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Gute Nacht! (Bild: autiscy / flickr / by 2.0)

Reisen ist am Schönsten, wenn man bei Freunden auf der Couch übernachten kann. Der Online-Dienst Couchsurfing bringt Touristen und verwaiste Sofas zusammen. Auch immer mehr Schwule nutzen den kostenlosen Service.

Von Carsten Weidemann

Der Amerikaner Casey Fenton war jung und wollte die Welt kennenlernen. Als er Ende der 1990er Jahre durch Island und Ägypten reiste, kam ihm die Idee: Wenn alle Abenteuerlustigen auf einer Website vernetzt werden, ist kein Reisender mehr irgendwo auf der Welt fremd. 2004 gründete er die gemeinnützige CouchSurfing International, Inc. in San Francisco - auf der Website Couchsurfing.org sind jetzt, keine zehn Jahre später, über vier Millionen Travel-Fanatiker in 86.000 (!) Städten auf der ganzen Welt registriert. Es ist damit die weltgrößte Community für Reisende.

Das Konzept von Couchsurfing.org ist sehr einfach: Auf dem Portal registriert man sich kostenlos und beschreibt, was man anbieten möchte. Auf einem Profil kann jeder wie auf einer Datingseite seine Vorlieben angeben. So kann ein Stuttgarter Besuchern anbieten, ihnen Skat beizubringen oder ein New Yorker kann Touristen in die Underground-Szene der Stadt einführen. Dabei muss man nicht unbedingt Fremde ins Haus lassen. Nur knapp die Hälfte der Mitglieder bieten ihre Couch an, manche wollen erst Rücksprache mit dem potenziellen Gast halten. Dafür gibt es aber viele andere Offerten, die man als 08/15-Tourist nie erhalten würde, etwa eine Mitternachts-Stadtführung. Das Portal hat sich so zur Plattform für Reiselustige entwickelt. Per E-Mail tauschen sich Interessenten untereinander und verabreden sich. Da die Mitglieder vernetzt sind und Erfahrungsberichte austauschen, ist auch für die Sicherheit gesorgt.

Kein kommerzieller Dienst


Oft reisen Couchsurfing-Nutzer auch zu zweit und schlafen auf einem Sofa (Bild: FASHION FOR HOME)

Couchsurfing.org legt Wert darauf, kein kommerzieller Dienst zu sein. Daher sollen die Gastgeber auch keine Gebühren von ihren Besuchern verlangen - außer natürlich Auslageerstattungen für Essen, Waschpulver oder ähnliches. Die Gäste dürfen dann natürlich auch keinen Hotel-Service erwarten, sondern müssen unter Umständen beim Kochen helfen, wenn sie vom ihrem "Herbergsvater" ein authentisches einheimischen Gericht erhalten. Und die Höflichkeit gebietet es, dem Gastgeber ein kleines Geschenkchen aus seinem Heimatland mitzubringen - es muss aber nicht immer eine Kuckucksuhr oder eine Lederhose sein.

Auch immer mehr Schwule nutzen den Dienst: Man kann etwa den "konservativen Schwulen" Bruce aus Charleston im US-Bundesstaat South Carolina besuchen, der Touristen die historische Altstadt zeigen will und sogar etwas Deutsch spricht. Oder man kann mal bei John und Keith im südafrikanischen Kapstadt vorbeischauen, sofern man keine Katzenallergie hat. Oft entwickeln sich dabei Freundschaften: John und Keith könnten vielleicht schon morgen zum Gegenbesuch in Europa vorbeischauen. Und auch wenn die Community anders als Gayromeo kein Sextreff ist, kann es natürlich zu Begegnungen mit "Happy Ending" kommen. Auch so manche binationale Beziehung ist dank Couchsurfing.org bereits zustanden gekommen. Auf jeden Fall erleben die Besucher viel mehr als diejenigen, die im erstbesten Bahnhofshotel nach Stadtplänen suchen müssen.

Außer einem Internetanschluss gibt es keine weiteren Voraussetzungen, beim Gastfreundschafts-Netzwerk teilzunehmen. Natürlich kommt es besser, wenn man eine gute Couch vorweisen kann. Vielleicht sollte man sich deshalb vorher bei FASHION FOR HOME oder anderen Anbietern nach schönen und stabilen Ecksofas mit Bettfunktion umschauen. Denn wer erst einmal seinen ersten Gast empfangen hat, wird dies wieder und wieder tun.



#1 DanielleggAnonym
  • 14.01.2014, 13:22h
  • hi, habt ihr davon schon mal was von cocksurfing.com gehört beziehungsweise erfahrungen?
  • Antworten » | Direktlink »
#2 David77Anonym
#3 PasckalAnonym
#4 queerdoAnonym