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So stellen sich die katholischen Ärzte die Homo-Heilung vor

Auf dem am Sonntag zu Ende gegangenen Katholikentag hat der Bund Katholischer Ärzte für Homo-Heilung geworben und "psychisch leidenden" Schwulen vorgeworfen, Kinder verführen zu wollen.

Die in mehreren deutschen Städten aktive katholische Ärztevereinigung verteilte auf der viertägigen Versammlung von Gläubigen in Mannheim an ihrem Stand Flugblätter mit der Überschrift "Homosexualität aus Sicht katholischer Ärzte". Darin wird gleichgeschlechtliche Liebe als "psychische Störung" beschrieben, die mit Psychotherapie oder Homöopathie behandelt werden müsse. Die Ärzte lehnen die "sexuelle Selbstbestimmung" von Schwulen und Lesben ab und verweisen darauf, dass Kinder von sexuellen Minderheiten gefährdet werden würden. So wird etwa darauf hingewiesen, dass es angeblich einen Zusammenhang zwischen Homosexualität und Pädophilie gebe.

Das Flugblatt wurde am Montag via Facebook und Twitter verbreitet und führte zu teils heftigen Reaktionen. Mehrere Kommentatoren forderten dazu auf, wegen dieser Aktion aus der Kirche auszutreten.

Auf seiner Website beschwert sich der Bund Katholischer Ärzte, dass es eine Hetzkampagne gegen den Stand auf dem Katholikentag gegeben habe. So sei es zur "Beleidigung durch gruppenweises Zeigen des Stinkefingers" gekommen und der Stand sei über Stunden belagert und blockiert worden. Die katholischen Ärzte führten die Aktionen auf den "allgemeine Hass auf Kirche und Priester" zurück und nicht auf ihre Position gegenüber Homosexuellen.


Vorder- und Rückseite des BKÄ-Flyers

Geleitet wird der Verband von Dr. Gero Winkelmann, der früher in der Christlichen Liga aktiv war. Die Minipartei kämpfte bis in die 1990er Jahre aggressiv gegen Abtreibung und Homo-Rechte. Er ist derzeit in einer Privatpraxis in Unterhaching aktiv und hat sich besonders auf die umstrittene Behandlungsmethode Homöopathie spezialisiert, die nicht auf moderner Wissenschaft, sondern auf Überlieferungen aus dem 18. und 19. Jahrhundert basiert. Als "Heilung" für Homosexualität schlägt er etwa vor, Platin in kleinen Dosen zu schlucken. Im vergangenen Jahr hat die Bundesärztekammer die Forderungen der katholischen Ärzte nach Homo-Heilung als "völlig abwegig" bezeichnet und Konsequenzen angedroht (queer.de berichtete).

Der Bund katholischer Ärzte ist Teil der "Ex-Gay"-Bewegung, die insbesondere in den USA erfolgreich agiert. Die Verfechter glauben, dass Homosexualität nur eine menschliche Schwäche sei, die generell auf Kindheitstraumata zurückzuführen sei. Ihre Thesen werden von praktisch allen Wissenschaftlern abgelehnt. Der US-Psychiater Robert Spitzer, der 2001 die meistzitierte Ex-Gay-Studie schrieb, entschuldigte sich im vergangenen Monat für seine Kumpanei mit der "Ex Gay"-Bewegung (queer.de berichtete). Wissenschaftler warnen davor, dass nicht Homosexualität, sondern die Verteufelung von Schwulen und Lesben zu psychischen Problemen bis hin zu Selbstmord führe. So kam eine US-Studie 2011 zum Ergebnis, dass in konservativen Gegenden, in denen Homosexualität grundsätzlich abgelehnt wird, weit mehr Schwule und Lesben den Freitod wählen als in toleranten Regionen (queer.de berichtete). (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 spontiAnonym
#2 lucdfProfil
  • 22.05.2012, 13:31hköln
  • Austreten!
    Darüberhinaus versuche ich immer bei Ärzten herauszukriegen, was sie für ein Weltbild haben. Manchmal verrät sie ein kleiner, scheinbar harmloser Satz. Abgesehen davon sollte Arzt sein mehr sein, als nur Pillen verschreiben und sich von den Patienten nach 3 Minuten und 30 Sekunden zu verabschieden. Es gibt sehr gute Ärzte aber man muss sie natürlich suchen. Es geht nicht nur um Medizin sondern auch um Vertrauen.
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#3 felix-cgnAnonym
#4 EnyyoAnonym
  • 22.05.2012, 13:57h
  • Homöopathie ist nichts Schlechtes, deshalb ist es sehr schade, dass sie hier in dem üblen Kontext genannt wird, und der Autor seine Vorurteile gegenüber dieser Heilmethode so verächtlich zum Ausdruck bringt.

    Ich habe leider bereits mehrfach erleben müssen, dass schulmedizinsche Ärzte mir als Patienten die "Schuld" an der Krankheit in die Schuhe schieben wollen, weil sie sich nicht erklären können, dass ihre Chemiebomben bei mir nicht wirken. Da ist mir ein gewissenhafter Homöopath -zig mal lieber!

