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  • 28.03.2012           22      Teilen:   |

Chile: Opfer von Neonazi-Attacke gestorben

Der Tod von Daniel Zamudio hat fast die gesamte Nation schockiert
Der Tod von Daniel Zamudio hat fast die gesamte Nation schockiert

Daniel Zamudio ist tot. Der 24-jährige Schwule, der Anfang März von vermuteten Neonazis brutal gefoltert wurde, starb am Dienstag an seinen schweren Verletzungen. Das teilte das Krankenhaus in Santiago de Chile mit. "Wir bedauern das sehr, denn der Tod steht für eine große Ungerechtigkeit gegenüber der Gemeinde", sagte Krankenhausdirektor Emilio Villalón.

Der brutale, offenbar schwulenfeindlich motivierte Überfall hatte in ganz Chile für Empörung gesorgt und den Ruf nach stärkeren Antidiskriminierungsgesetzen laut werden lassen. Zamudio war am 3. März im Parque San Borja mit schwersten Verletzungen gefunden worden, nachdem ihm die Angreifer mit scharfen Gegenständen attackiert hatten (queer.de berichtete). Der junge Mann wurde ins Krankenhaus eingeliefert mit schweren Verletzungen am ganzen Körper, darunter auch am Kopf, und mehreren Knochenbrüchen, einem teilweise abgeschnittenen Ohr und Abdrücken von Zigaretten an Bauch und Bein. Ihm war ein Hakenkreuz in den Bauch geritzt worden.

Kurz nach Ankunft in der Klinik wurde Zamudio in ein künstliches Koma versetzt. Ärzte sagten damals, der Zustand sei nicht lebensgefährlich. Am 19. März erlitt der junge Mann einen Herzinfarkt, in der letzten Woche verschlechterte sich sein Gesundheitszustand weiter. Medienberichte zufolge entschieden die Eltern am Wochenende, die lebenserhaltenden Maschinen nicht selbst abzuschalten, sondern auf einen "natürlichen" Tod des Sohnes zu warten. Gestern wurde der Hirntod Zamudios festgestellt.

Fortsetzung nach Anzeige


Opfer und Martyrer

Zamudio lag über drei Wochen im Koma
Zamudio lag über drei Wochen im Koma

Nach der Todesmeldung strömten über 500 Menschen zum Krankenhaus, um mit Kerzen an Zamudio zu gedenken. Auch der Innenminister Chiles, Rodrigo Hinzpeter, und der Bürgermeister der Stadt waren vor Ort.

"Er ist ein Opfer der Homophobie, des Hasses, den einige auf die haben, die eine andere sexuelle Orientierung haben", sagte Jaime Parade, Sprecher der LGBT-Gruppe MOVILH. "Heute sehen wir ihn als Martyrer."

Die Eltern Zamudios forderten eine harte Bestrafung der Täter. Für den Überfall hatte die Polizei vier Männer im Alter von 19 bis 25 Jahren festgenommen. Es sollen Beweise vorliegen, dass sie ihr Opfer stundenlang folterten. Sie werden nun wegen Mordes angeklagt und könnten eine Strafe zwischen 10 Jahre Haft und Lebenslänglich erhalten. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sollen die Männer, die die Beschuldigungen ablehen, bereits in der Vergangenheit wegen Fremdenfeindlichkeit verurteilt worden sein.

Der Fall hatte zu einer großen Anteilnahme in der Bevölkerung geführt. Daniel und seine Familie seien im Herzen einer ganzen Nation angekommen, hatte ein Sprecher von MOVILH bereits kurz nach der Tat gesagt. "Das ist, inmitten dieser Tragödie, ein ermutigendes Zeichen." Mit einer Benefinzveranstaltung will die Gruppe nun Gelder für die Angehörigen sammeln.

Der Fall erschütterte Menschen weltweit, so hatten Ricky Martin und Boy George Zamudio vor seinem Tod eine rasche Genesung gewünscht und sich schockiert über die Tat gezeigt. Nicht nur Vertreter der Community forderten am Dienstag, nun so schnell wie möglich ein Antidiskriminierungsgesetz zu verabschieden und mehr für Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgender zu tun. (nb)

Video: (Direktlink)
Der Tod Zamudios war gestern die Hauptmeldung aller Abendnachrichten Chiles, ein Moment, der sich mit der Ermordung Matthew Shepards in den USA vergleichen lässt
Links zum Thema:
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Tags: chile, homophobie, gewalt, daniel zamudio
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Reaktionen zu "Chile: Opfer von Neonazi-Attacke gestorben"


 22 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
28.03.2012
11:10:49


(-8, 20 Votes)

Von Jadughar
Aus Hamburg
Mitglied seit 19.04.2011


In Ländern, wo Homosexualität mit den Tode bestraft wird, sollten die verantwortlichen Täter ebenso lebenslänglich oder mit den Tode bestraft werden, denn das ist geplanter Mord!
Dort werden die Opfer ebenso vor der Hinrichtung gefoltert!
Das Gedankengut, gegen Minderheiten vorzugehen, haben wir den goldgierigen Massenmörder Moses zu verdanken, was dann die drei Offenbarungsreligionen Judentum, Christentum und Islam zum Dogma erhoben haben. Mich wunderts, wieso religiöse Menschen den Ideen eines widersprüchlichen Massenmörders Folge leisten! Der einzige Lichtblick auf dieser Welt ist, daß die Menschheit langsam erkennt, wie ungerecht eine solche Tötung ist! Traurig ist nur, das tausende Jahre vergehen mußten, um dieses zu erkennen.

