Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?16549

"Gefahr für Kinder"

CSD Moskau verboten


2011 wurden zahlreiche Menschen beim CSD in Moskau verhaftet

Auch dieses Jahr hat Moskau die CSD-Parade verboten, weil sie eine "Provokation" sei - damit ignoriert die Stadt weiter Entscheidungen des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofes.

Der Chef der Moskauer Sicherheitsbehörde, Wassilij Olejnik, hat erklärt, dass die Ausrichtung des CSDs am 27. Mai "eine negative Reaktion in der Öffentlichkeit" provozieren würde. Insbesondere Eltern von Kindern könnten sich von der Veranstaltung provoziert fühlen. Sie hätten Angst, dass die Parade ihrem Nachwuchs "moralisch schaden" könnte. Die CSD-Organisatoren wollten mit dem CSD insbesondere gegen das Verbot von "Homo-Propaganda" in mehreren russischen Regionen, darunter auch St. Petersburg, demonstrieren (queer.de berichtete).

CSD-Aktivist Nikolai Aleksejew erklärte via Twitter, dass die Organisatoren den Behörden zu verstehen gegeben hätten, "jeden Veranstaltungsort zu akzeptieren und auf Nacktheit und obszöne Gesten" zu verzichten. Man wolle gegen die Entscheidung juristisch vorgehen. Der CSD werde jedoch in jedem Fall stattfinden, selbst wenn das Verbot Bestand hätte. "Bereite mich auf Auseinandersetzungen am 27. Mai vor", so Aleksejew.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte bereits 2010 entschieden, dass frühere CSD-Verbote gegen die in der Menschenrechtskonvention garantierten Versammlungsfreiheit verstoßen hatten (queer.de berichtete). Allerdings haben die Behörden trotz dieser Urteile weiterhin Demonstrationen für die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben verboten.

Erst vergangene Woche wurden Homo-Aktivisten in St. Petersburg von Skinheads mit einer Gaspistole, Rauchbomben uns Steinen angegriffen, als sie anlässlich des Tages gegen Homophobie auf die Straße gingen (queer.de berichtete). Zwei Aktivisten wurden dabei verletzt.

In der russischen Bevölkerung ist Homophobie weit verbreitet. So befürworten Umfragen zufolge mehr als 80 Prozent der Bevölkerung, öffentliche "Propaganda" für Homosexualität zu verbieten. Laut dem Meinungsforschuntgsinistitut VTsIOM glauben 47 Prozent der Russen, dass die Medien mit Berichten über Homosexuelle Menschen dazu verführten, schwul oder lesbisch zu werden. (dk)



#1 Tobi CologneAnonym
  • 21.05.2012, 12:30h
  • Auch dort haben wieder mal Hass und Unterdrückung gesiegt.

    Ich bin mal gespannt, was noch alles passieren muss, eh FDP-Spaßkanzler Guido Westerwelle endlich mal seinen Job als Außenminister macht.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 RobinAnonym
  • 21.05.2012, 12:34h
  • In Diktaturen haben Grundrechte wie Rede- und Versammlungsfreiheit noch nie viel gezählt.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 sanscapote
#4 bastapapsta
#5 ChristineAnonym
#6 finkAnonym
  • 21.05.2012, 14:08h
  • "...glauben 47 Prozent der Russen, dass die Medien mit Berichten über Homosexuelle Menschen dazu verführten, schwul oder lesbisch zu werden."

    aber sicher, gerade in russland kann ich mir vorstellen, wie unfassbar verlockend all diese medienberichte sein werden. das sehen sich die kleinen kinder an und denken: "ui, klasse, ich will auch beleidigt und auf der straße angespuckt werden!"

    und schwupps - schon wieder ein paar homos mehr! böse, böse medien!

  • Antworten » | Direktlink »
#7 FoXXXynessEhemaliges Profil
#8 rumolAnonym
  • 21.05.2012, 17:12h
  • Ein Jahr lang machte der junge Mann undercover bei der Jugendorganisation Rumol (Junges Russland) Karriere – und verriet dann Details an die Öffentlichkeit. Mit dem Segen des Kreml organisiere Rumol einen geheimen Stoßtrupp namens Ultras für den Straßenkampf gegen die Opposition, behauptet Sadychow. Rauchbomben werfen stehe ebenso auf dem Programm wie brutales Prügeln, das in Rollenspielen eingeübt wird – alles gegen Bezahlung. Der V-Mann nahm Treffen des Jugendverbands mit hohen Kreml-Beamten heimlich auf Tonband auf. Der Vizepräsidialamtschef Wladislaw Surkow etwa, so Sadychow, sei ganz begeistert gewesen von der Straßenkampfausbildung und habe sie „wahnsinnig interessant“ gefunden.

    www.focus.de/politik/ausland/russland-putins-pruegeltrupp_ai
    d_223429.html


    Wladislaw Surkow (3. Bild, im Anzug) Bildreihe zu Surkows Garde....

    lj.rossia.org/users/lll22021918_01/46011.html
  • Antworten » | Direktlink »
#9 olleknolleAnonym
  • 21.05.2012, 17:20h

  • Russland ist eine grosse Macht, ist aber Menschlich 100 Jahre zurück.
    Leider werden schon die Kinder homophob erzogen. Langsam muss man einfach mal Fakten bringen, die beweisen, dass Homosexualität weder eine Krankheit noch eine Entscheidung ist. Dann haben ihre ganzen (lächerlichen) Gründe und Argumente auch gar keinen Boden mehr.. (gilt übrigens nicht nur für die Russen!) Aber ich bin mir sicher, dass irgendwann alles gut werden wird, mit all den aktivisten die wir haben. ;) gruss
  • Antworten » | Direktlink »
#10 Xq28
  • 21.05.2012, 17:49h
  • Antwort auf #9 von olleknolle
  • naja Russland sieht sich selbst gern als große Macht mit internationalem Hegemonialanspruch (nebenher der grund warum Putin so gut ankommt - seine Selbst-Inszenierungen auf der Politbühne sind ja mittlerweile legendär). Allerdings kann Russland diesen Ansprüchen nun wirklich nicht gerecht werden. Russland blockiert als Un-Veto-Nation doch bloß noch humanitäre Interventionen in irgendwelchen Krisengebieten.
  • Antworten » | Direktlink »