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  • 02.05.2012           88      Teilen:   |

NRW-LSU-Chef Manuel Hase

"Es ist einfach unwahr, dass die CDU homophob ist"

LSU-NRW-Chef Manuel Hase
LSU-NRW-Chef Manuel Hase

In NRW haben es die Lesben und Schwulen in der Union noch schwerer als anderswo. Immerhin stimmt dort die CDU im Landtag inzwischen als einzige Partei gegen die Gleichstellung, während Rot-Grün mit Homo-Aktivisten kuschelt. Natürlich wirbt die CDU trotzdem unter Schwulen und Lesben für Stimmen: Der 22-jährige Mülheimer Student Manuel Hase will als neuer Vorsitzender der NRW-LSU seiner Landespartei die Vorurteile in der Homo-Politik durch Dialog austreiben – und verrät im queer.de-Interview mit Dennis Klein, warum schwul-lesbische Rechte in der Union so schwer zu verkaufen sind wie Sterbehilfe, was sich in der Partei ändert und warum Schwule und Lesben keine Hoffnungen in konservative Altpolitiker wie Fraktionschef Karl-Josef Laumann setzen sollten.

queer.de: Als 22-jähriger männlicher Student, der sich zudem für Homo-Rechte einsetzt, vermutet man Sie eher bei den Grünen oder neuerdings der Piratenpartei…

Manuel Hase: Das ist eine Pauschalisierung. Ich hab auch Freunde bei den Schwusos, die sich auch gegen diese Aussage wehren würden. Eines ist aber wahr: Ich bin nicht wegen der Homo-Politik in die CDU eingetreten, sondern wegen anderen politischen Schwerpunkten. So habe ich ein Jahr in Israel gelebt und interessiere mich besonders für die Nahostpolitik, aber auch für Wirtschafts- und Finanzpolitik. Viele meiner Freunde waren in der Jungen Union aktiv, auch deshalb war die Partei von Anfang an meine "Heimat". Mit meiner Homosexualität hatte ich hier übrigens nie ein Problem gehabt. Es gab nie negative Kommentare dazu.

Wie sind die ersten Erfahrungen im Wahlkampf?

Es gibt in der Bevölkerung noch Berührungsängste. Das ist ähnlich wie beim Thema Sterbehilfe. Die Leute fragen sich, warum man sich damit auseinander setzen soll, wenn es einen nicht betrifft. Sie sind nicht unbedingt gegen uns, haben aber erst einmal keinen Kontaktpunkt, weil das Thema in ihrem alltäglichen Leben keine Rolle spielt. Im städtischen Raum ist das natürlich etwas leichter als im ländlichen Raum. Aber wir haben auch dort LSU-Mitglieder, zum Beispiel im Sauerland.

Sprechen wir über die Wahl. Warum sollen Schwule und Lesben CDU wählen?

Die LSU ist ein Signal, dass wir uns auch in einer konservativen Partei für das Thema schwul-lesbische Rechte engagieren. Es gibt nicht diese Lagerbildung, wie uns oft vorgehalten wird – also dass sich SPD, Grüne und FDP für Homosexuelle, Transsexuelle und Bisexuelle einsetzen, aber nicht die CDU. Uns gibt es seit 1998 als offiziell anerkannte Gruppierung in der Partei.

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Sie machen also einen Marsch durch die CDU-Institutionen?

Naja, das klingt so, als ob wir abgekapselt sind und in die CDU wollen. Es ist ja umgekehrt: Wir sind in der CDU aktiv und unterstützen diese Politik, wollen aber in der LSU die Homo-Politik beeinflussen. Das erreichen wir, indem wir in der Partei für unsere Themen werben. Es gibt ja viele Veränderungen, die CDU ist nicht mehr die Partei der 50er Jahre. In den Medien wird aber immer wieder Norbert Geis zitiert, wenn es um Homo-Themen gibt. Aber das ist eine Einzelmeinung. Im CDU-Vorstand muss man nicht mit Anfeindungen rechnen. "Ihr Scheißschwuchteln" sagt niemand, es gibt nur vereinzelt Diskussionen aus der Vergangenheit. Es ist einfach unwahr, dass die CDU homophob ist.

