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Andy Warhol steht auf Basquiat, Clemente ist noch schüchtern (Bild: Bundeskunsthalle Bonn)

Die "Ménage à trois - Warhol, Basquiat, Clemente" sowie Romy Schneider empfangen ihre Fans in der Bundeskunsthalle in Bonn.

Von Carsten Weidemann

Die New Yorker Kunstszene der 1980er Jahre ist legendär. Vital, kreativ und medial offener denn je, bietet sie gerade jungen Künstlern eine Spielfläche voller Möglichkeiten. Sie holen mit ihren Graffitis die Kunst auf die Straße und Alltägliches hält Einzug in ihre Kunst, Traditionen werden hinterfragt auf der Suche nach Innovation. Andy Warhol, Jean-Michel Basquiat und Francesco Clemente - drei der Hauptprotagonisten dieser Zeit - werden noch bis zum 20. Mai in einer umfangreichen Schau in Bonn vorgestellt. Besonders die Gemeinschaftsarbeiten, Collaborations, der drei Künstler stehen im Mittelpunkt.

Warhol, der 1983 bereits 55 Jahre alt ist und schon auf eine fulminante Karriere zurückblickt - man denke nur an die legendäre Factory, das "Interview"-Magazin, Velvet Underground, Studio 54, ... - ist malerisch klar definiert, er nutzt das kollektive Bildgedächtnis, Ikonen der Kunstgeschichte und Medien für seine Werke. Basquiat, damals 23 Jahre alt, steht am Anfang seiner dynamischen Malerei, nachdem er sich bis 1979 als SAMO durch seine Graffitis (gemeinsam mit Al Diaz) einen Namen gemacht hatte. Er überträgt, samplet direkt und ungefiltert Bestehendes seiner Generation in eine neue Ästhetik. Clemente, damals 31-jährig, kommt aus einer anderen Tradition. Er zieht erst 1981 nach New York und hat unter anderem während seiner längeren Indienaufenthalte gemeinschaftliches Arbeiten als Verschmelzung geistiger Haltungen für sich entdeckt. Seine Themen sind Fragen nach Innen und Außen, dem Selbst und den Anderen, dem Körperlichen und Psychischen.

Einen Ausstellungplatz ganz für sich allein hat Romy Schneider bekommen.


Sexy, selbstbewusst, ganz ohne Sissi-Kitsch: Romy Schneider (Bild: Bundeskunsthalle)

Woher die Begeisterung vieler schwuler Männer für Romy Schneider rührt, dass lässt sich noch bis zum 24. Juni in der Bonner Bundeskunsthalle erspüren. Dort widmet sich eine Ausstellung der Schauspielerin, deren Todestag sich im Mai zum 30. Mal jährt. Es hat ein bisschen was von Reliquienschau, da viele Originalkostüme und persönliche Gegenstände aus dem Nachlass der Schauspielerin zu sehen sind. Dazu wird mit Fotografien, Plakaten, Dokumenten und Filmausschnitten ihre über drei Jahrzehnte dauernde Filmkarriere dokumentiert.

Romy Schneider, 1938 geboren, wurde durch ihre Rolle als Kaiserin Österreichs in der Sissi-Trilogie (1955-1957) zum Star. Hier sind bereits die ersten Fag-Hag-Wurzeln zu finden: Sie spielt gern mit Jungs (mit dem damals 27-jährigen Karlheinz Böhm) und sie verkleidet sich gern (üppige Kleider). In Deutschland hatten die Sissi-Filme einen nicht ganz so starken - aber dennoch vergleichbaren - Kultcharakter in der Community wie in den USA der Streifen "Wizard of Oz" mit Judy Garland.

Sie emanzipierte sich als Frau und lebte das künstlerische Leben, dass sie wollte. Und sie scheute nicht den Skandal. Das hieß für sie vor allem: Weg vom zuckersüßen Sissi-Kitsch. 1962 sorgte Romy Schneider als sich prostituierende Ehefrau in dem von Luchino Visconti inszenierten Teil des Episoden-Films "Boccaccio '70" für Entrüstung in der bundesdeutschen Heimat, während sie international erstmals als ernsthafte Schauspielerin wahrgenommen wurde.

Wann und wo?

Ménage á Trois, bis 20. Mai, Romy Schneider, bis 24. Juni, jew. Di - So, ab 10 Uhr, regelmäßige Führungen, Eintritt: Einzelticket ermäßigt ab 5 Euro, Kombiticket ab 9 Euro. Bundeskunsthalle, Museumsmeile, Bonn.


#1 XpertAnonym
  • 04.05.2012, 12:04h
  • Da wird jede schwule Klientel bedient. Der coole studierte Schwule guckt Wahrhol und Basquiat, Romy Schneider wiederum ist was für die ältere, altmodische Trine, die Streisand mag und Hape Kerkeling witzig findet. Ab dafür!
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#2 goddamn liberalAnonym
#3 XpertAnonym
#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 04.05.2012, 19:39h
  • Es ist schwer zu glauben, daß Romy Schneider seit 30 Jahren nicht mehr unter den Lebenden weilt! Die Ausstellung kommt gerade richtig!
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