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Sonderpreis für Zivilcourage

CSD Berlin zeichnet Friedrichstadt-Palast aus


Der Showpalast protestiert gegen das Homo-Propaganda-Gesetz in Russland (Bild: lilli2de / flickr / by-sa 2.0)

Der Friedrichstadt-Palast erhält den diesjährigen Zivilcourage-Preis, weil das Revuetheater aus Protest gegen homophobe Gesetze jegliche Zusammenarbeit mit Russland eingestellt hatte.

Die Organisatoren des Berliner CSDs gaben den Preisträger am Dienstag in einer Pressekonferenz bekannt. Die Auszeichnung wird am 23. Juni auf der Bühne des CSDs verliehen. Der Friedrichstadt-Palast hatte im April angekündigt, "Anfragen russischer Künstler und Organisationen" abzusagen (queer.de berichtete). Damit kritisierten die Berliner das Gesetz gegen "Homo-Propaganda" in St. Petersburg.

Der Boykott sei die einzige Möglichkeit, "unsere Solidarität mit den homosexuellen und allen anderen aufgeklärten und toleranten Russinnen und Russen zu zeigen", hatte der Friedrichstadt-Palast damals auf seiner Facebook-Seite erklärt. So wurden laufende Verhandlungen mit russischen Investoren abgebrochen, die die Erfolgsshow "Yma" nach Moskau bringen wollten. Auch Anfragen zur Anmietung des Showpalastes für Gastspiele wurden abgesagt. Dieser Boykott soll so lange durchgeführt werden, so lange die homophoben Gesetze in Kraft sind.

Einsatz gegen Homophobie ist Zeichen "von guter Erziehung"

Bernd Schmidt, der Intendant des Friedrichstadt-Palastes, bedankte sich vorab für den Preis: "Ich freue mich sehr über die Auszeichnung unseres Hauses, obwohl ich auch meinen würde, dass heutzutage eine klare Haltung gegen Diskriminierung kein Zeichen von Zivilcourage, sondern von guter Erziehung ist." Nach Angaben von CSD-Geschäftsführer Robert Kastl habe das Theater jedoch eindrucksvoll gezeigt, "was es bedeutet, bei Diskriminierung nicht wegzuschauen".

Letztes Jahr wurde die ehemalige Bundesliga-Fußballspielerin Tanja Walter-Ahren sowie die Sportorganisatoren der "Federation of Gay Games" und der Outgames-Organisatoren "GLISA International" mit dem Zivilcourage-Preis ausgezeichnet. 2010 gab es bei der Verleihung einen Eklat, als die amerikanische Philosophin Judith Butler den Preis auf der Bühne ablehnte (queer.de berichtete). Sie begründete die medienwirksame Aktion mit der Kommerzialisierung des CSDs und kritisierte, dass die Community nicht ausreichend gegen Rassismus kämpfe. (dk)



#1 le_waldsterbenProfil
  • 15.05.2012, 14:27hBerlin
  • Will der Friedrichstadt-Palast auch die Zusammenarbeit mit Künstlern aus der Türkei, aus vielen Staaten der USA, aus Ungarn, aus Polen usw ablehnen, nur weil dort die staatlichen Gesetze noch nicht so sind wie in Deutschland oder in Skandinavien? Sollen dort nur noch deutsche, britische und niederländische Künster auftreten?
    Die Bundesregierung muss bei den Staaten, die Schwule diskriminieren protestieren, aber es ist nicht die Aufgabe des Friedrichstadt-Palastes, in die Politik anderer Staaten hinein zu wirken.
    Mir scheint dies ein krampfhafter Versuch zu sein, zu zeigen, dass man nicht altbacken ist (worauf man aufgrund der vielen älteren Besucher aus der Provinz, die dort mit Bussen angekarrt werden, schließen könnte). Insgesamt gesehen ein Flopp!
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil