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Nationaltrainer Cesare Prandelli könnte es bei der EM im Sommer ab dem Halbfinale auch mit der deutschen Nationalmannschaft zu tun kriegen (Bild: Wiki Commons / Elitre / CC-BY-SA-3.0)

Der italienische Fußball gilt bislang als Bastion der Homophobie. Jetzt hat überraschend Nationaltrainer Cesare Prandelli die Schwulenfeindlichkeit im Profigeschäft beklagt.

Prandelli hat in einem Vorwort zum Buch "Il campione innamorato: Giochi proibiti dello sport" (Meister der Liebe: Verbotene Spiele im Sport) mehr Unterstützung für schwule Spieler gefordert. Wie die Zeitung "Repubblica" am Dienstag meldete, schrieb der 54-jährige Prandelli: "Im italienischen Sport ist Homosexualität immer noch ein Tabu. Alle Menschen sollten aber ihre Gefühle frei ausdrücken dürfen. Ich fände es gut, wenn Fußballspieler ein Coming-out wagen würden."

Das Buch der Autoren Alessandro Cecchi Paone und Flavio Pagano berichtet vom Doppelleben vieler erfolgreicher Sportler und erzählt die Geschichte des Sports vor dem Hintergrund von Homophobie, Transphobie und Rassismus. Die Autoren stellen die Frage, ob sportlicher Erfolg gleichzeitig ein erfolgreiches Liebesleben bedeutet.

Prandellis Vorgänger glaubte an homophobe Klischees

Bislang hat sich wie in Deutschland auch in Italien noch kein aktiver Profifußballer geoutet. Allerdings sind die homophoben Töne in italienischen Fußballstadien lauter. Auch die Sportler machen immer wieder mit schwulenfeindlichen Kommentaren von sich reden: So hat Prandellis Vorgänger Marcello Lippi erklärt, dass homosexuelle Profis Probleme in der Umkleidekabine erzeugen würden (queer.de berichtete). Nationalspieler Nicola Legrottaglie hat in einer Autobiografie Schwule als Sünder bezeichnet und ihnen empfohlen, die Bibel zu lesen (queer.de berichtete). Auch bei politischen Debatten brachten die Fußballer ihre Abneigung zum Ausdruck: So sprach sich Haudegen Gennaro Gattuso 2008 öffentlich gegen die Homo-Ehe aus - er begründete das mit seiner Religion (queer.de berichtete).

In Deutschland haben sich mehrere Fußballprofis für die Entabuisierung von Homosexualität in der Bundesliga ausgesprochen - zuletzt Schalke-Star Jermaine Jones in einem Interview mit der "Sport Bild" (queer.de berichtete). Kontroversen löste Bayern-Kapitän Philipp Lahm aus, weil er schwulen Profifußballern empfohlen hatte, sich nicht zu outen. Seiner Meinung nach sei die Gesellschaft noch nicht so weit. Die Aussage wurde unter anderem von der Leiterin der Antidiskriminierungsstelle scharf kritisiert (queer.de berichtete). (dk)



#1 FrancoisAnonym
#2 AlexAnonym
#3 ClaudiaAnonym
#4 SurohAnonym
  • 24.04.2012, 17:43h
  • Immerhin äußert sich mal ein Nationaltrainer dazu und nicht so wie unser Bundes-Jogi, der als angeblich liberaler Trainer zu so was nix sagt.
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#5 FoXXXynessEhemaliges Profil