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  • 17.05.2012           47      Teilen:   |
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Deutschlands peinlichster schwuler Abgeordneter

Markenzeichen Palästinensertuch: Gerwald Claus-Brunner sorgt weniger mit Inhalten als vielmehr mit Äußerlichkeiten und Stilfragen für Aufmerksamkeit - Quelle: Wiki Commons / Krinzl / CC-BY-2.0
Markenzeichen Palästinensertuch: Gerwald Claus-Brunner sorgt weniger mit Inhalten als vielmehr mit Äußerlichkeiten und Stilfragen für Aufmerksamkeit (Bild: Wiki Commons / Krinzl / CC-BY-2.0)

Micha Schulze schreibt an den Berliner Piraten Gerwald Claus-Brunner, der nicht nur keine Post vom Völklinger Kreis haben will, sondern auch vom schwul-lesbischen Förderverein elledorado.

Lieber Gerwald Claus-Brunner,

1985 zog mit Stefan Reiß der erste offen schwule Mandatsträger in das (West)-Berliner Abgeordnetenhaus, als Parteiloser für die Alternative Liste - und zwar auf Initiative des Treffens Berliner Schwulengruppen. So basisdemokratisch war das damals! Auch seine rührigen grünen Nachfolger Dieter Telge, Albert Eckert, Christian Pulz und Thomas Birk hatten bei ihren Kandidaturen stets große Unterstützung aus der queeren Community, ebenso Klaus Lederer und Hakan Taş von der Linkspartei. Als Du am 18. September 2011 für die Piraten auf Listenplatz 13 überraschend in das Berliner Abgeordnetenhaus gespült wurdest, hatte in der Szene hingegen kaum jemand etwas von Dir gehört.

Mein erster Eindruck war dennoch durchaus positiv. Da ist zumindest jemand mit eigenem Stil, der auf überkommene Kleiderordnungen pfeift und frischen Wind ins Parlament bringt. Warum nicht? Auch Deine Aussage, Du seist zu 95 Prozent schwul und 5 Prozent hetero, fand ich mutig, ein klares Statement gegen den albernen Druck mancher Homos und Heten, sich für eine Seite "entscheiden" zu müssen. Auch in unserem ersten Interview hast Du Dich ganz wacker geschlagen. Seitdem folgten allerdings nur die beiden "Skandale" um Dein Palituch und Dein gekapertes Konterfei für eine Sixt-Kampagne - inhaltlich hat man in den vergangenen acht Monaten äußerst wenig von Dir vernommen.

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Das parlamentatische HB-Männchen

In einer nicht autorisierten Werbekampagne nahm Autovernieter Sixt den  Piratenpolitiker aufs Korn - Quelle: Sixt
In einer nicht autorisierten Werbekampagne nahm Autovernieter Sixt den Piratenpolitiker aufs Korn (Bild: Sixt)

Nun wird man Dich ausgerechnet als das parlamentarische HB-Männchen in Erinnerung behalten, das wütend am Schreibtisch sitzt, weil es so viel Post und Emails von Vereinen und Verbänden bekommt, - und das dann nichts Besseres zu tun hat, als den Absendern mit Klagen zu drohen (queer.de berichtete). Als kleiner Tipp nebenbei: In der Redaktion haben wir für langweilige Post eine große Altpapierkiste, und unsere Notebooks sind sogar mit einer Delete-Taste ausgestattet. Vielleicht kann Dir ein etwas nerdischerer Piraten-Kollege auch helfen, eine automatisierte Outlook-Regel für bestimmte Absender zu definieren...

Doch zurück zum Thema: Dass Du auf Distanz zum Völklinger Kreis gehst, kann ich in gewisser Hinsicht noch nachvollziehen. Der Bundesverband schwuler Möchtegern-Führungskräfte gehört sicherlich nicht zu den wichtigsten und fortschrittlichsten Vereinen der Community, doch Deine Klassenkampf-Rhetorik und Lobbyisten-Schelte gehen völlig am Kern vorbei. Der Völklinger Kreis verkauft weder Panzer, noch nicht einmal Gleitgel, sondern engagiert sich durchaus erfolgreich für ein vernünftiges Diversity Management in deutschen Unternehmen. Ist die Förderung von Vielfalt im Berufsleben nicht ein klassisches Piraten-Ziel?

