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  • 04.04.2012           19      Teilen:   |

Schwule bedroht

Liberia: Homo-Hasser veröffentlichen Todesliste

Im westafrikanischen Liberia sind am Wochenende Listen mit Namen von sieben Homo-Aktivisten aufgetaucht, denen mit der Ermordung gedroht wird.

Am Wochenende sind in mehreren Teilen der Hauptstadt Monrovia Flugblätter der Gruppe "Movement Against Gays in Liberia" (MOGAL) verteilt worden, berichtet die Nachrichtenagentur AP. Die Autoren erklären darauf: "Nach einer umfassenden Recherche sind wir davon überzeugt, dass die hier aufgeführten Namen zu Individuen gehören, die schwul sind oder diesen Leuten nahestehen. Sie meinen es nicht gut mit diesem Land". Darunter prangt die Drohung: "Darum haben wir uns entschlossen, diese Leute mit allen Mitteln zu verfolgen". Den genannten Männern empfehlen die Autoren, "ein Vaterunser zu beten".

Ein MOGAL-Mitglied bestätigte, dass der Flyer als Aufruf zum Mord gemeint war: "Wir werden sie erwischen, einen nach dem anderen", erklärte der 28-jährige Moses Tapleh. Es sei das Ziel der Schwulen, Liberia zu "ruinieren". Als mögliche Bestrafung nannte er "zu Tode peitschen".

Auf der Todesliste stehen unter anderem die Namen von zwei Männern, die sich im Januar öffentlich für die Öffnung der Ehe eingesetzt haben. Ein Verwandter von einem der bedrohten Männer erklärte, es seien schon mehrere anonyme Anrufe eingegangen, in denen die Ermordung angekündigt wurde.

Fortsetzung nach Anzeige


Präsidentin für Bestrafung von Schwulen und Lesben

Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf hat für ihren Einsatz für Frauenrechte den Friedensnobelpreis erhalten - für Schwule und Lesben will sie sich aber nicht einsetzen
Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf hat für ihren Einsatz für Frauenrechte den Friedensnobelpreis erhalten - für Schwule und Lesben will sie sich aber nicht einsetzen

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch gibt Liberias Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf eine Mitschuld an der sich verschärfenden Lage von Homosexuellen. Die Friedensnobelpreisträgerin von 2011 hatte sich erst Mitte März in einem Interview dafür ausgesprochen, das gegenwärtig gültige Homo-Verbot beizubehalten: "Es gibt bestimmte traditionelle Werte in unserer Gesellschaft, die wir gerne erhalten würden", so Johnson-Sirleaf (queer.de berichtete). Derzeit steht in dem christlich dominierten Land auf "Unzucht auf freiwilliger Basis" eine Haftstrafe von einem Jahr. Im Februar hatten mehrere Parlamentarier einen Antrag zur Verschärfung dieses Verbotes eingebracht. Das lehnt die Präsidentin jedoch ab.

"Sie kann sich nicht zurücklehnen und nichts tun, während diese Provokationen passieren", erklärte Graeme Reid von Human Rights Watch. Er ermahnt die Präsidentin, die den Friedensnobelpreis für ihren Kampf für Frauenrechte erhielt, auch für die Grundrechte von sexuellen Minderheiten einzutreten. Bislang hält sich die Regierung jedoch zurück: Ein Sprecher des Justizministeriums erklärte, man habe keine Informationen über die Todeslisten, sei aber bereit, den Vorfall zu untersuchen.

Liberia hat vier Millionen Einwohner und gehört zu den ärmsten Ländern Afrikas. Das Bruttosozialprodukt liegt pro Kopf unter 200 US-Dollar - und damit niedriger als in Äthiopien oder Simbabwe. (dk)

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Tags: liberia
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Reaktionen zu "Liberia: Homo-Hasser veröffentlichen Todesliste"


 19 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
04.04.2012
12:30:41


(+5, 7 Votes)

Von GegenListen


Das wär doch was für unseren Radikalen Arthas, der steht doch fodert doch auch auf so tolle Listen, nur halt für Sexualstraftäter...

Naja, hauptsache jetzt letzendes konnten solche Lynch Futzies mal zeigen was für gute menschen sie sind, als sie den 17 Jährigen Lynchen wollten.

Das er dann halt unschuldig war, tja ist halt ein kollateralschaden. Wenns der echte Täter gewesen wäre, dann fänden es ja viele ja wahrscheinlich richtig... was lernen wir daraus, fast gleiche verhältnisse in Deutschend wie in Liberia oder dem Irak, wir sind soooo fortschrittlich hier...


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#2
04.04.2012
13:54:57


(+5, 5 Votes)

Von panzernashorn
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Erneut werde ich mit der immer wieder brandaktuellen Realität von Einsteins Spruch konfrontiert:

"Zwei Dinge sind unendlich:
Das Universum und die menschliche Dummheit.
Aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher."
(Albert Einstein)

Wie Recht der Gute doch hatte...........

Wäre das Ganze nicht so maßlos traurig und bekloppt, könnte man den Kopf darüber schütteln, aber so kann man ihn nur noch mit Grausen abwenden.

Solchen Unrechtsregimen oder auch irren Fanatikern muss mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln die Macht entzogen werden!


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#3
04.04.2012
15:13:05


(0, 6 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Liberia sollte die Entwicklungshilfe unverzüglich gestrichen werden! Außerdem ist hier auch die internationale Staatengemeinschaft aufgefordert, dieser Hetzjagd Einhalt zu gebieten!