Fraktionschef Karl-Josef Lauman: Bei alter Garde keine Chance auf homofreundliche Politik
Fraktionschef Karl-Josef Lauman: Bei alter Garde keine Chance auf homofreundliche Politik (Bild: dirk@vorderstrasse.de / flickr / cc by 2.0)

Die CDU-Politik in NRW zeugt aber nicht gerade von Homophilie. So verhinderte die Rüttgers-Regierung jahrelang die Gleichstellung im Beamtenrecht, anders als etwa Schwarz-Gelb in Niedersachsen. Im Mai 2011 war die CDU dann die einzige Partei, die gegen diese Gleichstellung stimmte. Sie haben kein Problem damit?

Hier stellt sich die Frage, welche Politik in den letzten Jahrzehnten verfolgt worden ist. Gestandene Abgeordnete wie [Fraktionschef] Karl-Josef Laumann haben hier eben eine festgefahrene Meinung, die sich nicht mehr ändert. Nicht alle sind aber so. Zum Beispiel ist [Generalsekratär] Oliver Wittke sehr aufgeschlossen. Er unterstützt uns bei CSDs oder anderen Veranstaltungen. Mit Marc Ratajczak gibt es auch einen offen schwulen Abgeordneten.

Aber wenn es um Homo-Fragen geht, melden die sich nicht. Dafür redet Daniel Sieveke bei dieser Debatte um Homo-Rechte und sagt: "Wenn die Ehe für Sie keine Bedeutung mehr hat, dann sagen Sie das bitte den Menschen draußen ganz deutlich." Die CDU scheint also in Debatten nach wie vor davon auszugehen, dass Schwule und Lesben die Ehe gefährden.

Es gibt konservative Politiker, die sich auf konservativen Terrain bewähren müssen. Hier müssen wir uns einsetzen, aber das braucht natürlich Zeit. Die CDU ist eine Volkspartei, das heißt, es gibt hier unterschiedliche Meinungen. Die LSU war außerdem hier in den letzten Jahren in NRW inaktiv, wir müssen erst jetzt einen schlagkräftigen Verband aufbauen und Überzeugungsarbeit leisten. Ich will mit den Politikern ins Gespräch kommen, gerade auf dem Land: Im Juni gehe ich etwa zum JU-Kreiverband Münsterland und werde unsere Arbeit vorstellen. Das ist mühsame Kleinarbeit, die in den Medien nicht so präsent sind wie einzelne Zitate.

Ein Zitat muss ich Ihnen aber noch zumuten, da es ihren Spitzenkandidaten betrifft: Norbert Röttgen hat vor ein paar Jahren die Gleichstellung von Lebenspartnerschaften "ein ideologisches Projekt von Rot-Grün" genannt. Stehen Sie wirklich gerne hinter einem Mann, der sie als Ideologe für die andere Seite ansieht?

Das Zitat ist ja schon älter und ich glaube, Röttgen hat seine Meinung hier geändert. Wenn man vor fünf Jahren CDU-Politikern erzählt hätte, dass sie die Energiewende vorantreiben, hätte man das für eine abstruse Idee gehalten. Das war damals eine parteitaktische Äußerung, um gegen etwas zu wettern, das von Rot-Grün initiiert wurde. Die CDU stellt in ihrem Grundsatzprogramm den Menschen in den Mittelpunkt. Wir müssen also oft hinterfragen und reflektieren, ob bestimmte Positionen heute noch Bestand haben. Nicht nur in der Homo-Politik, sondern bei allen Themen.

