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  • 06.04.2012           13      Teilen:   |

Tabubrecher Abdellah Taïa

"Die schwule arabische Revolution steht erst am Anfang"

Abdellah Taïa, 1973 in Marokko geboren und aufgewachsen, gilt als Shootingstar der französisch-sprachigen Literatur - Quelle: Jeremy Stigter
Abdellah Taïa, 1973 in Marokko geboren und aufgewachsen, gilt als Shootingstar der französisch-sprachigen Literatur (Bild: Jeremy Stigter)

Abdellah Taïa war 2006 der erste arabische Schriftsteller und Künstler, der sein öffentliches Coming-out hatte. Ein Porträt des 38 Jahre alten Marokkaners.

Von Angelo Algieri

Er war der allererste. In Marokko - und vielleicht in der ganzen arabischen Welt. Der erste Schriftsteller und Künstler, der sein öffentliches Coming-out hatte: Abdellah Taïa. Der Shootingstar der französisch-sprachigen Literatur schaffte es 2006 auf die Titelseite der mutigen marokkanischen Wochenzeitschrift "Tel Quel" im Rahmen eines homosexuellen Schwerpunktthemas. Bis dahin hatte Taïa seit 2000 bereits drei Bücher in Frankreich veröffentlicht, die in Marokko auch erhältlich sind. Das dritte Buch "L'Armée du salut" (Die Heilsarmee) stellt das Thema Homosexualität klar in den Vordergrund und war der Anlass für die Zeitschrift, ihn zu interviewen, ihm ein Forum zu bieten.

Die Reaktionen auf sein öffentliches Coming-out waren sehr unterschiedlich: "Es gab Leute, die mich unterstützten, andere, die mich attackierten. Eine große Mehrheit der marokkanischen Presse hat mich verteidigt", so der 38-jährige im Gespräch mit queer.de. Gerade junge Leute hätten ihn unterstützt, meint er weiter, und das sei ein positives Zeichen. Seit ungefähr zehn Jahren würden in Marokko immer mehr Tabus fallen. Derweil sei das Thema "Homosexualität" zu einer Obsession in dem Land geworden. "Unabhängig, ob man sie verteidigt oder attackiert, man hat viel über Homosexualität geredet", konstatiert Taïa. Ernüchternd stellt er jedoch fest, dass "die Gesetze noch nicht geändert worden sind, genauso der soziale Stellenwert" von Schwulen und Lesben . Doch das habe etwa den jungen und mutigen Marokkaner Samir Bargachi nicht gehindert, sich zu outen, sagt Taïa nicht ohne Stolz. Bargachi gründete die erste marokkanische Homo-Zeitschrift "Mithly" sowie die Vereinigung Kifkif, die homosexuelle Marokkaner, Araber und Moslems unterstützt. "Ich bewundere diesen jungen Mann. Ich unterstütze ihn sehr. Es ist jungen Leuten wie Bargachi zu verdanken, dass wir immer mehr Fortschritte machen", begeistert sich Taïa.

Abdellah Taïa wurde 1973 in eine arme, kinderreiche Familie hineingeboren. Großgeworden ist er in Salé, die Stadt zählt heute knapp eine Million Einwohner. Die an der Atlantikküste gelegene Stadt liegt neben der Hauptstadt Rabat, wo Taïa zwischen 1994 und 1998 an der Mohammed-V.-Universität französische Literatur studierte. Salé sowie seine weiteren Stationen Genf und schließlich seine Traumstadt Paris, wo er seit 1998 lebt, sind immer wieder Orte, die sowohl in seinen Romanen als auch Erzählungen vorkommen.

Seine Texte sind sehr autobiografisch. Er bringt sich als Ich-Erzähler selber ein - die Autorenebene verschmilzt somit mit der Erzählerebene. Aber auch seine Familienmitglieder, Freunde und Liebhaber kommen mit ihren wirklichen Namen vor. Es scheint ein Trend in der jüngsten Literatur zu sein. So verfährt der norwegische Autor Karl Ove Knausgård auch in seinen bisher auf Deutsch erschienen Bänden "Sterben" und "Lieben" auf dieselbe Weise. Die Literaturkritiker sind sich bisher uneins, ob mit diesen stark autobiografischen Texten ein eigenes literarisches Genre entstanden ist.

