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Coming-out am Sonntag

Joachim Król mal wieder schwul?


Die Frau mit der starken Libido, der Mann mit Geheimnissen (Bild: Foto: hr/Johannes Krieg)

Vor kurzem beschwerten wir uns darüber, dass noch kein Schwuler beim Tatort ermittelt. Wir konnten doch nicht ahnen, dass es ihn bereits gibt…

Von Carsten Weidemann

Die Beschwerde kam ein paar Tage zu früh. In unserem Artikel "Tatort – Der Schwule ist immer öfter der Mörder?" stimmten wir teilweise in das Klagelied eines Medienexperten ein, der die 40 Jahre alte Krimireihe langweilig findet, und malten uns aus, wie es denn wäre, gäbe es einen schwulen Ermittler, ein Coming-out von Lena Odenthal oder gar eine transsexuelle Ermittlerin, die früher als Mann lebte. Der Hessische Rundfunk (HR) liefert uns nun das Gewünschte in der Folge "Es ist böse" am 22. April. Ganz nebenbei, ganz unspektakulär. Allerdings auch mit Raum für Interpretationen.

Herausgefunden hat das ein TV-Kritiker auf yahoo.de, der die Gelegenheit hatte, die Produktion vorab zu sehen. Das Ermittlerduo Frank Steier (Joachim Król) und Conny Mey (Nina Kunzendorf) jagt einen Serienmörder, der Prostituierte abschlachtet. Ein Fall, bei dem sie lange im Dunkeln tappen und der beiden ganz besonders an die Nieren geht, sie an ihre psychischen Grenzen bringt. Mey fragt in einer Szene ihren Kollegen, wie er mit dem Stress fertig wird. Und Steier antwortet, er habe einen "Freund", bei dem er Trost und so etwas wie Wärme fände.

Der Kommissar suchte Trost bei Alkohol und Louis Armstrong


Der bewegte Mann: Till Schweiger (li.) und Joachim Król im Fummel (Bild: ARD Degeto/Constantin Film)

Bislang haben wir einen sehr verschlossenen und übelgelaunten Steier erlebt, der mit Joachim Król bestens besetzt ist. Wenn ihm etwas über den Kopf wächst, schließt er sich in seinem Büro ein, um mit drei Flaschen Rotwein und Jazz alles zu vergessen. Während seine machohafte Kollegin lieber zu den nächsten verfügbaren Männern greift. In der letzten Folge "Der Tote im Nachtzug" kommen sich Steier und Mey in einem Abteil gezwungenermaßen körperlich näher, was ihm die ganze Zeit über eher peinlich ist. Sollte dieser "gute Freund" in den kommenden Episoden konkreter werden, gäbe es dieser wie auch anderen Szenen einen Sinn. Der Faden, mit dem weitergesponnen werden kann, ist gelegt…

Joachim Król hat Erfahrung mit schwulen Charakteren. In der Komödie "Der bewegte Mann" spielte er Norbert Brommer, der sich mit einem naiven Heteromacho (Till Schweiger) herumschlagen muss. Söhnke Wortmanns Kinoerfolg von 1994 nach Comics von Ralf König machte Król einem breiten Publikum bekannt.

Tatort "Es ist böse", Sonntag, 22. April, 20.15 Uhr, ARD. Wiederholung um 21.45 und 23.45 Uhr auf Eins Festival.



#1 oeeehhhhhhhhhhAnonym
  • 21.04.2012, 13:07h
  • Natürlich müsste die TV Landschaft Schwuler werden, auch mit Schwulenhauptfiguren.

