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Nicht nur Joints sind unter Schwulen weit verbreitet (Bild: Wiki Commons / Chmee2 / CC-BY-SA-2.5,2.0,1.0CC-BY-SA-3.0)

44 Prozent der Schwulen und bisexuellen Männer haben einer schottischen Studie zufolge im letzten Jahr illegale Drogen konsumiert. Unter Heteros waren es nur elf Prozent.

Die Umfrage zum Gesundheitszustand wurde von der Homo-Gruppe Stonewall Scotland durchgeführt. Insgesamt rund 650 Männer, die Sex mit Männer haben, wurden online befragt. Die beliebteste Droge ist demnach Cannabis, das von 21 Prozent der Befragten in den vergangenen zwölf Monaten konsumiert wurde. Jeder zehnte Befragte nutzte Kokain. Die Partydroge Ecstasy wurde von neun Prozent geschluckt und damit vier Mal häufiger als von Hetero-Männern (Vergleichszahlen aus dem offiziellen schottischen Drogenbericht). Auch andere Substanzen erfreuen sich unter Schwulen großer Beliebtheit: Die "Badesalz"-Droge Mephedron konsumierten sieben Prozent, das Narkosemittel Ketamin nahmen vier Prozent ein, ebenso viele missbrauchten Amphetamine. Am größten ist der Unterschied zur Gesamtbevölkerung bei der Sex-Droge Poppers: Während jeder vierte Schwule Amylnitrat und Co. schnüffelte, waren es unter Heteros nur ein Prozent.

Bereits 2010 hatte die Londoner "Party Drug Clinic" berichtet, dass insbesonders junge Schwule Partydrogen konsumierten. Gewarnt wurde vor allem vor Liquid Ecstasy (GHB), das schwer zu dosieren ist (queer.de berichtete). Der schottischen Umfrage zufolge haben zwei Prozent aller schwulen und bisexuellen Männer im vergangenen Jahr damit Erfahrungen gemacht. Hinzu kommen ein Prozent, die das hochgefährliche Crystal Meth zu sich nahmen.

Mehr Selbstmordversuche unter Schwulen

Die Studie zeigt auch, dass Schwule und Bisexuelle eher Selbstmordversuche unternehmen. Während 0,4 Prozent der Gesamtbevölkerung im vergangenen Jahr versucht haben, sich das Leben zu nehmen, waren es unter Schwulen drei Prozent und unter bisexuellen Männern sogar sieben Prozent. Die Zahlen bestätigen mehrere internationale Studien zum Thema. Eine Untersuchung der amerikanischen Columbia-Universität ist im letzten Jahr zu dem Ergebnis gekommen, das insbesondere negative äußere Einflüsse zur hohen Zahl von Selbstmordversuchen unter sexuellen Minderheiten führten (queer.de berichtete).

Viele Schwule und bisexuelle Männer fühlen sich außerdem von Arztpraxen und Kliniken benachteiligt. So erklärten ein Drittel der Befragten, dass sie im vergangenen Jahr wegen ihrer sexuellen Orientierung negative Erfahrungen im Gesundheitssystem gemacht hätten. Stonewall Scotland appellierte daher an das Gesundheitsministerium, mehr Schulungen unter Ärzten, Sanitätern und Krankenpflegern durchzuführen, um auf die speziellen Anforderungen von schwulen Männern einzugehen.

Immerhin scheinen Schwule weniger unter Übergewicht zu leiden als die Durchschnittbevölkerung: Die Hälfte von ihnen haben einen normalen Body-Mass-Index, verglichen mit einem Drittel unter heterosexuellen Männern. (dk)



#1 tom21
  • 26.04.2012, 12:17h
  • Ich halte Statistiken für sehr gefährlich, wenn sie nicht interpretiert werden. Was will dieser Artikel herausstellen? Etwa, das Schwule teuer für das Gesundheitssystem sind und aufgrund des erhöhten Drogenmissbrauchs unserer Gesellschaft und den Kindern schaden? Ist natürlich schwachsinn, aber so könnte vielleicht die BILD-Zeitung argumentieren oder irgendeine religiöse Institution.
    Was ist denn die Ursache für den Drogenmissbrauch, für die höhere Suizidrate? Welchen Einfluss hat den die Diskriminierung von Minderheiten auf den Umgang mit Drogen, auf Selbstmordversuche, auf (Auto-)Aggressionen? Das wären interessante Fragen. Darauf aufbauend könnten Statistiken helfen die richtigen Schlüsse zu ziehen.
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#2 eMANcipation*Anonym
#3 Frankyboy
  • 26.04.2012, 14:18h
  • Tsja, die besseren Parties finden nunmal in Gay-Clubs statt. Woran das bloß liegen mag?
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#4 campAnonym
#5 daVinci6667
  • 26.04.2012, 16:00h

  • Wir nehmen also statistisch gesehen mehr Drogen, dafür sind wir seltener übergewichtig. Was könnte uns das sagen? Wer Single ist und auf Männerjagd muss, frisst eben weniger. Eigentlich logisch.

    Wem es psychisch nicht gut geht, auch aufgrund zermürbender allgegenwärtiger Diskriminierung, der neigt häufiger zur Betäubung. Ist auch logisch.

    Wo man ansetzen kann? Ursachen, sprich Homophobie bekämpfen und uns in allen Lebenslagen gleichstellen.

    Dann natürlich in Gay-Betrieben Aufklärung betreiben. Ein Gläschen guten Wein zum Essen kann Gesund sein. Aber ansonsten schaden Drogen immer. Legale und Illegale, ausnahmslos.
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#6 goddamn liberalAnonym
  • 26.04.2012, 16:04h
  • Antwort auf #2 von eMANcipation*
  • "Wo wurden denn die Homosexuellen befragt? In Technoclubs?"

    Anscheinend. Mit meinem Lebensumfeld hat das jedenfalls nix zu tun.

    Die einzigen Kokser, die ich mal kannte, sind jetzt brave bürgerliche Familienväter.
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#7 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 26.04.2012, 16:32h
  • Das mit dem Übergewicht ist für uns Schwule hier das einzige positive Ergebnis, alles andere dagegen nicht.
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#8 maaartinAnonym
#9 EdieAnonym
  • 26.04.2012, 17:18h
  • "Insgesamt rund 650 [schottische] Männer, die Sex mit Männer haben, wurden online befragt."

    ...und der Titel verallgemeinert "Drogen unter Schwulen weit verbreitet" - das ist BLÖD-Zeitungs-Niveau.
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#10 healthAnonym