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Während Republikaner über Homo-Verbote diskutieren, verzweifeln viele schwule Schüler an der homophoben Atmosphäre (Bild: John Steven Fernandez / flickr / by 2.0)

In Tennessee und Missouri wollen Parlamentarier Lehrern verbieten, mit ihren Schülern über Homosexualität zu reden. Denn der gepflegte Homo-Talk könne nach Ansicht einiger Republikaner dazu führen, dass die Lehrer mit den Kids über die Vorzüge des Geschlechtsakts mit Ziegen oder anderem Getier debattieren könnten.

Von Dennis Klein

In eher ländlichen und religiösen Gegenden der USA sprechen konservative Politiker vermehrt darüber, Schüler vor der "homosexuellen Agenda" zu schützen. Dieser in den 1990er Jahren von evangelikalen Aktivisten populär gemacht Kampfbegriff besagt, dass Schwule und Lesben einen Masterplan haben, um die Gesellschaft zu verändern: Dazu gehören die Indoktrinierung von Schülern, um sie vom "homosexuellen Lebensstil" zu überzeugen, sowie die Vernichtung der traditionellen Familie und des Glaubens. Am Ende steht nach Ansicht der Konservativen eine Gesellschaft, in der Kindesmissbrauch an der Tagesordnung ist und Heterosexuelle unterdrückt werden.

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In kleineren autonom agierenden US-Bundesstaaten des Mittleren Westens und des Südens haben solche hanebüchenen Ideen gerade Hochkonjunktur: So haben am Montag 20 republikanische Abgeordnete in Missouri ein Gesetz auf den Weg gebracht, das Diskussionen über Homosexualität in der Schule und auf Schulfreizeiten verbieten soll (das sogenannte "Don't Say Gay"-Gesetz). Missouri ist ein Staat, der bis vor neun Jahren noch Homosexualität verboten hatte, aber nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofes in Washington das Gesetz einstampfen musste. Jetzt versuchen konservative Politiker, auf anderen Wegen die homofeindliche Atmosphäre auszunutzen. Der Republikaner Dwight Scharnhorst begründet den neuen Gesetzentwurf damit, dass man die "homosexuelle Agenda" stoppen müsse, bevor sie noch mehr anrichte. In ein paar Jahren müsse man sonst Diskussionen darüber akzeptieren, "dass Billy eine Ziege heiraten will".

In Tennessee hat vergangene Woche ein ähnliches Gesetz mit acht gegen sieben Stimmen eine weitere Hürde im Bildungsausschuss des Repräsentantenhauses genommen. Gesetzesautor Joey Hensley argumentiert, dass er als Vater das Recht habe, seinen Nachwuchs vor bösen Einflüssen zu schützen: "Ich habe zwei Kinder in der Grundschule und will nicht, dass sie mit Dingen in Berührung kommen, die ich nicht befürworte", so Hensley. Die Kinder sollen nach dem Willen der Republikaner aber das Recht haben, andere schwule und lesbische Schüler wegen ihrer sexuellen Ausrichtung anzugreifen: Tennessee arbeitet derzeit auch an einem Gesetz, das es religiösen Menschen erlauben würde, Schwule und Lesben zu mobben, wenn sie dies mit religöser Begründung tun (queer.de berichtete).

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Auf seiner Wahlkampfseite vermarktet sich Joey Hansley als Familienmensch mit züchtiger Ehefrau und braven Kindern

Die Einstellung, die eigene Ideologie durchzusetzen, gilt übrigens nicht nur gegenüber Schwulen und Lesben: Im vergangenen Monat hat Gouverneur Bill Haslam ein Gesetz unterschrieben, das Lehrer dazu anregen soll, "wissenschaftliche Schwächen" bestimmter Theorien hervorzuheben - dabei ging es insbesondere um Evolution und die Klimaveränderung, die von Republikanern aus der Pampa gerne als Erfindung von kommunistischen Europäern beschrieben wird. In Missouri gibt es einen besonders folkloristischen Gesetzentwurf: Dort will eine Handvoll Republikaner die Diskriminierung von Waffenbesitzern im Gleichbehandlungsgesetz verbieten.

