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King Of Devil´s Island

Die Insel der Vergewaltiger


1915: Haft wird noch als Strafe verstanden, nicht als Resozialisierung (Bild: Alaomode)

Das reale Drama, das vor 100 Jahren in einem Knast für Jugendliche in Norwegen geschah, diente dem Film "King Of Devil's Island" als Vorlage.

Von Carsten Weidemann

"King Of Devil's Island", 2010 erschienen, ist einer der erfolgreichsten norwegischen Filme der letzten Jahre: Er lockte 300.000 Kinozuschauer und wurde mit dem norwegischen Filmpreis "Amanda" für den besten Film, die beste Musik und für den besten Nebendarsteller (Trond Nilssen) ausgezeichnet. Auch auf deutschen Filmfesten fand der Film bereits großen Zuspruch: In Hamburg und bei den Nordischen Filmtagen in Lübeck gewann Marius Holsts Epos jeweils den Zuschauerpreis, in Lübeck gewann er außerdem den Preis als bester Film. Nun startet er bundesweit in den Kinos. Es geht darin um unmenschliche Verhältnisse, Folter und Misshandlung vor rund einhundert Jahren.

Die Story beginnt in Norwegen im Spätherbst des Jahres 1915: Ein kleines Fischerboot nähert sich langsam der Insel Bastøy, an Bord die Neuankömmlinge Ivar und - in Ketten gelegt und von zwei Aufsehern bewacht - Erling (Benjamin Helstad). Im herrschaftlichen Haupthaus warten bereits der Anstaltsdirektor Bestyreren (Stellan Skarsgård) und sein Musterschüler Olav, der in drei Wochen entlassen werden soll und bis dahin für die Neuen verantwortlich ist. Über die harten Regeln der Besserungsanstalt klärt der Hausvater Bråthen (Kristoffer Joner) Erling und Ivar auf, bevor er ihnen die Nummern C 5 und C 19 zuteilt, die Haare kurz schneidet und sie nackt in ihre Baracken schickt, wo sie ihre Anstaltsuniformen finden.

Jeden Tag werden den Jungen harte Arbeiten zugeteilt. An seinem ersten Tag muss Erling gemeinsam mit Olav die Toiletten reinigen und macht schnell keinen Hehl daraus, dass er die Insel so schnell wie möglich wieder verlassen werde, egal wie. Als er das Bootshaus sieht, wittert er die Chance zu Flucht, doch am fest verriegelten Haus angekommen, wird er schnell von Aufsehern eingekreist und bestraft. Und dies wird nicht die letzte Strafe bleiben, die Erling, der sich gegen die Ungerechtigkeiten und Anmaßungen der Aufseher stets auflehnt, verbüßen muss.

Misshandlungen., Folter, Vergewaltigung in der Erziehungsanstalt

Allmählich freunden sich die beiden so unterschiedlich erscheinenden Jungen, der folgsame Olav und der rebellische Erling, näher an. Olav liest Erling, der nicht lesen und schreiben kann, die Briefe einer jungen Frau vor und schreibt mit ihm die poetische Geschichte eines Seemanns auf, der in einer langen Jagd einen unbezwingbaren Wal fangen will. Da Ivar, der zweite Neuankömmling, zu schwach für die Arbeit draußen ist, wird er zur Arbeit in der Wäscherei unter der Aufsicht von Bråthen eingeteilt. Als Bråthen ihn nachts aus dem Schlafraum der Jungen holt, um ein Lied für den Direktor zu proben, kehrt Ivar verstört und weinend zurück. Olav und Erling haben eine erste Ahnung, von dem was vor sich geht. Bråthen, der offensichtlich regelmäßig die Inhaftierten sexuell missbraucht, ist dann auch der Anlass für Erling, sich dem brutalen Regime nicht mehr zu beugen, er stachelt seine Mithäftlinge zur Revolte an...

