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  • 20.04.2012           12      Teilen:   |

Ugandas Präsident: Welche Schwulenverfolgung?

Ugandas Präsident Museveni redet im CNN-Interview die Welt schön
Ugandas Präsident Museveni redet im CNN-Interview die Welt schön

Man habe einige Homosexuelle gehabt, nachdem man Kontakt zu den Europäern fand - bereits so unglücklich beginnt ein Interview der CNN-Starreporterin Christiane Amanpour mit Yoweri Museveni. Der 67- oder 68-Jährige ist der Präsident Ugandas. In dem Land gibt es erneut Bemühungen, eine Todesstrafe für homosexuelle Handlungen einzuführen; Schwule und Lesben leben in der Dauerangst, entdeckt und vom Staat oder von Bürgern verfolgt zu werden.

Museveni lässt Fragen dazu jedoch an sich abprallen: "Ich möchte der Welt versichern, dass diese Homosexuellen nicht getötet werden, wie manche Leute behaupten, sie werden nicht strafrechtlich verfolgt und auch nicht diskriminiert". Das Problem sei auch nicht Homosexualität: Afrikaner seien "diskrete Personen" - auch als Heterosexuelle würden sie ihre Akte nicht in die Öffentlichkeit zerren. Er selbst habe seine Frau nie öffentlich geküsst.

Das Problem mit Homosexuellen sei ihr Exhibitionismus und ihr Bemühen, Kinder damit anzustecken, so Museveni weiter. Trotzdem würden Schwule und Lesben weder diskriminiert noch rechtlich verfolgt, versichert der Präsident ein zweites Mal. Auch sei niemand wegen seiner Homosexualität ermordet worden. Der LGBT-Aktivist David Kato, dessen Mord internationale Schlagzeilen machte, sei einem persönlichen Streit zum Opfer gefallen.

Youtube | Das CNN-Interview mit Museveni
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Von Lebenslänglich bis Todesstrafe

Mit der Wirklichkeit haben die Aussagen des Präsidenten wenig zu tun. Kato war 2010 ermordet, sein Mörder im letzten Jahr zu einer Gefängnisstrafe von 30 Jahren verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte, trotz enormen Zweifeln von Beobachtern, von einer Beziehungstat gesprochen, der Aktivist habe den jüngeren Mann zu Sex gezwungen.

Das geplante Anti-Homosexuellen-Gesetz war im vergangenen Oktober erneut ins Parlament eingebacht worden. Es sieht eine Todesstrafe für "schwere Homosexualität" vor. Darunter fallen Sex mit Unter-18-Jährigen, eine HIV-Infektion des "Täters" oder mehrere "Verbrechen" in Folge. Westliche Länder drohen Uganda seit Jahren damit, die Entwicklungshilfe zu streichen, wenn das Land nicht die Bürgerrechte von Schwulen und Lesben anerkennt. Deutschland, Großbritannien und andere Länder haben die Hilfen bereits gekürzt.

Der derzeitige Verhandlungsstand über das Gesetz ist unklar. Bereits jetzt können Schwule und seit 2000 auch Lesben für eine homosexuelle Handlung mit einer lebenslänglichen Gefängnisstrafe bestraft werden. 2005 hatte Museveni ein Gesetz unterschrieben, dass eine Homo-Ehe unmöglich machen soll. Zugleich haben einige Gerichte in den letzten Jahren geurteilt, dass Schwule und Lesben unter den Diskriminierungsschutz des Staates fallen. (nb)

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Tags: uganda, yoweri museveni, todesstrafe
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Reaktionen zu "Ugandas Präsident: Welche Schwulenverfolgung?"


 12 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
21.04.2012
00:08:53


(-2, 2 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Wie lange will Ugandas Präsident die Welt noch an der Nase herumführen und feist ins Gesicht lügen?


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#2
21.04.2012
09:06:01


(+1, 5 Votes)

Von Roman Bolliger


Natürlich war der Afrikanische Kontinent Jahrhunderte lang ein Spielball europäischer Kolonialinteressen und hat darunter massiv gelitten. Klar hat Europa Afrika ausgebeutet und sich auf dessen Kosten weiterentwickelt. Sicher kann man sagen, man müsse jetzt auch Afrika Zeit lassen, sich weiter zu entwickeln.

Und dennoch: Seine Parlamente und seine Staatschefs wie Mugabe, Museveni und andere arbeiten geradezu mit Hochdruck daran, das Bild Afrikas als ein Konglomerat völlig rückständiger, dummer, primitiven Prinzipien verpflichteter Gesellschaften zu kultivieren.


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#3
21.04.2012
13:35:14


(+1, 1 Vote)

Von Sebi


Da hat jemand Angst vor der Kürzung von Hilfsgeldern und meint, wir seien so dumm, auf Lügen reinzufallen.

