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Staatspräsidentin Joyce Banda

Joyce Banda, die nach dem Tod ihres Vorgängers Anfang April als neue Präsidentin von Malawi vereidigt worden war, hat in einer Rede das Ende der Verfolgung von Homosexuellen angekündigt.

Am Freitag erklärte sie im Parlament in der Hauptstadt Lilongwe, dass mehrere Gesetze "sehr dringend" abgeschafft werden müssten. Dazu gehöre auch das Gesetz über "unanständige und unnatürliche Taten", das sexuell aktiven Schwulen und Lesben mit Haftstrafen von bis zu 14 Jahren droht. Auch weitere "schlechte" Gesetze, wie die Einschränkung der Pressefreiheit, sollen gestrichen werden. Banda erklärte als Grund für die Initiative, dass "unsere traditionellen Entwicklungspartner Probleme mit unseren schlechten Gesetzen haben".

Wie andere afrikanische Staaten ist Malawi in den letzten Jahren wegen Verfolgung von sexuellen Minderheiten unter Druck geraten. Als das Land 2010 das Homo-Verbot verschärfte, kürzten mehrere Staaten die Entwicklungshilfe, darunter auch Deutschland. Die USA stoppten sogar ein Kraftwerksprojekt in Höhe von 350 Millionen Dollar. Daraufhin deutete die malawische Regierung erstmals vor einem halben Jahr an, die homofeindlichen Gesetze überarbeiten zu wollen.

Eines der ärmsten Länder der Welt

Malawi wäre das erste afrikanische Land, das in diesem Jahrhundert ein Gesetz zur Verfolgung von Homosexuellen streicht. Zuletzt hatte Südafrika 1994 mit der ersten Verfassung nach der Apartheid das Verbot von gleichgeschlechtlicher Liebe abgeschafft. Seit 2006 dürfen Schwule und Lesben dort sogar heiraten. In anderen afrikanischen Ländern sieht es dagegen düster aus: So lehnte etwa die liberianische Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf, die 2011 den Friedensnobelpreis erhalten hatte, erst im März die Legalisierung von Homosexualität ab (queer.de berichtete). Kurze Zeit später veröffentlichten dort Homo-Hasser Listen mit Namen von schwul-lesbischen Aktivisten, denen mit der Ermordung gedroht wurde (queer.de berichtete).

Das 15 Millionen Einwohner zählende Malawi gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Mit einem Bruttoinlandsprodukt von 350 Dollar pro Einwohner liegt es noch hinter Ländern wie Simbabwe oder Äthiopien. Banda will deshalb auch die Währung um ein Drittel abwerten, um Auflagen des Internationalen Währungsfonds zu erfüllen. (dk)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 devilsguyProfil
  • 21.05.2012, 17:29hRheine
  • Das ist doch mal eine erfreuliche Entwicklung in Afrika.
    Gerade vor dem Hintergrund, dass es in Südafrika Bestrebungen der
    Traditionellen Führer gibt die sexuelle Orientierung aus der Verfassung zu streichen.
    Wirnhatten am WE die ersten Demonstrationen der Community.
    Darüber habe ich hier auf Queer.de leider noch nichts gelesen.
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#3 Andreas ReiserAnonym
  • 21.05.2012, 17:29h
  • Das Bruttoinlandsprodukt von Malawi belief sich 2009 laut Wikipedia auf 4.570 Mio US$. Die in dem obigen Artikel angegebenen 350 Dollar können also höchstens das Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner sein. Letzteres wird allerdings in der Wikipedia mit 328 US$ angegeben. Vielleicht nochmal ein bisschen nachrecherchieren?
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#4 daVinci6667
  • 21.05.2012, 19:31h

  • "Banda erklärte als Grund für die Initiative, dass "unsere traditionellen Entwicklungspartner Probleme mit unseren schlechten Gesetzen haben".

    Da sieht mans: Die Drohung Entwicklungsgelder zu streichen wirkt! Weiter so!
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#5 CGsdzAnonym
  • 21.05.2012, 20:07h
  • Und sobald ein bisschen Wohlstand aufgekommen ist, drehen wir die Zeit wieder zurück?

    Irgendwie kann man andere Afrika-Diktatoren (oder auch gewählte Staatschefs) verstehen, die meckern, dass der Westen denen unsere Kultur aufzwingt.

    Wie kann man denen nur klar machen, dass Menschenreche nicht nur unsere Werte sein sollten, sondern auch deren?

    Immer nur die Regierung bestechen... ich weiss nicht.
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#6 seb1983
  • 21.05.2012, 22:04h
  • Antwort auf #4 von daVinci6667
  • Es zählt zwar was hinten rauskommt, aber es bleibt ein fader Beigeschmack.
    Die Gesetze werden nicht aus eigener Kraft und Überzeugung abgeschafft sondern eben weil "Entwicklungspartner Probleme damit haben".

    Falls andere Geldquellen angezapft werden oder der Westen das Interesse an dem Thema verliert könnte es schnell wieder da sein.
    Ohnehin wird sich im Alltag der Menschen kaum etwas ändern, was die Zentralregierung verkündet interessiert ohnehin kaum jemanden, und wenn sie bedroht werden dann wird sich wohl kaum ein Schwuler noch zusätzlich auf einer Polizeiwache zusammenschlagen lassen.
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#7 vulkansturmAnonym
  • 21.05.2012, 23:17h
  • Endlich mal eine gute Nachricht aus Afrika.
    Anscheinend hat man leider der falschen Dame den Friedensnobelpreis gegeben.
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#8 SchwTAAnonym
  • 22.05.2012, 07:09h
  • Es ist zumindest ein Schritt in die richtige Richtung. Was dann letztendlich in den Dörfern passiert, ist noch etwas anderes, aber seht es doch so: mit der Kohle können (und sollten!) Schulen gebaut und fähiges Lehrpersonal eingestellt werden, die dann u.a. darauf hinweisen können, dass ganze Nationen, die ihre LGBTs als solche am öffentlichen Leben teilnehmen lassen, eben noch nicht untergegangen sind, und dass die Mähr von "stell dir vor, was passieren würde, wenn alle schwul wären" Blödsinn ist.

    Ich sag's immer wieder: Kirchen und Moscheen raus aus Afrika, Schulen und Bücher nach Afrika!
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#9 GayreporterAnonym