Aber wie jetzt bekannt wurde, willst Du ja auch nicht einmal Post vom schwul-lesbischen Förderverein "elledorado" erhalten - einer rein ehrenamtlichen Initiative, die durch Fundraising im letzten Jahrzehnt über 130.000 Euro an die schwul-lesbische Community verteilen konnte. Auch auf dessen Einladung zur Kunstauktion "artcharity" hattest Du lediglich mit der Aufforderung geantwortet, Dein Postfach bitte nicht mit weiteren Informationen zu verstopfen.

Claus-Brunners merkwürdiges Demokratieverständnis

Happy-End im Posteingang: Aus der Community dürfte Claus-Brunner künftig wohl weniger Einladungen erhalten... - Quelle: Wiki Commons / Krinzl / CC-BY-SA-3.0-DE
Happy-End im Posteingang: Aus der Community dürfte Claus-Brunner künftig wohl weniger Einladungen erhalten... (Bild: Wiki Commons / Krinzl / CC-BY-SA-3.0-DE)

Nun hat bei "elledorado" wahrscheinlich niemand ernsthaft damit gerechnet, dass der Herr Abgeordnete persönlich am 25. März bei der Benefiz-Auktion erscheinen und von seinen großzügigen Diäten gar etwas für den guten Zweck ersteigern würde. Dass Du die ehrenamtlichen Organisatoren aber derart vor den Kopf stößt, ist ein unglaublicher Vorgang und mit Deinem Verweis auf Deine Unabhängigkeit und Dein freies Mandat nicht zu rechtfertigen, auch nicht zu entschuldigen. Es offenbart ein, vorsichtig formuliert, sehr merkwürdiges Demokratieverständnis, ausgerechnet die engagiertesten Bürger dazu aufzufordern, einen nicht weiter zu "belästigen". Hätte "elledorado"- nicht vielmehr die aktive Unterstützung des Piraten-Abgeordneten verdient, der einst als Sprecher für Queer-Politik angetreten war?

Hinzu kommt: Auf den ernsthaften Dialogversuch des vorbildlichen Fundraiser-Vereins hast Du - wie schon zuvor beim Völklinger Kreis und trotz rund 40 Jahren Lebenserfahrung - erneut nur wie ein unreifer, trotziger Schiffsbengel reagiert: "Finde es nicht grade vorteilhaft jetzt zu versuchen auf mich einfluß nehmen zu wollen, sie werden das exakte Gegenteil von dem erreichen was sie wünschen", heißt es in Deiner uns vorliegenden (und von uns nicht redigierten) Email an den Verein. Peinlicher kann sich ein gewählter Mandatsträger nicht (daneben) benehmen!

In den vergangenen 25 Jahren wurde viel erreicht in Berlin - vor allem dank des hartnäckigen Engagements schwul-lesbischer Gruppen, Vereine und Verbände und ihrer Verbündeten im Parlament. Während das Treffen Berliner Schwulengruppen 1985 der Alternativen Liste noch einen Kandidaten aufs Auge drücken musste, sind wir heute offensichtlich soweit, Parteien bitten zu müssen, manch queeren Leichtmatrosen über die Planke zu schicken. Für schwul-lesbische Belange haben die Piraten überzeugenderes Personal!

