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Bounty Killer macht Geld mit Homohass - aber nicht in Hamburg

Bounty Killer, der in Songs zur Ermordung von Schwulen aufruft, wird nicht Anfang Mai in Hamburg auftreten. Der Veranstalter "Inna Di Dance" sieht sich als Opfer einer Kampagne.

Auf ihrer Facebook-Seite haben die Organisatoren mitgeteilt, dass der Auftritt des 39-Jährigen aufgrund "einer massiven Protestwelle diverser Verbände, Parteien, Presseorganen und Privatpersonen" nicht möglich sei. Die Aktionen hatten bereits dazu geführt, dass die beiden geplanten Austragungsorte "Trafalgar Lounge" und "Festplatz Nord" den Auftritt des homophoben Sängers ablehnten. Hamburg wäre sein einziger geplanter Auftritt in Deutschland gewesen, es sind aber noch Konzerte in anderen europäischen Städten, etwa im schweizerischen Lausanne, geplant.

Bounty Killer hat in mehreren Liedern die Ermordung von Schwulen gefordert: So rief er im Song "Another Level" dazu auf, Schwule zu verbrennen und zu ertränken, in "Look Good" hieß es: "Lösche die Schwuchtel mit einem Laser-Beam aus". Anders als andere umstrittene Sänger aus Jamaika hat Bounty Killer bis heute nicht den "Reggae Compassionate Act" unterzeichnet, mit denen sich die Künstler von früheren Werken distanzieren und versprechen, diese nicht mehr aufzuführen. Bereits im vergangenen Jahr wurde deshalb ein Auftritt Bounty Killers in Berlin nach Protesten verhindert (queer.de berichtete).

Veranstalter sauer über Proteste

Trotz der schwulenfeindlichen Texte von Bounty Killer kritisieren die Veranstalter, dass der jamaikanische Sänger in Deutschland nicht auftreten dürfe. Sie erklären, dass er versprochen habe, zumindest in Hamburg keine homophoben Lieder aufzuführen. "Leider ist eine breite Öffentlichkeit in Deutschland nicht bereit, dem Künstler die Möglichkeit zu geben, ein anderes Bild von sich zu präsentieren", schreiben sie auf Facebook. Obwohl sich die Veranstalter "ausdrücklich von Gewalt und Unterdrückung gegenüber Minderheiten" distanzierten, äußerten sie keine Kritik an den Mordaufrufen des Künstlers.

In einer ersten Reaktion begrüßte der grüne Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck die Absage. "Wer solche Auffassungen vertritt, sollte in Deutschland keine Bühne bekommen". Schließlich habe Bounty Killer sich nie von seinen schwulenfeindlichen Texten distanziert und sich auch geweigert, auf die Aufführung diser Songs weltweit zu verzichten. "Es ist sehr zu begrüßen, dass auch in Hamburg der zivilgesellschaftliche Protest erfolgreich war", so Beck. (dk)



#1 PoccoAnonym
  • 25.04.2012, 11:59h

  • Er ruft in Songs offen zu Gewalt und Vernichtung einer Menschengruppe auf und sollte nirgendwo auftreten dürfen. Hoffentlich ziehen die anderen städte nach.
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#2 KokolemleProfil
  • 25.04.2012, 12:32hHerschweiler
  • Richtig so. Solche Volksverhetzer haben bei uns nichts zu suchen und sowiso nirgendwo auf dieser Welt. Das der Veranstalter sauer ist liegt doch nur wieder mal am entgangegen Gewinn. Das heißt der Gewinn ist dem Veranstalter lieber als das solche Volksverhetzenden Aufrufe unterbleiben. Wir brauchen hier in Deutschland und noch besser in ganz Europa endlich gesetzliche Regelungen, die sowas verbieten und somit unmöglich machen für die Zukunft.
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#3 Knueppel
  • 25.04.2012, 13:00h
  • Wie lange meinen eigentlich solche Ignoranten, wie der Veranstalter 'Inna Di Dance': "(...) äußerten sie keine Kritik an den Mordaufrufen des Künstlers ...", noch die Täter-Opfer Konstellation umkehren zu können?

    "(...) Der Veranstalter "Inna Di Dance" sieht sich als Opfer einer Kampagne ..."

    Ist es nicht unverschämt, wenn sich diejenigen, die sich durch Duldung und Ignoranz zu Komplizen und Mittätern machen, plötzlich als "Opfer" gerieren?

    Herrschaften, Opfer sind diejenigen schwulen Männer, die auf Jamaika Jahr für Jahr ermordet werden, weil u.a. "Künstler", wie Bounty Killer mit ihren volksverhetzenden Texten den Nährboden für diese Morde bereitet haben.

    PS
    Dass der Veranstalter jetzt vermutlich finanzielle Einbußen hinnehmen muss, freut mich! Manche reagieren ja immer erst dann, wenn es an ihre Gewinne geht. Möglicherweise ist das aber auch der Beginn eines einsetzenden Lernprozesses.
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#4 tom21
  • 25.04.2012, 13:27h
  • Selbst die Aussage des Sängers keine homophoben Texte in Deutschland zu singen, wäre doch kein Grund ihn in Deutschland auftreten zulassen. Diejenigen die dieses Konzert besucht hätten, würden damit die Ideologie des Sängers unterstützen und er könnte in anderen Ländern Menschen aufhetzen, mit dem Geld, das er dann bei uns verdient hätte.
    Und ein Land, das solchen "Künstlern" Platz bittet sollte sich schämen. Auf der einen Seite viel Geld in Projekte zur Integration von Minderheiten inverstieren und auf der anderen Seite, Menschen Raum geben die Arbeit von vielen Menschen an solchen Projekten zu boykottieren und Leid immer wieder neu erschaffen.
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#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 25.04.2012, 15:10h
  • Die Absage ist ein voller Erfolg! Keine Plattform für einen solchen homophoben Abschaum!
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#6 finkAnonym
  • 25.04.2012, 19:48h
  • habs zum ersten mal geschafft, einen kommentar zu schreiben, der hier nicht veröffentlicht wurde. ignoranz macht mich nun mal wütend.

    und anders als ignorant kann man die aussagen der veranstalter wohl kaum bezeichnen.
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#7 SoleilProfil
#8 RömerAnonym
#9 RobinAnonym
  • 26.04.2012, 11:19h
  • Wenn dieser Typ wirklich eine Chance will, ein anderes Bild von sich zu zeigen, kann er ja diese Erklärung unterschreiben. Aber warum macht er das wohl nicht?

    Und dieser Kommentar des geldgeilen Veranstaltern, der für seinen Gewinn wohl auch Nazibands auftreten lassen würde ist ja wohl der Höhepunkt: dass dieser Bounty Killer "zumindest in Hamburg" nicht zu Mord aufrufen will. Da können wir ja froh sein, dass er aus Geldgeilheit hierzulande darauf verzichten will, aber gleichzeitig anderswo weiter faschistisch hetzen will.

    Wir müssen bei Faschisten-Musik immer wieder neu aktiv werden. Und daran arbeiten, dass das endlich juristisch ein für alle mal geregelt wird.

    Würde man in den Texten "Schwule" durch Farbige, Juden, Behinderte, etc. ersetzen, wären sie zu recht verboten und niemand würde sowas auf die Bühne lassen. Nur bei Schwulen nicht. Das muss sich endlich ändern; aber dafür müssen sich auch die politischen Verhältnisse ändern, denn Schwarz-Gelb sieht weiterhin keinen Handlungsbedarf.

    STOPP HASSMUSIK !!
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