Youtube | Abdellah Taïa im Gespräch mit Dale Peck während des PEN World Voices Festival of International Literature, Mai 2011 auf Englisch
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Suhrkamp veröffentlicht "Der Tag des Königs"

Taïas letzter Roman "Der Tag des Königs" wurde als einzigier ins Deutsche übersetzt
Taïas letzter Roman "Der Tag des Königs" wurde als einzigier ins Deutsche übersetzt

Taïas letzter Roman "Der Tag des Königs" ist nun als erstes Buch in Deutschland bei Suhrkamp erschienen und wurde von Andréas Riehle solide übersetzt. Für dieses Buch erhielt Taïa 2010 den renommierten französischen Buchpreis "Prix de Flore". Der Roman geht ein wenig anders vor als die bisherigen: Der Ich-Erzähler ist nicht mehr Taïa, sondern der 14-jährige Omar, der allerdings "wie ich aus Salé kommt, ein armer Schüler, der in ein Collège der 1980er Jahre geht. Genauso wie ich...", verweist Taïa. Er versuche, "die Welt offenzulegen, ob sie nun schön, hässlich, verdeckt, offen, transgressiv sei. Vor allem versuche ich daraus ein literarisches Moment zu schaffen."

Neben dem armen Omar und dem reichen Khalid steht der marokkanische König Hassan II. (Herrscher von 1961 bis 1999) im Mittelpunkt des aktuellen Textes. "Es ist der erste marokkanische Roman, der diesen König zu einer literarischen Figur macht. Sein Schatten dominiert alles", gibt Taïa Auskunft. Und er geht sogar im Roman soweit, dass Omar den König nackt träumt. Eine Ungeheuerlichkeit, wenn man bedenkt, dass der König in Marokko nicht kritisiert werden darf. Auch nach dem Tod des Herrschers, der 13 Jahre zurück liegt, spürt Taïa noch immer die Angst vor diesem König - sie habe sich in das kollektive Gedächtnis eingebrannt. Auch weil es im Jahr 1987, in dem der Roman spielt, keine Opposition mehr gab und die Intellektuellen von der Bühne verschwanden. "Der Terror regierte überall. Die Perspektive einer freien Zukunft war nicht existent. Unser Leben, das war Hassan II.", erinnert sich der Schriftsteller und ergänzt: "1987 war ich 14 Jahre alt. In meinem Mund hatte ich ständig den Geschmack von Blut. In meinen Erinnerungen und in meinem Körper eine nicht endende Einsamkeit." Und wie die Hauptfiguren Omar und Khalid blieb auch Taïa nichts anderes übrig, als in den Wald nahe Salé zu gehen, "wo ich mich verlieren, mich ausziehen und mich neu erfinden konnte, zumindest für einen Moment lang", so der Marokkaner.

Ein Phänomen, was nicht nur in seinem neuesten Buch vorkommt, sondern auch in seinen anderen Büchern, ist das Zu-Rate-Ziehen von Djinns, Magiern oder Heiligen. Für Taïa ist diese magische, "primitive" Welt wichtiger als die rationale: "Ich komme aus einem Ort, wo der Aberglaube/populäre Glaube sehr wichtig ist, den Alltag bestimmt. Ein Ort, wo das Wort 'Schicksal' eine starke Bedeutung hat. Ein Ort, wo ich zum Himmel sprechen kann, ohne mich lächerlich zu fühlen, wo ich mich als Moslem und etwas anderes, Araber und homosexuell fühlen kann."

Es ist kein Widerspruch, Moslem und Schwuler zu sein

Moslem und Schwuler zu sein, ist für den Schriftsteller kein Widerspruch. Denn er erklärt, dass Religion für ihn ein Raum sei, wo er sein Verhältnis zum Himmel frei zusammenstellen könne. "Ich will dem Islam vor allem als Kultur nicht den Rücken kehren. Er ist Teil von dem, was ich bin, von meinen inneren Bildern, von meinem Geschmack, von meinen Erinnerungen an meine Mutter." Er fügt hinzu: "Es ist alles eine Frage der sozialen Kontrolle, der sozialen Repression. Ich lasse mich nicht einschüchtern. Ich gebe mir ganz allein das Recht, einen Sinn für mein persönliches Leben zu geben, wobei ich sicher bin, dass Millionen von Arabern es genauso handhaben wie ich."

