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Kommentare zu:
Homofreundliches Europa: Deutschland auf dem zweiten Platz


#21 goddamn liberalAnonym
  • 15.05.2012, 21:18h
  • Antwort auf #17 von Vladko
  • Lieber Vladko,

    als Oscar Wilde zu Zwangsarbeit verurteilt wurde, war gleichgeschlechtliche Liebe in Frankreich seit 100 Jahren schon straffrei! Er starb dann ja auch im Pariser Exil.

    Wir hatten hier unseren Nazi-Paragraphen bis 1969 und dann stufenweise noch bis 1994. In allen westlichen Nachbarstaaten von der Schweiz bis nach Dänemark war Homosexualität in der Nachkriegszeit schon straffrei. Es gibt bis heute keine Entschädigung für die Opfer und keine Entschuldigung unseres Verfassunggerichts für sein frömmelndes 'Scharia'-Skandalurteil von 1957.

    www.schwulencity.de/BVerfGE_6_389.html

    Die Untersuchung ist Mumpitz! Das Ärgernis dabei ist, dass man uns in Deutschland jetzt vorhalten wird, dass wir es eigentlich schon viel zu gut haben.
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#22 KathiGr
  • 15.05.2012, 21:37h
  • Ich schließe mich meinen Vorrednern an.

    Beim Blick auf die Karte war mein erster Gedanke: "Deutschland vor den Niederlanden, Belgien und den skandinavischen Ländern? Das kann nicht sein."

    Auch ich hätte mir zwei getrennte Karten für LGB und T gewünscht. Nicht, weil ich Trans-Themen ausgrenzen möchte, sondern weil ich mich mit Trans-Gesetzen viel weniger auskenne und ich an einer gesonderten Karte die verschiedenen Trans-Gesetzgebungen besser hätte vergleichen können. Auch ist es ja oft so, dass ein Land zwar gute LGB-Gesetze, aber schlechte Trans-Gesetze hat - oder umgekehrt. Zu viele Dinge in einer Karte schaden der Übersichtlichkeit.

    Was die Schweiz angeht, möchte ich daran erinnern, dass es dort keine Stiefkindadoption bei gleichgeschlechtlichen Paare gibt. Auch wurden Eingetragene Partnerschaften dort viel später eingeführt als in Deutschland.
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#23 YandrakAnonym
  • 15.05.2012, 21:41h
  • Also ich weiß ja nicht wie alt ihr alle seid, aber ich finde es sehr undifferenziert, zu sagen, dass Schwule/Lesben in Deutschloand nicht akzeptiert werden...
    Ich bin nach der Schule in eine neue Stadt zum studieren gegangen und habe mich gleich am zweiten Tag in der Einführungswoche vor den neuen "Kollegen" geoutet...
    Und ich hatte keine Probleme...auf den Parties tanze ich häufig mit einem Freund von mir... Bei der ersten Party im Jahr waren auch die Professoren und Dozenten mit da und ich hatte auch danach nie Probleme mit denen..ganz im Gegenteil: Ich bin studentische Hilfskraft geworden...

    Ich bin auch schon händchenhaltend durch die Innenstadt oder durch mein Stadtviertel gelaufen...und bis auf ein alter Opa hat mich keiner shief angeschaut....Jetzt mag es daran liegen, dass man inLeipzig auf Grund von Buchmesse und WGT schon viele komische Gestalten gewohnt ist...aber was solls ;)

    Ich sage nicht, dass es keine Diskrimminierung in Deutschland gibt..aber im normalen Umgang ist sie bei weitem nicht so flächendeckend wie manche behaupten.

    Und schwul als Schimpfwort....klar...es ist einfach mal unreflektiert...die Teenies/Kinder machen sich darüber keine Gedanken...warum? Solange sie niemanden kennen der schwul/lesbisch ist, hat man doch keinen Grund sich damit auseinander zu setzen...ich setze mich auch nicht mit Transsexualität auseinander...
    Wenn mehr Schwule/Lesben den Mut hätten sich offen zu zeigen, würde das viel schneller selbstverständlich werden...
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#24 KathiGr
#25 Fakten vs LügenAnonym
  • 15.05.2012, 21:48h
  • Ich bin wirklich fassungslos angesichts dieser skandalösen Verfälschung der gesellschaftlichen Wirklichkeit in Deutschland, aber auch in Europa insgesamt.

    Eine Organisation, die derart fakten- und realitätsfern den weiterhin menschenverachtenden Status quo in dieser durchweg heterosexistischen Gesellschaft schönredet sowie die überall zu beobachtenden Rückschritte gerade in Zeiten der Krise völlig ausblendet, hat sich in jeder Hinsicht disqualifiziert.

    Zunächst einmal kann ein solcher "Bericht" überhaupt nur dann Sinn machen, wenn er soziale Rechte und soziale Sicherheit von Menschen, also effektiv gleich Lebensrechte als Voraussetzung für Freiheit, ins Zentrum seiner "Bewertungen" stellt.

    Dann wäre deutlich geworden, dass ein Land wie Großbritannien, das die höchste Kinder- und Jugendarmut und die größte soziale Ungleichheit in der ganzen EU aufweist, NIEMALS das "homofreundlichste" Land Europas sein kann. Denn mehrfach unterdrückte und diskriminierte Gruppen innerhalb der lohnabhängigen Bevölkerung, wie Schwule, Lesben, Frauen, Menschen "mit Migrationshintergrund" usw., haben erfahrungsgemäß ganz besonders unter diesen Verhältnissen zu leiden.

