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  • 02.04.2012           24      Teilen:   |

Wieder Hasssänger beim "Chiemsee Reggae Summer"

Beenie Man
Beenie Man

Der Streit um homophobe Hasssänger beim "Chiemsee Reggae Summer" geht in die nächste Runde. Am Samstag gaben die Veranstalter des jährlich im August stattfindenden Musik-Festivals bekannt, den homophoben Dancehall-Musiker Beenie Man aus Jamaika gebucht zu haben.

Der steht seit Jahren wegen antihomosexueller Lyrics in der Kritik, darunter "Ich träume von einem neuen Jamaika, wo sämtliche Schwulen hingerichtet werden", "Hängt Lesben mit einem langen Strick" und "Nimm eine Bazooka und töte Schwule". Zwischenzeitlich hatte er den Reggae Compassion Act unterzeichnet, um sich von Gewalt gegenüber Schwulen und Lesben zu distanzieren, dies aber später wieder in Frage gestellt.

Sollte Beenie Man im August am Chiemsee auftreten, wäre es der erste Auftritt des 38-Jährigen in Deutschland seit vier Jahren. 2008 konnte er trotz Protesten in Berlin ein Konzert geben, nachdem er eine Zusatzerklärung der Veranstalter unterzeichnete. Einem weiteren Veranstaltungsort in Hamburg reichte das nicht aus, er ließ das Konzert platzen. Davon unbeirrt konnte er wenige Tage später beim "Chiemsee Reggae Summer" auftreten. In den Folgejahren wurden mehrere geplante Konzerte des Musikers in Europa abgesagt.

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Jahrelanges Ringen um Absagen

Mit der jamaikanischen Band "T.O.K." steht ein weiterer homophober Act auf dem Programm des diesjährigen Chiemsee-Festivals. So hieß es 2001 in dem Song "Chi Chi Man": "Jeder Schwule sollte tot auf dem Boden liegen. Meine Nigger und ich werden dafür schon sorgen. Schwule müssen sterben." Während einige Aktivisten meinen, T.O.K. habe sich davon glaubwürdig distanziert, hat der LSVD in der Vergangenheit zu Protesten aufgefordert - darunter gegen einen Auftritt der Band 2009 am Chiemsee.

Dieser Auftritt wurde allerdings nicht verhindert. Ein Jahr zuvor und ein Jahr hatten die Proteste gegen geplante Auftritte des ebenfalls homophoben Künstlers Sizzla Wirkung gezeigt: mal wurde ein Auftritt wegen Sicherheitsbedenken abgesagt, mal wegen eines EU-Einreiseverbotes. Im letzten Jahr hingegen fand ein Auftritt des Hasssängers Capleton statt.

"Unfassbar - jedes Jahr die gleiche Scheiße! Die Veranstalter des Chiemsee Reggae Summers haben aus den Protesten der vergangenen Jahre anscheinend nichts hinzugelernt", kritisiert die Grüne Jugend Bayern, die bereits im letzten Jahr eine Facebook-Kampagne startete und nun mit "Beenie Man-Konzert auf dem Chiemsee Reggae Summer 2012 verhindern" einen neuen Anlauf wagen muss.

Homophobie im Fernsehen?

"Homophobie ist ein ernstzunehmendes gesellschaftliches Problem, dem sich auch ein Festival wie das Chiemsee Reggae Summer stellen muss", so Florian Wilsch, Sprecher der Grünen Jugend. "Obwohl sich die Veranstalter im letzten Jahr nach anhaltenden Protesten und Gesprächen mit der Grünen Jugend zu einer Selbstverpflichtung durchgerungen haben, in Zukunft Künstler auch dann nicht einzuladen, wenn diese den Reggae Compassionate Act zwar unterschrieben haben, aber weiterhin homophobe Songtexte verbreiten, wurde nun Beenie Man eingeladen." Der Künstler habe die Selbstverpflichtung zwar unterzeichnet, sich davon aber mehrfach distanziert und auch nach der Unterzeichung den Song "Mi Nah Wallah" aufgeführt. Darin wird gefordert, allen schwulen Männern die Kehle durchzuschneiden.

Im letzten Jahr konnte zumindest eine große Medienaufmerksamkeit auf den Protest gerichtet werden - zumal ein Act, die Band Frittenbude, ihren Auftritt wegen des homophoben Mitkünstlers absagte (queer.de berichtete). Weitere Konsequenzen scheint es für den Veranstalter nicht gegeben zu haben: Die Biermarke "Becks" sponsort das Festival auch in diesem Jahr. Der öffentlich-rechtliche Spartenkanal "zdf Kultur" wird das Festival zudem erstmals im Fernsehen übertragen. (nb)

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Tags: beenie man, hasssänger, chiemsee reggae summer
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Reaktionen zu "Wieder Hasssänger beim "Chiemsee Reggae Summer""


 24 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
02.04.2012
17:15:21


(+5, 9 Votes)

Von Steinbeißer


Kein Wunder das so Futzis wie diese Typ ungestraft weiter machen können, das AGG (Antidiskriminierungs Gesetz) ist ja wohl ein Witz.
Solche Typen tasten die Würde des Menschen an, begehen Volksverhetzung usw...

Also erhlich gesagt wundert mich da gar nichts mehr... Das ist "Die Unendliche Geschichte", ich fühle mich oft wie der "Steinbeißer", da habe ich so große Starke Hände und kann doch nichts gegen das "NICHTS" ausrichten !


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#2
02.04.2012
17:35:24


(+4, 8 Votes)

Von le_waldsterben
Aus Berlin
Mitglied seit 07.01.2012


Die Veranstalter scheinen tatsächlich Ahnung davon zu haben, wie man erfolgreich auf sich aufmerksam macht. Erst laden sie diesen Affen ein, alle regen sich auf, vielleicht kommt das Thema sogar in die Tagesschau und dann wird in letzter Minute abgesagt. Und das Chiemseefestival ist in aller Munde.