Neben der homosexuellen Diskriminierung benennt Taïa auch den homosexuellen Missbrauch - gerade unter Jugendlichen. Wie er ihn jüngst im Artikel der New York Times oder gleich zu Beginn seines Romans "Une mélancolie arabe" (Eine arabische Melancholie) eindringlich und direkt beschreibt. Weil er mit 12 Jahren als "zamel" (passiver Schwuler) verspottet wurde - laut eigenen Angaben bewegte er als Junge seine Hände und Arme sehr ausladend und "weiblich" -, wurde er von Kameraden missbraucht und vergewaltigt. Auch das gehört neben Rudelwichsen zur bitteren marokkanischen Alltags-Wahrheit.

Ein anderer Tabu-Bruch ist der herrschende Rassismus in Marokko, in der arabischen Welt. In "Der Tag des Königs" wird die schwarze Bedienstete im reichen Elternhaus von Khalid als Arbeitssklavin behandelt, und der Vater von Khalid missbraucht sie sexuell. "Es gibt noch zu viel Rassismus in Marokko und in der arabischen Welt", sagt Taïa. In seinem vorhergehenden Buch "Une mélancolie arabe" lässt er den schwarzen Sudanesen Karabiino, der nach Kairo geflüchtet ist, sagen: Die Ägypter "sind Rassisten", "Sie beschimpfen mich... Sie schmeißen mit Steinen nach mir." Taïa legt zu Recht auch hier den Finger in die Wunde.

Großes Vertrauen in die arabische Revolution

Große Zuversicht hat Taïa hingegen in die arabische Revolution - trotz der vermeintlichen Rückschläge durch Wahlsiege von teils gemäßigten, teils radikalen Islamisten in Ägypten und Tunesien. Auch in Marokko gab es nach einer Verfassungsänderung Ende letzten Jahres einen Sieg der gemäßigten Islamisten bei Parlamentswahlen. Ist der Arabische Frühling zu einem Winter geworden? "Überhaupt nicht. Man ist gerade noch am Anfang einer großen Bewegung. Ich wiederhole mich: nur der Anfang", echauffiert sich Taïa. Und weiter: "Ob nun die Islamisten gewinnen oder nicht, der Kern der arabischen Revolution ist nicht dort zu suchen. Man muss mit dieser Islamisten-Obsession aufhören! Stattdessen muss man nicht aufhören, die jungen Araber zu unterstützen: Sie brauchen uns." Taïa leistet seinen Beitrag, indem er über sie spricht und schreibt: "Ich setze mich ein mit meiner Stimme, meinen Worten, meinem Körper."

Dieses Kredo eines engagierten und passionierten Schriftstellers nimmt Taïa sehr ernst. In mehreren Interviews bekräftigt er, dass er sich als bekannter Autor in der Pflicht fühlt. Er erläutert im Gespräch mit queer.de, was das genau heißt: "Die Pflicht, für sich selbst und für andere zu sprechen. Die Pflicht, den Stimmlosen einen Raum zu geben, wo man ihnen eine Möglichkeit gibt, zu existieren. Die Pflicht, Bücher wieder in den Mittelpunkt der Gesellschaft zu stellen. Die Pflicht, ein Vorbild zu sein: man kann arm sein und dennoch ein Schriftsteller werden, oder man kann homosexuell sein und sich dennoch in die Debatten der Gesellschaft einmischen. Auch die Pflicht, sich an jene Seiten der muslimischen Geschichte zu erinnern, in denen eine starke Freiheit existierte." Und schließlich: "Die Pflicht, im Herzen der Arabischen Revolution zu sein, was auch immer komme..."

