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Cristina Kirchner ist seit 2007 Präsidentin von Argentinien – und hat bereits mehrere Gesetz zum Minderheitenschutz umgesetzt

In Argentinien kann künftig jede Person selbständig entscheiden, ob sie im Reisepass oder der Geburtsurkunde als Frau oder Mann eingetragen wird.

Am Mittwochabend beschloss der argentinische Senat mit 55 gegen null Stimmen bei einer Enthaltung eine entsprechende Reform des Transsexuellengesetzes. Das Abgeordnetenhaus hatte bereits vor einem halben Jahr dem Gesetzentwurf zugestimmt. Menschen, die sich dem anderen Geschlecht zugehörig fühlen, können demnach ohne die oft als Schikane empfundenen psychiatrischen und medizinischen Untersuchungen ihr Geschlecht ändern. Meldebehörden müssen einen Änderung kostenlos an allen Dokumenten vornehmen.

Trans-Aktivisten haben das bislang weltweit einmalige Gesetz enthusiastisch begrüßt: "Die Tatsache, dass keine medizinischen Bedingungen gestellt werden – keine Operationen, keine Hormonbehandlung oder Diagnosen – ist bahnbrechend", erklärte Justus Eisfeld von der in New York ansässigen Gruppe "Global Action for Trans Equality" gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Das Gesetz sei wesentlich besser als "selbst in der fortschrittlichsten Ländern".

Das deutsche Transsexuellengesetz aus dem Jahr 1980 setzt hohe Hürden für die Anerkennung des gefühlten Geschlechts, allerdings wurden in den letzten Jahren mehrere Regelungen vom Bundesverfassungsgericht für grundgesetzwidrig erklärt. Erst vor gut einem Jahr kippte Karlsruhe die Regelung, dass sich Transsexuelle vor der Anerkennung einer Zwangsoperation unterziehen müssen (queer.de berichtete). Bereits 2008 hatte das Bundesverfassungsgericht den Scheidungszwang für verheiratete Transsexuelle bei Geschlechtsanpassungen verworfen (queer.de berichtete). Diese Regelungen dürfen nicht mehr angewandt werden. Bislang hat die Bundesregierung jedoch noch kein neues, verfassungskonformes Transsexuellengesetz vorgelegt.

Argentinien hat sich in den letzten Jahren für Minderheitenrechte stark gemacht. So wurde 2010 auf Initiative von Präsidentin Cristina Kirchner die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet (queer.de berichtete). Kirchner begründete die aktive Minderheitenpolitik unter anderem mit den Menschenrechtsverletzungen während der Zeit der Militärdiktatur und der paternalistischen Politik der katholischen Kirche. (dk)



#1 SchokiAnonym
#2 Prime_EvilEhemaliges Profil
  • 11.05.2012, 18:33h
  • Ich möchte in meinen Pass eintragen lassen: Mama Shaboubou - Königin der rosaroten Sonne.

    Alles andere diskriminiert mich.
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#3 Yuuki83Profil
#4 Sunbear
#5 Sunbear
  • 11.05.2012, 19:57h
  • Find ich super! Ich finde es gehört auf der ganze Welt so. Was ist denn so dramatisches daran, welches Geschlecht im Pass oder in den Behördenservern abgespeichert ist?!
    Wir sind doch alle Menschen!
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#6 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 11.05.2012, 20:03h
  • Argentinien zeigt Deutschland, wie fortschrittlich es auch in Sachen transidente Personen ist! Diese Frau Kirchner ist einfach spitze und Bundesmutti kann sich eine Scheibe davon abschneiden!
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#7 Kim SchicklangAnonym
  • 12.05.2012, 09:57h
  • "die oft als Schikane empfundenen psychiatrischen und medizinischen Untersuchungen"... das ist ja schon arg nett beschrieben. Es sind Menschenrechtsverletzungen, bei denen psychische (immer) und sexuelle (häufig) Übergriffe von Gutachtern zum Alltag gehören. Kern der "Begutachtung" ist dann auch, sein eigenes Geschlecht zu verleugnen und anzuerkennen eigentlich nur plemplem im Kopf zu sein (eine transsexuelle Frau muss sich damit einverstanden erklären, ein Mann mit "gender identity disorder" bzw. "gender dysphoria" zu sein). Jede dieser Begutachtungen ist ein staatlich organisierter Umpolungsansatz.

    Wer hier so tut, als ginge es hier darum, dass irgendwer etwas "als Schikane EMPFINDE" und davon ablenkt, dass es Menschenrechtsverbrechen SIND, denkt wahrscheinlich auch, transsexuelle Frauen wären Männer, die sich als Frau EMPFINDEN, und keine Menschen, die Frauen SIND.
    Wäre' doch mal eine Sache, wenn wir in Deutschland so emanzipiert wären, dass wir zumindest mal in die Nähe davon kommen würden, transsexuelle Menschen als existent anzuerkennen. Wär' das was?
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#8 finkAnonym
#9 PetterAnonym
  • 12.05.2012, 10:40h
  • Ich bin zwar nicht trans*, aber Hut ab für so viel Fortschrittlichkeit!

    Können sich die europäischen Staaten eine Scheibe von abschneiden.
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#10 Prime_EvilEhemaliges Profil
  • 12.05.2012, 16:55h
  • Antwort auf #8 von fink
  • "wie fühlst du dich, wenn in deiner gegenwart jemand schwule lächerlich macht?"

    Wenn's ein guter Witz war lach ich vielleicht mit, ansonsten zeigen ich Missbilligung oder Gleichgültigkeit. Aber so oder so, in einer pluralistischen Gesellschaft habe ich die Meinung anderer zu tolerieren - das muss man einfach aushalten können.

    Und zu meiner Meinung gehört, dass mich das ganze Trans-,Bi- & Gender-Gedöns tierisch nervt.
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