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  • 09.05.2012               Teilen:   |

Schwules Museum würdigt Petra Gall und Rüdiger Trautsch

Petra Galls Porträt von Annie Sprinkle - Quelle: Schwules Museum
Petra Galls Porträt von Annie Sprinkle (Bild: Schwules Museum)

Die lesbische Berliner Fotografin und ihr schwuler Kollege aus Hamburg haben in ihrem jeweiligen Werk immer auch die Szenen und Subkulturen ihrer Heimatstädte porträtiert.

Von Carsten Weidemann

Eine Fotografin, ein Fotograf - und ihre verschiedenen Sujets aus mehreren Jahrzehnten Fotografie. Das Schwule Museum in Berlin zeigt ab Mai je eine Werkschau der Berliner Fotografin Petra Gall (Jahrgang 1955) und des Hamburger Bildkünstlers Rüdiger Trautsch (Jahrgang 1946), die beide in ihrem Oevre immer auch die Szenen und Subkulturen ihrer Heimatstädte porträtierten.

Petra Gall, 1955 im Saarland geboren, kam nach ihrem Studium (Geschichte, Politik und Russisch) 1981 in das damalige West-Berlin. Die Autodidaktin begann zu fotografieren, gründete zusammen mit Heidi Zimmermann die Fotoagentur Zebra, publizierte Bücher und Kalender und arbeitete für die "taz".

Sie fotografierte alles, was der Westberliner Underground hergab: die Frauen- und Lesbenszene von der "Nacht der bösen Mösen" bis zum Mädchenprojekt in Kreuzberg und der (Frauen-) Musik-Szene von Diamanda Gallas, den Rainbirds, Nina Hagen und Nick Cave bis Rio Reiser. Sie porträtierte die Ikonen der Zeit wie Tina Thürmer-Rohr, Ulrike Ottinger, Lotti Huber oder Charlotte von Mahlsdorf und dokumentierte die einst schrillen Berliner Off-Modemessen.

In den 1990er Jahren wandte sie sich ihrer großen Leidenschaft, dem Motorrad-Fahren zu und produzierte im Auftrag von Motorradzeitschriften Tourenreportagen aus der ganzen Welt, vom Kap der Guten Hoffnung bis nach Taschkent. Das Schwule Museum zeigt Ausschnitte aus ihrem Schaffen und lädt ein zu einer Zeitreise durch die Berliner Subkultur der 1980er Jahre und der frühen Nachwendezeit.

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Rüdiger Trautsch: Bärenpartys und Damenimitatoren

Aus Rüdiger Trautschs Folsom-Serie: Ray Lamb, Berlin 2011 - Quelle: Schwules Museum
Aus Rüdiger Trautschs Folsom-Serie: Ray Lamb, Berlin 2011 (Bild: Schwules Museum)

Rüdiger Trautsch, am 23. Mai 1946 in Hamburg geboren, besuchte die Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg. Seine Lehrerinnen im Fach Photographie waren Karin Szekessy und Ingeborg Sello. Er belegte auch Modegrafik und Illustration. Nach dem Studium arbeitete Trautsch als Layouter in Werbeagenturen. Von 1973 bis 1981 studierte er an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Seine Diplomarbeit war eine einjährige fotografische Alltagsbeobachtung eines älteren Homosexuellen im Stadtteil St. Georg ("Aus Liebe hat es kaum einer getan").

Seit 1981 arbeitet Rüdiger Trautsch als selbstständiger Fotograf für Werbeagenturen und Modezeitschriften. Zusammen mit seinem Freund Ken Hall betrieb ein Fotostudio, bis dieser 1986 an Aids erkrankt und zurück nach Amerika geht.

1994 gibt Trautsch das 229 Quadratmeter große Studio auf. Seitdem arbeitet er an eigenen Foto- und Zeichenprojekten. Die Fotoprojekte, wie die Folsom-Serie, die Bärenparty-Serien und die Serie der Damenimitatoren und Männerpaare sind Langzeitprojekte. Rüdiger Trautsch hat die schwule Bürgerrechtsbewegung seit den 1970er Jahre fotografisch begleitet. Das Schwule Museum zeigt Ausschnitte aus seinem fotografischen Werk und präsentiert erstmals auch seine graphischen Arbeiten.

Eröffnung: Donnerstag, 10. Mai 2012 um 19.00 Uhr, Laufzeit der Ausstellung: bis 6. August 2012, Ort: Schwules Museum, EG, (Eingang 1. Hof), Mehringdamm 61, 10961 Berlin, tägl. außer Di 14 bis 18 Uhr, Sa bis 19 Uhr, öffentliche Führung jeden Mi um 19 Uhr

Links zum Thema:
» Homepage des Schwulen Museums
Galerie
Werke von Petra Gall und Rüdiger Trautsch

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Tags: schwules museum, petra gall, rüdiger trautsch, fotografie
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