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  • 13.04.2012           22      Teilen:   |

"Wahre Finnen" fordern Armbinden für Schwule und Lesben

Der Abgeordnete James Hirvisaari verteidigt seine Assistentin - Quelle: Wiki Commons / Dogah / CC-BY-SA-3.0
Der Abgeordnete James Hirvisaari verteidigt seine Assistentin
Bild: Wiki Commons / Dogah / CC-BY-SA-3.0

In einem "humorvollen" Kommentar hat eine Repräsentantin der rechtspopulistischen "Wahren Finnen" gefordert, dass alle Homosexuellen in der Öffentlichkeit mit Armbinden gekennzeichnet werden sollen.

Der Eintrag von Helena Eronen, der Assistentin des Abgeordneten James Hirvisaari, hat in Finnland für Empörung gesorgt, berichtet der Fernsehsender YLE. Sie hatte am Mittwoch einen Zeitungsartikel online kommentiert, in dem es um Polizeikontrollen von Ausländern ging. Sie schrieb, dass Homosexuelle, Ausländer und schwedischsprachige Finnen dazu gezwungen werden sollten, öffentlich Armbinden zu tragen, um die Kriminalität einzudämmen. Schwule und Lesben sollten etwa ein Regenbogensymbol vorzeigen müssen, Muslime einen Halbmond und Russen Hammer und Sichel. "Verdächtigen Individuen" sollte sogar ein Mikrochip unter die Haut eingepflanzt werden. Der Kommentar wurde inzwischen von der Zeitung gelöscht, da er "volksverhetzend" sei.

Eronen gibt sich überrascht von den Reaktionen: "Ich hab das nicht ernst gemeint, es war eine Satire", erklärte sie am Donnerstag. Im Nachhinein seien die Reaktionen verständlich gewesen, gab sie zu. Ihr Chef verteidigte die Wortmeldung: Der Kommentar sei "gut gemeint und lustig" gewesen, so James Hirvisaari. Dass die Zeitung den Beitrag gelöscht habe, zeige den "Mangel an Humor" in der Redaktion.

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Hirvisaari bereits wegen Volksverhetzung verurteilt

Hirvisaari müsste die Brisanz des Eintrags eigentlich erkennen, da er bereits für einen ausländerfeindlichen Online-Kommentar vor Gericht stand: Ein Berufungsgericht im südfinnischen Kouvola verurteilte ihn im Dezember 2011 wegen Aufruf zum Hass gegen Muslime zu einer Geldstrafe von 1.425 Euro.

Die "Wahren Finnen" konnten mit einem europa- und ausländerfeindlichen Wahlkampf vor einem Jahr ihren Stimmenanteil bei den Parlamentswahlen auf 19 Prozent vervierfachen. Seither versucht die Partei mit "Witzen", gegen Homosexuelle und andere Minderheiten mobil zu machen. So forderte der Abgeordnete Teuvo Hakkarainen im Spaß, Homosexuelle und Somalis auf eine Insel zu sperren (queer.de berichtete). Außerdem witzelte er, dass gleichgeschlechtliche Eltern ihre Kinder "doppelt schwul" machten (queer.de berichtete).

Innerhalb der "Wahren Finnen" ist der extrem ausländer- und homofeindliche Ton umstritten. So forderte die Fraktionsvorsitzende Pirkko Ruohonen-Lerner am Donnerstag Hirvisaari auf, seine Assistentin zu entlassen. "Das war schlechter Humor, der unserer Fraktion schadet", erklärte die 55-Jährige. Finnische Kommentatoren sehen die Kritik vor allem als Reaktion auf sinkende Umfragewerte für die "Wahren Finnen". (dk)

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Tags: finnland, wahre finnen, james hirvisaari
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Reaktionen zu ""Wahre Finnen" fordern Armbinden für Schwule und Lesben"


 22 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
13.04.2012
14:14:34


(+9, 11 Votes)

Von Gommi ja Pommi


Bild-Link:
Bundesarchiv_Bild_146-1993-051-07,_Tafel_mit_KZ-Ke
nnzeichen_(Winkel).jpg


______________________________

Gleichzeitig ergriffen finnische Sozialdemokraten in Südfinnland die Macht. In dem sich anschließenden Bürgerkrieg besiegten die bürgerlichen „Weißen“ unter Mannerheims Oberbefehl die aufständischen „Roten“ im Frühjahr 1918 in der Schlacht um Tammerfors/Tampere. In den Bürgerkriegskämpfen fielen etwa 5.200 Soldaten und insgesamt rund 30.000 Finnen auf beiden Seiten.