Youtube | Über Islam und Homosexualität auf Französisch: Teil 1

Die unendliche Weite des Kosmos der Liebesgefühle

Auch Privates enthüllt Taïa im Gespräch mit queer.de: So war er mal in einen Deutschen verliebt - Quelle: Ulf Andersen
Auch Privates enthüllt Taïa im Gespräch mit queer.de: So war er mal in einen Deutschen verliebt (Bild: Ulf Andersen)

Doch in seinen Büchern geht es auch um die Liebe - besser gesagt um das Mysterium der Liebe. Um Projektionsflächen. Um Leidenschaft. Um das Alles-oder-Nichts. Um Desillusionen. Kurz: Um die unendliche und tiefe Weite des Kosmos der Liebesgefühle.

Mit seinem stakkatoartigen Stil und der Überpräsenz seines Ichs - gerade in "L'Armée du salut" oder in "Une mélancolie arabe" - gelingt es Taïa wie keinem Zweiten seiner Generation, den Leser in den Bann zu ziehen. Dabei tappt er klugerweise nicht in die Kitschfalle oder in die Falle der blumigen Ausschweifungen. Sondern er wirkt authentisch und unmittelbar. So als ob man just in jenem Moment die gleichen Emotionen fühlt. Mehr noch: Ähnlich wie Taïas Wunsch, eins mit seinen begehrten Männern zu sein, so ist der Leser plötzlich eins mit dem Ich-Erzähler. Ein wahrlich fiebriges Lese-Erlebnis!

Doch auch in der Liebe stellen sich Gewohnheiten ein, die auf den sozialen Background zurückzuführen sind. So hinterfragt Taïa in "Une mélancolie arabe", weshalb er - ohne dass er von seinem Freund Slimane aufgefordert wurde - die wohlerzogene "Ehefrau" mit Waschen, Kochen, Putzen mimt. Weshalb er Rollen übernimmt, die ihm konträr sind. Doch genau das scheint ein roter Faden zu sein in seinen Werken: Zunächst Gefühlen und Einflüssen der Unterwerfung unbewusst zu folgen, dann sich dessen bewusst zu werden, um sich schließlich davon zu emanzipieren. Nicht viel anders verhält es sich in "L'Armée du salut" mit seinem Genfer Freund Jean. Selbst im Mikrokosmos einer Beziehung spielt sich eine arabische Realität ab bzw. ein arabisch-westlicher Clash. Selbstachtung und Emanzipation, so könnte die aufklärerische Devise lauten. Oder um es in Taïas Befreiungsworten zu sagen, entnommen aus seinem Beitrag "La Chaouche" in der Anthologie "Lettres à un jeune Marocain" (Briefe an einen jungen Marokkaner), an seinen marokkanischen Neffen gerichtet: "Ich will nicht, dass du ein Masochist bist!"

Doch warum ist dieser Autor nicht schon längst ins Deutsche übersetzt worden? Stimmt es, dass Taïa, wie in der schwulen Literaturszene behauptet wird (etwa Joachim Bartholomae vom Männerschwarm Verlag im letzten Kommentar), dass er nicht in einem schwulen Verlag erscheinen wollte? Taïa weist diese Vorwürfe zurück und stellt klar: "Ich bin es nicht, der über die Auslandsrechte entscheidet", das mache sein französischer Verlag Le Seuil.

Lesetipp: Sexpraktiken-Debatte im 9. Jahrhundert

Der passionierte Autor gibt uns noch einen Tipp, welches schwule arabische Buch man unbedingt lesen sollte: "Konkubinen und Epheben" von Al-Jahiz, das noch nicht ins Deutsche übersetzt worden ist: "Ein Hauptwerk der arabischen Literatur, das im 9. Jahrhundert geschrieben worden ist, in dem zwei arabische Dichter, ein heterosexueller und ein homosexueller, über ihren Geschmack und ihre sexuellen Praktiken diskutieren." Zudem ist Taïa verrückt nach dem palestinänsischen Dichter Mahmoud Darwich sowie Arthur Rimbaud, François Augiéras und Claude-Prosper Jolyot de Crébillon, genannt Crébillon fils.