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#3
02.04.2012
18:02:40


(-8, 12 Votes)

Von Relax


die meisten besucher sind eh bekiffte deutsche oder afrodeutsche. die verstehen gar nicht, was der singt.


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#4
02.04.2012
18:47:06


(+9, 9 Votes)

Von fink
Antwort zu Kommentar #3 von Relax


"die meisten besucher sind eh bekiffte deutsche oder afrodeutsche. die verstehen gar nicht, was der singt."

darum geht es nicht. und das ist auch nicht lustig.

in jamaika werden menschen umgebracht, und zwar von leuten, die sehr gut verstehen, was diese typen singen.

allmählich frage ich mich auch, was eigentlich passieren muss, damit deutsche veranstalter mal konsequenzen ziehen. niemand könnte jarh um jahr solche konzerte organisieren, wenn dort regelmäßig bekannte antisemiten oder rassisten auftreten würden. nur homophobe gewaltaufrufe, auch wenn sie nachweislich menschenleben kosten, laufen immer noch unter "putziger folklore".


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#5
02.04.2012
22:50:06


(-9, 11 Votes)

Von Arthas
Antwort zu Kommentar #4 von fink


"in jamaika werden menschen umgebracht, und zwar von leuten, die sehr gut verstehen, was diese typen singen."

Ja, in Jamaica, nicht in Deutschland. Bekiffte Reggae Fans sind üblicherweise friedlich. Mir ist noch kein Fall bekannt wo in Deutschland Reggae Fans ein Pogrom gegen Schwule verübten nachdem sie solche Lieder gehört hatten. Also wieder Mal viel Wind um nichts. Last ihn doch auftreten, wer solche Musik schlimm findet soll halt nicht hingehen.


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#6
02.04.2012
23:34:15


(-2, 4 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Stellt sich überhaupt die Frage, wie lange es denn den "Chiemsee Reggae Summer" noch geben wird! Es ist schon ein Wunder, daß die Sponsoren finden!
Wie wäre es denn mal mit einem "Chiemsee Gay Summer", da würden mehr Besucher kommen!?


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#7
03.04.2012
01:37:51
Via Handy


(-8, 8 Votes)

Von reggae liebhaberin


Also, erst einmal: in deutschland gibt es genau so viele (wenn nicht wahrscheinlich mehr) homophobe als in jamaika!! Das problem ist glaube ich ein kulturelles. In jamaikanischer musik wird ueber vieled was gesagt was mann dann aber nicht so lebt! Alles ist eine show und ein jamaikanisches publikum versteht das auch. Leider nicht ein deutsches. Ich habe mehrere jahren in jamaika gelebet und kann euch sagen dass es dort nicht nur schwule und lesben gibt-- sie leben ihre sexualitaet sehr frei! Ich wuerde bitten dass ihr die protestieren wollt vielleicht eher den dialog sucht! Mann kann zum beispiel mit TOK in kontakt treten und sie auffordern keine homophoben lieder zu singen. Ich kenne TOK persoenlich und kann garantieren das die jungs nicht so sind wie ihr euch das vorstellt!! Schreibt ihnen doch und mal sehen was dabei raus kommt! Sie dazu zu bekommen nicht aufzutreten finde ich nicht richtig! Die haben millionen fans und sind fuer viele tolle party lieder bekannt die ganz und gar nichts mit homophobie zu tun haben! Und auch: chi chi man war 2001... 11 jahre spaeter kann mann doch zugestehen einen fehler gemacht zu haben, oder?
Peace!


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#8
03.04.2012
09:23:21


(+5, 7 Votes)

Von fink
Antwort zu Kommentar #5 von Arthas


"Ja, in Jamaica, nicht in Deutschland."

schon klar. wenn menschen nur irgendwo anders umgebracht werden, dann ist es ja nicht schlimm. sind ja keine deutschen, oder wie?

auch mit konzerten in deutschland fördert man die gewalt in jamaika, indem man diese sänger finanziert!


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#9
03.04.2012
09:32:38


(+6, 8 Votes)

Von fink
Antwort zu Kommentar #7 von reggae liebhaberin


"Alles ist eine show und ein jamaikanisches publikum versteht das auch"

hast du mal den freunden eines ermordeten schwulen erzählt, dass es nur eine show war? kann man wirklich so blind sein, keinen zusammenhang zu sehen, wenn einerseits menschen ermordet werden und andererseits menschen öffentlich zu solchen morden aufrufen?

dass schwule und lesben in jamaika "ihre sexualität sehr frei leben" wird komischerweise von amnesty international ganz anders gesehen. und von den paar jamaikanischen lesben und schwulen, die sich trauen, vor eine kamera zu treten, ebenso.

ehrlich gesagt, denen traue ich im zweifelsfall eher zu, die lage beurteilen zu können als dir.

ich sehe auch wenig sinn in einem dialog, wenn von der einen seite reale gewalt einfach nur verharmlost und verleugnet wird.


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#10
03.04.2012
10:22:32


(+5, 7 Votes)

Von Felix


Wieder mal am Chiemsee. Die Bayern schnallen es einfach nicht...

Wenn Fakten und Argumente nichts bringen, wird es höchste Zeit, das ganze gesetzlich zu unterbinden.

Hass und Gewaltaufrufe gegen Schwule sollten genauso verboten sein wie Nazi-Musik, etc.

Wenn Schwarz-Gelb sich dazu nicht durchringen kann, muss eben eine andere Regierung her, die der Geldgier der Veranstalter einen menschenrechtlichen Riegel vorschiebt.


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