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  • 08.04.2012           15      Teilen:   |

Ole von Beust wollte nicht "der Schwule der CDU" sein

Von der erpressten Schrankschwester zum schwarz-grünen CSD-Papi: Ole von Beust hat einen bewegende politische Karriere hinter sich - Quelle: Materials Aart / flickr / cc by-sa 2.0
Von der erpressten Schrankschwester zum schwarz-grünen CSD-Papi: Ole von Beust hat einen bewegende politische Karriere hinter sich (Bild: Materials Aart / flickr / cc by-sa 2.0)

Im Interview mit der "Bild am Sonntag" erklärt der ehemalige Hamburger Bürgermeister, warum er so spät aus dem Schrank gekommen ist.

Von Carsten Weidemann

Öffentlich geoutet wurde er 2003 ausgerechnet von seinem Vater - jetzt räumt auch Hamburgs ehemaliger Bürgermeister Ole von Beust (CDU) ein, dass es besser gewesen wäre, schon vor seinem Wahlsieg im Jahr 2001 aus dem Schrank zu kommen.

In einem Interview mit der "Bild am Sonntag" (BamS) sagte der 56-Jährige: "Ich fand es extrem mutig, dass Wowereit das gemacht hat." Er selbst habe damals als CDU-Fraktionsvorsitzender und Spitzenkandidat seiner Partei nicht den Mut gehabt. Seine größte Befürchtung: "Ich hatte immer die Sorge, dass ich dann nur noch der schwule Politiker bin und nicht mehr der Politiker, der Idee A, B oder C verfolgt." Er habe nicht mit dem Etikett "das ist der Schwule von der CDU" leben wollen.

Von Beust bestritt es gegenüber der BamS, seine Homosexualität aus Sorge vor Nachteilen bei Wahlen verschwiegen zu haben. "Ich habe ja mein schwules Leben nie geheim gelebt", so der CDU-Politiker - außerdem habe er ja auch Wahlen gewonnen, als seine Homosexualität längst bekannt war. Zudem wiegelte er ab: "Ich finde das Thema auch nicht so spannend. Ehrlich gesagt, mich interessiert auch nicht, mit wem Sie was im Bett machen." Wäre er allerdings schon früher in einem Interview auf seine sexuelle Orientierung angesprochen worden, hätte er sie nicht geleugnet.

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Keine Hochzeitspläne mit seinem 36 Jahre jüngeren Freund

Die Bild-Redaktion bietet Ole von Beust nicht zum ersten Mal ein Forum - Quelle: Wiki Commons / MrsMyer / CC-BY-SA-3.0
Die Bild-Redaktion bietet Ole von Beust nicht zum ersten Mal ein Forum (Bild: Wiki Commons / MrsMyer / CC-BY-SA-3.0)

Auf sein Privatleben angesprochen, meinte von Beust, dass er noch immer mit seinem 36 Jahre jüngerem Freund zusammen sei. Auf die Frage der BamS, warum er die Beziehung erst nach seinem Rücktritt bekannt gemacht habe, meinte der CDU-Politiker: "Der Witz ist: Wir sind auch vorher zusammen ins Kino gegangen, waren bei Fußballspielen, Essen in Restaurants oder bei verschiedenen Anlässen. Interessanterweise hat das vor meinem Rücktritt nie jemand zur Kenntnis genommen."

Eine Hochzeit stehe jedoch nicht an: "Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht", erklärte der Ex-Bürgermeister im BamS-Interview. "Im Prinzip" unterstütze er jedoch die Ehe für Homosexuelle. "Ob man das dann Ehe nennen muss, ist eine andere Frage."

Carl-Friedrich Arp Freiherr von Beust, genannt Ole, war neun Jahre lang Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg. Seine Homosexualität wurde allerdings erst 2003 publik, nachdem der damalige Innensenator Ronald Schill seinem Chef ein Verhältnis mit dem damaligen Justizsenator Roger Kusch unterstellt hatte - und ihn offenbar damit erpressen wollte. Von Beust entließ Schill und setzte Neuwahlen an, aus denen er mit einer absoluten Mehrheit als Wahlsieger hervorging - auf seine Homosexualität ging er jedoch nicht ein.

Kurz nach der Schill-Affäre outete ihn sein 2007 gestorbener Vater in einem Interview mit der "Welt am Sonntag". Beust habe das damals von einem Freund erfahren, erinnerte er sich 2010 gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Er sei dann mit "klopfendem Herzen" zum Briefkasten gegangen und habe die Zeitung gelesen. Später stellte er seinen Vater zur Rede: "Ich habe ihn gefragt, warum er mir das nicht vorher gesagt habe. Seine Antwort war einfach: Du hättest mir das doch verboten. So ist es aber besser für dich."

Über dieses Hamburger Polit- und Privatdrama schreibt Ole von Beust auch in seinem Buch Mutproben: Ein Plädoyer für Ehrlichkeit und Konsequenz, das am 17. April im Gütersloher Verlagshaus erscheint.