Queer.de wollte noch wissen, ob Taïa schon einmal in Deutschland war. 2010 sei er für zwei Tage in Berlin gewesen und war von der Erhabenheit der Büste der Nofretete beeindruckt, sagt er. Und was hält er von den deutschen Jungs? Er weicht ein wenig aus: "Im Jahr 1997 in Rabat war ich sehr verliebt in einem jungen Deutschen: Nikolai. Ich habe sehr viel geweint. Er kehrte sehr schnell Heim. Ich liebe ihn irgendwie noch immer." Ohhhh, wie herzig!

Bleibt am Ende zu hoffen, dass schwule, arabische Schriftsteller wie Abdellah Taïa oder auch Rachid O. (queer.de rezensierte) für andere schwule Araber und jene mit arabischem Migrationshintergrund ein Vorbild sind, es ihnen gleich zu tun. Denn ihre Sprache, ihre Texte bereichern mit ihrem Rhythmus, ihren Aussagen, ihrem Feuer, aber auch mit ihrer Melancholie die Literatur in Europa. Und setzen in ihren Herkunftsländern starke emanzipatorische Akzente.

Nur eines sollte uns in der westlichen Welt klar sein, um es ähnlich wie Taïa zu sagen: Die schwule arabische Revolution steht noch am Anfang!

Youtube | Über Islam und Homosexualität auf Französisch: Teil 2
  Terminhinweis
Am Freitag, den 11. Mai ist Abdellah Taïa zu Gast in Frankfurt am Main, und zwar im Rahmen des 6. Literaturfestivals FrankfurtRheinMain. Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr im OpernTurm, Bockenheimer Landstraße 2-4 (Nähe S-Bahnhof Taunusanlage und U-Bahnhof Alte Oper). Eintritt: 9 Euro (ermäßigt 6 Euro)
Links zum Thema:
» Mehr Infos zum Roman „Der Tag des Königs“ bei Amazon
» Facebook-Seite von Abdellah Taïa
» Taïa über die weibliche Seite des Arabischen Frühlings in "Tel Quel"
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Tags: abdellah taïa, schwuler moslem
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Reaktionen zu ""Die schwule arabische Revolution steht erst am Anfang""


 13 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
06.04.2012
12:38:25


(0, 4 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Ein beeindruckender Artikel über einen mutigen marokkanischen Schriftsteller!


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#2
06.04.2012
12:49:30


(-2, 10 Votes)

Von RobinsonCrusiero


Zwar sehr Mutig von ihm, ganz ohne zweifel,
aber ich Zweifel das die Arabische Revolution etwas für die Schwulen bringt. Ich denke eher das diese "Revolution" eher ein "Konservativer-Arabischer-Herbst" wurde...

Ich bleibe jedenfalls erstmal skeptisch.
Denn diese Arabische Revolution hat eben nicht für einen "Links-Ruck" gesorgt..


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#3
06.04.2012
13:20:35


(-2, 8 Votes)

Von seb1983
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #2 von RobinsonCrusiero


Ich denke es wird in den nächsten Jahren tendenziell erstmal eher schwerer für Schwule in den arabischen Ländern werden.
Um die ganze Gesellschaft einzubinden und um sich Legitimation zu verschaffen werden die neuen Regierungen stark auf die Karte Islam setzen.
Die ehemaligen Diktatoren wurden ja vom Westen unterstützt da sie islamistische Tendenzen gewaltsam unterdrückten. Das fällt nun erstmal weg.
Mittel- und langfristig bietet eine Demokratie mit freien Wahlen aber die Möglichkeit der Veränderung die es vorher nicht gab. Falls also wirklich der demokratische Umschwung gelingt wird es schwerer Schwule völlig zu verbannen. Das wird dann zwar kaum für Verhältnisse wie in Westeuropa reichen, aber schon der Zustand in Polen oder der Türkei wäre für Millionen Schwule in den Ländern dort eine Situation in der sie nicht täglich um ihr Leben besorgt sein müssen.