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Tags: lsu, cdu, nrw, manuel hase, karl-josef laumann
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Reaktionen zu ""Es ist einfach unwahr, dass die CDU homophob ist""


 88 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
02.05.2012
12:27:26


(+6, 6 Votes)

Von Sophia


Lieber Herr Hase,

"mein Name ist Hase, ich weiß von nichts". So lautet ein geflügeltes Wort.

Ich will Ihnen nicht unterstellen, dass Sie "nichts" wüssten, aber Sie wissen mit Ihren 22 Jahren offensichtlich nicht genug, um die politische Grundeinstellung Ihrer Partei, der CDU, in Gänze zu erfassen.

Natürlich ist es Unsinn, zu behaupten, "die" CDU sei komplett homophob. Aber die Meinungen einzelner Parteimitglieder und die offiziell gefassten politischen Beschlüsse sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe. Ein Herr Wittke kann sich gerne auf Ihre Seite schlagen - es wird sich trotzdem nicht in entsprechenden Beschlüssen niederschlagen.

Wie die CDU in punkto Homopolitik tickt, kann man ganz aktuell an der Verweigerung der steuerlichen Gleichstellung der ELP durch Herrn Schäuble erkennen. Der Bundesfinanzminister wird innerhalb Ihrer Partei bestimmt keine Minderheitenposition einnehmen - und auch Frau Merkel bietet ihm kein Paroli.

Nun ist Schwulsein kein 24-Stunden-Job - und es gibt gewiss noch andere politische Themen, mit denen eine Auseinandersetzung lohnt. Trotzdem meine Frage: Wie masochistisch muss man sein, ausgerechnet Mitglied in einer Partei zu sein, die unsere Art zu leben und lieben so kategorisch ablehnt? Und die ein Familienbild pflegt, das sich seit der Adenauerzeit nicht wesentlich geändert hat?

Wenn Ihnen Wirtschaftspolitik wichtig ist, gehen Sie von mir aus in die FDP. Aber warum um alles in der Welt CDU??? Ich habe ein paar Bekannte in der LSU - aber ich habe diese Faszination für das Konservative noch nie verstehen können.


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#2
02.05.2012
12:28:55


(+3, 5 Votes)

Von Tim


Daran glaubt Manuel Hase doch selber nicht. Natürlich gibt es die Lagerbildung, die CDU ist die einzige Partei im Bundestag, die Gleichstellung blockiert. SPD, Grüne und Linke sind dafür, die FDP im Grunde auch, sie tritt nur nicht derart offen dafür ein, aus Rücksicht auf den Koalitionspartner.
Bei der CDU steht auch nicht der Mensch im Mittelpunkt der Politik, sondern der Markt. Sonst hätten wir schon längst eine Börsensteuer und keine sittenwidrigen Löhne mehr.
Irgendeiner muss da sein für die konservativen Positionen und das wird immer die CDU bleiben. Auch unter jungen Politikern gibt es Leute, die denken wie die "Altpolitiker" Laumann & Co.
Man kann nur hoffen, dass es bei der kommenden Landtagswahl für Rot-Grün reicht, sonst werden wieder zahlreichen Queer-Projekten die Mittel gekürzt. Weil ja der Mensch im Zentrum der Politik der CDU steht.


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#3
02.05.2012
12:30:55


(+7, 9 Votes)

Von XX1XX


Die CDU ist homophob und eine die Lesben und Schwule in unserem Land diskriminierende Partei!!!

DAHER NICHT WÄHLBAR!

Wenn das ganze "Altevolk" ausgetauscht ist könnte man gerne nochmal darüber sprechen, nur wir haben keine Lust mehr noch weitere 100 Jahre zu warten. Also CDU raus aus allen Parlamenten!


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#4
02.05.2012
12:44:29


(+9, 9 Votes)

Von Sophia


PS:

Welches Fach studiert Herr Hase wohl?

Richtig - Betriebswirtschaftslehre. Alternativ wären noch Volkwirtschaftslehre, Jura oder Medizin infragegekommen.

Alles schön systemerhaltend.

Keine weiteren Fragen ...


