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Schmachter See in Binz: An diesen idyllischen Ort wollte die Kurverwaltung den schwul-lesbischen Infostand verbannen (Bild: steffenz / flickr / by 2.0)

Der Regenbogen-Verein lehnt die "Kompromissangebote" der Kurverwaltung jedoch ab. Ein Hotelier stellt stattdessen sein Grundstück an der Promenade zur Verfügung.

Von Carsten Weidemann

"Danke, aber nein danke", so betitelt der Regenbogen-Verein für Schwule und Lesben in der Hansestadt Stralsund seine jüngste Pressemitteilung zum Streit um einen Infostand am Internationalen Tag gegen Homophobie auf dem Seebrückenvorplatz in Binz. Ein entsprechender Antrag war Anfang März noch komplett von der Kurverwaltung abgelehnt worden, was einen bundesweiten Sturm der Empörung hervorrief (queer.de berichtete).

Daraufhin stellte der Regenbogen-Verein guten Mutes einen zweiten Antrag, mit der Bitte um einen Infostand "in Sichtweite der Regenbogenfahne", deren Hissung am 17. Mai 2012 bereits im vergangenen November genehmigt worden war. "Dieser Antrag umfasste ebenso eine persönliche Einladung des Bürgermeisters mit der Option einer kleinen Ansprache im beschaulichen Rahmen", erklärte Vorstandsmitglied Christian Thun. Doch die Antwort fiel anders aus als erwartet. Zum einen antwortete nicht der Bürgermeister, sondern der stellvertretende Kurdirektor. Zum anderen wurden drei alternative Standorte am Ortsrand angeboten; der Kleinbahnhof, der Kurpark oder der Schmachter See. "Also nicht in Sichtweite zur Regenbogenfahne, aber dafür jwd - janz weit draußen", so Christian Thun. Der Vorstand des Vereins hat sich deshalb dazu entschlossen, alle drei "Kompromissangebote" abzulehnen.

Infostände wurden selbst in Grimmen und Wolgast genehmigt


Dank eines Hoteliers werden am 17. Mai nun doch Spaziergänger mit Aufklärungs-Flyern die Seebrücke betreten können (Bild: Blackpower 2010 / flickr / by-nd 2.0)

Für den Regenbogen-Verein ist dieser Vorgang einmalig: "Unser Verein hat in der Vergangenheit des Öfteren Anträge für einen Infostand in verschiedenen Städten in Mecklenburg-Vorpommern gestellt. Darunter waren selbst für uns bedenkliche Orte wie Grimmen oder Wolgast. Grimmen insofern, da sich unser Infostand in 50 Metern Luftlinie zum örtlichen NPD-Wahlkreisbüro befand. Wolgast ist auch nicht gerade für seine Homofreundlichkeit bekannt. Was aber zumindest diese beiden Orte dem Ostseebad Binz voraus haben, ist die Tatsache, dass ein Infostand ohne Beanstandungen innerhalb kürzester Zeit bewilligt wurde."

Dennoch wird es nun am 17. Mai 2012 in Binz einen schwul-lesbischen Infostand in Sichtweite der Regenbogenfahne geben: Ein Hotelier an der Promenade, der die Ziele des Regenbogen-Vereins unterstützt, stellt dafür sein privates Grundstück zur Verfügung. "Glücklicherweise gibt es in Binz nicht nur eine Verwaltung", kommentierte Christian Thun die gefundene Lösung. "Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sowie Hoteliers/Gastronomen brachten ihre Empörung zum Ausdruck."

Der Regenbogen-Verein ruft alle Unterstützer auf, am Internationalen Tag gegen Homophobie nach Binz zu kommen. "Ziel ist es nicht, möglichst medienwirksam Stimmung gegen das Ostseebad Binz zu machen, sondern Aufklärungsarbeit über die Bedeutung des Datums zu leisten und um Verständnis für andere Lebensmodelle zu werben, die mittlerweile eigentlich selbstverständlich sein sollten."

