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Staatspräsident Yahya Jammeh hält Homosexualität für einen westlichen Import, den es zu bekämpfen gelte

In einem Vorort der gambischen Hauptstadt Banjul hat die Polizei mindestens 19 Männer wegen "Verdachts auf Homosexualität" festgenommen.

Die Männer, 14 Gambier, sowie Senegalesen und Nigerianer, sind nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP am Montagabend in einer Bar verhaftet worden. Die Polizei wurde demnach durch einen Tipp aus der Öffentlichkeit auf die Männer aufmerksam, die "öffentlich homosexuelle Aktivitäten gezeigt oder gefördert" haben sollen. Sie sollen derzeit in Untersuchungshaft sein.

Das rund zwei Millionen Einwohner zählende westafrikanische Gambia wird bereits seit Jahren wegen seiner homophoben Politik kritisiert. Auf Homosexualität stehen in dem mehrheitlich muslimischen Land 14 Jahre Haft. Das Gesetz geht noch auf die britische Kolonialherrschaft zurück. Es galt zunächst nur für Männer, seit 2005 ist aber auch lesbischer Sex illegal.

Gambia geht auch gegen homosexuelle Ausländer vor, obwohl der Tourismus in dem bitterarmen Land nach der Landwirtschaft die zweitgrößte Einnahmequelle ist. So wurde 2009 ein schwuler Holländer zu einer Geldstrafe verurteilt (queer.de berichtete).

Staatspräsident Yahya Jammeh, der seit 1994 im Amt ist, hat aus seiner Homophobie nie einen Hehl gemacht. So forderte er während einer Wahlkampfveranstaltung "Schwule, Drogendealer, Diebe und andere Kriminelle" auf, das Land binnen 24 Stunden zu verlassen (queer.de berichtete). Außerdem sorgte er unter HIV-Aktivisten für Kopfschütteln, als er 2007 verkündete, dass seine Ärzte binnen drei Tagen Aids und Asthma heilen könnten (queer.de berichtete). Wie viele andere afrikanische Staatschefs argumentiert auch er, dass Homosexualität ein westliches Konzept sei, das nicht zu Afrika passe. So erklärte er in diesem Zusammenhang: "Wenn wir Afrikaner unsere Gesellschaften aufbauen, indem wir uns ausländischen Diktaten und Kulturen unterwerfen, werden wir die Verlierer sein". (dk)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 TadzioScot
#3 Timm JohannesAnonym
  • 11.04.2012, 18:08h
  • Es ist gut, dass vermehrt nunmehr in auch in deutscher Sprache Artikel zu den Verhältnissen in Afrika geschrieben werden.

    Während in ganz Europa, fast in ganz Nord-, Mittel- und Südamerika sowie in Australien/Neuseelande keine Haftstrafen drohen und homosexuelle Handlungen legal sind, sieht es in Teilen Südasiens und Afrikas ganz anders aus. Dort sind die Strafbestimmungen der restriktiven Kolonialgesetzgebung immer noch am Wirken.

    Dies Thema gehört auf die Agenda und politische Tagesordnung britischer, us-amerikanischer, deutscher, französischer und europäischer Entwicklungshilfe.

    Gerade afrikanische Staaten hängen massiv am Tropf der internationalen Entwicklungshilfe und lassen durchaus mit sich verhandeln, wenn Ihnen die Entwicklungshilfe gestrichen wird.

    Daher gehört dies Thema bei Entwicklungsminister Niebel auf seine Tagesordnung bei seinen Reisen in Afrika. Und daher gut, dass die Queer diese Artikel zu Afrika schreibt.
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#4 LaurinAnonym
  • 11.04.2012, 22:55h
  • Es zeigt sich immer wieder, dass alle Argumente und Appelle nichts bringen und dass nur finanzielle Sanktionen etwas verbessern.

    Deshalb sollte schnellstmöglich jede Hilfszahlung gestoppt werden. Die dienen eh nur dem Regime, sich künstlich an der Macht zu halten.
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