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  • 10.04.2012           28      Teilen:   |

Studie: Homophobie ist Selbstverachtung

Ted Haggard hat als Chef der US-Evangelikalen jahrelang gegen Homo-Rechte gekämpft - bis ein Callboy ihn outete
Ted Haggard hat als Chef der US-Evangelikalen jahrelang gegen Homo-Rechte gekämpft - bis ein Callboy ihn outete

Wer in einem autoritären, homofeindlichen Elternhaus aufgewachsen ist und homosexuelle Gefühle hegt, wird im Erwachsenenalter eher zum Schwulenhasser als ein hundertprozentiger Heterosexueller.

Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Studie mehrerer amerikanischer und englischer Universitäten. Die Forscher haben 640 Universitätsstudenten in den Vereinigten Staaten und Deutschland ausführlich nach ihren Gefühlen und ihrer Erziehung befragt. Die Probanden mussten unter anderem in Sekundenbruchteilen Fragen beantworten, etwa zur Attraktivität von Männern und Frauen auf Fotografien oder ihre Reaktion auf bestimmte Worte wie "gay" oder "straight". Die Antworten und Reaktionszeiten gaben den Forscher Rückschlüsse auf die (unterdrückte) sexuelle Orientierung der Probanden. Das Ergebnis zeigt, dass insbesondere diejenigen Personen starke homophobe Neigungen zur Schau stellten, die sich selbst als heterosexuell bezeichnen, aber in Tests eher auf gleichgeschlechtliche Reize reagieren.

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Klemmschwestern empfinden offen lebende Homos als Bedrohung

"Menschen, bei denen es einen Unterschied zwischen der ausgedrückten und unbewussten sexuellen Orientierung gibt, empfinden Schwule und Lesben oft als Bedrohung und neigen eher dazu, ihnen gegenüber Vorurteile und Diskriminierung zu äußern", erklärte Psychologieprofessor Richard Ryan von der Universität von Rochester, einer der Co-Autoren der Studie. Für ihn sei das Ergebnis keine Überraschung: Ein bekanntes von Sigmund Freud und anderen bekannten Wissenschaftlern entwickeltes psychoanalytisches Konzept gehe davon aus, dass unbewusstes Verlangen unterdrückt werde, indem man einen entgegengesetzten Standpunkt einnimmt. Die neue Studie mache von "modernen Methoden Gebrauch, um besser in die Psyche der Probanden zu sehen".

Homo-Hass kommt nicht von ungefähr: Die Studie kommt insbesondere zum Ergebnis, dass ein autoritäres Elternhaus zu diesem Selbsthass führe. Autoritäre Eltern gäben den Kindern oft homofeindliche Ansichten weiter, die diese dann kultivierten. Um das heterosexuelle Bild von sich selbst zu bewahren, würde dieser Nachwuchs dann einen Hass auf offen lebende Schwule und Lesben entwickeln.

Homophobie kann zu Mord führen

Als Beispiel für einen solchen Selbsthass nannte Ryan Ted Haggard, den früheren Anführer der evangelikalen Bewegung in den USA. Haggard, der sich in Predigten gegen die gesetzliche Gleichstellung von Homosexuellen ausgesprochen hatte, wurde 2006 von einem Callboy geoutet, bei dem Haggard Kunde war (queer.de berichtete). "Wir lachen über solche Fälle von Scheinheiligkeit, aber diese Menschen sind selbst oft Opfer von Verdrängung und erleben große Angstzustände", so Ryan. Er wies auch darauf hin, dass diese Gefühle immer wieder in Morden endeten - wie etwa 2008, als ein 14-Jähriger seinen offen schwulen Klassenkameraden erschoss. Der Jugendliche wurde im vergangenen Jahr zu einer Haftstrafe von 21 Jahren verurteilt (queer.de berichtete).

Die Studie wird in der nächsten Ausgabe des Fachmagazins "Journal of Personality and Social Psychology" veröffentlicht. (dk)

Youtube | Professor Ryan erläutert die Ergebnisse der Studie
Links zum Thema:
» Pressemitteilung der Universität Rochester
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Reaktionen zu "Studie: Homophobie ist Selbstverachtung"


 28 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
10.04.2012
15:21:15


(+16, 26 Votes)

Von re-produktion


die weit verbreitete, latente schwulen- und lesbenfeindlichkeit ist logischerweise nichts anderes als die direkte folge der systembedingten zwangsheterosexualisierung und unterdrückung von homosexualität in unserer gesellschaft mit ihren spezifischen produktions- und reproduktionsverhältnissen.

ein wesentliches produkt der herrschenden geschlechterkonstrukte und -verhältnisse und der fokussierung von sexualität auf fortpflanzung (also das, was im sinne ökonomischer verwertbarkeit vorrangig von interesse ist), mit anschließender, maximal privatisierter erziehungs- und versorgungsarbeit im rahmen des konstrukts der (klein-) "familie", die zugleich immer und überall (und in der krise noch mehr) zum hort des höchsten persönlichen glücks hochstilisiert wird.

die weit verbreitete "homophobie" ist die zwingende konsequenz dieser herrschenden konstrukte von mann/frau, heterosexualität als angeblicher norm und homosexualität als abweichung davon, die bestenfalls als kleine, klar umrissene und stereotypisierte "minderheit" geduldet und der herrschenden ordnung unterworfen wird bzw. sich im sinne der bereitwillig übernommenen absurden bürgerlichen vorstellung von "gleichstellung" selbst dieser ordnung unterwirft.

