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Trondheims Fußballstadion ist ganz schön aufregend (Bild: Onkel Saft)

So kann man auch Aufmerksamkeit für Sehenswürdigkeiten erzeugen: Man stellt einfach ein paar nackte Männer dazu, die Sex simulieren.

Von Carsten Weidemann

"Trondheim ist mit rund 170.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Norwegens. Seit Jahrhunderten gelten Rosen als Symbol der Stadt." Die offizielle Tourismus-Website des Norwegischen Handels- und Wirtschaftsministeriums schwärmt von der Stadt als Innovationszentrum, das mit seinen vielen bunten Holzhäusern und der ehrwürdigen Universität am Fluss so romantisch wirkt. Die Fotos und Videos, die man dazu abrufen kann, verfestigen den Eindruck einer Postkarten-Idylle.

Doch seit ein paar Wochen machen ein paar neue Clips im Web die Runde, die angeblich "für eine neue Aufmerksamkeit auf die schönen Seiten Trondheims" sorgen sollen. Das ist zumindest das Ziel von "Onkel Saft", der die Filme bei Youtube hochgeladen hat.

Die rund einminütigen Videos sind in der Tat äußerst aufmerksamkeitsheischend, auch wenn sie ein kleines bisschen von den Sehenswürdigkeiten Trondheims ablenken. Denn nach ein paar harmlosen Sekunden bevölkert plötzlich ein Haufen nackter Männer in eindeutigen Posen die Szenerie. Sie rammeln wie die Hasen, aber nicht miteinander, sondern die jeweiligen Gebäude oder das umliegende Gelände. Dazu läuft ein übersteuert verzerrter elektronischer Soundtrack. Das ist verdammt schräg und irritierend. Aber so funktioniert nun mal virales Marketing.

Youtube | Der Trondheimer Marktplatz ist in der Dämmerung besonders ...ääh... nackt...

Die Zeche Zollverein in Essen wurde bereits 2011 bestiegen.


Humping Pact, Zeche Zollverein, Essen, 2011 (Bild: humpingpact.com)

Ein bisschen erinnert die privat initiierte Aktion an die Massenfotos nackter Menschen des Foto-Künstlers Spencer Tunick, der lässt die Frauen und Männer jedoch nicht kopulieren, er gruppiert sie schlicht unbekleidet um bekannte Gebäude. Ein künstlerischer Aspekt könnte hinter dem subversiven Spaß durchaus stecken. Denn die norwegischen Jungs sind nicht die ersten, die ihre Denkmäler besteigen und damit in eine besonders intime Beziehung zu ihrer Stadt treten.

Die Performancekünstler Diego Agulló und Dmitry Paranyushkin haben bereits 2011 auf der Zeche Zollverein in Essen junge Männer auf dem Gelände des Industriedenkmals drappiert. "The Humping Pact" nennt sich das Projekt, das mit dem Tabubruch spielt und Männer in erotischen Kontakt mit Gebäuden und der Natur treten lässt. Sie laden Interessierte Menschen dazu ein, sich dem "Pimper-Pakt" anzuschließen und weltweit solche Inszenierungen zu starten. Nicht nur, weil es wegen des Nervenkitzels Spaß macht und das Ergebnis lustig ausschaut. Auch, weil es tatsächlich dazu führt, dass man öffentliche Räume plötzlich ganz anders wahrnimmt.

Ein bisschen Sex peppt die langweiligste Postkarten-Idylle auf


Geil! Alte Brücke (in aufreizendem Rot!) in Trondheim. (Bild: Onkel Saft)

In den Blogs amüsiert man sich auf jeden Fall prächtig über die nackten Promotion-Teams, die Trondheim gerade so bekannt machen, selbst aber anonym bleiben wollen. "Onkel Saft" hatte der Tageszeitung "Dagbladet" nur unter dieser Bedingung Auskünfte gegeben. Auch die Darsteller - es wird vermutet, Studenten - sorgen mit Sonnenbrillen und Masken im Gesicht für einen Hauch von Vermummung.

In Trondheim selbst geht man mit gemischten Gefühlen an die Sache. So hat sich die Universität bereits darüber beschwert, als Kulisse für diese Aktion gedient zu haben. Und auch die gefilmte Rammelaktion mitten auf dem Marktplatz in der City dauerte nur wenige Sekunden, bis aufgebrachte Menschen die Häschen vertrieben.

teaserbild
(11 Videos) Das Kunstprojekt "Humping Project" zeigt Männer beim Sex mit dem Fußboden, der Wand oder der Natur. Amateure aus Norwegen nutzen die Idee für Touristen-Werbung.



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 cok dindarAnonym
#3 SebiAnonym
  • 05.05.2012, 14:37h
  • Die Norweger, Schweden und Dänen waren immer schon deutlich offener, freier, toleranter und liberaler als andere.

    Und deswegen sind dort auch solche erfrischenden Ideen möglich. Hier würden bei solcher Werbung ja gleich CDU/CSU, FDP, Kirche, Jugendschutzverbände, selbsternannte Sittenwächter, etc. aufschreien und solange Hass verbreiten, bis das gestoppt wird.

    Komisch nur, dass das anderswo sehr gut funktioniert und weder negative Auswirkungen auf Jugendliche noch die Gesellschaft als ganzes hat.
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#4 daVinci6667
#5 Leo20mal6Anonym
  • 07.05.2012, 10:35h
  • Aber nackt nur von hinten ist langweilig..voll noch das tabu ein bisschen cock zu zeigen.
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