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  • 16.04.2012           19      Teilen:   |

Schwule haben "Sexualneurose"

Österreich streitet über homophoben Pfarrer

Schwule und Muslime sind nach Ansicht von Pfarrer Karl Tropper böse - Quelle: tonystl / flickr / cc by-nd 2.0
Schwule und Muslime sind nach Ansicht von Pfarrer Karl Tropper böse (Bild: tonystl / flickr / cc by-nd 2.0)

Schwule und Lesben seien "unglückliche, ruhelose Menschen", die "mehr als sechs Millionen Aids-Tote" zu verantworten hätten, behauptet ein steirischer Pfarrer. Das geht selbst der Diözese zu weit.

Pfarrer Karl Tropper aus dem Städtchen St. Veit nahe der slowenischen Grenze hat in Österreich einen Kirchenstreit losgetreten: Er verfasste für das lokale Pfarrblatt eine angeblich wissenschaftliche Abhandlung über Homosexualität, in dem er die gleichgeschlechtliche Liebe als "Triebverirrung" und "erworbene Sexualneurose" bezeichnete, für die das Alte Testament die Todesstrafe vorsieht. Neben Homosexuellen hat Pfarrer Tropper auch Muslime als Feindbild auserkoren. Man könne diese Menschen "nicht integrieren", behauptete er mehrfach und warf dem Islam vor, "rassistisch" zu sein.

Seine Heimatdiözese Graz-Seckau hat Tropper am Sonntag offen kritisiert: Die Aussagen seien "schreckliche Vereinfachungen", hieß es in einer Erklärung. Der Pfarrer habe sich beim Thema Islam zu "nicht hinzunehmenden generell abwertenden öffentlichen Äußerungen hinreißen lassen und wurde auch seitens der Diözese zurechtgewiesen. Gleiches gilt jetzt auch betreffend seine Stellungnahmen zum Thema Homosexualität", erklärte die Diözese. Allerdings gebe es keinen Grund, den Pfarrer abzuberufen.

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Schwule sind angeblich schuld an Hurrikan Katrina

Genau das wird aber von Homo-Gruppen und katholischen Laienorganisationen gefordert. Die Arbeitsgemeinschaft "Homosexuelle und Glaube" (HuG) der Steiermark erklärte, dass der Pfarrer seit Jahren homophobe Schriften veröffentliche. So habe er vor sieben Jahren etwa erklärt, dass der CSD von New Orleans den Hurrikan Katrina provoziert haben soll. Bei dem Wirbelsturm kamen im Jahr 2005 etwa 1.800 Menschen ums Leben. "Wenn die Kirche glaubwürdig sein möchte, sind disziplinäre Maßnahmen gegen diesen Priester daher höchst an der Zeit", erklärte HuG-Sprecher Heinz Schubert. "Auch der Pfarrer von St. am Vogau kann sich um die Erkenntnisse der Humanwissenschaft nicht herumstehlen. Ich vertrete die Meinung, dass hier der Kirche wirklich mutwillig Schaden zugefügt wird", so Schubert. Der Pfarrer gefährde die Einheit der Kirche.

Pfarrer: Homosexuelle wie Muslime "beleidigt"

Der Gescholtene will sich aber von seinen Äußerungen nicht distanzieren - ganz im Gegenteil. Im Gottesdienst am Sonntag sagte er nach Angaben des ORF, dass die Wahrheit heutzutage offenbar Diskriminierung sei. Gegenüber der Nachrichtenagentur APA legte er am Montag noch einen Gang zu: "Die Homosexuellen sind, wenn man etwas, das nicht nach ihrem Sinn ist, sagt, automatisch beleidigt - wie auch die Muslime, etwa wenn man ihnen die Christenverfolgungen vorhält. Sie haben ein schlechtes Gewissen", so Tropper.

In Österreich hat Anfang April bereits der Fall eines offen schwulen Pfarrgemeinderats im Nordosten des Landes für Aufregung gesorgt. Der örtliche Pfarrer wollte ihn wegen seiner sexuellen Orientierung aus dem Amt entfernen, Kardinal Christoph Schönborn hielt aber nach einem persönlichen Gespräch seine schützende Hand über den 26-Jährigen (queer.de berichtete). Daraufhin gab der Pfarrer die Gemeinde ab (queer.de berichtete).

Laut dem aktuellen katholischen Katechismus aus dem Jahr 1992 verstoßen Schwule und Lesben gegen das "natürliche Gesetz". Homosexuellen sei aber mit "Achtung, Mitleid und Takt" zu begegnen. (dk)

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Tags: österreich, st. veit, katholische kirche
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Reaktionen zu "Österreich streitet über homophoben Pfarrer"


 19 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
16.04.2012
17:02:28


(+7, 7 Votes)

Von Katrin
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Da unser Heiliger Papa seine Hände schützend über pädophile Pfarrer hält, kann man nun wirklich nicht erwarten, dass ein Schwulenhetzer zur Ordnung gepfiffen werden könnte. Der befolgt doch nur seinen übergesetzlichen und göttlichen Auftrag.


