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  • 14. September 2004, noch kein Kommentar

Legenden wie Joni Mitchell, John Lennon und Bob Dylan zählen zu ihren Vorbildern. Da wurde es Zeit ein Album mit zarten Cover-Versionen aufzunehmen.

Von Jan Gebauer

Kathryn Williams (30) tritt regelmäßig auf, leidet aber an Bühnenangst und verzieht sich lieber mit ihrer Begleitband in die Ruhe eines Wohnzimmers oder eines Studios. "Wenn ich mir die Demos zu meinen Liedern anhöre, freue ich mich, dass ich keine Preise gewonnen habe. So lange ich von mir denke, dass ich besser werden kann, werde ich besser. Ich glaube nicht, dass ich richtig gut bin. Noch nicht." Soviel Bescheidenheit trifft man selten im Showgeschäft. Kathryns neues Album "Relations" enthält eine Auswahl intimer Lieblingssongs der Künstlerin, von legendären Namen wie Lou Reed, Lee Hazlewood, Kurt Cobain oder Neil Young.

Williams wird oft mit der Folk-Legende Nick Drake verglichen, der 1974 an einer Überdosis Schlaftabletten starb. Dessen Gitarrenspiel ist praktisch einzigartig (genial zum Beispiel auf dem Album "Pink Moon"), doch sie besitzt tatsächlich ein ähnliches Talent anrührend schöne, akustisch gespielte Melodien mit melancholisch-nachdenklichen Texten zu verbinden. "Ich glaube, ich habe mich entschieden ein Cover-Album zu machen, damit es mir hilft, mich wieder in Musik zu verlieben", so führt Kathryn Williams in den Liner-Notes ihr neues Album ein. "Der Nachfolger zu "Old Low Light" war schon fertig zum Aufnehmen, aber ich fühlte mich zynisch, und das wollte ich nicht mit ins Studio nehmen", fügt sie hinzu. Eine gute Entscheidung, denn entstanden ist "Relations", ein Album das sicher nicht beim ersten Anhören zündet, wie es viele Pop-Alben tun. Hier muss man sich Zeit nehmen und vielleicht auch die Texte genauer studieren. Kathryn Williams möchte nicht nur unterhalten, sondern auch Geschichten erzählen. Vielleicht bietet sich als Einstieg eines der "leichteren" Stücke an: "I Started a Joke" von den Bee Gees bekommt in Kathryns Händen eine ganz neue, schöne Wendung. Das Album wurde übrigens von ihr selber produziert.

Portrait:

Kathryn Williams wurde als Tochter eines Folk-Musikers und Enkelin eines Orchesterdirigenten 1974 in Liverpool geboren. Spielte sie ursprünglich ausschließlich vor Freunden, kam irgendeiner von ihnen auf die Idee, ihr einen Auftritt zu besorgen. Ihr erste CD verteilte sie in einer selbstgebrannten Auflage von 50 Exemplaren und gestaltete jedes Cover selbst: "Das dauerte Wochen, länger als ich an den Aufnahmen gesessen hatte." Ihr erstes offizielles Album "Dog Leap Stairs" (co-produziert von P.J.Harvey-Kumpel Head) nahm sie für ganze 80 Pfund auf und erhielt viel Zuspruch von der Presse - und diversen A&R-Leuten. Ihr 2000er-Album "Little Black Numbers" (ebenfalls co-produziert von Head) wurde für den Mercury Music Prize nominiert. Im Oktober 2002 erschien "Old Low Light" (wieder von Head co-produziert), das von Fans und Kritik ebenfalls euphorisch begrüßt wurde. Ihr derzeitiger Deal mit EastWest lässt ihr absolute Kontrolle über ihre Werke und Aktivitäten, eine ziemliche Seltenheit für eine weniger bekannte Künstlerin auf einem großen Label.