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#4
06.04.2012
21:50:41


(+2, 6 Votes)

Von gatopardo
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Wenn man genau hinsieht, so hat sich Abdellahs coming out keineswegs in Marokko abgespielt, sondern im französischen Exil. Bin nicht sicher, ob er sich vielleicht über einen Wandel in der vorherrschenden Sexualmoral seines Herkunftslandes zu grosse Illusionen macht ? Wie auch dieser Artikel mal wieder deutlich vorführt, so ist es meistens den Intellektuellen vorbehalten, aus einem sicheren Ort im aufgeklärten Westen für Aufmerksamkeit in arabischen Medien zu sorgen.


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#5
07.04.2012
00:04:37


(+1, 7 Votes)

Von small


Schon irgendwie beeindruckend dieser junge Mann!

Was die Revolution in der Arabischen Welt angeht, ich sehe das eher pessimistisch.

Erst Revolution mit viel Geschrei, großen Hoffnungen und Erwartungen.
Dann entsteht, wie so oft in der Geschichte, ein Machtvakuum, das die unterschiedlichsten Gruppen auszufüllen versuchen.
Natürlich gelingt das in diesen vielschichtigen Gesellschaften ohne jeglichen Ansatz von demokratischer Tradition nicht.
Letztendlich einigt man sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner:
Religion! In dem Fall Islam...
Ob das jetzt unbedingt der erwartete Aufbruch ist, wage ich stark zu bezweifeln...


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#6
07.04.2012
13:09:05


(+5, 7 Votes)

Von grosser mehrheit
Antwort zu Kommentar #4 von gatopardo


" Eine große Mehrheit der marokkanischen Presse hat mich verteidigt."


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#7
07.04.2012
15:23:44


(+3, 5 Votes)

Von gatopardo
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #6 von grosser mehrheit


Gut, denn gebildete Journalisten sind ja häufiger aufgeklärt als die grosse marokkanische Mehrheit, die mit über 50% Analphabeten sicher keinen Schwulen verteidigen werden, der noch dazu im "ungläubigen" Ausland lebt.


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#8
07.04.2012
15:32:13


(+5, 9 Votes)
 
#9
07.04.2012
16:12:34


(+6, 10 Votes)

Von Fight together


Was tun Schwule in Europa für und gemeinsam mit Menschen in und aus Afrika?

"...bis hin zu MigrantInnen, die in einem Lager in Polen oder Griechenland oder sogar noch vor der Grenze zur EU in Marokko oder der Ukraine interniert sind.

Sie alle überschreiten und bekämpfen Grenzen, sie alle leben und kämpfen gegen die gleiche „Bestie des Migrationsregimes“!

...auf der ganzen Welt gründet die kapitalistische Ausbeutung auf einem globalen Gefälle, das durch Filter und Zonen, mittels Hierarchien und Ungleichheiten, sowie durch äußere und innere Grenzen bewußt hergestellt wird.

Illegalisierung und Abschiebung einerseits, selektiver Einschluss und Anwerbung von migrantischen Arbeitskräften andererseits, es sind zwei Seiten derselben Medaille:

es geht um Migrationsmanagement für eine globales Apartheid-Regime, dessen höchst prekäre Ausbeutungsbedingungen auf der Produktion immer neuer Hierarchien und abgestufter Rechte sowie rassistischen Diskriminierungen basieren.

Niedriglohnzonen im globalen Süden werden geschaffen, um Lohnstandards durch Produktionsverlagerungen zu untergraben, gleichzeitig zielen Niedriglohnsektoren des globalen Nordens auf die Anwerbung von jungen MigrantInnen, die zum braven Schuften erpresst werden, indem ihre Aufenthaltserlaubnisse an den Besitz eines Arbeitsplatzes gebunden bleiben..."

Link zu www.borderline-europe.de


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#10
07.04.2012
16:26:22


(+4, 6 Votes)

Von Linksliberaler
Antwort zu Kommentar #8 von ersatzkasse


Ich hoffe auch, dass der König noch lange regiert.
Sonst wird vielleicht alles teurer?

Die glücklichsten Menschen habe ich in einem Slum getroffen. Diese reine Lebensfreude, die lachenden Kinderaugen, diese Liebe zur Improvisation. Einfach herrlich. Geht da mal was kaputt, wird sofort eine Anschlussverwendung gefunden.

Da sollten sich die Schlecker-Frauen mal ein Beispiel nehmen!


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