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  • 26.04.2012           18      Teilen:   |

Schottische Umfrage

Drogen unter Schwulen weit verbreitet

Nicht nur Joints sind unter Schwulen weit verbreitet - Quelle: Wiki Commons / Chmee2 / CC-BY-SA-2.5,2.0,1.0CC-BY-SA-3.0
Nicht nur Joints sind unter Schwulen weit verbreitet (Bild: Wiki Commons / Chmee2 / CC-BY-SA-2.5,2.0,1.0CC-BY-SA-3.0)

44 Prozent der Schwulen und bisexuellen Männer haben einer schottischen Studie zufolge im letzten Jahr illegale Drogen konsumiert. Unter Heteros waren es nur elf Prozent.

Die Umfrage zum Gesundheitszustand wurde von der Homo-Gruppe Stonewall Scotland durchgeführt. Insgesamt rund 650 Männer, die Sex mit Männer haben, wurden online befragt. Die beliebteste Droge ist demnach Cannabis, das von 21 Prozent der Befragten in den vergangenen zwölf Monaten konsumiert wurde. Jeder zehnte Befragte nutzte Kokain. Die Partydroge Ecstasy wurde von neun Prozent geschluckt und damit vier Mal häufiger als von Hetero-Männern (Vergleichszahlen aus dem offiziellen schottischen Drogenbericht). Auch andere Substanzen erfreuen sich unter Schwulen großer Beliebtheit: Die "Badesalz"-Droge Mephedron konsumierten sieben Prozent, das Narkosemittel Ketamin nahmen vier Prozent ein, ebenso viele missbrauchten Amphetamine. Am größten ist der Unterschied zur Gesamtbevölkerung bei der Sex-Droge Poppers: Während jeder vierte Schwule Amylnitrat und Co. schnüffelte, waren es unter Heteros nur ein Prozent.

Bereits 2010 hatte die Londoner "Party Drug Clinic" berichtet, dass insbesonders junge Schwule Partydrogen konsumierten. Gewarnt wurde vor allem vor Liquid Ecstasy (GHB), das schwer zu dosieren ist (queer.de berichtete). Der schottischen Umfrage zufolge haben zwei Prozent aller schwulen und bisexuellen Männer im vergangenen Jahr damit Erfahrungen gemacht. Hinzu kommen ein Prozent, die das hochgefährliche Crystal Meth zu sich nahmen.

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Mehr Selbstmordversuche unter Schwulen

Die Studie zeigt auch, dass Schwule und Bisexuelle eher Selbstmordversuche unternehmen. Während 0,4 Prozent der Gesamtbevölkerung im vergangenen Jahr versucht haben, sich das Leben zu nehmen, waren es unter Schwulen drei Prozent und unter bisexuellen Männern sogar sieben Prozent. Die Zahlen bestätigen mehrere internationale Studien zum Thema. Eine Untersuchung der amerikanischen Columbia-Universität ist im letzten Jahr zu dem Ergebnis gekommen, das insbesondere negative äußere Einflüsse zur hohen Zahl von Selbstmordversuchen unter sexuellen Minderheiten führten (queer.de berichtete).

Viele Schwule und bisexuelle Männer fühlen sich außerdem von Arztpraxen und Kliniken benachteiligt. So erklärten ein Drittel der Befragten, dass sie im vergangenen Jahr wegen ihrer sexuellen Orientierung negative Erfahrungen im Gesundheitssystem gemacht hätten. Stonewall Scotland appellierte daher an das Gesundheitsministerium, mehr Schulungen unter Ärzten, Sanitätern und Krankenpflegern durchzuführen, um auf die speziellen Anforderungen von schwulen Männern einzugehen.