Nicht überall setzen sich solch albernen Gesetze durch: So hat der republikanische Gouverneur von Utah, Gary Herbert, ein bereits von beiden Kammern des Parlaments beschlossenes Maulkorb-Gesetz in Utah verhindert. Dieses sollte Lehrern auch verbieten, über Verhütung zu sprechen. Herbert erklärte nur, dass er die augenblickliche Regelung als ausreichend betrachte. Wahrscheinlich, so spekulierten Analysten, hatte der überzeugte Kapitalist aber Angst, dass ein allzu hinterwäldlerischen Gesetz Investoren abschrecken könnte. Und diese Angst ist unter den meisten konservativen Spitzenpolitikern größer als die irrationale Phobie vor den bösen Homosexuellen. Und außerdem wollen manche jüngeren Politiker möglicherweise irgend einmal auf nationaler Ebene gewählt werden - und hier macht sich bei Wählern außerhalb des Bibelgürtels Homo-Bashing nicht gut.



#1 BingAnonym
#2 TagesschauAnonym
#3 outproudAnonym
#4 böserEinflussAnonym
  • 24.04.2012, 13:40h
  • "dass Billy eine Ziege heiraten will" - na ja, wenn er gewisse intellektuelle Mindestansprüche stellt und als sonstige potentielle Partner nur religiöse Fanatiker in Frage kommen, kann sich der Versuch doch lohnen, ein legales Einverständnis von der Ziege zu erhalten...
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#5 Lapushka
  • 24.04.2012, 13:54h
  • Naja wenn man den Unterschied zwischen Beziehungen zwischen erwachsenen Menschen und zwischen Menschen und Tieren nicht kennt (davon abgesehen, dass Tiere nicht mündig sind und deshalb auch nicht heiraten können), was soll man da noch sagen.

    Wird wohl wieder ein paar unnötige Teenie-Selbstmorde geben, bis die aufwachen, falls sie es tun.

    Im Übrigen interessant, ich dachte in den USA wird Meinungsfreiheit so hochgehängt.
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#6 MichaelTh
  • 24.04.2012, 13:59h
  • Diejenigen, die "Homosexuelle Propaganda" fürchten, müssen sich wohl selber SEHR dafür anfällig fühlen. Anders kann ich das nicht verstehen. "Echte" Heten haben mit Schwulen keine Probleme. Zumindest in meinem Bekanntenkreis nicht.
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#7 finkAnonym
  • 24.04.2012, 15:07h
  • Antwort auf #5 von Lapushka
  • "wenn man den Unterschied zwischen Beziehungen zwischen erwachsenen Menschen und zwischen Menschen und Tieren"

    mit der biologie hapert es ja leider oft bei christen. wenn sie wenigstens die eigene doofheit nicht auch noch auf die ganze gesellschaft projizieren würden.

    vielleich ist es wirklich nicht gut, wenn man schon kleinen kindern erzählt, sie seien in wirklichkeit die schäfchen eines unsichtbaren hirten?

    offenbar bleibt da doch ein wesentlich schwererer schaden bei hängen als wir bislang dachten.
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#8 stromboliProfil
  • 24.04.2012, 15:48hberlin
  • Antwort auf #4 von böserEinfluss
  • da kann ich dir nur zustimmen, jede ziege ist IQ mäßig und emotional einem lieber als diese horror-family mit "Joey Hansley als Familienmensch [...] züchtiger Ehefrau und braven Kindern.

    Ich wünsche Billy viel glück in seiner partnerschaft!
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#9 MaoamAnonym
  • 24.04.2012, 16:05h
  • Angst davor das jemand eine Ziege heiraten könnte wenn die "homosexuelle Agenda" nicht gestopt wird?
    Es heisst ja immer man wehrt das ab was man insgeheim wünscht...steht der Republikaner Dwight Scharnhorst heimlich auf Tiere?
    Dann soll er doch nach Deutschland ziehen, hier ist das erlaubt. Ok, nicht das Heiraten, aber der Sex.
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#10 AlexAnonym
  • 24.04.2012, 16:10h
  • Ja klar, Homosexualität und Sex mit Tieren ist ja auch dasselbe. Zumindest in deren Welt des Wahnsinns.

    Deswegen wollen die auch Bildung an den Schulen verhindern. Die Leute könnten ja zu intelligent werden und diesen Wahnsinn erkennen...
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