Es ist ganz einfach:
wenn er Geld geschenkt bekommen will, muss er wenigstens grundlegende Menschenrechte achten - das ist nicht zu viel verlangt. Wenn er das nicht will und stattdessen weiterhin eine faschistische Diktatur will, ist das sein Ding. Dann kann er aber nicht erwarten, dass wir solch ein Regime durch Zahlungen künstlich am Leben halten.


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#4
21.04.2012
15:34:06


(0, 0 Vote)

Von Joonas


Der Typ hält uns wohl für besonders blöd.

Da Fakten und Argumente bei denen gar nichts bringen und die uns sogar noch verarschen bleibt nichts anderes übrig, als das Kürzen oder Streichen von Zahlungen.

Es zeigt sich immer wieder, dass das leider die einzige Möglichkeit ist, wirklich etwas zu ändern. Noch dazu sehr schnell.


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#5
21.04.2012
15:46:14


(0, 2 Votes)

Von diversity
Antwort zu Kommentar #2 von Roman Bolliger


anders kriminell


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#6
21.04.2012
22:02:08


(+1, 1 Vote)

Von Xq28
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #4 von Joonas


ich bin mir nicht sicher ob das nicht vielleicht ein bisschen zu kurz gegriffen ist...
Ich mein, von welchen konkreten Zahlungen sprichst du da...?
soweit ich weiß besteht zwischen der Bundesregierung und keinem afrikanischen Land eine dauerhafte monetäre Beziehung (jetzt mal irgendwelche Hungerhilfen ausgenommen).
Außerdem, selbst wenn es ein Zahlungsverhältnis geben sollte (was, wie ich schätze gar nicht in Deutschlands Interessen -also auch nicht in deinem oder meinem- läge; welcher Aufschrei ging und geht durch dieses Land, wenn es um die Rettung eines wesentlich engeren Nachbarn geht...) glaub ich nicht, dass irgendein milliardenschwerer Diktator sofort zu Kreuze kriecht (sehr schön zu sehen am Atomstreit im Irak) und sein Land mal nach unserem Wunsch so richtig durchstrukturiert...


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#7
22.04.2012
11:20:21


(-1, 1 Vote)

Von Finn
Antwort zu Kommentar #6 von Xq28


Da liegst Du falsch.

Wenn man Hilfszahlungen streicht (die eh nur den Diktatoren dienen, sich an der Macht zu halten), ändert sich sehr schnell etwas zum Besseren. Das war gerade in den letzten Monaten mehrfach deutlich zu sehen.

Im Gegenzug ändern Fakten und Argumente leider jahrelang gar nichts.


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#8
22.04.2012
12:24:09


(+1, 1 Vote)

Von fink
Antwort zu Kommentar #7 von Finn


das argument, dass entwicklungshilfe eigentlich sowieso nur den herrschenden zur machterhaltung dient, kommt ja hier jedesmal geradezu reflexartig.

vielleicht stimmt das ja, und das gegenteil beweisen kann ich auch nicht, dazu kenne ich mich mit dem thema zu wenig aus.

aber stimmt es wirklich? worauf gründet sich diese behauptung? kann mir jemand eine quelle nennen, die das belegt?

und vor allem: wenn es stimmt, weshalb wird dann überhaupt an irgendwen entwicklgunshilfe gezahlt? dann müsste man die doch nicht erst dann streichen, wenn machthaber homophobe sprüche klopfen, sondern sie am besten gleich komplett abschaffen?


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#9
22.04.2012
17:15:03


(+1, 1 Vote)

Von Loren
Aus Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern)
Mitglied seit 02.11.2013
Antwort zu Kommentar #6 von Xq28


"1986 wurde die Entwicklungs­zusammen­arbeit von Uganda und Deutschland wieder aufgenommen. Bei Regierungs­verhandlungen im Mai 2010 hat das Land eine Zusage über 120 Millionen Euro für den Zeit­raum 2010 bis 2012 erhalten – 100 Millionen Euro für die Finanzielle und 20 Millionen Euro für die Technische Zusammenarbeit."

Link zu www.bmz.de


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#10
22.04.2012
17:38:55


(+2, 2 Votes)

Von Xq28
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #9 von Loren


ok mein fehler ;)
hab nicht gründlich genug recherchiert...
Danke für die Korrektur!!
Trotzdem denke ich nicht, dass ein Stop dieser Zahlungen zum Besseren führt (tut mir leid).
Die Leid tragenden werden -wie üblich- irgendwelche, sämtlichen Machtstrukturen fern stehenden Bevölkerungsgruppen sein, die auf die Hilfsgelder dringend angewiesen sind.


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