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  • 05.05.2012           22      Teilen:   |

Dieter Blechschmidt entschuldigt sich - bei der CDU

Dieter Blechschmidt und seine krude Homo-Theorie: "Natürlich können Schwule und Lesben zunächst einmal nichts für ihre Krankheit und niemand darf sie dafür verurteilen, doch eine Krankheit sollte nicht zur gesellschaftlichen Normalität erhoben werden, sondern den Betroffenen sollte Hilfe angeboten werden" - Quelle: Stadtrat Plauen
Dieter Blechschmidt und seine krude Homo-Theorie: "Natürlich können Schwule und Lesben zunächst einmal nichts für ihre Krankheit und niemand darf sie dafür verurteilen, doch eine Krankheit sollte nicht zur gesellschaftlichen Normalität erhoben werden, sondern den Betroffenen sollte Hilfe angeboten werden" (Bild: Stadtrat Plauen)

Der Plauener CDU-Stadtrat, der Schwule und Lesben als "krank" bezeichnet hat, sorgt weiterhin für Schlagzeilen. Seine Partei distanziert sich zwar, räumt ihm aber das Recht auf freie Meinungsäußerung ein.

Von Carsten Weidemann

Bereits vor einer Woche haben wir ihm die Homogurke verliehen. Seitdem reißt die bundesweite Diskussion um den Plauener CDU-Stadtrat Dieter Blechschmidt, der Schwule und Lesben als "krank" bezeichnet hat, nicht ab. In einer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme hat sich Blechschmidt nun erstmals entschuldigt - allerdings in erster Linie bei seiner Partei.

"Bei meinen Äußerungen handelt es sich um meine ganz persönliche Meinung. Ich bedauere es, dass meine persönliche Äußerung als CDU-Meinung öffentlich wahrgenommen wird", heißt es in der von der CDU Vogtland verbreiteten Erklärung Blechschmidts. "Dadurch wurde dies zu einem schweren Fehler, der die CDU-Vogtland zu Unrecht in ein falsches Licht gerückt hat. Ich möchte mich bei allen entschuldigen, die ich durch meine Veröffentlichung und Kommentare persönlich angegriffen, beleidigt und verletzt habe. Das war so nicht gewollt." Als Konsequenz werde Blechschmidt sein Amt als Fraktionssprecher "bis zum Ablauf der Legislatur ruhen lassen".

Die CDU‐Vogtland hatte sich zuvor ausdrücklich von den homophoben Äußerungen distanziert: "Die Meinung von Dieter Blechschmidt ist in keinster Weise Auffassung der CDU-Vogtland", erklärte der CDU-Kreisvorsitzende Sören Voigt bereits am 29. April. "In unserer modernen und offenen Gesellschaft gehört Homosexualität genauso zum Lebensverständnis wie andere Religionen, die wir akzeptieren und tolerieren."

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Gibt es ein Recht auf Hetze und Beleidigung?

Doch fünf Tage später rudert der CDU-Kreisvorsitzende etwas zurück und räumt Blechschmidt für seine diskriminierenden Beleidigungen ausdrücklich das Recht auf freie Meinungsäußerung ein. "Eine Kultur des ‚Streitens', des ‚Austauschens' oder der ‚Diskussion von unterschiedlichen Meinungen' ist unerlässlich in unserer demokratischen Gesellschaft", heißt es in der neuen Erklärung Voigts. Zudem schiebt er seinen Parteifreund in die Opferrolle: "Wir achten Dieter Blechschmidt als Mensch und haben in dieser Situation auch Verantwortung für ein langjähriges und aktives Mitglied unserer Partei. Besonders in einer Situation, in der er nun auch persönlich angefeindet und bedroht wird."

In derselben Erklärung spricht sich der CDU-Kreisvorsitzende zudem für eine weitere Benachteiligung homosexueller Partnerschaften aus: "Die Ehe zwischen Mann und Frau ist für uns die Lebensgemeinschaft mit dem höchsten Grad an Rechten und Pflichten."