Die Bastøy Einrichtung für Jungen wurde aufgrund einer norwegischen Gesetzgebung zum ‚Umgang mit vernachlässigten Kindern' aus dem Jahr 1896 errichtet. Die ersten Gebäude wurden zwei Jahre später erbaut, so dass im Oktober 1900 die ersten Jungen nach Bastøy geschickt wurden. Der Fokus sollte zunächst weniger auf der Bestrafung der Jugendlichen liegen, sondern vielmehr darauf, dass sie ein angemessenes Sozialverhalten lernen. Ein frühzeitiges Eingreifen und strenge Kontrolle sollte unerwünschtes Fehlverhalten für die Zukunft abwenden. Erst 1970 wurde das Heim auf Bastøy geschlossen. Heute befindet sich auf der Insel eines der liberalsten Gefängnisse der Welt.

Nach einer wahren Begebenheit zeichnet Regisseur Marius Holst in diesem Drama einfühlsam das präzise Portrait einer verlorenen Jugend. Eindrucksvolle Charaktere, überwältigende Landschaften und ein Finale, das einem den Boden unter den Füssen wegzieht. So spannend war Arthouse-Kino schon lange nicht mehr!

Youtube | Offizieller Trailer


#1 KotzerRamaAnonym
  • 28.03.2012, 18:07h
  • "Als Bråthen ihn nachts aus dem Schlafraum der Jungen holt, um ein Lied für den Direktor zu proben, kehrt Ivar verstört und weinend zurück. Olav und Erling haben eine erste Ahnung, von dem was vor sich geht. Bråthen, der offensichtlich regelmäßig die Inhaftierten sexuell missbraucht, ist dann auch der Anlass für Erling, sich dem brutalen Regime nicht mehr zu beugen, er stachelt seine Mithäftlinge zur Revolte an..."

    Wiedermal nur die Geschichte des Missbrauchs...
    Das zieht, macht geil, hauptsache der Zuschauer kann dann zu sich sagen "Ich bin was besseres!" usw... Natürlich gibt es Missbrauch, aber das was in solchen Filmen immer Thematisert wird ist der Missbrauch mit dem dauer Missbrauch, als wenn es nichts ja anders in heimen und Erziheungsanstallten geben würde als Missbrauch... Und die Geschichten über Jugendliche die ihre Freunde lieben, die werden eh kaum oder bzw. erst gar nicht erzählt.

    Und queer.de titel wie Bild "Die Insel der Vergewaltiger" damit auch ja jeder drauf klickt und sich das durchließt und gut fühlt...

    Schaut euch den FilM "Scum- Abschaum" an, da geht es auch um ein Erziehugnslager/Heim und das ohne Kliescheehaften dauer Missbrauch...
    Hier wird nur eine Realität gezeigt nämlich die das es nur das Böse gibt...

    Ich kann's halt auch nicht hören "Missbrauch" hier "Missbrauch" da und "Es wird viel zu wenig darüber gesprochen" usw... usw...

    Gerade über den Missbruch wird heutztage eh dauerhaft in allenmöglichen bereichen gesprochen. DAS IST DAS NEUE THEMA !
    perfekte ablenkung für die Politiker...

    Worüber aber nicht gesprochen wird sind Themen die die andere Seite der Medaille zeigen, Jungs die ihre Homosexualität entedecken, sich in einen Mann verlieben, evtl nicht trauen hinzugehen weil es ja Schwul ist, weil sie gehört haben das solche Männer ja ALLE böse sein soll und und....

    Wer über Missbrauch spricht, darf über die guten Bezieheungen nicht schweigen, aber genau DAS passiert immer wieder...

    Wer was anderes erzählt wird auf die ein oder andere zum Buhmann abgestempelt, kann man hier und da durchaus nachlesen...

    Keine verallgemeinerungen das wäre mein einziger Wunsch der eh nicht wahr werden wird,
    denn ein klassisches Feindbild zu haben ist halt einfach als wirklich differenziert nachzudenken...

    So braucht jede Zeit ihre Juden die man hassen und verteufeln kann. Dabei ist es noch gar nicht so lange her das die Schwulen die neuen Juden waren und jetzt suchen sich halt die Schwulen (nicht alle) ihre eigene Juden zum hassen, leider...
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#2 EmmedAnonym