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#2
16.04.2012
17:21:29


(+4, 4 Votes)

Von Xq28
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Wenn es nicht so traurig wäre, würde ich drüber lachen.
Schwingt sich da wieder ein kleiner Gemeindepapa zum Richter über die Menschheitsgeschichte auf^^
Ich meine wie kann man Homosexuellen gleichzeitig den Hurricane Catrina(!) vorwerfen und danach sagen, naja mehr achtung und respekt sind trotzdem ganz angebracht? ;)
Allerdings muss ich dem HuG-Sprecher Schubert widersprechen: Wo gefährdet so ein statement die kirchliche Einheit? Ein irgendwie geartetes Schisma á la Martin Luther sehe ich bei Pädopapst Bene (oh alles gute übrigens zum geburtstag - heut wird wohl ordentlich gefeiert - wa :D) jedenfalls in naher zukunft nicht ^^


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#3
16.04.2012
17:25:41


(+4, 4 Votes)

Von Meleg29
Aus Celle (Niedersachsen)
Mitglied seit 30.08.2011


Also, dass der Pfarrer jetzt die Gemeinde verlässt...im ORF-Teletext stand letzte Woche, dass er, der Pfarrer, schon vormals die Gemeinde wechselte, "aus persönlichen Gründen".... er hatte eine Beziehung mit einer Frau aus der Gemeinde - und das sei an seinem vormaligen Wirkungsort ein offenes Geheimnis gewesen....
Na, aber seine Moral ist ja sehr brutal...bin gespannt, was der Bischof nun macht....


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#4
16.04.2012
17:43:57


(+6, 6 Votes)

Von Jörgl
Antwort zu Kommentar #3 von Meleg29


Was meint denn der Mann des Bischofs zu der ganzen Angelegenheit?


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#5
16.04.2012
18:19:20


(+8, 10 Votes)

Von kautsch


" wenn man ihnen die Christenverfolgungen vorhält."

"...Die britische Organisation "Hope not hate" bietet anlässlich des Beginns des Prozesses gegen den Massenmörder Breivik einen umfassenden Überblick über die antiislamischen rechten Parteien, Grupperungen und Personen..."

Link zu www.heise.de

Die Beleidigt-Nummer über Moslems schoben die PIs und Broder vor einer Weile gerne durch die Gegend.

Bei Broder scheint es sich um die Projektion seiner Klassiker zu handeln.

Hier eine rechts-zionistische Kostprobe:

"Die Tatsache ist nicht zu bestreiten, dass die Juden insgesamt krank und neurotisch sind. Jene professionellen Juden, die, schnell beleidigt, diese Wahrheit immer wieder verneinen, sind die größten Feinde ihrer Rasse, da sie sie dadurch dazu verführen, nach falschen Lösungen zu suchen oder zumindest nach Beschönigungen." (Frommer, Ben: The Significance of a Jewish State; Jewish Call; Shanghai; (5/1935); S.10)


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#6
16.04.2012
18:41:48


(+6, 8 Votes)

Von Loren
Aus Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern)
Mitglied seit 02.11.2013


Da passt es ins Bild, dass sich dieser Hassprediger auch von PI interviewen lässt ...

Link zu www.google.de


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#7
16.04.2012
18:59:19


(+4, 6 Votes)

Von andy79
Antwort zu Kommentar #6 von Loren


Der Herr Pfarrer steht unter dem besonderen Schutz von SOS Österreich.

Link:
sosheimat.wordpress.com/2012/04/14/uber-4-000-tiro
ler-marschieren-fur-die-freiheit/


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#8
16.04.2012
19:09:14


(+4, 4 Votes)

Von ThinkFirst


Ob man solche Hirnerweichung davon bekommt, dass man sich an zu vielen Kindern vergeht? Oder reicht schon die ausufernde Gesellschaft von Kinderschändern im Priestergewand, die weiter als Seelsorger arbeiten dürfen?
Aber wahrscheinlich muss man froh sein, dass der Typ offenbar nicht die Klappe halten kann - sonst hätte er mit den Einstellungen vermutlich eine große Karriere in der Kirche vor sich...
Dieses Gelaber ist jedenfalls so unterirdisch, dass er es wohl bei seinem besten Kumpel mit dem Pferdefuß aufgesammelt hat.
Leute von einer kriminellen Organisation mit viel zu großem Einfluss, welche Massen von Menschen nötigt auf Kondome zu verzichten, sollten sich beim Thema AIDS sicher nicht aus dem Fenster lehnen.


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#9
16.04.2012
19:35:43


(+1, 1 Vote)

Von Feendrache
Aus Leipzig (Sachsen)
Mitglied seit 16.10.2011


Also das Bild zum Artikel sieht für mich eher nach einer Epic Facepalm aus... njo, in gewisser Hinsicht passt es
LG
Feendrache


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#10
16.04.2012
19:38:41


(-1, 3 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Dieser Pfaffe ist ein scheinheiliger Pharisäuer und so einer muß sein Schandmaul aufreißen! Bleibt zu hoffen, daß irgendjemand gegen ihn Strafanzeige wegen Volksverhetzung stellt! Das Allerbeste wäre aus der Kirche austreten!


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