    Doch irgendwie geht das alles auf den Keks...
    Tatort hier, Tatort da und noch mehr Morde in anderen Sendungen... Ich weiß nicht wieso uns
    die Medien laufen mit Krimis zu müllen ? Muss das sein ? Da gibt es hier den Tatort, da den Polizeiruf, dort CSI, dort LAW and ORDER und und und... Solche Sendungen machen die Welt oft schlimmer als sie sind... Ist schon schlimm genug das es Bild und Brisant gibt, die die Menschen in Ansgt und Schrecken mit den schlimmsten Horror-Krimi-Storys treiben...
    Und die Krimi Serien tragen sicher nicht dazu bei, das die Leute mit weniger Angst und Panik durch die Welt laufen. Eher umgekehrt. Solche Sendungen sorgen dafür das alle immer Panischer werden... Sorry, das musste mal raus...
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#2 NujaAnonym
  • 21.04.2012, 13:14h
  • Hat es einen Grund das Queer.de seit ein paar Wochen gleich mit mehreren Artikeln Werbung für Tatort macht?
    Ich meine, gerade in den letzten Folgen war Homosexualität keinerlei Thema und auch in der kommenden Folge wirkt die Handlung, ein Ermitttler der einen ( sehr wahrscheinlich platonischen) Freund hat und einen Täter jagt der ( weibliche) Prostituirte umbringt, nicht im geringsten schwul

    Klar man darf spekulieren und das macht auch Spass, aber so krampfhaft was aus dem Hut zaubern wie in diesem Artikel wirkt irgendwie aufgesetzt.
    Denn die Erwähnung das auch Heteromänner Freundschaften haben die ihnen Halt geben ist nicht wirklich eine Sensation oder?
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 21.04.2012, 15:18h
  • Der letzte offen schwule Ermittler war inne Serie "SK Kölsch"! Warum nicht auch beim Tatort?
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#4 TomTAnonym
  • 21.04.2012, 15:46h
  • Ich mag Joachim Król nicht. Weder damals als Norbert noch heute als sonst wer. Er ist mir einfach nicht sympathisch.
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#5 AmbroseAnonym
  • 21.04.2012, 16:03h
  • Bzw "Der bewegte Mann": Also, denn er Schwul sei, muss er Frauenkleider tragen? Bloedheit.
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#6 au jaAnonym
  • 21.04.2012, 16:14h
  • Antwort auf #2 von Nuja
  • sonst könnte man die zeit ja darauf verwenden, die tatsache zu thematisieren, dass der anteil schwuler protagonisten und themen - die ansatzweise gleichberechtigt und in gleicher weise dargestellt werden wie die inszenierten bzw. sich inszenierenden der konstruierten heterosexuellen norm - noch dazu der anteil schwuler jugendlicher, bei ard und zdf im hauptabendprogramm bei gerundet 0% liegt.

    da erwartest du aber von "queeren" medien und von der am tropf der etablierten parteien hängenden, bürgerlichen schwul-lesbischen nicht-bewegung deutlich zu viel.
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#7 Sexismus totalAnonym
  • 21.04.2012, 16:41h
  • Antwort auf #5 von Ambrose
  • Wobei sich dann die Frage stellt:

    Was sind überhaupt "Frauenkleider" und was "Männerkleider", und wer definiert das?

    Gestern Abend war's mal wieder sehr eindeutig:

    Schon pubertierende Mädchen rennen unabhängig von der Außentemperatur in immer noch knapperen Röckchen herum, während Jungs ihren Körper verhüllen. Geschlechterordnung und zugewiesene Rollen sind da auf den ersten Blick erkennbar.

    Und sollte doch mal ein Junge kommen, der die ach so geilen Röckchen nicht gleich, wie von der Gesellschaft durch eine nie dagewesene mediale Dauerbeschallung verordnet, anschmachtet und -himmelt, schallt ihm nicht selten gleich "Schwuchtel" oder ähnliches entgegen.

    So sieht sie aus - die gesellschaftliche Realität 2012, vor der Schwule weiterhin konsequent die Augen verschließen. Reicht ja auch, beim nächsten Suizid eines schwulen Jugendlichen in den USA (weit weg!) wieder fünf Minuten Betroffenheit zu heucheln.
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#9 No way outAnonym
#10 BaldurProfil
  • 22.04.2012, 16:50hSindelfingen
  • Dann hoffen wir mal, dass nicht in der nächsten Folge aus dem "Freund" ein guter Fußball Kumpel wird bei dem er sich auch mal ausweinen darf. ;-)
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