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#5
02.05.2012
13:07:09


(+4, 6 Votes)

Von Joel


Bei der CDU ist die Ehe heilig. Da gibt es nichts anderes. Keine Scheidungen, kein Fremdgehen, kein Schwulsein. Das leben die uns doch alle vor! Frau Merkel ist nicht geschieden, Herr Seehofer ging nie fremd! Wenn ein Schwuler die CDU wählt, oder gar Mitglied in diesem verlogenen und bigotten Verein ist, dann kann ein Jude auch die Neonazis wählen. Tut der aber nicht! Und Herr Röttgen ist der letzte, den man wählen kann. Der wird hoffentlich auch seine Quittung in zwei Wochen bekommen.


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#6
02.05.2012
13:12:48


(+4, 4 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #4 von Sophia


"Volkwirtschaftslehre, Jura oder Medizin"

sind nur so lange systemerhaltend, solange sie von den falschen Leuten studiert werden.

Die Rosen für den Staatsanwalt sind nicht automatisch braun, sie können auch rot sein.

Genauso ist es mit dem Etikett 'konservativ'.

Wieso ist es konservativ, Mitbürgern ihre naturgegebenen Rechte zu verweigern?

Warum ist nicht die Verteidigung der apollinischen Liebe gegen ultramontane Katholen konservativ?


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#7
02.05.2012
13:25:25


(+3, 5 Votes)

Von Peter 1


diese bigotte und verlogene Witrschaftspartei die das traditionelle Familienbild aufrechthält mit Politikern denen aber auch, wenns ums eigene Fortkommen geht, gar nichts heilig ist. Herr Hase wird dort schon seinen Weg machen, da kann er ruhigen Gewissens uns Homos auf der Strecke lassen. Für ihn gibts sicher irgendwann ein gut dotiertes Pöstchen in der Partei oder in der Wirtschaft. Das Parteibuch wirds schon richten.

Kennt man ja von einigen Politikern, siehe von Beust und Westerwelle aus der FDP. Solche "Politiker" braucht kein Land!

Peter


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#8
02.05.2012
13:31:27


(0, 2 Votes)

Von felix-cgn
Antwort zu Kommentar #2 von Tim


... ob es allerdings für rot-grün in NRW reicht, hängt "leider" gar nicht an der Stimmenzahl für die CDU ab, sondern vo einem "all zu gutem" Abschneiden der Piratenpartei.

Die von dir genannten Projekte sind in Gefahr, wenn es statt rot-grün eine große Koalition geben sollte.- Und sie wird es geben, weil das große Land NRW eine stabile Regierung benötigt - statt eine Blockade durch die nicht regierungsfähigen Protestpartei Piraten.

Und unter großer Koaltion heißt das: Manuel Hase hat sowieso nichts zu melden, was die CDU-Chefs in NRW bestimmen. Deshalb ist es ein makabrer Witz zu glauben, dass die CDU jemals Projekte gegen Homophobie fördern wird. Und in einer großen Koaltion hat das auch für die SPD keine Priorität.

Kurios, wenn sich am Ende durch die vielen Protestwähler - trotz anderer Mehrheiten - die Anti-Homo-Linie der CDU wieder durchsetzen wird.


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#9
02.05.2012
13:32:46
Via Handy


(+5, 7 Votes)

Von cora s


"Das ist ähnlich wie beim Thema Sterbehilfe"...Ich muss gleich kotzen!


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#10
02.05.2012
13:36:32


(+6, 8 Votes)

Von fuck-cdu


Klar, warschelinlich alles linksgrüngutmenschenpropaganda....

Hö ma alter, wenn ihr nicht homophob seidd, wieso kommen dann dauernd die homophobben rechtslastigen attacken aus eurer komischen partei?

Und wie sieht das eigentlich aus, wenn ihr net homophob seid, wieso haben wir dann immer noch net die gleichen rechte?

Junge, die cdu nimmt euch doch net für voll mit weurem jämmerlichen haufen "LSU"...


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