    In keinem anderen Land der EU wiederum sind ArbeitnehmerInnen so stark armutsgefährdet wie in Deutschland. In kaum einem anderen Land hängt das vermeintliche Recht auf Bildung so stark von der sozialen Herkunft ab. Wie kann ein solches Land an der Spitze angeblich gleicher Lebensrechte für mehrfach unterdrückte lohnabhängige Menschen wie Schwule und Lesben stehen???

    Und jetzt zu den konkret homopolitischen Fakten:

    Nicht nur gibt es in Deutschland eben ausdrücklich KEINE gleichen Rechte für Schwule und Lesben, sei es beim Ehe- und Adoptionsrecht, keinerlei effektiven Diskriminierungsschutz (siehe AGG mit seinen skandalösen Ausnahmen für Kirchen und der Verweigerung eines Klagerechts für Betroffenenorganisationen oder für Antidiskriminierungsstellen).

    Nicht nur gibt es in Deutschland nahezu flächendeckend KEIN verpflichtendes Mainstreaming sexueller Vielfalt in den Schulen und NIRGENDWO eine verpflichtende Ächtung und aktive Bearbeitung von Akten der homophoben Sprache und des homophoben Bullyings im so genannten Erziehungs- und Bildungswesen.

    Nein, Deutschland sorgt auch dafür, dass die dringend notwendige, neue Antidiskriminierungsrichtlinie der EU seit Jahren blockiert wird!

    All dies ist nicht wirklich verwunderlich, wenn man bedenkt, dass effektiv gleiche Lebensrechte (auch) von Schwulen und Lesben hierzulande auf "der großen Bühne" der Politik praktisch nicht vorkommen. Oder hat schon jemals ein Regierungschef oder Staatsoberhaupt es für nötig befunden, unsere Rechte auch nur in den Mund zu nehmen, geschweige denn aktiv gegen die allgegenwärtigen Hetero-Sexismen Stellung zu beziehen? Und sei es "nur" im historisch so unbedeutenden Kontext einer beispiellos verbrecherischen Verfolgung und Kriminalisierung unter den Nazis und in der BRD bis mindestens 1969?

    Man darf den Realitätsverfälschern und Opportunisten, die sich gegenüber den deutschen Eliten anbiedern, dringend empfehlen, sich mal für eine Stunde im öffentlichen Raum oder auf einem Schulhof aufzuhalten und alle paar Minuten mit "schwul", "Schwuchtel" und "Lutscher" als Schimpfwörtern konfrontiert zu werden.

    Oder sich freudig durch die Fernsehkanäle mit ihrem beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen gegen 0% tendierenden Anteil schwul-lesbischer Themen und Protagonisten und generell mit rund um die Uhr immer aggressiveren Hetero-Sexismen zu zappen.

    Obwohl das aus der weiterhin massiven Diskriminierung und Gewalt resultierende, deutlich erhöhte Suizidrisiko homosexuell empfindender Jugendlicher nicht geringer sein dürfte als in den USA, werden die tödlichen Folgen der Homophobie hierzulande auch von "queeren" Medien weiterhin gezielt totgeschwiegen (sic!).

    Es ist ein Skandal, dass ILGA-Europe ein solches Land, in dem reaktionärste PolitikerInnen wie Frau Schröder mit Herdprämien das Konstrukt der bürgerlichen, heterosexuellen Familie weiterhin allen Menschen aufherrschen, die Vielfalt menschlicher Lebensweisen weiterhin mit aller Macht unterdrücken, hier als Speerspitze der Homofreundlichkeit feiert.

    Da nützen dann auch die absurden Phrasen von angeblichem "Druckaufbauen" nichts mehr und sind lediglich Hohn und Spott in den Ohren derer, die sich nicht von systembewahrenden Opportunisten vernebeln lassen. Opportunisten, die Schwule und Lesben möglichst geräuschlos und technokratisch in die herrschende Ordnung einordnen bzw. sie dieser unterordnen wollen. Ohne jede Perspektive auf echten sozialen und politischen Fortschritt, auf eine grundlegende Überwindung von Heteronormativität, der herrschenden Geschlechterordnung, des herrschenden Familienmodells, die direkt mit den übergeordneten Herrschaftsverhältnissen (Produktions-/Reproduktionsverhältnissen) in dieser Gesellschaft verknüpft sind.

    Wer soziale Wirklichkeit derart verfälscht, macht sich zum billigen Erfüllungsgehilfen der Herrschenden und Unterdrücker!
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#26 Albaboy
#27 karriere-indexAnonym
#28 daVinci6667
#29 el_es_vau_deAnonym
  • 15.05.2012, 22:46h
  • "Aber in Brandenburg zum Beispiel beschäftigen wir uns gerade mit dem Jagdgesetz.
    ...
    Wir sind ja gut mit Juristen bestückt, Gott sei Dank."

    (quelle: taz)
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#30 Otto SchnelzerAnonym
  • 15.05.2012, 23:05h
  • Eine solche Verdrehung der Gegebenheiten mittels unausgegorener Statistik tut einfach weh! Hier schneidet die Schweiz gleich schlecht ab wie Serbien, und Portugal besser als Island. Das mag die Gesetzgebung widerspiegeln, nicht aber die Anerkennung von LGBT-Menschen im jeweiligen Land. Irreführende Augenwischerei!
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