbum als ein Nachfolgealbum von "Chamber Music Society". Mit letzterem hatte Esperanza Spalding im vergangenen Jahr Platz 1 der Billboard Contemporary Jazz Charts erreicht. "Ursprünglich wollte ich beide Scheiben zusammen als Doppelalbum herauszubringen", erklärt sie. "Eine CD mit einer intimen, subtilen Sondierung von kammermusikalischen Werken und eine zweite CD, auf der Jazzmusiker sich mit Songformen und Melodien auseinandersetzen, die vom Format her eher 'Popsongs' sind", sagt die Künstlerin.

"Ich interessiere mich wirklich für diese beiden Musikarten, und es ist spannend, sich schon beim Schreiben der Songs Gedanken über die unterschiedlichen Präsentationsansätze zu machen. Bei den Popsongs denke ich an Hörer, die nicht viel mit Jazz am Hut haben, aber ich mache mir natürlich auch Gedanken darüber, mit welchen Leuten aus meiner musikalischen Gemeinschaft ich jede meiner Ideen am besten interpretieren kann." Kein Wunder also, dass sie als Vorbilder für ihre eigene Karriere so gegensätzliche Charaktere wie Madonna und Ornette Coleman angibt.

Esperanza eröffnete schon Shows für Prince


Eine Frisur wie die junge Diana Ross: Esperanza Spalding (Bild: Concord Music Group / Universal Music Germany)

"Radio Song", die Eröffnungsnummer des neuen Albums, gibt den Ton vor und zeigt, dass Spaldings "Radiomusik"-Metapher treffend ist. "Jeder weiß, wie das ist, wenn man im Auto das Radio einschaltet", erklärt Esperanza. "und gedankenlos so lange von einem Sender zum anderen herumzappt, bis einen plötzlich ein Musikfragment innehalten lässt und vollkommen fesselt. Diesen Augenblick, in dem die Musik einfach in einen hineinsinkt, wollte ich einfangen. Es geht dabei um die Kraft eines Songs und wie er einem zumindest den Tag retten kann."

Nun könnte man erwarten, dass sich Spalding (die schon im Vorprogramm von Prince auftrat) für dieses Projekt aus dem immensen Pool an klassischen Popsongs bedienen würde - so wie es in den letzten Jahren ja schon etliche Jazzer taten. Doch die Bassistin bevorzugt eigenes Material: "Ich habe ein ganzes Buch voller Stücke, die ich geschrieben habe", verrät sie. "Und viele dieser Lieder hätten sowohl in das Kammermusik-Konzept gepasst als auch in das Radiomusik-Konzept... Also schnappte ich mir für diese unterschiedlichen Projekte meine Aufzeichnungen und organisierte sie so, dass kohärente Musikwerke dabei herauskamen." (cw/pm)