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Uh, rosafarbene Bowlingkugeln sind doch nur was für (schwule) Määäädchen! (Bild: Montage queer)

Der republikanische Präsidentschaftskandidat hat merkwürdige Phobien. Seine Gegner bekämpfen ihn jetzt auch mit schwulen Pornos.

Von Carsten Weidemann

Der Amerikaner geht nicht zum Kegeln, er geht zum Bowlen. Es ist ein beliebter Volkssport, somit ein idealer Auftrittsort für einen Wahlkampfkandidaten. Der republikanische Präsidentschaftskandidat Rick Santorum zeigte sich in dieser Woche in einer Bowlingbahn-Halle in Wisconsin, und bewies dabei, wie groß seine Angst ist, von seinen Gegnern in eine Ecke gedrängt zu werden, in die er nicht möchte.

Ein paar der Gäste wollten zusammen mit Santorum auf ein Gruppenfoto, ein Junge nahm dafür extra eine Bowlingkugel in die Hand. Die war jedoch Pink. Santorum wies nach Aussage eines anwesenden Journalisten den Jungen an: "Du wirst nicht diese rosa Kugel nutzen. Das lassen wir nicht zu. Nicht vor der Kamera." Erstaunt über diese Reaktion hakte ein Reporter nach und erhielt die Antwort: "Freunde lassen ihre Freunde keine rosa Bälle nutzen." (Friends don't let friends use pink balls). Es sollte ein Witz sein. Ein zweideutiger Gag, den man ebenso zotig interpretieren kann oder als Ausdruck eines alten Rollenverständnisses, nachdem Jungs nun mal keine (rosa) Mädchensachen tun sollten.

Fred Sainz von der "Human Rights Campaign (HRC) reagierte prompt mit einem Statement: "Das ist ein weiteres Beispiel für eine ignorante Aussage, die LGBT-Menschen hart trifft." Er beweise erneut, dass er denkt, Schwule und Lesben seien Menschen zweiter Klasse, die es nicht wert sind, mit Würde und Respekt behandelt zu werden." Sainz erinnerte daran, dass Santorum zuvor die Abschaffung der Diskriminierung schwul-lesbischer Soldaten als "tragisches soziales Experiment" bezeichnet hatte. Und das der Republikaner gemeint hatte, es sei für Kinder weniger schlimm, wenn ein Elternteil im Gefägnis wäre, als wenn es schwul-lesbische Eltern hätte.

Mit Glitter, Häme und Pornographie gegen den Ultrakonservativen


Auch in Ru Paul´s TV-Show "Drag Race" ist der US-Wahlkampf Thema (Bild: Screenshot Logo TV)

Der schwule Journalist Dan Savage, der auch die Anti-Mobbing-Kampagne "It Get's Better" ins Leben gerufen hat, ist einer der profiliertesten Kritiker aus der Community. In der aktuellen Staffel von "RuPaul's Drag Race" hat er einen Gastauftritt und ermuntert Schwule, Lesben und Trans*Personen ausdrücklich, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Die Kandidaten, die um den Titel "Next Drag Superstar" kämpfen mussten gegeneinander als Präsidentschaftskandidaten antreten und eine Wahlrede halten.

Savage betreibt die Website spreadingsantorum.com, die seit Jahren bei der Google- oder Bing-Suche nach dem Begriff "Santorum" noch vor der Homepage des Politikers auftaucht. Seine Neudefinition von "Santorum" lautet: "Die schaumige Mischung aus Gleitgel und Fäkalien, die manchmal ein Nebenprodukt von Analsex ist." In Homo-Blogs wird Santorum deshalb nur noch "frothy" (schaumig) genannt.


In diesem Gesicht steckt jede Menge Erotik (wegen deutschem Jugendschutz hier leider nicht im Detail zeigbar) (Bild: Tumblr)

Wo immer es geht, versuchen Aktivisten ihre kleinen Zeichen gegen Santorum zu setzen. So wurde er bereits eingeglittert (queer.de berichtete), mit einem knutschenden Männerpaar konfrontiert (queer.de berichtete).

Nun muss er ertragen, dass sein Konterfei mit einer Mosaik- und Überlagerungstechnik aus hunderten von schwulen Pornoszenen zusammengesetzt wurde und im Internet verbreitet wird. Von weitem sieht man nur ihn, erst in der Vergrößerung erkennt man, woraus sein Gesicht besteht.



USA: Homo-Gegner in Aktion

Studenten in den USA erklären auf Facebook, warum sie Homo-Paaren keine Rechte geben wollen – meist ist Gott im Spiel.
#1 *ick santorumAnonym
#2 pinky brainAnonym
#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
#4 panzernashorn
#5 RaffaelAnonym
  • 29.03.2012, 19:22h
  • Das zeigt doch nur wieder mal, wie dumm und lächerlich diese Witzfigur ist.

    Dass der ernsthafte Chancen hat, sagt sehr viel über dieses Land aus.

    Wenn der Präsident wird, werden schlimme Zeiten anbrechen - für die ganze Welt.
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#6 alexander
#7 okoyAnonym
  • 29.03.2012, 22:44h
  • Antwort auf #5 von Raffael
  • Ich bin mir ziemlich sicher das er nicht gewählt wird, aber falls doch... gibt es ein zweites Russland, was Schwulenrechte angeht.

    Am besten man erwischt ihn möglichst bald mit einem Stricher und der Spuk ist vorbei
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#8 KorschaAnonym
  • 30.03.2012, 04:01h
  • mir tun jetzt schon alle amerikanischen schwulen/lesben leid wenn DER präsident werden sollte, was ich nich hoffe...
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#9 Alte TunteAnonym
  • 30.03.2012, 05:48h
  • Antwort auf #5 von Raffael
  • Er wird nicht Präsident werden, nicht einmal Kandidat der republikanischen Partei. Die ganze schöne Aufregung ist ziemlich umsonst.

    Von den deutschen Qualitätsjournalisten wird nämlich übersehen: Bei den meisten Vorentscheidungen der Republikaner werden die Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag nicht mehr nach dem "Winner takes it all"-Prinzip vergeben, sondern weitgehend gemäß des Anteils an den abgegebenen Stimmen. Es ist daher ziemlich egal, wer "einen Staat gewinnt".

    So mies kann Romney in den Bundesstaaten, in denen noch nicht abgestimmt wurde, gar nicht abschneiden, als daß er nicht auf die Mehrzahl der Delegiertenstimmen kommen dürfte. Er wird also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der offizielle Kandidat. Und Santorum hätte nicht einmal eine Chance, wenn Gingrich ihm "seine" Delegierten übertragen würde - und diese das mitmachen würden.
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#10 JeffNJAnonym