Micha Schulze, Jahrgang 1967, ist Geschäftsführer von queer.de und seit 25 Jahren in schwul-lesbischen Medien zu Hause. Normalerweise schreibt er vor allem Konzepte, Angebote, Rechnungen und Mahnungen, in dieser Kolumne aber immer wieder auch Emails an Leute und Organisationen, über die er einfach nur den Kopf schütteln kann.
» Mehr Kolumnen: Message von Micha
Links zum Thema:
» Gerwald Claus-Brunner auf Twitter
» Homepage der Berliner Piraten-Fraktion
» Homepage von elledorado
Mehr zum Thema:
» Pirat Claus-Brunner zickt gegen Völklinger Kreis (16.05.2012)
» Die Piraten wollen Berlin queerer machen (23.09.2011)
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Tags: gerwald claus-brunner, piraten, völklinger kreis, elledorado
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Reaktionen zu "Deutschlands peinlichster schwuler Abgeordneter"


 47 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
17.05.2012
11:03:33


(-17, 25 Votes)

Von olikujzh


Was ist bitte daran peinlich wenn man von denen nix wissen will? ES IST SEIN GRUNDRECHT! ER darf doch wohl immer noch selbst entscheiden was er von wem will.

Was ist bitte an einem Palituch falsch? Nur weil es den "Antideutschen" nicht in den Kram passt? Auch das ist SEINE FREIE ENTSCHEIDUNG!

Sowas blödes, wollt ihr ihn jetzt so in eine Schublade stecken?

Wer so einen bockmist schreibt ist peibnlich. Leute, habt ihr nix besseres zu tun als euch über diesen Mann lustig zu machen oder ihm seine freie entscheidung als falsch darzulegen?


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#2
17.05.2012
11:13:35


(+8, 20 Votes)

Von uiuiui
Antwort zu Kommentar #1 von olikujzh


Du hast aber auch rein gar nix kapiert!


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#3
17.05.2012
11:29:00


(+6, 14 Votes)

Von Caskade
Aus Berlin
Mitglied seit 17.05.2012
Antwort zu Kommentar #1 von olikujzh


Lies doch bitte einfach den Kommentar noch ein weiteres Mal. Wäre hilfreich...


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#4
17.05.2012
11:39:14


(+10, 20 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby
Antwort zu Kommentar #1 von olikujzh


Micha Schulze hat doch in seinem "Brief" ausführlich dargelegt, was im Detail peinlich ist an Brunners Verhalten, und es nicht sein Tuch oder seine Kleidung. Ein Hinweis: Texte sind zum Lesen da!


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#5
17.05.2012
11:49:18


(+1, 15 Votes)

Von Thorsten1
Aus Berlin
Mitglied seit 15.05.2012


Dieser Typ entwickelt sich zum Haßobjekt der Schwulen - mehr noch als Westerwelle!
Wenn ich schon vor dem Frühstück ein Bild von dem sehe, habe ich den Kaffee bereits auf!
Solange dieser Mensch an führender Stelle der Piraten sitzt, ist es für mich absolut unvorstellbar, diese Partei zu wählen.


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#6
17.05.2012
12:18:08


(+7, 15 Votes)

Von Jürgen Friedenbe


Auf dem falschen Dampfer

Ein Pirat, der das Gepräch flieht,statt es zu suchen und politisch zu nutzen, der gegen die Lobby wettert, sich aber als Leihwagenfahrer vermarkten lässt, und der mit rüpelhaften Äußerungen anscheinend eine neue, pseudo-dynamische Sprachkultur begründen will, der sitzt im Berliner Abgeordnetenhazs bestimmt auf dem falschen Dampfer. Niemand erwartet, dass ein Pirat an den Galadinees diverser Wirtschafts-Kapitäne teilnimmt. Sein Platz ist aber auch nicht auf der Litfasssäule, sondern im Roten Rathaus, wo er gerne mit konstruktiven Initiativen auf sich aufmerksam machen könnte.
Jürgen Friedenberg, Mainz.


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#7
17.05.2012
12:21:36


(+10, 16 Votes)

Von Kaichen
Antwort zu Kommentar #1 von olikujzh


„Was ist bitte daran peinlich wenn man von denen nix wissen will? ES IST SEIN GRUNDRECHT! ER darf doch wohl immer noch selbst entscheiden was er von wem will.”

