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  • 11.05.2012           44      Teilen:   |

Clinch mit den Grünen

Schwulenzentrum: Homo-Diskriminierung ist Vergangenheit

Das KCM und die Grünen auf Kriegsfuß (Fotomontage) - Quelle: Wiki Commons / Pugilist25 / CC-BY-2.0
Das KCM und die Grünen auf Kriegsfuß (Fotomontage) (Bild: Wiki Commons / Pugilist25 / CC-BY-2.0)

Kurz vor Landtagswahl in NRW wirft das Beratungszentrum KCM in Münster den Grünen vor, die schwul-lesbische Bewegung für politische Zwecke zu instrumentalisieren.

In den "Westfälischen Nachrichten" kritisierte KCM-Chef Volker Wittig die Grünen, weil sie im Wahlkampf über die Protestaktion von Schwulen in Münster vom 29. April 1972 gesprochen hatten, die sich dieses Jahr zum 40. Mal jährte. Die Aktion mit 200 Teilnehmern gilt als erste öffentliche Demonstration für Homo-Rechte in der Bundesrepublik Deutschland.

Wittig erklärte, er sehe keinen Zusammenhang zwischen der Demo und dem Landtagswahlkampf. Er sagte weiter, nur noch die Grünen würden behaupteten, dass Schwule und Lesben in Nordrhein-Westfalen noch immer diskriminiert werden würden. Dabei habe das Rechtssystem der Ungleichbehandlung inzwischen einen Riegel vorgeschoben. Alle anderen Parteien nähmen die "Situation ihrem Stellenwert angemessen wahr".

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Volker Beck: Wir kämpfen weiter gegen Diskriminierung

Meldet sich aus Berlin auf die Kritik aus dem fernen Westen: Volker Beck (Grüne)
Meldet sich aus Berlin auf die Kritik aus dem fernen Westen: Volker Beck (Grüne)

Sarkastisch nahm der grüne Fraktionsgeschäftsführer im Deutschen Bundestag, Volker Beck, die Kritik des KCM auf: "Münster ist offenbar eine glückliche Stadt, wo Schwule und Lesben mit gleichen Rechten heiraten, gemeinsam Kinder adoptieren können und auch niemand angefeindet oder verprügelt wird, weil er oder sie homosexuell ist. Ich gratuliere dem KCM zu so erfolgreicher Arbeit!", erklärte Beck gegenüber queer.de.

Solange im Rest von Deutschland und Nordrhein-Westfalen aber noch diskriminiert werde, würde seine Partei für die vollständige Gleichberechtigung kämpfen. "Das vom KCM attestierte Alleinstellungsmerkmal im Kampf gegen Diskriminierung nehme ich gern als Kompliment entgegen", so der 51-jährige Politiker, der erstmals 1994 über die NRW-Landesliste der Ökopartei in den Bundestag gewählt wurde.

Gegenüber queer.de wollte sich das KCM innerhalb von vier Tagen nicht zu der Kritik äußern - trotz mehrerer schriftlicher und telefonischer Anfragen.

Das Kommunikations-Centrum Münsterland e. V. wurde 1985 gegründet und hat eigenen Angaben zufolge mehr als 400 Mitglieder. Auf seiner Website erklärt das KCM, dass es "auch in Münster fast täglich Beispiele für die Diskriminierung Homosexueller [gebe], selten vorsätzlich oder böswillig, sehr oft jedoch gedankenlos oder selbstverständlich." (dk)

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Tags: kcm, volker beck, münster
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Reaktionen zu "Schwulenzentrum: Homo-Diskriminierung ist Vergangenheit"


 44 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
11.05.2012
15:36:16


(+6, 10 Votes)

Von Sveni


Aha, selbstverständliche und gedankenlose Übergriffe auf Homosexuelle sind also keine Homophobie?
Ja was denn dann? Ein Lottogewinn???

Ich kenne das KCM und fand es auch ganz nett. Wahrscheinlich hat sich da irgendein dummdödel einfach verquatscht, weil er gegen die Grünen ist.


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#2
11.05.2012
15:46:33


(+7, 13 Votes)

Von Prekariat


„Brüder und Schwestern, warm oder nicht, Kapitalismus bekämpfen ist unsere Pflicht“.


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#3
11.05.2012
15:49:30


(+5, 11 Votes)

Von FX23


Ach Gottchen: Das KCM! Gibts das noch?

Im erzkonservativen Münster werden schonmal gerne die Wahrheiten unter den Tisch gekehrt. Wenn man dort beim "schwulen Stammtisch" scherzeshalber jemanden nach dem letzten Sex befragt, wird man gleich wie ein Ketzer in der katholischen Kirche behandelt. Genauso zugekniffen ist die gesamte Szene in Münster. Selbst der CSD (das sog. "Stand-Fest") in Münster ist so spektakulär wie ne drei Wochen offene Flasche Selters.

