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Wenn das nicht mal ein Durchbruch ist: Die Zwangs-Heterosexualisierung von Schützenkönigen ist gesetzeswidrig (Bild: freizeitforum-aachen.de / flickr / by 2.0)

Das Verbot homosexueller Königspaare durch den Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS) verstößt gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG)

Zu dieser Rechtsauffassung kommt die Anti-Diskriminierungsstelle des Bundes (ADS) in einem Rechtsgutachten. Darin wird auch klargestellt, dass sich die Bundesorganisation von etwa 1.300 regionalen Bruderschaften mit angeblich insgesamt etwa 600.000 Mitgliedern sich nicht auf die Sonderklauseln für kirchliche Träger berufen kann.

Der katholisch geprägte BHDS hatte mit seinem Beschluss vom 11. März 2012 auf den Streit um einen schwulen Schützenkönig aus Münster reagiert, der vergangenes Jahr gemeinsam mit seinem Lebenspartner als "Königin" auftreten wollte (queer.de berichtete). Von queer.de wurde dem Dachverband deshalb die Homo-Gurke verliehen.

Schützenbrüder wurden zu Stellungnahme aufgefordert

Konkret sieht das ADS-Gutachten einen Verstoß gegen § 18 I AGG, der das allgemeine Diskriminierungsverbot für alle Aspekte der "Mitgliedschaft in Vereinigungen" für anwendbar erklärt. "Im Fall ist die Mitwirkung in Form des öffentlichen Auftretens und der Repräsentation betroffen", heißt es in dem Rechtsgutachten. "Denn nach dem Verbandsbeschluss ist es schwulen Schützenkönigen künftig untersagt, gemeinsam mit dem gleichgeschlechtlichen Lebenspartner als Königspaar aufzutreten. Darin liegt eine Benachteiligung von homosexuellen Königspaaren im Vergleich zu heterosexuellen Königspaaren."

Eine Strafe hat die Antidiskriminierungsstelle allerdings noch nicht ausgesprochen. Zunächst forderte sie den Bundesvorstand des BHDS unter Hinweis auf ihre Rechtsauffassung um eine Stellungnahme zum Sachverhalt auf.

"Ich erwarte, dass die Schützenbrüder ihren Beschluss nun revidieren und sich bei den Betroffenen entschuldigen", reagierte der Grünen-Abgeordnete Volker Beck als erster auf das Gutachten. "Andernfalls müssen ihre staatlichen Förderungen etwa durch die Kreistage überprüft werden". Einen entsprechenden Antrag haben die Grünen im Landkreis Düren bereits gestellt. (cw)

Update, 30.3.: Der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS) erklärte am Freitag, er werde der Antidiskriminierungsstelle, an deren Argumenten man "erhebliche Zweifel" habe, eine Stellungnahme zukommen lassen. So habe die Stelle nicht berücksichtigt, "dass es sich beim BHDS um einen Verband der katholischen Kirche handelt, der sich nach seinen Statuten wesentlich der Pflege religiöser Werte widmet" - die Ausnahme des AGG für Kirchen würden folglich auch hier gelten. Auch habe man keine überragende Machtstellung im wirtschaftlichen oder sozialen Bereich, wie die Stelle ausführe, sondern vertrete nur rund 250.000 Schützen von insgesamt 2,8 Millionen.



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 29.03.2012, 16:47h
  • Da hat der BHDS ja die sprichwörtliche Rechnung ohne den Wirt gemacht! Mal gespannt, wie sich dieser erzkonservative Haufen dazu äußern wird!
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#2 aufs maulAnonym
  • 29.03.2012, 17:56h
  • und nun? kann man den drecksladen jetzt dicht machen, diesen katholisch-rechtsextremen amokläuferausbildungsverein?