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#4
04.04.2012
15:40:59


(+3, 7 Votes)

Von ehemaligem User Hannibal


Denen geht es anscheinend immer noch zu gut, wenn sie da keine wichtigere Probleme haben.
Entwicklungshilfe streichen und verhungern lassen.

EAT SHIT AND DIE!


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#5
04.04.2012
18:08:08


(+5, 7 Votes)

Von Marius


Und so eine Prulla hat den Friedensnobelpreis bekommen...

Man sollte die Zahlung von Entwicklungsgeldern von Homorechten abhängig machen. Dann können die entscheiden, was ihnen wichtiger ist.

Die Erfahrung zeigt, dass Fakten und Argumente auch langfristig nichts bringen und dass leider nur finanzielle Sanktionen wirklich etwas verändern.


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#6
04.04.2012
18:38:35


(-3, 9 Votes)

Von GegenListen
Antwort zu Kommentar #3 von FoXXXyness


"Liberia sollte die Entwicklungshilfe unverzüglich gestrichen werden!"

Super, und was ist mit den Schwulen, Lesben und anderen Minderhieten dort unten ?

Und was ist mit den Leuten die Schwulen freundlich gegenüber eingestellt sind ?

Sollen etwa die alle pauschal mit betraft werden, in dem man auch ihnen die Mittel streicht ? Oder was ?

Ich meine die sind ja die Opfer.

In denen man also auch ihnen die entwicklungshilfe streicht,
bestraft man die Opfer noch zusätzlich...

Ich weiß nicht was die richtige
Lösung in dieser Sache ist,
aber es kann keine Lösung sein,
die Opfer auch noch zu bestrafen,
für Dinge die andere ihnen antun...

"Außerdem ist hier auch die internationale Staatengemeinschaft aufgefordert, dieser Hetzjagd Einhalt zu gebieten!"

Da wiederum hast du ausnahmsweise mal recht.


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#7
04.04.2012
19:10:37


(+4, 8 Votes)

Von Marius
Antwort zu Kommentar #6 von GegenListen


Das ist ein häufiges Argument.

Und es mag auf den ersten Blick auch logisch klingen, aber wenn man nur schon einen Schritt weiter denkt, merkt man, dass es eben doch nicht so ist.

1.
Irgendwelche Geldzahlungen helfen letztendlich nur den homophoben Regimen, sich an der Macht zu halten und weiterhin Schwule zu unterdrücken.

Gerade diese Zahlungen schaden also Schwulen, statt ihnen zu helfen.

2.
Es hat sich gezeigt, dass das Kürzen von Zahlungen (und oft auch nur schon dessen Androhen) sehr schnell zu Verbesserungen führt.

Fakten und Argumente bringen über Jahre hinweg keinerlei Fortschritt, aber finanzieller Druck bewirkt das sehr schnell.

Das ist leider die einzige Sprache, die solche Faschos verstehen.

3.
Es ist eben nicht so, dass das Streichen von Geldern die Opfer noch zusätzlich bestraft. Im Gegenteil, die Gelder machen die Unterdrückung und Verfolgung erst möglich. (siehe auch Punkt 1)

Fazit:
Ich wünschte auch, es ginge anders und dass man statt mit Druck eher was mit Fakten und Argumenten erzielen kann. Aber das funktioniert da leider nicht.

Umgekehrt zeigt sich immer wieder, dass finanzieller Druck sehr wohl was verbessert - noch dazu sehr schnell.

Wenn man mal seine rosarote Brille abnimmt und die Fakten erkennt, sieht man sehr schnell, dass das die einzige Möglichkeit ist, wirklich etwas zu verbessern.

Schade, dass es nicht anders geht. Ist aber nun mal leider so!


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#8
04.04.2012
19:33:53


(-2, 4 Votes)

Von GegenListen
Antwort zu Kommentar #7 von Marius


Geldkürzungen können aber auch für verschlechterungen sorgen. So in der art "wegen denen gehts uns noch schlechter.." Geld ist eben nicht für alles eine Lösung, Geld ist lediglich eine Waffe...

Sie kann funktionieren, wie in deinen fall beschrieben, sie kann aber auch nach hinten los gehen. Das ist ja das problem, darum sagte ich ja, ich weiß leider nicht was die optimale lösung hierfür ist...


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#9
04.04.2012
19:44:38


(+4, 8 Votes)

Von Lapushka


"Es sei das Ziel der Schwulen, Liberia zu "ruinieren". "

"Das Bruttosozialprodukt liegt pro Kopf unter 200 US-Dollar"

LOL


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#10
04.04.2012
20:32:17


(+2, 2 Votes)

Von Marius
Antwort zu Kommentar #8 von GegenListen


Auch das ist wieder ein logischer Fehler:

Diejenigen, die Schwule für die Geldkürzungen verantwortlich machen, nutzen das nur als weiteres Argument. Die hassen Schwule jetzt schon und wollen sie jetzt schon ermordet sehen.

Es ist ja nicht so, dass bei Weiterzahlung diese Leute plötzlich sagen "Guck mal, wir kriegen ja weiter Geld. Dann lassen wir die Schwulen in Ruhe und ermorden sie doch nicht." Das haben sie die letzten Jahre nicht gemacht und das würde auch die nächsten Jahre nicht geschehen.

Bei diesen Leuten ist der Hass und der Mordwunsch so oder so da.

Wenn man aber mit finanziellem Druck erreicht, dass Schwule gegen diese Kräfte geschützt werden, ist das mehr als jetzt, wo dieser Schutz nicht besteht.


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