Vom Lesben- und Schwulenverband Sachsen wurde Voigt dafür heftig kritisiert. "Die CDU Vogtland versucht die Menschen zum Narren zu halten", kommentierte LSVD-Landesvorstand Harmut Rus. "Während einzelne CDU-Mitglieder sich ‚privat'/versteckt klar von den fragwürdigen Weltanschauungen zu Schwulen und Lesben distanzieren, versucht sich der Kreisvorstand Vogtland mit schwammigen Formulierungen aus der Affäre zu stehlen und geißelt Kritik an homophoben Einstellungen Ihrer Mitglieder als ‚Intoleranz'."

Ähnlich wie die CDU hatte sich zuvor bereits der vogtländische FDP-Vorsitzende Martin Treeck geäußert, obwohl Blechschmidt auch den liberalen Außenminister Guido Westerwelle wegen seiner Homosexualität beleidigt hatte. "Natürlich teile ich die Meinung von Dieter Blechschmidt nicht, aber ich toleriere sie, was die meisten, die sich in diesen Tagen in den Medien dazu geäußert haben, nicht tun", wird Treeck von der "Freien Presse" zitiert. Sobald es um Themen wie Glauben, Sexualität, Migration oder auch die Aufarbeitung der deutschen Geschichte gehe, lasse die Gesellschaft nur die von ihr als opportun geltende Meinung zu.

Links zum Thema:
» Die Erklärung der CDU Vogtland vom 4. Mai 2012
Mehr zum Thema:
» Homo-Gurke an Dieter Blechschmidt (29.04.2012)
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Tags: dieter blechschmidt, plauen, sören voigt, martin treeck
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Reaktionen zu "Dieter Blechschmidt entschuldigt sich - bei der CDU"


 22 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
05.05.2012
12:07:40


(+4, 6 Votes)

Von goddamn liberal


"Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören,

1. gegen eine nationale, rassische, religiöse oder durch ihre ethnische Herkunft bestimmte Gruppe, gegen Teile der Bevölkerung oder gegen einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung zum Hass aufstachelt, zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen auffordert oder
2. die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er eine vorbezeichnete Gruppe, Teile der Bevölkerung oder einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet,

wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft."

Ist zwar ein Gummiparagraf und wir sind v.a. dank CDU und FDP nicht namentlich erwähnt, sondern nur ein 'Teil der Bevölkerung', aber vielleicht gibts ja selbst im schwarzbraun infiltrierten Sachsen vereinzelt vernünftige Richter. Ein Versuch wärs wert.

Man stelle sich vor ,der Mann hätte eine bestimmte Hautfarbe als Krankheit bezeichnet...


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#2
05.05.2012
12:11:48


(+4, 6 Votes)

Von bastapapsta
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"Doch fünf Tage später rudert der CDU-Kreisvorsitzende etwas zurück und räumt Blechschmidt für seine diskriminierenden Beleidigungen ausdrücklich das Recht auf freie Meinungsäußerung ein"

Dann:

"Besonders in einer Situation, in der er nun auch persönlich angefeindet und bedroht wird." "

In einigen Berufssparten treten wegen überhöhter Belastungen vermehrte Fälle des Burn Out Syndrom auf. In der CDU scheinen sich Fälle von Schizophrenie zu häufen. Erst lobt man das Recht auf freie Meinungsäusserung und rechtfertigt damit auch Beleidigungen, dann, wenn von der anderen Seite Kritik zurück kommt, jammert man von "Anfeindungen"

Anstatt die Diäten für übergewichtige CDU Politiker zu erhöhen würde ich doch eher seitens der Krankenversicherung für diese Politiker eine effiziente Therapie für diese bedauernswerten CDU politiker vorschlagen.


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#3
05.05.2012
12:19:29


(+5, 7 Votes)

Von felix-cgn


gehts noch?- >"...gehört Homosexualität genauso zum Lebensverständnis wie andere Religionen,..."