Chronik

13.10.2011 Antrag an den Bürgermeister des Ostseebad Binz Karsten Schneider auf Flaggen der Regenbogenfahne am Seebrückenvorplatz und Antrag auf Standgenehmigung auf dem Seebrückenvorplatz.
01.11.2011 Antwort des Bürgermeister des Ostseebad Binz Karsten Schneider mit dem Hinweis, dass er den Antrag vom 13.10.2011 dem Hauptausschuss am 28.11.2011 vorlegt.
30.11.2011 Antwort des Bürgermeister des Ostseebad Binz Karsten Schneider mit der Genehmigung zum Flaggen der Regenbogenfahne am Seebrückenvorplatz. Desweitern der Hinweis, dass der Seebrückenvorplatz in die Zuständigkeit der Kurverwaltung, welche ein Eigenbetrieb der Gemeinde Ostseebad Binz ist, fällt. Und der Antrag auf Standgenehmigung an die Kurverwaltung gestellt werden müsse.
04.01.2012 Antrag an die Kurverwaltung Binz auf Standgenehmigung auf dem Seebrückenvorplatz und bitte um technische und finanzielle Unterstützung.
06.03.2012 Antwort der Kurverwaltung Binz. Ablehnung zum Antrag auf Standgenehmigung auf dem Seebrückenvorplatz und Ablehnung technischer als auch finanzieller Unterstützung.
07.03.2012 Telefonat zwischen Bürgermeister des Ostseebad Binz Karsten Schneider und Herrn Martin Braun Vorstandsvorsitzender des Regenbogen-Verein
09.03.2012 Antrag an den Bürgermeister des Ostseebad Binz Karsten Schneider auf Standgenehmigung in Sichtweite der Regenbogenfahne.
24.03.2012 Antwort durch die Kurverwaltung Binz mit drei Standorten außerhalb der Sichtweite zur Regenbogenfahne.
30.03.2012 Schreiben an den Bürgermeister des Ostseebad Binz Karsten Schneider mit Ablehnung der durch die Kurverwaltung angebotenen Standorte.


#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 31.03.2012, 10:48h
  • Das Ganze entwickelt sich mehr und mehr zu einer Posse und Binz macht sich in der LGBT-Community damit nicht gerade sehr beliebt!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 RaffaelAnonym
  • 31.03.2012, 21:53h
  • Kaum zu glauben, wie rückständig und erzkonservativ man in Binz offenbar ist.

    Wenn die unser Geld nicht wollen: bittesehr! Wir können unser Geld auch anderswo lassen... Wo wir willkommen sind und uns nicht verstecken müssen.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 yesyesAnonym
  • 31.03.2012, 22:45h
  • Der Gastronom ist ja mal klasse!!!
    Zivilcourage macht eben doch den Unterschied !!

    Daumen hoch!
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#4 paren57Ehemaliges Profil
  • 31.03.2012, 22:56h
  • Hatte eigentlich immer mal vor, Rügen zu besuchen und mir die Bäderarchitektur anzusehen. Die Lust darauf ist mir gründlich vergangen.
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#5 EricoAnonym
  • 01.04.2012, 15:50h
  • genau @yesyes

    Hoteliers können ja nicht immer nur die sein, die Steuervergünstigungen erhalten und nüscht dafür tun (z.B. wenigstens mal die Preise senken).
    Also dürfen die gern mal die Guten sein. Ob es den/die eine/n schwul- lesbischen FDP-WählerIn in Schleswig- Holstein und NRW noch hinter dem Ofen hervorlocken kann, ist jedoch fraglich.

    Abgesehen davon, dass ich schon zweimal in Binz war und es da echt super langweilig ist, erst recht bei Regenwetter (auf Malle kann man immerhin noch zu McFit gehen, in Palma shoppen oder wenigstens die Kathedrale besichtigen)... und nun wurde auch noch die als Spielwiese u.a. für Outdoor super geeignete ehemalige KdF- Anlage Prora mit angeschlossenem Naturstrand verkauft ...

    Aber wenn die Hotelanlage fertig ist und ne Regenbogenfahne drüber flattert, haben den Hotelier dann auch alle lieb, die örtliche FDP gewinnt wieder an Fahrt... schön, dass vor allem schwule Männer wenigstens in dieser Hinsicht einfach zu "begeistern" sind
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#6 eMANcipation*Anonym
  • 02.04.2012, 19:56h
  • Vielleicht hättet ihr mal schreiben können, wer der Hotelier ist?! Wenn jemand nach Binz fahren will, sollte er vielleicht dort Unterkunft finden.
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