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In Sachsen geht es für lesbische und schwule Christen sehr langsam voran

Homo-Paare bleiben ein Fremdkörper für die Evangelische Kirche in Sachsen. Lesbische und schwule Pfarrer dürfen nun immerhin mit ihrem Partner zusammenleben, wenn sich niemand in der Chef-Etage beschwert.

Am Sonntag hat die Frühjahrssynode der sächsischen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Dresden einen Vorschlag der Kirchenführung angenommen, wonach homosexuelle Pfarrer mit ihrem Lebenspartner im Pfarrhaus leben dürfen. Allerdings müssen sie – anders als heterosexuelle Pfarrer – die Zustimmung des gesamten Kirchenvorstandes einholen. Erhalten sie diese nicht, darf das Paar nicht zusammenleben, selbst wenn es verpartnert ist.

Dem Kompromiss war ein mehrmonatiger Streit um die Ausrichtung der Kirche vorausgegangen. Sachsen gilt in Deutschland neben Württemberg als konservativste Landeskirche. Mehrere Geistliche hatten in den letzten Monaten mit Kirchenaustritt gedroht, sollten Schwule und Lesben mit Heterosexuellen gleichgestellt werden – etwa in der "Markersbacher Erklärung", die von einem Sechstel der Kirchenvorstände unterzeichnet worden war.

Auch Segnung von Homo-Paaren in Sachsen tabu

Es gibt aber auch Befürworter der Gleichstellung: Über 120 Pfarrer aus Sachsen haben den Offenen Brief "Auch unter Christen – Liebe zum gleichen Geschlecht" unterschrieben, in der die Benachteiligung von Homosexuellen mit der früheren Benachteiligung von Frauen innerhalb der Kirche verglichen wird. Unter anderem wird auch die Segnung von homosexuellen Paaren gefördert. In Sachsen dürfen Pfarrer diesen Ritus nur Hetero-Paaren zukommen lassen, Homo-Paare sind jedoch in Sachsen wie in zwölf der 22 EKD-Landeskirchen nicht segnungswürdig.

Im Vorfeld der Entscheidung kritisierte sogar ein Vertreter der konservativen Staatsregierung die Landeskirche für ihre homofeindliche Haltung: Der offen schwule Staatssekretär Jan Mücke (FDP) bescheinigte den Protestanten "innerkirchliche Diskriminierung" (queer.de berichtete). (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 Timm JohannesAnonym
  • 23.04.2012, 15:37h
  • Schonmal ein weiterer kleiner Fortschritt:

    Damit hat selbst die Landeskirche Sachsen als eine der letzten Landeskirchen in der EKD das Wohnen und Leben von gleichgeschlechtliche Paaren im Pfarrhaus kirchenrechtlich erlaubt. Seitens der Kirchenleitung der 22 Landeskirchen besteht also kein rechtliches Hindernis mehr.
    Nunmehr braucht der jeweilige verpartnerte Pfarrere "nur" noch die Erlaubnis vom jeweiligen örtlichen Kirchenvorstand, sobald er/sie diese hat, steht ihm/ihr seitens der Kirchenleitung nichts mehr im Wege.

    Das generell jeder evangelische Pfarrer/jede evangelische Pfarrerin darauf bedacht sein sollte, mit dem Kirchenvorstand vor Ort gut zusammenzuarbeiten, dürfte sich von selbst als Pfarrer/Pfarrerin verstehen.

    Übrigens bedarf es dieser Zustimmung nur bei Einstellung des verpartnerten Pfarrers und es bedarf nicht wie fälschlicherweise herumgeisterte einer dauerhaften Zustimmung, die bei Änderung der Kirchenvorstandszusammensetzung wieder entfallen kann: entscheidend ist der Zeitpunkt der Einstellung und danach bedarf es keiner weiteren Zustimmung in den Folgejahren als verpartnerter Pfarrer/Pfarrerin.

    Soweit so gut erstmal und damit sind die Landeskichen ein gutes Stück vorangekommen.

    Inwiefern eine fehlende Zustimmung des Kirchenvorstandes gleichwohl umgangen werden kann, bleibt abzuwarten, ob dies rechtlichen Bestand bei Einstellungsverweigerung hätte. Empfehlenswerter ist es aber auf jeden Fall, wenn sich der jeweilige betroffene verpartnerte Pfarrer/Pfarrerin eine Kirchengemeinde sucht, wo ein Kirchenvorstand ist, der keine Probleme mit dem homosexuellen Pfarrer hat.

    Ein Fortschritt ist diese Entwicklung in den Landeskirchen der EKD auf jeden Fall, denn die Kirchenleitung und das Kirchenrecht steht nunmehr auf Seiten des verpartnerten Pfarrers, sobald er/sie die Zustimmung des Kirchenvorstandes hat.
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#2 stromboliProfil
  • 23.04.2012, 15:50hberlin
  • Antwort auf #1 von Timm Johannes
  • "Das generell jeder evangelische Pfarrer/jede evangelische Pfarrerin darauf bedacht sein sollte, mit dem Kirchenvorstand vor Ort gut zusammenzuarbeiten, dürfte sich von selbst als Pfarrer/Pfarrerin verstehen."
    herr öffne deien uns verschlossenen anus, damit wir, quasi über die hintertür, einkehr bei dir halten dürfen...

