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Daniel Radcliffe als junger Witwer in "Die Frau in Schwarz". Der Film läuft am 29. März 2012 bundesweit in den Kinos an. (Bild: Concorde Filmverleih)

Zum Filmstart von "Die Frau in Schwarz" trafen wir den Harry-Potter-Darsteller zum Interview. Sehr offen erzählt er, warum er sich für schwul-lesbische Jugendliche engagiert.

Von Stefan Berger

Daniel Radcliffe erlangte als "Harry Potter" in den acht Verfilmungen der Fantasy-Romane Weltruhm. Bereits als Kind verdiente der britische Schauspieler damit ein Vermögen. Kenner schätzen es auf bis zu 78 Millionen Euro.

Der ehemalige Kinderstar verlässt aber nun endgültig die Zaubererschule Hogwarts und wird erwachsen. Mit seinen 22 Jahren sucht er neue Rollen auch nach dem Gesichtspunkt aus, das Image des braven Schuljungen hinter sich zu lassen. Nach bemerkenswerten Ausflügen auf Londoner Bühnen und Musicals am New Yorker Broadway bestreitet er seine erste Filmrolle nach Harry Potter im Gruselgenre. In "Die Frau in Schwarz", der am 29. März in Deutschland anläuft. gibt er einen depressiven Witwer und Vater eines kleinen Jungen, der als Notar in einem Dorf einen Job übernimmt, in dem auf unerklärliche Weise ein Kind nach dem anderen stirbt.

Wir plauderten mit dem kleinen, 165 cm großen Schauspieler in München, der sich auch für LGBT-Jugendliche engagiert, und trafen auf einen smarten Erzähler, der mit Witz und Ironie zu unterhalten weiß.


Mit seinem Zauberstab wurde er weltberühmt: Daniel Radcliffe als Harry Potter

Sie sind eine der meist gegoogelten Personen der Welt. Googeln Sie sich manchmal auch selbst?

Sogar recht häufig, aber ich tippe nur meinen Namen ein und drücke dann nicht auf Enter. Mich interessieren bloß die Empfehlungen, die Google vorschlägt. Üblicherweise kommt in England zuerst "Daniel Radcliffe Twitter" gefolgt von "Daniel Radcliffe schwul" und "Daniel Radcliffe Alkoholiker". Dazu möchte ich jetzt sagen, dass ich nicht schwul bin und auch keinen Twitteraccount besitze. (lacht)

Dann haben Sie sich jetzt wohl als Hetero geoutet. Warum sind junge Schauspieler wie Sie oder Josh Hutcherson so engagiert, wenn es um die Rechte von Homosexuellen geht?

Vielleicht findet ein Generationswechsel in unserem Business statt. Wir haben nicht mehr Angst, für schwul gehalten zu werden, nur weil wir für die Rechte von Homosexuellen eintreten. Das Tabu ist weg, und der entspannte Umgang damit wirkt sich auch auf die Kids aus. Sie sollen mit dem Gefühl aufwachsen, dass ihr Anderssein nichts Schlechtes bedeutet.

Wie helfen Sie konkret?

Auch heute noch müssen junge Menschen durch eine schwierige Phase, wenn sie ihr Coming-out durchmachen und sich ihrer sexuellen Orientierung bewusst werden. Deshalb unterstütze ich das Trevor Project, eine Telefonhotline, die 24 Stunden am Tag besetzt ist, um lesbischen, schwulen, bisexuellen und transgender Jugendlichen Hilfe anzubieten. Ich gebe meinen Namen und auch finanzielle Hilfe, aber die wahren Helden sind die Menschen, die in diesen Call Centern arbeiten und jeden Tag Leben retten. Ja Leben retten, so pathetisch das auch klingen mag.


Radcliffe als Radcliffe: Der Hetero wuchs mit schwulen Männern auf (Bild: Wiki Commons / MyCanon / CC-BY-2.0)

Wie kamen Sie auf das Trevor Project?

Ich wuchs mit schwulen Männern auf. Homosexualität gehört für mich zur Normalität, denn manche Freunde der Familie waren schwul. Erst in der Schule, als das Schimpfwort Homo auftauchte, entdeckte ich, dass es Leute gibt, die Schwierigkeiten mit Homosexuellen haben. Das war eine Überraschung für mich.

Darf ich Sie noch etwas zu Ihrem aktuellen Film fragen?

Ich dachte schon, Sie fragen nie. (lacht)

Ihr neuer Film ist ziemlich gruselig. Vor was haben Sie privat Angst?

Phobien und Ängste habe ich eigentlich keine. Spinnen und Schlangen, das geht. Obwohl, ich hasse Kakerlaken, davor fürchte ich mich richtig. Sonst sind es mehr begriffliche Dinge, wie die Angst vor dem Versagen.

Vielleicht Angst, mit neuen Rollen nicht erfolgreich zu sein?

Nein, eher allgemein. Bei meinen Rollen nach "Harry Potter" bin ich sogar mutig. Wenn meine Fans nach dem Theaterstück "Equus", in dem ich als nackter Stallbursche Pferden die Augen auskratze, weiter zu mir stehen, sind sie auch nach "Die Frau in Schwarz" noch treue Fans. Diese Performance am Theater war wohl der härteste Test, den man einer Fangemeinde zumuten kann.

Youtube | Offizieller deutscher Trailer zum Film


#1 yomenAnonym
#2 todesmaskeEhemaliges Profil
#3 Frankyboy
  • 29.03.2012, 13:38h
  • "Erst in der Schule, als das Schimpfwort Homo auftauchte, entdeckte ich, dass es Leute gibt, die Schwierigkeiten mit Homosexuellen haben. Das war eine Überraschung für mich."

    Da kann man sehen das es für Kinder völlig gleich ist, wenn sie tolerant erzogen werden. Ich kann hier selbst aus Erfahrung sprechen, denn die Patenkinder von meinem Freund gehen selbstverständlich mit seiner Homosexualität um und hatten nie ein Problem damit. Für sie gibt es jetzt eben 2 Onkels
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 29.03.2012, 16:51h
  • Daniel Radcliffe: "Homosexualität gehört für mich zur Normalität"

    Danke, Daniel für dieses Statement! Es sollten viel mehr Heteros geben, die sich dem anschließen!
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#5 David ZAnonym
  • 29.03.2012, 21:49h
  • Es ist immer super, wenn prominente Vorbilder sich öffentlich auf unsere Seite stellen.

    Radcliffes Aussagen zeigen auch, dass Kinder und Jugendliche keinerlei Angst vor Schwulen oder Lesben haben, wenn sie ihnen nicht anerzogen wird.

    Umso wichtiger sind Bildungs- und Aufklärungsprogramme und verpflichtende Themenmodule zu Homosexualität an allen Schulen in den verschiedensten Fächern.
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