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EU-Abgeordneter Michael Cashman und der nordzyprische Ministerpräsident Irsen Kücük (Bild: EP's Intergroup on LGBT Rights)

Michael Cashman, der Co-Vorsitzende der interfraktionellen Arbeitsgruppe für Homo-Rechte im EU-Parlament, hat sich in Nordzypern für die Legalisierung von Homosexualität eingesetzt.

Vergangene Woche hatte sich Cashman von der britischen Labour-Partei mit politischen Repräsentanten des Teilstaates, unter ihnen Parlamentssprecher Hasan Bozer, Ministerpräsident İrsen Küçük und Präsident Derviş Eroğlu getroffen. Außerdem kam er mit Vertretern von Nichtregierungsorganisationen zusammen. Die international nicht anerkannte Türkische Republik Nordzypern ist das letzte verbliebe Gebiet in Europa, in dem gleichgeschlechtliche Liebe unter Männern immer noch als Verbrechen verfolgt wird. Es drohen Haftstrafen von bis zu fünf Jahren. Erst Ende Januar wurde bekannt, dass zwei Männer wegen "widernatürlichen Handlungen" angeklagt wurden (queer.de berichtete).

Die Gespräche mit der Regierungsspitze konzentrierten sich laut Cashman auf die notwendige umfassende Überarbeitung der Gesetze Nordzyperns. Seine Gesprächspartner hätten mit ihm übereingestimmt, dass gleichgeschlechtliche Aktivitäten entkriminalisiert werden müssten. "Nun muss das Parlament tätig werden und das Strafgesetz mit den verbindlichen europäischen Normen in Einklang bringen", erklärte Cashman, der seit 1999 im Straßburger Parlament sitzt.

Die öffentliche Debatte sei bereits angelaufen, so habe der Fernsehsender Kanal Sim eine Talkshow zum Thema Homosexualität gesendet.

Aktivisten loben Einsatz des Abgeordneten

Reshat Shaban von der LGBT-Gruppe Queer Cyprus zeigte sich über den Besuch aus Europa erfreut: "Damit wurden unsere Forderungen nach Gleichberechtigung von den Politikern angehört. Für uns am wichtigsten sind natürlich die Entkriminalisierung von Homosexualität, die Harmonisierung des gesetzlichen Schutzalters und ein besserer gesetzlicher Schutz von LGBT-Menschen."

Bereits im Dezember 2011 hatte der Regierungschef Dervis Eroglu der britischen EU-Abgeordneten Marina Yannakoudakis zugesagt, den Paragrafen 171 ersatzlos zu streichen (queer.de berichtete). Das Parlament hat bislang jedoch noch nicht über die Frage verhandelt und die Polizei macht weiterhin Jagd auf Schwule.

Nordzypern spaltete sich nach dem Einmarsch türkischer Truppen 1974 vom griechischen Süden ab, ist aber bislang einzig von der Türkei als Staat anerkannt worden. Die Republik Zypern ist dagegen seit 2004 Mitglied der Europäischen Union. Um die Voraussetzungen für die EU-Mitgliedschaft zu erfüllen, hatte Südzypern bereits 1998 das Verbot der Homosexualität abgeschafft. (dk)



#1 eMANcipation*Anonym
#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 17.04.2012, 19:45h
  • Das Homoverbot auf Nordzypern muß endlich auf den Müllhaufen der Geschichte und Cahsman hat hier noch dicke Bretter zu bohren und wünsche ihm dabei viel Erfolg!
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#3 RobinAnonym
  • 18.04.2012, 14:25h
  • "Das Parlament hat bislang jedoch noch nicht über die Frage verhandelt und die Polizei macht weiterhin Jagd auf Schwule."

    Das ist doch immer dasselbe:
    bei der EU spielen immer alle lieb Kind und versprechen, das zu ändern, aber de facto ändert sich gar nichts!!

    Im Mutterland Türkei ist es auch nur auf dem Papier anders, aber auch dort werden Schwule vom Staat weiterhin gejagt. Mein türkischer Freund wird immer ganz blass, wenn er hört, dass manche die Türkei in die EU aufnehmen wollen. Davor hat er richtig Angst, weil er bewusst aus seiner Heimat fliehen musste.
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#4 Markus45Anonym