    Merke: nehmt was euch vom tisch an resten überbleibt , um später sagen zu können, vom tisch gegessen zu haben.
    protestantische lebensweisheit.
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#3 finkAnonym
  • 23.04.2012, 16:12h
  • kleines gedankenexperiment:

    nehmen wir mal an, in einer großen bäckereikette würde beschlossen, dass ab sofort in jeder filiale bei jedem jüdischen kunden darüber abgestimmt werden muss, ob man auch ihm ein brot verkauft, und wenn auch nur einer vom personal dagegen ist, wird der kunde nicht bedient.

    würde da in den medien das wort "gleichstellung" fallen oder nicht doch eher andere, sehr viel unschönere wörter?

    und was würde der gesetzgeber dazu sagen?
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 23.04.2012, 23:37h
  • Die von der Evangelischen Kirche in Sachsen haben doch den A... offen! LGBT-Pastoren dürfen nur mit Zustimmung des Kirchenvorstandes zusammen im Pfarrhaus leben - das ist Bevormundung allererster Güte!
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#5 AmbroseAnonym
  • 24.04.2012, 01:49h
  • Seltsam. Sollten die Fruhchristen ihre Religion ueben, nur wenn sie "niemand beschweren" haetten?
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#6 SebiAnonym
  • 24.04.2012, 08:20h
  • Aha, für die evangelische Kirche hängen Menschenrechte also davon ab, ob sich jemand darüber beschwert oder nicht.

    Statt Prinzipien purer Opportunismus. Immer schön das Fähnchen so drehen, wie es gerade am genehmsten und vorteilhaftesten ist.

    Die Evangelen sind keinen Deut besser als die Katholen!
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#7 matzeProfil
#8 HinnerkAnonym
  • 24.04.2012, 09:28h
  • Egal, wie sich irgendwelche Sekten, Kirchen, etc. nennen:
    sobald Glaube institutionalisiert und organisiert wird, geht es früher oder später nicht mehr um Glauben, sondern nur noch um Macht und Geld. Dafür wird dann Glaube instrumentalisiert.

    Deswegen sollte Glaube Privatsache sein. Und vor allem brauchen wir endlich eine echte Trennung von Staat und Kirche - das ist Bedingung für echte Demokratie!
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#9 goddamn liberalAnonym
  • 24.04.2012, 10:31h
  • Timm Johannes...

    Man muss die Dinge sehen, wie sie sind...

    auch als Christenmensch...

    Ressentiments gibt es überall. Aber wenn der Hass in der Kirche und durch die Kirche größer ist als in der Gesamtgesellschaft, dann hat die Kirche keinen wert. Im Gegenteil!

    "Die Bibel sehe "praktizierte Homosexualität als eine schreckliche Verirrung und als eine der schweren Sünden, über die 'Gottes Zorn vom Himmel her offenbart wird'", hatte ein zorniger Pfarrer aus Chemnitz in einem Brief an sächsische Gemeinden geschrieben. Die meisten Gegner der Neuregelung des Pfarrerdienstrechts vermeiden offen homophobe Äußerungen.

    Weltweite Spaltung

    David Keller ist freundlich und klar, alles, was er sagt, klingt moderat und vernünftig und er kennt die Vorzüge und Fallstricke einer liberalen Argumentation. Er toleriere Homosexuelle, sagt er, doch Toleranz heißt für ihn nicht mehr als "Duldsamkeit", die seiner Meinung nach ihre ethische Grenze an der Schwelle des Pfarrhauses erreicht hat. Er fordert Toleranz für konservative Christen, die sich aus der Kirche ausgeschlossen fühlen, sollten homosexuelle Paare ins Pfarrhaus einziehen.

    Und er befürchtet, dass dieser Beschluss die Protestanten weltweit weiter spalten wird. Er verweist auf offene Briefe, Erklärungen und Botschaften von evangelischen Kirchen anderer Länder, die ausgebreitet vor ihm auf dem Tisch liegen. [...]

    Sehr traditionelle Bibelauslegung


    Auf der einen Seite stehen die Kirchen der Industriestaaten des Nordens, die Anschluss an die gesellschaftliche Entwicklung suchen. Auf der anderen die Kirchen Afrikas und Asiens, auf die sich die "Bekenntnis-Initiative" wegen ihrer sehr traditionellen Bibelauslegung berufen möchte. Eines haben alle ausgewählten Dokumente gemeinsam, sie stehen der gleichgeschlechtlichen Liebe und erst recht homosexuellen Geistlichen ablehnend bis feindlich gegenüber.

    Eine Kostprobe: Als der Zusammenschluss der evangelischen Kirchen in den USA beschließt, gleichgeschlechtliche Paare anzuerkennen, befürchtete die Landeskirche in Tansania in ihrer Erklärung, die Welt könnte sich in einem Zustand wiederfinden, der auch Ehen zwischen "Menschen und Tieren akzeptiert". [...].

    Gewieftes Lächeln

    Ein gewieftes Lächeln liegt auf Kellers Gesicht. Er weiß, vieles, was in diesen Erklärungen steht, ist für weltliche Ohren ein Graus, ein Verstoß gegen fundamentale Menschenrechte und das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Dazu würde Keller sich nicht hinreißen lassen, trotzdem ist seine Botschaft klar." (DW)

    www.uni-leipzig.de/~theokr/kontakt/attachment/img_0959b/

    Homophobie kommt überall mal vor, in der sächsischen Kirche -ist sie ein Massenphänomen:

    www.kirche-markersbach.de/index_htm_files/ErklaerungKirchgem
    einden.pdf
  • Antworten » | Direktlink »
#10 AlexAnonym