Falls dies korrekt zitiert ist, schlägt die "offizielle" CDU nun genau in die Kerbe, die die Rechtsextremisten, Evangelikalen usw. immer in selber Tonart propagieren:

Wenn Homosexualität schon keine Krankheit sei, dann sei sie eine "Auffassung" oder Glaubensfrage, zu der man sich "bekennen" müsse/könne oder auch "abschwören" könne.

CDU, nein Danke.


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#4
05.05.2012
12:52:43


(+1, 3 Votes)

Von bastapapsta
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Wie wäre es, wenn der Herr Voigt sich mal in die Obhut der Offensive Schizophrener CDU Mitglieder
( OSC) begibt, die glaub ich ( es war Frau DR Shavan) ins Leben gerufen wurde ?


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#5
05.05.2012
13:09:19
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(+2, 4 Votes)

Von yomen


"Bei meinen Äußerungen handelt es sich um meine ganz persönliche Meinung."

ach? das diagnostizieren einer krankheit ist also eine meinungsäußerung...???

dieser typ ist ja noch ungebildeter als befürchtet!


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#6
05.05.2012
13:33:47


(0, 2 Votes)

Von täglicheOhrfeige


Schrankschwester!!!


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#7
05.05.2012
13:34:45


(+2, 4 Votes)

Von yomen


Natürlich kann Dieter Blechschmidt zunächst einmal nichts für seine Krankheit und niemand darf ihn verurteilen, doch eine Krankheit sollte nicht zur gesellschaftlichen Normalität erhoben werden, sondern dem Betroffenen sollte Hilfe angeboten werden!


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#8
05.05.2012
14:22:43


(+5, 5 Votes)

Von Sebi


1.
Er entschuldigt sich bei der CDU für den PR-Schaden, den er angerichtet hat, aber nicht bei den Schwulen für seine homophoben Äußerungen.

Das zeigt, dass er weiterhin so denkt und nur den taktischen Fehler bedauert.

2.
Wenn es um Homohass geht, fordert die CDU immer freie Rede. Aber bei Kritik an Kirchen, etc. gilt das plötzlich nicht mehr. Da soll freie Rede eingeschränkt werden.

3.
Freie Rede und alle anderen Freiheitsrechte finden dort ihre Grenzen, wo andere in ihren Freiheiten eingeschränkt werden. Demokraten wissen das, der politische Arm der katholischen Kirche scheinbar nicht.


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#9
05.05.2012
14:56:00


(+5, 7 Votes)

Von Claudia


Ach, Homosexualität ist jetzt plötzlich eine religiöse Anschauung? So ein Schwachsinn, ihr CDU-Idioten.
Der Rest ist das Übliche: homophobe Hassäußerungen werden zu freier Meinungsäußerung erhöht und geheiligt. Die berechtigte Kritik daran wird dann als "Anfeindung" und "Bedrohung" diffamiert - das homophobe Arschloch Blechschmidt dabei zum armen Opfer. Zum Kotzen, aber was will man bei der CDU erwarten? Ich hoffe, jetzt schnallen noch ein paar Leute mehr, dass die CDU ein homophober, reaktionärer Scheißhaufen ist, der unwählbar ist!!!!!!


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#10
05.05.2012
16:33:55
Via Handy


(+9, 9 Votes)

Von daVinci6667
Profil nur für angemeldete User sichtbar


"In unserer modernen und offenen Gesellschaft gehört Homosexualität genauso zum Lebensverständnis wie andere Religionen, die wir akzeptieren und tolerieren"

Diesen Satz musste ich dreimal lesen, so unglaublich erscheint er mir. Ist Homosexualität also bloß eine Sekte in die man ein- und wieder eintreten kann?

Wenn schon von Krankheiten gesprochen wird, dann leiden wohl diejenigen unter einer solchen, die glauben, es gäbe einen Teufel mit Hörnern vor dem man sich fürchten, einen alten, weissbärtigen, unendlich mächtigen Mann, den man lieben müsse und man könne unbefleckt schwanger werden, aus Wasser Wein machen, übers Meer laufen etc.

Schwul ist einer seit Geburt, religiös durch Indoktrination. Erstes ist normal, zweites krank!


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