## 8 & 9

Link zu www.queer.de


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#2
10.04.2012
15:41:44


(+1, 5 Votes)
 
#3
10.04.2012
15:52:07


(-3, 7 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby


Fuck your Enemies!


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#4
10.04.2012
15:54:47


(-10, 14 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby
Antwort zu Kommentar #1 von re-produktion


Genau, nach der Revolution gibt es eh keine Schwulen mehr, als Nebenproblem wird somit auch Homophobie gelöst... ;-)


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#5
10.04.2012
16:39:43


(+8, 8 Votes)

Von esel
Antwort zu Kommentar #4 von reiserobby


"Am nördlichen Zipfel Zyperns leben echte Esel in freier Wildbahn im Naturschutzgebiet von Karpaz. Es sind die Nachkommen von treuen Arbeitsgefährten griechischer Bauern, die von türkischen Soldaten vertrieben wurden."

Link:
christlicherdigest.de/?p=3948


"Die drolligen Langohren sind ein beliebtes Fotomotiv für Touristen auf dem Weg zum religiös bedeutenden Apostel-Andreas-Kloster."


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#6
10.04.2012
16:43:25


(-5, 15 Votes)

Von seb1983
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #4 von reiserobby


Im Sozialismus wurde Homosexualität tatsächlich als Relikt der "bürgerlichen Gesellschaft" angesehen und deren baldiges Verschwinden propagiert.

Am Ende ist es dann genau anders rum gekommen


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#7
10.04.2012
16:55:49


(+9, 15 Votes)

Von wüstenrot
Antwort zu Kommentar #1 von re-produktion


Es stimmt.

Es stimmt auch:

"Erbauung und Verzauberung finden erst statt, wenn Sprache nicht nur genaue Bezeichnung für die Mittel von Gewalt und Hoffnung findet, sondern auch jedem gehört, allen. Und von allen verstanden wird. [...] Wir sind, so lange wir nur für uns zu sprechen vermögen, nichts anderes als Faxenmacher, immer noch versessen auf Delikatessen. [...] Es müßte sich also ein Kommunismus der Sprache entwickeln, der Wichtigtuerei sprengt, Gewichte abhängt, ruhig und einfach sagt, was ist, den Überbau vermiest und das Verständnis aller genießt.[...] Klischees böten sich an, das jeher geübte Geschwätz, der Jargon, der sich immer wieder den Neuheiten anpaßt, sie aufspießt, abkanzelt, von Mund zu Mund weiterwirft. [...] Wir dürfen bedenkenlos mischen, vergleichen, erinnern, vorgreifen, beiseiteräumen und das Gegenteil behaupten. Jedes Gemengsel ist erlaubt, wenn es mehr schildern will, als nur das jeweilig Dürftigste, wenn es mehr vorweisen möchte, als nur Information ohne Bezug, ohne Abhängigkeit der Individualitäten. Die Sprache, die durch unsere Köpfe saust, wäre dazu unmißverständlich fähig, notgedrungen reimend, singend, Erträge einbringend.[...] Erst wenn wir über Leichtigkeit verfügen, ist Verstand und Differenzierungsvermögen kein Vorteil weniger mehr, und wir getrauen uns auch, über die Dinge zu herrschen, die uns noch lange nicht gehören."
(da draußen)


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#8
10.04.2012
17:19:38


(+7, 9 Votes)
 
#9
10.04.2012
18:59:51
Via Handy


(+4, 12 Votes)

Von daVinci6667
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Alles längst bekannt, überhaupt nichts neues. Trotzdem ist die Studie gut, wenn sie bei jemandem wenigstens etwas wieder zurecht rücken kann. Aufklärung ist alles!

Eine Forderung aus der Studie: schon im Sexualkundeunterricht muss den Kids mitgeteilt werden dass der, der schwule Sau ausruft, Schwules gerne einmal ausprobieren möchte. Das kann mithelfen solche homophoben Schimpfwörter von unseren Schulhöfen zu verbannen!


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#10
10.04.2012
19:46:56


(+4, 6 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Ob Rick Santorum auch in dieses Schema paßt? Ich denke, ja!


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