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Nazi-SciFi-Parodie

Mit Udo Kier im Weltall


"Yes, Can!" Auch Sarah Palin bekommt ihr Fett weg im Film (Bild: Polyband)

Der schwule Schauspieler spielt mal wieder einen deutschen Nazi. "Iron Sky" ist ein bizarre SciFi-Komödie aus Finnland.

Von Carsten Weidemann

Zuletzt war Udo Kier noch als Papst zu sehen, eine kurze Rolle ohne Dialog, denn das gebrechliche Oberhaupt der katholischen Kirche segnete gleich zu Beginn der ZDF-TV-Serie "Borgia" das Zeitliche. Von Gottes Stellvertreter-Thron ist der Schauspieler nun wieder da gelandet, wo wir ihn schon so oft gesehen haben: Deutscher Bösewicht in Uniform. Udo Kier muss es wie einst Horst Tappert alias Derrick ertragen: Er hat sein Image weg und davon kommt er nicht los.

Mal abgesehen davon, dass Kier der weitaus bessere Darsteller ist als Tappert: Er spielt den Nazi Wolfgang Korzfleisch mit der Routine eines Mannes, der weiß, was man sehen will. Im begleitenden Interview zum Presseheft beantwortet er die etwas schlichte Frage, wie er sich denn auf seine Rolle vorbereitet, entsprechend lakonisch: "Ich kriege die Haare geschnitten, meckere, das sie zu kurz sind, ziehe die Uniform an, gehe aufs Set und spreche wie verlangt meine Texte."

Raumschiff-Zeppeline, Fraktur-Schrift hinterm Mond

Für "Iron Sky" musste auch noch Ex-James Bond-Bösewicht Götz Otto ran, und Julia Dietze spielte das blonde Mädchen. Schließlich geht es in diesem irren Streifen um die deutschen Nazis. Der finnische Regisseur Timo Vuorensolas setzte ein Drehbuch um, das wohl nur Finnen einfallen kann, die nach viel Bier und Schwitzen in der Sauna einer einsamen Holzhütte kreativ werden. Sicher ist, das diese Story weder Roland Emmerich umgesetzt hätte, auch wenn es zeitweise wie einer seiner Endzeit-Katastrophenfilme aussieht. Und auch Bully Herbig wäre daran gescheitert, auch wenn die Story ein wenig wie (T)Raumschiff Surprise klingt:

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs schaffen es die Nazis mit Hilfe von riesigen Ufos, sogenannten Reichsflugscheiben, die dunkle Seite des Mondes zu besiedeln. Als sie im Jahr 2018 zufällig von einer amerikanischen Mondmission entdeckt werden, sehen sie ihre Zeit gekommen, um wieder nach der Weltherrschaft zu greifen. Von nun an lastet das Schicksal der Menschheit auf den Schultern von Renate Richter (Julia Dietze), eine von der Nazi-Ideologie überzeugte Lehrerin mit Gretchenfrisur. Auf der Erde angekommen wird ihr jedoch schnell bewusst, dass sie ihr Leben lang einer Lüge aufgesessen ist. Nur wie soll es ihr gelingen, ihren machtbesessenen Verlobten Klaus Adler (Götz Otto) und dessen Götterdämmerung aufzuhalten?

Youtube | Offizieller Trailer

So schwarz-bösen Humor wie in "Iron Sky" trauen sich sonst nur britische Comedians

Mehr als acht Millionen Mal wurde Timo Vuorensolas Debüt, der originelle No- Budget-Spielfilm "Star Wreck: In the Pirkinning" weltweit im Internet angesehen. Jetzt legt der Finne seinen ersten professionell produzierten Spielfilm vor, eine skurrile, rabenschwarze Komödie in der Tradition von "Mars Attacks!" Mit wirklich spektakulären Effekten und Designs realisiert, fand die finnisch-deutsch-australische Koproduktion mit ihrer verrückten Story bislang überwiegend positive Resonanz. "Iron Sky" hatte seine Weltpremiere im Rahmen der Sektion "Panorama" auf der Berlinale 2012, sorgte beim deutschen Publikum allerdings zwischenzeitlich für Verunsicherung. Die Frage, ob man darüber lachen darf, stand im Raum.

Die meisten entschieden: man darf. Ganz im Sinne des Kinos von Trash-Urmeister Ed Wood wurde hier gekonnt mit der Überschreitung der Grenzen des guten Geschmacks und dem Spiel mit dem Tabubruch gespielt, ohne dabei irgendetwas des wahren Nazi-Terrors zu relativieren oder zu verharmlosen. Das hätte man dann bereits Charlie Chaplin mit seinem Film "Der große Diktator" vorwerfen können. Oder eben Udo Kier. Der spielte nämlich 2002 in dem Kurzfilm "Mrs Meitlemeihr" einen Adolf Hitler, dem die Flucht in Frauenkleidern nach London gelungen war und der sich den Avancen eines verliebten Juden erwehren muss.

Youtube | Udo Kier über seine Bösewichter-Rollen im Interview


#1 Sebastian2000Anonym
#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 05.04.2012, 19:48h
  • Wenn dieser Film in Deutschland produziert wäre, dann hätte es einen Riesenaufschrei gegeben!
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#3 ArthasAnonym
#4 Benjamin PizarroAnonym
  • 06.04.2012, 01:10h
  • Antwort auf #2 von FoXXXyness
  • Nur zur Info: Der Film WURDE in Deutschland produziert und teilweise gedreht! (Deutsch-finnisch-australische Koproduktion). Es wurden sogar Gelder aus Filmförderfonds genutzt. Bin grade von der Premiere heim - echt sehenswert.
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#5 HansAnonym
  • 06.04.2012, 14:33h
  • Antwort auf #4 von Benjamin Pizarro
  • Waas? Der sieht doch aus wie ein Emmerich-Film mit noch mehr Trash. DIe Texte im Trailer sind schon unerträglich und total typisch Ami-Blockbuster-Trash.
    Ausserdem wurde New York wirklich schon lange von fliegenden Objekten angegriffen.
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#6 FoXXXynessEhemaliges Profil
#7 Leo20mal6Anonym
#8 grosses kinoAnonym
#9 oikujzhtgAnonym
#10 einer kritikAnonym
  • 09.04.2012, 15:04h
  • Hart wie Kruppstahl und dumm wie Hitler

    "...Die Nazis landen irgendwann auf der Erde und verkünden dort: "We are the answer to the question". Dann machen sie schnell Wahlkampf für Sarah Palin! Yes, they can! "Don’t you believe me? Watch the news. News don't lie!"..."

    www.heise.de/tp/blogs/6/151762
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