Links zum Thema:
» Das Interview mit von Beust in der Bild am Sonntag
» Das Buch "Mutproben" bei Amazon (vor)bestellen
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Reaktionen zu "Ole von Beust wollte nicht "der Schwule der CDU" sein"


 15 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
08.04.2012
16:40:19


(-3, 5 Votes)

Von Gayreporter


er ist und bleibt der modernste Christdemokrat aller Zeiten, unser Hamburger Bürgermeister (jetzt ja a.D.)...

ich finde die Fragen übrigens extrem lustig, als ich Ole das erste Mal die Hand schüttelte, wusste ich sofort, er ist einer von uns... aber den Gaydar haben Heteros nun mal nicht


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#2
08.04.2012
17:59:03


(+2, 4 Votes)

Von ehemaligem User todesmaske


Für mich war er ein sehr sympathischer Politiker, allerdings finde ich, dass er in der falschen Partei ist. ;-)


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#3
08.04.2012
19:24:32


(-2, 4 Votes)

Von Gayreporter


du die Hamburger CDU ist nicht wirklich CDU CDU, genauso wenig wie die Hamburger SPD typisch SPD ist und die GAL schon mal gar nicht, wir Hamburger sind halt anders...


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#4
08.04.2012
19:36:28


(+5, 5 Votes)

Von arg trostlos
Antwort zu Kommentar #1 von Gayreporter


ja. lieber mit bier, beust und broder am pc-bildschirm.....

Die Zahl der Schankwirtschaften ist bundesweit seit 2001 von fast 48 000 auf 36 000 im Jahr 2010 gesunken. Besonders stark betroffen war Hamburg (-48,1 Prozent).

„Mit dem Wirtshaus verschwindet eine Einrichtung mit hohem sozialen und kulturellen Stellenwert aus den Gemeinden“, sagte Florian Kohnle vom Lehrstuhl für Kulturgeografie der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.


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#5
08.04.2012
20:01:16


(+2, 4 Votes)

Von OlesBesterFreund


Ja Toll Ole! Dann kannst Du JETZT ja mal Deinen Parteifreunden ins Gewissenreden!

Wie wäre es denn JETZT mal mit etwas mehr innerparteilicher Arbeit für die Community!?

Mal den Finanzminister zum Thema Steuersplitting streicheln!?

Mal das Thema Adoption voran bringen!?

Mal die richtige Ehe bei den Kollegen denkbar machen!?

Ach Ole DU KANNST SO VIEL TUN! Vergiss Sylt ... mach den Mund in Berlin auf!

Ich will das nicht in Deinem Testament lesen "Ich hätte mehr für die Community tun können."


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#6
08.04.2012
20:38:50


(-1, 5 Votes)

Von Conrad


Den hätte ich früher mal gerne gepumpernickelt.


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#7
08.04.2012
21:50:23


(+4, 4 Votes)

Von dj konrad
Antwort zu Kommentar #6 von Conrad


Pum|per|ni|ckel, der; -s, - [wohl so benannt wegen der blähenden Wirkung; ursprünglich Schimpfwort, zu älter Pumper = Blähung (vgl. pumpern) und Nickel = Kobold; als Scheltwort gebrauchte Kurzform des männlichen Vornamens Nikolaus]:

© DUDEN - Das große Wörterbuch der deutschen Sprache,|4. Aufl. Mannheim 2012 [CD-ROM]


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#8
09.04.2012
10:39:53


(+2, 4 Votes)

Von patrick1204
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Ja Heldenmut sieht anders aus, da hilft auch das sympathische Auftreten nicht weiter.
Schon schade das andere für seine Freiheit kämpfen müssen.


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#9
09.04.2012
11:28:05


(-1, 1 Vote)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Ole von Beust wird wohl der einzige offen schwule Erste Bürgermeister Hamburgs bleiben!


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#10
09.04.2012
11:30:16


(0, 4 Votes)

Von christian


Herr von Beust hat als Bürgermeister der Stadt Hamburg einen gewaltigen Schuldenberg hinterlassen. Außerdem geht auf seine Inititaive der Bau der Elphilharmonie zurück, die ursprünglich mal 150 Millionen Euro kosten sollte, inzwischen bei Kosten von 750 Millionen angelangt ist. Auch die HSH Nordbank geriet unter Ole von Beust in einen kaum finanzierbaren Schuldensstrudel. All das muss der Steuerzahler - und dazu gehört auch der schwul-lesbische Steuerzahler - ausbaden und zwar noch sehr lange Zeit. Für Schwule und Lesben hat Herr von Beust während seiner Amtszeit nichts getan. Heute lamentiert er wehleidig, dass er sich nicht früher geoutet habe. Ich habe wenig Verständnis für Ole von Beust, hat er doch meiner Ansicht nach immer, das getan, was ihm persönlich am meisten zu nützen schien. Eine große Leuchte als Bürgermeister war er bestimmt nicht, zudem ist er nur durch Ronald Schill an die Macht gelangt, der ihn später auch zwangsoutete. Man sollte diese Tatsachen nicht verdrehen und ihn am Schluss noch als großen Schwulenaktivisten hinstellen. Das wäre geradezu absurd.


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