Immerhin scheinen Schwule weniger unter Übergewicht zu leiden als die Durchschnittbevölkerung: Die Hälfte von ihnen haben einen normalen Body-Mass-Index, verglichen mit einem Drittel unter heterosexuellen Männern. (dk)

Links zum Thema:
» DAH-Seite zu Drogen
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Tags: drogen, cannabis, kokain, selbstmord
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Reaktionen zu "Drogen unter Schwulen weit verbreitet"


 18 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
26.04.2012
12:17:58


(+3, 5 Votes)

Von tom21
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Ich halte Statistiken für sehr gefährlich, wenn sie nicht interpretiert werden. Was will dieser Artikel herausstellen? Etwa, das Schwule teuer für das Gesundheitssystem sind und aufgrund des erhöhten Drogenmissbrauchs unserer Gesellschaft und den Kindern schaden? Ist natürlich schwachsinn, aber so könnte vielleicht die BILD-Zeitung argumentieren oder irgendeine religiöse Institution.
Was ist denn die Ursache für den Drogenmissbrauch, für die höhere Suizidrate? Welchen Einfluss hat den die Diskriminierung von Minderheiten auf den Umgang mit Drogen, auf Selbstmordversuche, auf (Auto-)Aggressionen? Das wären interessante Fragen. Darauf aufbauend könnten Statistiken helfen die richtigen Schlüsse zu ziehen.


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#2
26.04.2012
12:38:20


(-4, 4 Votes)

Von eMANcipation*


Wo wurden denn die Homosexuellen befragt? In Technoclubs?


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#3
26.04.2012
14:18:24


(0, 4 Votes)

Von Frankyboy
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Tsja, die besseren Parties finden nunmal in Gay-Clubs statt. Woran das bloß liegen mag?


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#4
26.04.2012
14:22:00


(+4, 4 Votes)

Von camp
Antwort zu Kommentar #2 von eMANcipation*


Nein. Vor dem Britannia Hospital. Die zelten seit 40 Jahren. Besser wurd nichts.

Link zu www.3sat.de


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#5
26.04.2012
16:00:17
Via Handy


(+2, 4 Votes)

Von daVinci6667
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Wir nehmen also statistisch gesehen mehr Drogen, dafür sind wir seltener übergewichtig. Was könnte uns das sagen? Wer Single ist und auf Männerjagd muss, frisst eben weniger. Eigentlich logisch.

Wem es psychisch nicht gut geht, auch aufgrund zermürbender allgegenwärtiger Diskriminierung, der neigt häufiger zur Betäubung. Ist auch logisch.

Wo man ansetzen kann? Ursachen, sprich Homophobie bekämpfen und uns in allen Lebenslagen gleichstellen.

Dann natürlich in Gay-Betrieben Aufklärung betreiben. Ein Gläschen guten Wein zum Essen kann Gesund sein. Aber ansonsten schaden Drogen immer. Legale und Illegale, ausnahmslos.


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#6
26.04.2012
16:04:27


(-3, 3 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #2 von eMANcipation*


"Wo wurden denn die Homosexuellen befragt? In Technoclubs?"

Anscheinend. Mit meinem Lebensumfeld hat das jedenfalls nix zu tun.

Die einzigen Kokser, die ich mal kannte, sind jetzt brave bürgerliche Familienväter.


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#7
26.04.2012
16:32:00


(0, 2 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Das mit dem Übergewicht ist für uns Schwule hier das einzige positive Ergebnis, alles andere dagegen nicht.


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#8
26.04.2012
16:58:40


(-1, 3 Votes)

Von maaartin
Antwort zu Kommentar #5 von daVinci6667


wie, bier und kaffee sind auch immer schädlich? das war mir neu


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#9
26.04.2012
17:18:05


(-5, 5 Votes)

Von Edie


"Insgesamt rund 650 [schottische] Männer, die Sex mit Männer haben, wurden online befragt."

...und der Titel verallgemeinert "Drogen unter Schwulen weit verbreitet" - das ist BLÖD-Zeitungs-Niveau.


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#10
26.04.2012
17:18:49


(+2, 4 Votes)

Von health
Antwort zu Kommentar #4 von camp


aus der satire wurde ernst. die steigerung:

Link zu www.heise.de


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