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Sharon Needles ungeschminkt in der Show (Bild: Screenshot "RuPaul's Drag Race")

Ru Paul, die Mutter der Travestie, hat in der vierten Staffel ihrer Drag-Castingshow einen Nachwuchskünstler mit Schockeffekt gekrönt.

Von Christian Scheuß

Im Sommer 2011 kannten nur die Besucher der kleinen Pittsburgher "Blue Moon Bar" im US-Staat Pennsylvania ihren Namen. "Sharon Needles", ein Tuntenname, der schwer nach Junkieszene klingt. Er gehört einem jungen, schlaksigen Mann mit blondierten Haaren, der den Punk in sich trägt. Und einem Travestiekünstler, wie man ihn selten zu Gesicht bekommt. Mit grellgrünen Kontaktlinsen in den Augen, geschminkt, wie gerade der Gruft entstiegen. Wenn der 31-jährige den Song "Toxic" performt, quillt künstliches Blut aus seinem Mund. Doch gerade wegen seiner provokanten Schockauftritte lieben ihn die Fans in der schwulen Bar. Und jetzt ist er auch noch "Amerikas Next Drag Superstar".

Ende April lief die letzte Folge von "RuPaul's Drag Race - Season 4" auf dem amerikanischen Kabelsender "Logo". Das Finale, das erstmals vor einem größeren Livepublikum stattfand, war das spannendste, seit es die ungewöhnliche Castingshow gibt. Logo gehört zu den MTV Networks. Als "Drag Race" Anfang 2009 auf Sendung ging, wurde die Show zu einem unerwarteten Zuschauerhit. Logo konnte Rekordzahlen vermelden, seitdem produziert Amerikas bekanntester Dragstar die Sendung, in der Nachwuchs- und gestandene Travestiekünstler mit verschiedenen Aufgaben gegeneinander antreten.

Cher-Imitatoren sind "old school", der eigene Dragstyle ist gefragt


Blutiger Schockauftritt bereits in der ersten Folge (Bild: Screenshot)

Die Stärke der Show ist, dass neben dem künstlerischen Potential auch die soziale Kompetenz der Teilnehmer deutlich sichtbar wird. Ein bisschen Gezicke ist okay, aber wer so gar kein Teamplayer ist oder kein Gespür dafür hat, dass man trotz Wettbewerbs Teil einer Community ist - der besitzt schlechte Karten. "Drag Race" ist inzwischen aber auch zu einem Trendscout geworden.

Natürlich gibt es nach wie vor die klassische Sparte der Travestie. Der 40-jährige Chad Michaels, der in der Top 3 landete, ist so ein Vertreter der "alten Zunft". Seine Cher- und Joan-Crowford-Parodien sind perfekt und professionell, aber eben "old school". Sharon Needles dagegen steht für eine neue, provokante und sehr fantasievolle Art der Selbstdarstellung. Needles folgt damit Raja, dem Gewinner aus dem vergangenen Jahr, der ebenfalls neue Impulse setzte und vor allem durch extravagante Kostüme aus dem Rahmen fiel.

Needles war auf jeden Fall überglücklich, dass sie von RuPaul vom Underground- zum TV-Star gekrönt worden ist. Aber nicht nur wegen der 100.000 Dollar Preisgeld, mit der der Titel ausgestattet ist: "Diese Krone gehört allen, die an mich geglaubt haben. Wir sind alle Queens."

Youtube | Sharon Needles Selbstdarstellung erwies sich als wahr: Sie IST Drag Superstar 2012
Wo kann ich RuPaul´s Drag Race sehen?

Wer in Deutschland die Show sehen möchte, muss leider etwas tricksen. Die Webvideos von Logo.tv sind nur über einen Proxy-Server abrufbar, der eine IP-Adresse in den USA ausspuckt. Ansonsten könnten Freunde in den USA mit Mitschnitten aushelfen. Auch die Suchmaschinen geben Fundorte preis, die nicht auf die rechtlich riskanten und daher keinesfalls empfohlenen Torrent-Links verweisen.


#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 01.05.2012, 16:26h
  • Deutschlands TV-Landschaft ist voll von diversen Castingshows, warum nicht auch mal "Germany's next Dragqueen"?
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#2 eMANcipationEhemaliges Profil
  • 01.05.2012, 16:50h
  • Antwort auf #1 von FoXXXyness

  • Da würdest du sicher gleich den Titel bekommen. Und zur Siegerehrung gibts fuer dich ein Zepter in Form eines Dildos. Eine Krone passt ja zu deiner Frisur nicht so recht. Haltern am See und alle bei q.de waeren stolz auf Miss FoXXXy.
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#3 Mephist0Profil
  • 01.05.2012, 16:52hOsnabrück
  • Wie wäre es denn zum Anfang mal mit einem "Germany's next Topmodel Male"?
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#4 eMANcipationEhemaliges Profil
  • 01.05.2012, 17:05h
  • Antwort auf #3 von Mephist0

  • Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand, ausser ein paar Sugardaddies vielleicht, jungen, mageren und bauchfreien Szenehuschen beim Editorial Posing zuschauen möchte. Und wer bitte soll Heidis Job übernehmen? Nina Queer oder doch vielleicht Ross Antony?

    Das ist alles so out.
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#5 yes yesAnonym
#6 FeendracheProfil
  • 01.05.2012, 18:06hLeipzig
  • ich will seine beine haben! *hust hust*
    ähm... ja genau.
    Naja, wer auf so was abfährt, für den ist der da sicher mal ne interessante Abwechslung, gibt ja immerhin genug Drag´s die sich irgendwie alle sau ähnlich sind. Glückwunsch das er gewonnen hat, aber auf eine weitere Casting-Show kann man hier bei uns in Deutschland echt verzichten. Die Amis stehen auf so was, schlimm genug das wir uns DSDS antun müssen. Hoffen wir das RTL nicht auf dumme Ideen kommt.
    LG
    Fee
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#7 KasimirAnonym
#8 NickAnonym
  • 01.05.2012, 19:26h
  • Antwort auf #4 von eMANcipation

  • Bei Rtl sind es doch genau solche Jungs die weiterkommen, siehe Dsds. Es gibt also genug Mädchen und schwule Jungs die eine zahlenkraftige Zielgruppe bilden so das Modelshows mit Jungs funktionieren würden. Oder man macht es wie Viva und veranstaltet eine gemischte Show. Das beste wäre aber sämtliche Castingshows würden den Bach runter gehen und bald Schnee von gestern sein, denn die Kandidaten dienen den Sendern nur zum verheizen.
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#9 FeendracheProfil
  • 01.05.2012, 22:21hLeipzig
  • Antwort auf #8 von Nick
  • Das Problem bei Castingshows made by Pro7 oder RTL ist einfach, das sie nach Drehbuch gehen und die hälfte der "gecasteten" Deppen sind ohnehin bloß schlechte und bezahlte Schauspieler. Alles ein einziger großer Fake!
    Meine Befürchtung wäre, das RTL das ganze so aufbauen würde (ferner sie würden einen Ableger davon machen) das die Szene wieder über alle maßen übertrieben schwul dargestellt wird! also so richtig übertrieben!!!! So was würde nur dazu beitragen den Kampf gegen die Diskriminierung um ein gutes Stück zurück zuwerfen.
    LG
    Fee
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#10 Leo20mal6Anonym