    Doch zum Thema zurück: "katholische Ärzte" ist m.E. ein Widerspruch in sich - privat können die Leute glauben, was sie wollen, ihre Behandlung hat das nicht zu beeinflussen.

    Und das tut es mit Sicherheit, wenn man sich unbedarft vor so einem Hansel outet, insofern ist das Mindeste, dass auch diese Ewiggestrigen sich zu erkennen geben, bevor man sich versehentlich in deren Behandlung begibt!

    Schlimm genug, dass es im 21. Jahrhundert so viele Akademiker gibt, die noch so "katholisch" sind, dass sie sich zu solchen Vereinigungen zusammen schließen...
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#5 felix-cgnAnonym
  • 22.05.2012, 14:11h
  • Ich habe den Verdacht, dass es noch sehr viele Ärzte gibt, die homophobe Ansichten haben (unabhängig von ihrer religösen Überzeugung).

    Die Ärzteschaft an sich ist ja durchweg eher konservativ bis sehr konservativ. Das merkt man auch in Berichten über Transphobie.

    Komsich:
    Wieso gibt es keine Studien zu Homo- und Transphobie bei deutschen Ärzten?
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#6 Xq28
  • 22.05.2012, 14:18h
  • Antwort auf #5 von felix-cgn
  • Ich finds immer problematisch irgendwelchen Berufsgruppen irgendwelche Ressentiments zu unterstellen, ich mein dann könnten wir auch von rassistischen Kellnern, oder frauenfeindlichen Busfahrern ausgehen. Also lieber vorsichtig bei solchen allgemeinen Aussagen: klar wirst du homophobe Ärzte finden (wie die Schwachmaten aus obigem Artikel: mal ehrlich - denken die nicht nach...?) Allerdings gibts auch tolle, engagierte, nicht homophobe ;)
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#7 Jonas78Profil
  • 22.05.2012, 14:47hDortmund
  • Ich war selber an dem Stand, habe mit Winkelmann und Co gesprochen und gegen den Bund der "katholischen Ärzte" demonstriert. Die haben nichts mit der katholischen Kirche zu tun, im Gegenteil, die hatten nicht den Hauch einer Ahnung von der offiziellen Lehrmeinung. Zurzeit wird geprüft, wie die überhaupt einen offiziellen Stand bekommen konnten. Die Organisatoren distanzieren sich von derartigen Äußerungen. Das macht zwar die Haltung der katholischen Kirche nicht besser, aber zumindest kann man ihnen diese Gruppe nicht auch noch anhängen - deswegen Auszutreten ist also Quatsch, da gäbe es genug andere Gründe.
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#8 daVinci6667
  • 22.05.2012, 14:53h

  • Die Approbation MUSS entzogen werden, denn diese "Ärzte" verraten ihren hippokratischen Eid, sie dienen nicht mehr der Gesundheit der Patienten und der medizinischen Wissenschaft, sie dienen der kath. Kirche!

    Und für die Schweizer in diesem Forum:

    Bitte stimmt unbedingt NEIN zu "Managed Care" Es darf nicht sein dass zukünftig weniger gutbetuchte Schwule, die entdecken dass ihr Arzt auch so ein homophobes katholisches Arschloch ist, nicht mal mehr diesen Arzt wechseln können!

    Freie Arztwahl nicht nur für die Reichen! Weiterhin Erstklassmedizin für alle!

    www.nein-zur-mogelpackung.ch/

    www.sp-ps.ch/ger/Medien/Pressedienst/Pressedienst-Aktuelle-A
    usgabe/Mogelpackung-Managed-Care
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#9 felix-cgnAnonym
  • 22.05.2012, 15:00h
  • Antwort auf #6 von Xq28
  • Ich stimme dir zu. Aber genau aus diesem Grund möchte ich, dass es eine wissenschaftliche Studie über deutsche Ärzte und ihre "Ressentiments" gibt. Ich weiß nur, dass man beispielsweise bei Klinikärzten eine besonders hohe Zahl von "Jägern" findet. Offenbar muss man das, um dazu zugehören. Ich finde das bemerkenswert.

    Nur wenn etwas über eine ggf. höhere Quote von trans- und homophoben Ärzten weiß, kann man daran arbeiten, dass sich etwas ändert. Gerade bei Berufen, die (anders als vielleicht "Kellner") eine so verantwortungsvolle Aufgabe haben, hat die Gesellschaft ein Recht darauf.

    Dr. Josef Mengele ist ja auch nicht vom Himmel gefallen ...
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#10 ToniAnonym
  • 22.05.2012, 17:19h
  • ... und es nehmen Politikgrößen teil, wie z.B. Sigmar Gabriel von der SPD. Erst kürzlich auf seiner Seite bei Facebook sagte er, sinngemäß, dass die Menschen erst durch die christlichen Werte zu guten Menschen geworden sind, bzw. ein Mesnsch dadurch ein guter Mensch ist! Sicherlich ist er auf Stimmenfang, jedoch steht dieser Versager nicht zu der Haltung, die der eigentlichen SPD. Wäre ich an der Macht, hätte ich diese Sekte und alle Hassprediger inbegriffen, mit erster Amtshandlung abgeschafft! So wahr mir Gott helfe ... Oder auch nicht!
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