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Hat keine Berührungsängste: Stephan Ackermann, Bischof von Trier (Bild: Wiki Commons / Spurzem / CC-BY-SA-2.0-DE)

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann rief letzten Donnerstag im schwul-lesbischen Zentrum SCHMIT-Z an, ob er vorbeikommen dürfe - gut eine Stunde später saß er dort auf der Couch.

Von Carsten Weidemann

Ob Alex Rollinger, Vereinschef des Trierer Schwulen- und Lesbenzentrums SCHMIT-Z, zunächst an einen Scherz oder an die "Versteckte Kamera" gedacht hat, ist nicht bekannt. Am vergangenen Donnerstagnachmittag jedenfalls klingelte im Zentrum das Telefon: Bischof Stephan Ackermann ließ anfragen, ob er im Rahmen seiner Wallfahrt um 18 Uhr vorbeikommen dürfe. Pünktlich auf die Minute saß der Kirchenmann dann tatsächlich auf dem Sofa des SCHMIT-Z-Cafés in der Trierer Mustorstraße.

Zwar hatte das schwul-lesbische Zentrum Ackermann zuvor schriftlich zu Gesprächen eingeladen, doch kaum einer hatte damit gerechnet, dass der Kirchenmann darauf überhaupt reagieren würde. Der Bischof selbst zeigte sich ausgeprochen locker und schüttelte die Hände der schnell herbei telefonierten Vereinsmitglieder. "Das fühlt sich für mich nicht besonders schwierig an", sagte er zunächst gegenüber dem "Trierischen Volksfreund": "Es gab wohl eine gewisse Überraschung, dass ich die Einladung angenommen habe. Aber das war mir wichtig."

Das Gespräch selbst verlief nach Angaben der Lokalzeitung ernst, aber respektvoll. Zur Sprache kam u.a. die Diskriminierung von schwul-lesbischen Beschäftigten in katholischen Einrichtungen. "Es ist traurig, dass manche von uns ihre Homosexualität verbergen müssen, damit sie ihren Job behalten", kritisierte etwa SCHMIT-Z-Chef Rollinger. Der Bischof versprach zwar keine Abhilfe, hörte aber zumindest zu: "Da gibt es Dinge, die mich nachdenklich machen", zitiert ihn der "Trierische Volksfreund". "Wir wissen, dass das Verhältnis zwischen schwulen und lesbischen Menschen und Kirche nicht spannungsfrei ist." So ein schwieriges Gespräch habe er nicht erwartet, räumte Ackermann am Ende des rund einstündigen Treffens ein.

Bischof Ackermann gilt als vergleichsweise liberal

Im Schwulen- und Lesbenzentrum zog man eine positive Bilanz des Überraschungsbesuchs des Bischofs: "Ich war erfreut, dass er hier war, und habe gemerkt, dass ihn das Gespräch nachdenklich gestimmt hat", sagte Miriam Ehlen, Vorstandsmitglied im SCHMIT-Z-Verein. "Ich hoffe, er nimmt gute Ansätze mit und versucht, etwas zu verändern."

Stephan Ackermann, Jahrgang 1963, wurde erst 2009 von Papst Benedikt XVI. zum Bischof von Trier ernannt. Er gilt als vergleichsweise liberal. Nach nur hundert Tagen im Amt stellte er etwa den in Südafrika tätigen, vatikankritischen Priester Stefan Hippler ("Der Papst soll den Gebrauch von Kondomen endlich zulassen!") für den weiteren Einsatz im Erzbistum Kapstadt frei, damit er seine Hilfsprojekte für Menschen mit HIV fortsetzen kann. Als offizieller "Missbrauchsbeauftragter" der Deutschen Bischofskonferenz hat Ackermann jedoch auch mit Vertuschungsvorwürfen zu kämpfen.

Offizielle Begegnungen zwischen Schwulen- und Lesbengruppen und katholischen Würdenträgern sind in Deutschland die Ausnahme. Den Anfang machte im vergangenen September der Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki, als er Vertreter des Lesben- und Schwulenverbands (LSVD) zum Kaffeeklatsch ins Erzbischöfliche Ordinariat einlud (queer.de berichtete).

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Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 Marcel CabialAnonym
#2 RobinAnonym
  • 12.05.2012, 16:24h
  • "Der Bischof versprach zwar keine Abhilfe, hörte aber zumindest zu"

    Na toll.

    Sind wir schon so weit, dass bereits das bloße Zuhören uns zufriedenstellt?!

    Es soll endlich die menschenverachtende Diskriminierung abgestellt werden.

    Und unabhängig davon:
    eine Schwalbe macht noch lange keinen Sommer. Was nützen einzelne Katholen, die sich aus Imagegründen auch mal mit Schwulen zeigen, um als ach so tolerant zu gelten, während die mehrheitliche Linie dieser Sekte nach wie vor streng homophob ist.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 -hw-Anonym
  • 12.05.2012, 16:37h
  • Ich bin ja auch ein großer Fan des ungeborenen Lebens und verantwortlicher Lebensplanung.
    So legte ich vor drei Tagen, "ernst und respektvoll", ein Stück hautwarmes Metall auf
    ein sehr gespanntes Verhältnis (8.Monat).
    "Das fühlt[e] sich für mich nicht besonders schwierig an".
    Und dann fing ich -wie der Kathole- an zu kurbeln.
    Immer die alte Leier. Was macht man nicht alles für Trierer Bischöfe und Bewegungen.

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    In zehn Monaten darf ich das wiederholen (postnatal).
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#4 SchokiAnonym
#5 erste schritteAnonym
  • 12.05.2012, 16:58h
  • Antwort auf #3 von -hw-
  • Es rettet uns kein höh'res Wesen,
    kein Gott, kein Kaiser noch Tribun
    Uns aus dem Elend zu erlösen
    können wir nur selber tun!
    Leeres Wort: des Armen Rechte,
    Leeres Wort: des Reichen Pflicht!
    Unmündig nennt man uns und Knechte,
    duldet die Schmach nun länger nicht!
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#6 Bowen
  • 12.05.2012, 17:01h
  • Antwort auf #2 von Robin
  • bedenke, dass er ebenfalls noch Vorgesetzte hat, welche ihn "zur Räson rufen" könn(t)en. Auch er möchte sicherlich seine Arbeitsstelle behalten.

    Dass er um ein Treffen bat, und es wohl auch zu einem ordentlichen Gespräch gekommen ist, zeigt zumindest, dass er gewillt ist, sich gedanklich mit der Materie zu beschäftigen. Das ist immerhin ein bischen besser als das dogmatische "Nein".

    Änderungen fangen (normalerweise) klein an.
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#8 Alex RollingerAnonym
  • 12.05.2012, 17:26h
  • @robin: gerade weil ein Teil der Kirche homophob ist, hilft so ein öffentlicher Bischofsbesuch immerhin, den Extremisten und Fundis den Wind aus den Segeln zu nehmen. Respekt und Toleranz hört sich schon mal anders an als Sünde und Höllenqual.
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#9 PabloAnonym
#10 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 12.05.2012, 17:49h
  • Bleibt zu hoffen, daß dieser Besuch im SCHMIT-Z in dem Fall von Hochwürden nicht der einzige war!
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