Nein. Es ist seine PFLICHT als vom Volk gewählter Abgeordneter, sich die Belange derjenigen anzuhören, die ein — wie auch immer geartetes — Interesse vorbringen. Wer solche Kontaktversuche mit rechtlichen Mitteln unterbinden will, hat als Abgeordneter nichts verloren und gehört beim nächsten Mal rausgewählt.


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#8
17.05.2012
12:27:20


(+11, 19 Votes)

Von Sveni


Ich kann den Artikel echt nur unterstützen, dass ist genau auch mein Eindruck.
Erst denkt man ein neuer Wind, aber letztlich stellt er sich doch nur als Furtz heraus.

Er hat wohl nicht kapiert, was er tun soll.
Als Abgeordneter ist in der Position Gesetze für und gegen Personengruppen zu beschließen. Da ist es wichtig, mit allen zu reden. Ja mit allen!
Öffentlich spricht kein Politiker mit Drogenabhängigen, Nazi usw. Aber wissen, was dort vorgeht, was die Menschen bewegt, muss ein Abgeordneter trotzdem. Und wenn keiner hinguckt, dann redet auch die CDU mit Salamifisten (Wortspiel von extra3).
Seine Entscheidungen gelten für alle Menschen in Berlin, also sollte er auch mit allen zumindest reden. Er muss ja nicht gut finden, was die wollen, aber er sollte es sich anhören und auch darüber nachdenken.
Einen Abgeordneten der nicht dem Volk zuhört und dessen Meinung sogar Grundweg ablehnt, ist für eine Demokratie untragbar. Solche Fratzen findet man sonst nur im vom König/Diktator ernannten Parlament. Der will auch nicht, dass seine Abgeordneten dem Volk zuhören.
Also Brunner, such Dir ein undemokratisches Land, da passt Du gut hin mit Deiner Einstellung.


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#9
17.05.2012
12:55:16


(+2, 14 Votes)

Von BurgerBerlin
Aus Berlin
Mitglied seit 28.12.2010


Die arrogante Latzhosen-Fratze Gerwald Claus-Brunner und dazu eine Partei, die sich täglich mit neuen Skandalen profiliert.

Die Twitter-Antwort "Deutschlands peinlichster schwuler Abgeordneter"

@RealDeuterium
"Wer meint Verständnis von mir haben zu wollen nach solchen Hetzartikeln wie diesen
Link:
bit.ly/J07AQ8

hat das Tischtuch zerschnitten"


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#10
17.05.2012
13:08:09


(+1, 15 Votes)

Von ojee


"Auch Deine Aussage, Du seist zu 95 Prozent schwul und 5 Prozent hetero, fand ich mutig, ein klares Statement gegen den albernen Druck mancher Schwuler, sich für eine Seite "entscheiden" zu müssen."

Trotzdem hat er sich in Interviews selber nicht als schwul, sondern richtigerweise als bisexuell bezeichnet. Denn wer auch Interesse an Liebesbeziehungen mit Frauen hat ( was er ja sagte), ist bisexuell, auch wenn er sich häufiger in Männer verliebt als in Frauen.

Oder spielt der Autor des Queer.de Artikels wieder auf das Märchen an das die 5- 10% Schwulen die es gibt, doch insgeheim auf Frauen zu stehen haben? Sind es nicht viel mehr die angeblich 90- 95% "Heteros" von denen ein Teil in Wirklichkeit bisexuell ist?

Laut Kinsey gibt es nämlich an jedem Ende der Skala etwa gleich viele reine Heteros und reine Homos und in der Mitte eine große Gruppe an Bisexuellen und Menschen mit Bineigungen.

Das also ausgerechnet den paar Prozent geouteten Schwulen eine Bineigung angedichtet wird ist wieder typisch für unsere heterozentrische Gesellschaft.
Manche wollen einfach nicht verstehen das nicht jeder Mann Titten und Vaginas geil findet


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