Weißer Terror

Nach dem Zusammenbruch des „roten Finnlands“ wurden 70.000 bolschewistische Sympathisanten in Konzentrationslager verbracht, darunter Frauen und Kinder, von denen in den folgenden sechs Monaten 12.000 starben.

In den Camps grassierte die Spanische Grippe, gegen die die „weißen“ Bewacher nichts unternahmen, während die Landbevölkerung hungerte. Obwohl Mannerheim persönlich keine Grausamkeiten vorzuwerfen waren, ist nicht vorstellbar, dass er über die Zustände im größten Konzentrationslager, der Festung Suomenlinna, nicht informiert war: Hier wurden 3000 „Rote“ erschossen, gehängt, bajonettiert und erschlagen. Zwar ordnete er die Tötungen nicht an, unternahm aber auch kaum etwas dagegen. Zu der Zeit erhielt er den Spitznamen „der blutige Baron“. Mannerheim war Monarchist und überzeugt, dass es genügte, die roten Führer zu erschießen und die Arbeiter sofort wieder in die Fabriken zu bringen.

________________________

Link zu www.arte.tv


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#2
13.04.2012
14:33:06


(+6, 6 Votes)

Von Frankyboy
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Da war wohl jemand zu lange in der Finnischen Sauna...


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#3
13.04.2012
14:49:53


(+8, 8 Votes)

Von Bibo


Die "wahren Finnen" bleiben eben wahre Faschisten!


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#4
13.04.2012
17:39:42
Via Handy


(+7, 7 Votes)

Von yomen


soll ich dem wahren finnen mal tief in den a* fi*?

zu ordinär?

is doch nur satirisch gemeint....


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#5
13.04.2012
18:58:46


(+8, 8 Votes)

Von Itcheb


"Wahre Finnen" = Nazi-Schweine


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#6
13.04.2012
19:40:53


(-4, 6 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Die Trulla von den "Wahren Finnen" hat wohl den Schuß nicht gehört! Bei deren Vorschlägen bleibt einem das Lachen im Halse stecken!


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#7
13.04.2012
20:59:16


(+6, 10 Votes)

Von anonymus


... und alles kommt wieder ...
nur in anderer Verpackung ...
...die Konzentrationslager (in den 90ern in Jugoslawien ...
das römische Reich, (genannt EU)
das dritte Reich ...


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#8
13.04.2012
21:49:03


(+6, 12 Votes)

Von rollback 2012
Antwort zu Kommentar #7 von anonymus


es bedarf auch nicht allzu großer fantasie zu erklären, weshalb die bürgerlichen medien eine partei mit ex-cdu-ler als vorsitzendem und durchweg kapitalismustreuen, neoliberalen absichten zur angeblichen "alternative" hochpushen. eine "alternative", deren protagonisten bisher vor allem stolz darauf sind, zu allen möglichen zentralen fragen keine position und keine ahnung zu haben.

in diversen foren lässt sich deutlich beobachten, wie die faschisten sich in stellung bringen, um diese angebliche "alternative" in zeiten der sich verschärfenden systemkrise in eine der herrschenden klasse nützliche richtung zu treiben.

was sich hierzulande nur schwer offen von oben wieder etablieren lässt, könnte dann ja übers internet "von unten", von der verrohten mittelschicht, wieder salonfähig gemacht werden. nach rechts dürften da, je nach bedarf, weder grenzen gesetzt noch erwünscht sein.

eines steht schon jetzt fest: wer hierzulande die "piratenpartei" wählt, wählt merkel, gauck, die cdu und die große koalition, allgemein die neoliberale und kriegstreibende einheitspartei und schwächt jede echte linke alternative. der weitere gesellschaftliche rollback auch für schwule und lesben ist damit vorprogrammiert!


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#9
13.04.2012
23:50:10


(+5, 5 Votes)

Von Yuuki83
Aus Altdorf (Bayern)
Mitglied seit 01.07.2011
Antwort zu Kommentar #1 von Gommi ja Pommi


Bald kommen Forderungen nach KZs für Homosexuelle. Aber keine Sorge, ist ja alles "humorvoll" gemeint. *kotzwürg*


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#10
14.04.2012
03:16:57
Via Handy


(+4, 4 Votes)

Von Audi5000


So Abwegig ist das doch nicht mit den KZ's! Wenn ich seh wie man in Russland und Ungarn und in vielen anderen Staaten gegen uns Hetzt ist alles drin.


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