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  • 02.04.2012           47      Teilen:   |
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Queerpartei Deutschland in den Startlöchern

Kein verspäteter Aprilscherz: Der Kölner Holger Quernheim möchte tatsächlich die Queerpartei Deutschland gründen
Kein verspäteter Aprilscherz: Der Kölner Holger Quernheim möchte tatsächlich die Queerpartei Deutschland gründen

Micha Schulze schreibt an den Kölner Holger Quernheim, der mit der QPD ("die gayrechte Alternative") die deutsche Politik aufmischen will.

Lieber Holger Quernheim,

zugegeben, auch ich bin manchmal genervt von dem Dauergezicke zwischen dem Grünen Volker Beck und dem Liberalen Michael Kauch. Warum können Deutschlands prominenteste offen schwule Abgeordnete nicht mal dann konstruktiv zusammenarbeiten, wenn es um unsere ureigenen Rechte geht? Ob Hirschfeld-Stiftung oder die Gleichstellung Eingetragener Lebenspartnerschaften - in der deutschen Homopolitik dominiert das Parteiengezänk.

Doch muss man deswegen gleich eine "Queerpartei Deutschland" gründen, wie Sie es vorhaben? Über das Internet suchen Sie derzeit Mitstreiter für Ihre Idee einer "gayrechten Alternative", sogar Entwürfe von Satzung und Programm der QPD kann man sich dort schon anschauen. "Mit vereinter Stimme unsere Positionen vertreten im Kampf für die uneingeschränke Gleichstellung und Anerkennung von LGBT", lautet Ihr zunächst wohlklingendes Motto.

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Die Münchner rosa liste taugt nicht als Vorbild

Ganz neu ist der Gedanke freilich nicht. In München beispielsweise gibt es bereits seit über zwanzig Jahren mit der rosa liste eine schwul-lesbische Wählervereinigung. Seit 1996 ist sie sogar ohne Unterbrechung mit einem Sitz im Stadtrat vertreten. Doch als Modellprojekt für die QPD taugt die rosa liste nicht. Ihre Gründung war ein bayerischer Sonderfall, entstanden im homophoben Gauweiler-Klima, und ihr anhaltender Erfolg ist vor allem auf die vorbildliche Arbeit des Stadtrats Thomas Niederbühl zurückzuführen. Sowie auf die Fraktionsgemeinschaft mit den Grünen. Also nichts da von wegen parteipolitischer Unabhängigkeit!

Linke und rechte Schwule und Lesben in eine politische Partei zu zwängen, ist ein naives wie aussichtsloses Unterfangen - mit programmiertem Dauerzoff. Zumal manchem Homo ja tatsächlich die freie Fahrt auf den Autobahnen wichtiger ist als die Gleichstellung beim Ehegattensplitting. Betrachtet man zudem das Wählerpotential, sind schon rein rechnerisch die Chancen, dass die QPD jemals eine Fünf-Prozent-Hürde überspringen kann, verschwindend gering. Eine Homo-Partei würde den Kampf um Homo-Rechte wohl eher schwächen.

Hanebüchene QPD-Forderung: "Verbot des Verkaufs von Tabakwaren"

Mehr Rechte an der Wahlurne wären sinnvoller als eine eigene Partei
Mehr Rechte an der Wahlurne wären sinnvoller als eine eigene Partei

Zudem schrecken Sie selbst mit einigen Ihrer Forderungen homosexuelle Wähler ab. "Schulgesetze in die Bundesebene", heißt es beispielsweise in Ihrem Programmentwurf. Darüber kann man sicher diskutieren, aber können Sie mir bitte erklären, warum ausgerechnet eine Queerpartei diese Forderung erheben sollte? Ganz zu schweigen von Ihrem hanebüchenen "Verbot des Verkaufs von Tabakwaren", das nicht nur paffende Homos vor den Kopf stoßen dürfte.

Also bitte, lieber Holger Quernheim, gründen Sie keine QPD und treten Sie bitte, bitte niemals an! Sie haben zwar Recht: "In den traditionellen Parteien dominieren in aller Regel heterosexuelle Mitglieder". Ich sage es sogar noch deutlicher: In allen Parteien gibt es homophobe Knallköpfe, bei der CSU ebenso wie bei den Grünen. Aber in allen Parteien mischen auch Leute mit, die sich glaubhaft für LGBT-Rechte einsetzen, darunter selbst gemischtgeschlechtlich liebende Menschen.

Wofür Schwule und Lesben in Deutschland kämpfen sollten, wäre deshalb eine Reform des Wahlrechts. Auch bei Bundestagswahlen sollte Kumulieren und Panaschieren möglich sein - um Kandidaten, die sich für unsere Rechte einsetzen, gezielt nach vorn wählen zu können. Der schwulenbewegte Grüne Farid Müller beispielsweise schaffte letztes Jahr nur auf diesem Weg den Sprung in die Hamburger Bürgerschaft (queer.de berichtete).

Wären Sie bei einer gemeinsamen Wahlrechts-Kampagne dabei? Ich würde mich freuen!