Da wundert mich die dumme Aussage des KCM-Vorstandes gar nicht. Das die sich jetzt auch noch für den konservativen Wahlkampf instrumentalisieren lassen ist echt beschämend. Im Münsterland bekommt die CDU regelmässig Wahlergebnisse mit bis zu 92% der Stimmen. Das hat sonst nur Herr Honecker mit seiner SED geschafft...

Achja: die zahlreichen Mitgliederzahlen erzeugen die nur dadurch, dass man bei Partys im KCM keine Eintrittskarte kauft, sondern eine einmonatige Vereinsmitgliedschaft... Somit hat man eigentlich keine Vereinsmitglieder sondern nur Partygäste...


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#4
11.05.2012
16:09:20


(+4, 14 Votes)

Von Fiete_Jansen
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Gegen die olivGrünen zu sein ist legitim. Dass sie den queeren Bereich gern für sich vereinnamen ist lange bekannt.

Was aber die Demo von 1972 mit dieser Partei zu tun hat???


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#5
11.05.2012
16:36:24


(-11, 15 Votes)

Von le_waldsterben
Aus Berlin
Mitglied seit 07.01.2012


Münster ist eine Akademikerstadt und gilt als Geheimtipp in NRW. Die Stadt wurde vor einigen Jahren in einem weltweiten Ranking als die lebenswerteste Stadt der Welt bezeichnet.
In Münster ist man viel zu fein, um irgendwelche Leute zu diskriminieren, auch keine Schwulen.
Die Prolls und HartzIV-Leute wurden an den Stadtrand gedrängt, weil sie sich die teure Innenstadt nicht leisten können. Die dortige CDU ist im Kern liberaler als die SPD im Ruhrgebiet. Schwule gehören ganz normal zur dortigen Gesellschaft, allerdings sieht man dort mehr oder weniger nur bürgerliche Schwule, also ohne Nasenring und Chaps. Am Wochenende kommen zahlreiche Schwule aus dem Ruhrgebiet, aus den Niederlanden und aus Ostwestfalen nach Münster, um dort einen der vielen netten, blonden Studenten kennenzulernen, die es in dieser Vielfalt in anderen Städten gleicher Größenordnung nicht gibt.


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#6
11.05.2012
16:38:45


(+5, 7 Votes)

Von userer
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Da kann man mal sehen, wie die katholische Kirche im Münsterland sogar den KCMlern das Gehirn gewaschen hat!


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#7
11.05.2012
16:46:09


(+1, 3 Votes)

Von Remidemmi
Antwort zu Kommentar #5 von le_waldsterben


Münster wirkt sehr "amerikanisch- südstaatlerisch", zumindest die Strafen sind drakonisch.
Letztens wurde einem Mann ein lebenslanges, bundesweites Radfahrverbot ausgesprochen

Link zu www.wdr.de


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#8
11.05.2012
16:51:34


(-9, 13 Votes)

Von le_waldsterben
Aus Berlin
Mitglied seit 07.01.2012
Antwort zu Kommentar #7 von Remidemmi


Vorbildlich!

Im Straßenverkehr: null Toleranz!


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#9
11.05.2012
17:08:28


(+2, 2 Votes)

Von Remidemmi
Antwort zu Kommentar #8 von le_waldsterben


Wie wäre es einen Kompromiss finden und ihm z.B. erstmal für 5 Jahre ein Radfahrverbot zu erteilen und ihn nach den 5 Jahren psycholigisch begutachten lassen ob er wieder fahrtauglich ist oder noch weiter eine Gefahr im Strassenverkehr abgibt. Vielleicht macht er ja irgendwann eine Drogentherapie und bessert sich?

An sich finde ich es auch richtig ihn zu bestrafen, aber das lebenslang ist schon etwas heftig.


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#10
11.05.2012
17:19:43


(+9, 9 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #5 von le_waldsterben


"Die Prolls und HartzIV-Leute wurden an den Stadtrand gedrängt, weil sie sich die teure Innenstadt nicht leisten können. Die dortige CDU ist im Kern liberaler als die SPD im Ruhrgebiet."

Erstaunlich, dass man gleichzeitig sozialdarwinistisch und schönfärberisch sein kann!

Hut ab!

Und ansonsten: Münster ist putzig herausgeputzt, todlangweilig und tiefklerikal. Ich kenne die Stadt seit meiner Kindheit...

Fein ist nicht piefig!
Bürgerlich ist nicht betriebsblind!


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