    LEIDER NICHT!
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#3 stromboliProfil
  • 29.03.2012, 18:22hberlin
  • der ganze scheiß hängt einem zum hals heraus! Sich mit erzkonservativem pack herumärgern, nur weil zwei schwule hansel hier auf ihrem recht beharren.
    Muss man sich nun noch mit den schützenverbänden herumärgern, nur weil man seinen angetrauten mit aufs podest heben will.
    In jedem karnevalsverein ist es üblich, dass die prinzenpaare nicht verheiratet sind.. warum müssen die bei diesen schießwütigen auch noch auf den ehering bestehen??
    Das ist doch anachronismus pur!

    Solln die doch ihre "paare" aus denen heraussuchen, die geschlechter getrennt die meisten ringe geschossen haben.. so hat man seinen "könig und seine königin" und ansonsten ist schluß mit dem herbeigezwungenen solidarisieren: ich will keinen reaktionären ärschen auch noch die leiter halten bei ihrem aufsieg in die ihnen so ungeheuer wichtige mittigkeit .
    Das gilt für "bedrängte" priester&pfaffen wie für sonstiges konservatives gelump! Ich rufe auch nicht nach dem agg, wenn nazis sich benachteiligt fühlen!
    &
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#4 daVinci6667
  • 29.03.2012, 18:57h

  • Da bin ich mal auf die Entschuldigung der Katholiban-Schützen gespannt!

    Und auch wenn wider Erwarten eine echte Entschuldigung und nicht nur ein laues Bedauern kommen sollte, eine saftige Busse muss da schon noch folgen!
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#5 RaffaelAnonym
  • 29.03.2012, 19:18h
  • Bravo!

    Ich hoffe, dass der betroffene Schützenkönig jetzt sein Recht einklagt. Es steht ihm schließlich zu.

    Wenn die Schützen nicht freiwillig im 21. Jahrhundert ankommen wollen, muss man sie eben dazu zwingen.

    Zum eigenen Wohl, zum Wohle aller folgenden Schützenkönige und zum Wohle der ganzen Gesellschaft!
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#6 lucdfProfil
  • 29.03.2012, 19:52hköln
  • "Schützenkönige"...! "Karnevalprinzen"....! Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Dass der Mensch des 21. Jahrhunderts sich immer noch mit so einem blöden, lächerlichen, kitschigen Kram amüsieren kann. Naja.... wenn es gefällt.....

    Abgesehen davon geht das Signal der Anti-Diskriminierungsstelle in die richtige Richtung.
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#7 stromboliProfil
#8 Zum SchiessenAnonym
  • 29.03.2012, 21:47h
  • Antwort auf #7 von stromboli
  • Und das Vokabular erst! Und der Weihbischof (siehe der Weihbischofartikel, ein Thema ohne Weihbischofartikel ist irgendwo so unvollständig, nich?)!

    Wird aber neuerdings auch von Neoliberalen etc. adoptiert, so lese ich aus dem Munde des (ja nicht unvorteilhaft daherkommenden) Nikki Berggruen (Bild am Sonntag):

    "Karstadt gehört Deutschland, den Mitarbeitern, den Kunden, den Lieferanten und den Städten, in denen wir vertreten sind. Ich bin nur ein vorübergehender Hirte", und wie das in der Praxis aussieht, heute in der Bild:

    "Gespart wird auch bei den Karstadt-Restaurants. Deren Mitarbeiter sollen zukünftig separate Verträge erhalten und bei der Tochterfirma Le Buffet beschäftigt werden. " - und jetzt mal ehrlich: ist das nicht vollschwul?

    oops!
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#9 RaffaelAnonym
#10 FX23Anonym
  • 29.03.2012, 22:55h
  • Antwort auf #2 von aufs maul
  • Da scheinst Du aber was grundlegend falsch verstanden zu haben! Die 600.000 Mitglieder haben im Gegensatz zum Bischof kein Problem mit Homosexuellen. Also warum sollte man denen verbieten weiterhin Schützenfeste abzuhalten? Der Verein in Münster hat ja ihrem schwulen Schützenkönig völlige Unterstützung zugesichert. Der Bischof und der Vorstand des BHDS waren nur leider sehr dagegen. Du versuchst einfach nur billig zu pauschalisieren und stellst Dich somit auf die selbe Stufe wie die Diskriminierer!
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