Mit freundlichen Grüßen

Micha Schulze
Managing Editor

Micha Schulze, Jahrgang 1967, ist Geschäftsführer von queer.de und seit 25 Jahren in schwul-lesbischen Medien zu Hause. Normalerweise schreibt er vor allem Konzepte, Angebote, Rechnungen und Mahnungen, in dieser Kolumne aber immer wieder auch Emails an Leute und Organisationen, über die er einfach nur den Kopf schütteln kann.
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Tags: queerpartei, qpd, homopartei, rosa liste, wahlrecht
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Reaktionen zu "Queerpartei Deutschland in den Startlöchern"


 47 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
02.04.2012
13:26:11


(+6, 8 Votes)

Von Goltklantz


Jenun? Jener?

MNY? QPD? QVC?

"Die Marken Essie von L'Oréal und Catrice von Cosnova ziehen seit ... Die hochwertige Marke war bisher in Deutschland bei Douglas erhältlich. ... wir, indem wir MNY als eigenständige Boutique auflösen", erklärt Holger Quernheim, Vertriebsdirektor Consumer Products bei L'Oréal Deutschland, der LZ."


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#2
02.04.2012
13:40:44


(-2, 10 Votes)

Von Wodd


Ja du Scherzkeks, wer braucht eine Partei, die die Parteigelder auf der nächsten Schwulenparty in Drogen und Alkohol umsetzt?
Nene eine Queerpartei wäre mir zu suspekt. Es sei denn es gäbe ein straffes Parteiprogram ohne Wischiwaschipolitik und ohne Feminist*/innen/en Kram.
Übrigens haben wir schon den 2.


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#3
02.04.2012
13:47:46


(+3, 9 Votes)

Von le_waldsterben
Aus Berlin
Mitglied seit 07.01.2012


Wenn man schon das Wort "gayrechte Alternative" liest, braucht man gar nicht mehr weiter zu lesen. Dieser Wortgebrauch ist auf dem Niveau von Schwulenkneipen aus dem 1970er Jahren hinter dem Hauptbahnhof und mit Gummibäumchen.


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#4
02.04.2012
14:07:25


(-2, 4 Votes)

Von Joni T


Da wir bei
Link:
www.L-talk.de

dieses Jahr keinen eigenen Aprilscherz hatten, sollten wir auch nicht über andere nörgeln :-)
Sind die Grünen nicht mehr die schwule Alternative?


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#5
02.04.2012
14:14:51


(+5, 9 Votes)

Von Sebi


"Grünen Volker Beck und dem Liberalen Michael Kauch. Warum können Deutschlands prominenteste offen schwule Abgeordnete nicht mal dann konstruktiv zusammenarbeiten, wenn es um unsere ureigenen Rechte geht?"

Ganz einfach:

weil Michael Kauch ebenso wie Westerwelle und der Rest der FDP zwar immer viel von Gleichstellung labern, aber wenn es drauf ankommt doch nicht dafür stimmen.

Wo war Herr Kauch denn bei den entsprechenden Abstimmungen?

Die Grünen (und z.B. auch die Linke) haben gezeigt, dass sie zu ihrem Wort stehen und sich für unsere Rechte einsetzen.

Aber wie will man mit einer Partei oder Abgeordneten zusammenarbeiten, die das Thema nur ausnutzen, um ihre Wähler zu verarschen...

Nur, damit die FDP sich an die Erfolge anderer heften kann? Oder sogar deren Erfolge verhindert?

Auf das Niveau der FDP werden sich hoffentlich weder Grüne noch Linke jemals hinablassen. Mit solch einer gefährlichen Partei wie der FDP darf es keine Zusammenarbeit geben...


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#6
02.04.2012
14:15:14


(+2, 6 Votes)

Von Jerome
Antwort zu Kommentar #4 von Joni T


Ich denke auch: Eine ehrbare Alternative für bildungsferne Schwule, die sich bisher in FDP-Nähe gut betreut fühlten.


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#7
02.04.2012
14:21:53


(+3, 9 Votes)

Von queerulus
Antwort zu Kommentar #4 von Joni T


Die Grünen sind eher die lesbische und trans Alternative. Für schwule Belange sind die kaum noch interessant und förderlich.


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#8
02.04.2012
15:00:47


(+3, 5 Votes)

Von Roter Recke
Antwort zu Kommentar #5 von Sebi


Die Gefahr besteht auch gar nicht - denn diese "Partei" wird künftig nur noch unter "Sonstige" geführt werden. Und das vollkommen zurecht !!!!


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#9
02.04.2012
15:24:41


(+4, 6 Votes)

Von *QPD*
Antwort zu Kommentar #6 von Jerome


Gaynau!

Für Aktien ist jetzt der falsche Zeitpunkt.

JEWELRY ALL IN!

Link zu www.lidl.de


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#10
02.04.2012
15:43:51


(+3, 5 Votes)

Von Inyah


@Queerolus: was sind denn aus Deiner Sicht explizit schwule Belange, die sich von lesbischen Belangen unterscheiden? Öffnung der Ehe, Ehegatten-Splitting, Adoptionsrecht, Aktionsplan gegen Homophobie geht doch wohl beide Gruppen gleichermaßen etwas an und da sind die Grünen dran...


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