Mir tun seine Hinterbliebenen sehr leid und ebenso den Hinterbliebenden die ihre Kinder einer solchen Todesstrafe verloren haben.


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#2
28.03.2012
11:42:50


(+9, 9 Votes)

Von mike


UDI Mörder! Kirche Mörder!

"UDI asesina, Iglesia asesina" gritaron tras muerte de Daniel Zamudio

La muerte de Daniel Zamudio por unos delincuentes homofóbicos, trajo a la mesa la el rechazo en la votación por la ley antidiscriminación en la que parlamentarios UDI, RN y DC. En las afueras del hospital distintas personas culparon al partido político y a la iglesia por el hecho.

Link zu www.elobservatodo.cl

______________

Wo sind die Mörder von Liz Trobishi (16)und Nir Katz (26)?


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#3
28.03.2012
11:56:19


(+7, 7 Votes)

Von edelstam
Antwort zu Kommentar #1 von Jadughar


Der Vater des Opfers, Ivan Zamudio, wies auf Drahtzieher und Täter hin.

Rechtsextremisten, Söhne von Obristen, Generälen, Abgeordneten, Anwälten und reicher Leute.

"Sobre quienes estarían tras el ataque, Zamudio señaló a Radio ADN que él creía que en estos grupos que se autodenominan neonazi habría hijos de personas "importantes" como "hijos de coroneles, de generales, de diputados, de abogados, gente pudiente"..."

Link zu www.emol.com

______________________

Wo sind die Mörder von Walther Tróchez ?

Link zu www.queer.de


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#4
28.03.2012
12:21:50


(+3, 3 Votes)

Von Ekim
Antwort zu Kommentar #2 von mike


Die UDI ist wohl eine Pro-Pinochet-Partei.

"..among its international collaborators Silvio Berlusconi's Forza Italia, the extreme-right National Alliance party in Italy, the Republican Party in the United States, the right-wing ARENA party in El Salvador, the pro-Pinochet Independent Democratic Union (UDI) in Chile, and the Popular Party in Spain. Funding organisations include the International Republican Institute (IRI) and the conservative Friedrich Naumann Foundation..."

Link:
en.wikipedia.org/wiki/Movimiento_Dem%C3%B3crata_Li
beral


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#5
28.03.2012
12:48:40
Via Handy


(-4, 12 Votes)

Von daVinci6667
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von Jadughar


Ich verstehe deine Emotionen. Mitleid könnte ich mit den Tätern auch keines empfinden, wenn sie denn die Todesstrafe erhielten.

ABER: Die Todesstrafe ist immer falsch! Lebenslänglich Ja, unbedingt! Schliesslich werden die Angehörigen und die, die das Opfer liebten auch ihr leben lang mit Trauer an ihn denken. Vergessen kann man eine solche Wahnsinnstat sicherlich nie. Ich wünsche ihnen von Herzen dass sie einen positiven Weg für sich finden damit umzugehen.

daVinci6667


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#6
28.03.2012
12:56:00


(+5, 13 Votes)

Von research
Antwort zu Kommentar #5 von daVinci6667


"...haben wir den goldgierigen Massenmörder Moses zu verdanken, ..."

Das Verständnis für diese "Emotion" beruht auf dem antisemitischen Luther oder Calvin in dir ?


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#7
28.03.2012
13:40:12


(-8, 12 Votes)

Von Arthas


Wer einem anderen das Leben nimmt hat meiner Meinung nach sein eigenes Recht auf Leben verwirkt. Die Nazis sind doch immer so für harte Bestrafung, die haben die Todesstrafe verdient!


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#8
28.03.2012
13:44:23


(+6, 10 Votes)

Von Arthas
Antwort zu Kommentar #1 von Jadughar


Sach mal, tickst du noch richtig? Wieso holst du bei einer Tat, die von Neonazis verübt wurde und nicht von religösen Spinnern, solche antisemtischen Bergiffe wie "goldgierigen Massenmörder Moses" raus?


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#9
28.03.2012
13:57:29


(+7, 7 Votes)

Von brotherhood
Antwort zu Kommentar #8 von Arthas


So gesehen müßt ihr bei der Trauerfeier nicht zanken. Der alte Zionist zeigt den Weg:

"Jakob Klatzkin, Co-Autor der großen Encyclopedia Judaica, 1925:

'Wenn wir die Rechtmäßigkeit des Antisemitismus nicht anerkennen, verneinen wir die Rechtmäßigkeit unseres eigenen Nationalismus.

Wenn unser Volk es verdient, ein eigenes Leben zu führen und auch dazu bereit ist, dann ist es ein Fremdkörper innerhalb der Nationen, in denen es lebt, ein Fremdkörper, der auf seiner eigenen unverwechselbaren Identität besteht und deren Lebensbereich einschränkt.

Es ist deshalb rechtens, wenn sie gegen uns und für ihre nationale Integrität kämpfen ... Statt Gesellschaften zur Verteidigung gegen die Antisemiten, die unsere Rechte beschränken wollen, zu gründen, sollten wir lieber Gesellschaften zur Verteidigung unserer Freunde gründen, die unsere Rechte verteidigen wollen."

(Agus, Jacob: The Meaning of Jewish History; Volume 2; London, New York; Abelard-Schuman; 1963; S.425)


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#10
28.03.2012
14:10:28


(-6, 6 Votes)

Von Arthas
Antwort zu Kommentar #9 von brotherhood


Das heißt wenn Anti-Semitismus und Rechtsextremismus in einer Gesellschaft vorhanden sind, ist das nicht so schlimm weil dann Israel davon profitiert? Oder was willst du mir jetzt damit sagen?


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