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Premierminister Zoran Milanović (Bild: Wiki Commons / Roberta F. / CC-BY-SA-3.0)

Im kommenden Jahr wird Kroatien als 28. Land in die EU aufgenommen - der neue Regierungschef Zoran Milanović hat nun angekündigt, dass er sein Land mit eingetragenen Lebenspartnerschaften europäischer machen will.

Milanović von der sozialdemokratischen SDP ist seit Dezember 2011 Premierminister, zuvor hatten die Christdemokraten das Amt inne. Er hatte bereits im Wahlkampf dafür geworben, die Lage von Schwulen und Lesben zu verbessern. In mehreren Interviews erklärte der Premierminister jetzt, dass ein "höherer Standard" notwendig und "Teil unseres Programms" sei: "Wir sind derzeit nur niedriger europäischer Standard. Es gibt Länder, mit sehr liberalen Gesetzen wie Spanien, Frankreich und die Niederlande", so Milanović gegenüber der Zeitung "Jutarnji List". "Wir müssen, besonders im Zivilrecht, ein höheres Niveau erreichen." Das sei auch eine Frage der Bürgerrechte und "des Anstandes".

Mit dem Gesetz sollen ausländische gleichgeschlechtliche Ehen in Kroatien anerkannt und die Schließung von eingetragenen Partnerschaften möglich sein. Allerdings kündigte Milanović an, dass gleichgeschlechtliche Paare nicht die gleichen Rechte wie Hetero-Partner haben werden. So werde das Adoptionsrecht nicht auf Homo-Paare ausgeweitet. Noch ist unklar, ob die Regierung wie in Deutschland das Recht auf Stiefkindadoption anstrebt. Milanović nannte auch kein Datum für die Einführung von "registrirana partnerstva".

In Kroatien ist Homosexualität bereits seit 1978 legal, seit 2003 erhalten unverheiratete Homo-Paare zudem die gleichen Rechte wie unverheiratete Hetero-Paare - das heißt, nach drei Jahren Partnerschaft werden sie beispielsweise im Erbrecht gleichgestellt.

"Das Universum ist heterosexuell"

Bereits 2005 gab es im Parlament eine Debatte um die Einführung von eingetragenen Partnerschaften. Mitglieder der damals regierenden christdemokratischen HDZ lehnten sie damals aber kategorisch ab. So erklärte die Abgeordnete Lucija Čikeš in einer Parlamentsdebatte, dass "das ganze Universum heterosexuell ist, vom Atom bis zum kleinsten Teilchen, von der Fliege bis zum Elefant". Auch heute lehnt die HDZ jegliche Eintragung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften ab und beruft sich dabei insbesondere auf die katholische Kirche.

In Kroatien ist die Frage der Homo-Rechte wie in vielen osteuopäischen Ländern sehr umstritten. Allerdings spricht sich in Kroatien laut einer Umfrage aus dem letzten Jahr eine knappe Mehrheit von 51 Prozent dafür aus, CSDs nicht zu verbieten. Die Ehe-Öffnung wird dagegen von einer großen Mehrheit abgelehnt. Im vergangenen Jahr kam es zudem bei CSD in der Hafenstadt Split zu Ausschreitungen, bei der mehr als 130 Homo-Gegner festgenommen worden sind (queer.de berichtete).

In der EU haben fünf der 27 Länder die Ehe geöffnet. Elf Staaten, darunter Deutschland und Österreich, bieten eingetragene Partnerschaften mit unterschiedlich ausgeprägten Rechten an. Weitere elf Länder, unter ihnen ausschließlich ost- und südeuropäische Staaten, erkennen Homo-Paare nicht an. (dk)



#1 sanscapote
  • 23.05.2012, 13:10h
  • "Im kommenden Jahr wird Kroatien als 28. Land in die EU aufgenomme"

    Wieso nicht gleich die Gleichstellung in der Ehe mit allen Rechten (wenn schon Pflichten).

    Das ist der passende Einstieg, nicht die hirnamputierte Lebenspartnerschaft!
    Man will zur EU gehören, aber ein Hintertürchen offen lassen.
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 23.05.2012, 15:29h
  • Ich hoffe, daß nun auch Taten folgen und die neue Regierung sich nicht vor der Katholischen Kirche bevormunden läßt! Auch homophobe Gewalt muß härter bestraft werden!
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#3 goddamn liberalAnonym
  • 23.05.2012, 18:13h
  • Antwort auf #2 von FoXXXyness
  • Das hat dort Tradition.

    de.wikipedia.org/wiki/Ante_Paveli%C4%87

    "Pavelić starb im Deutschen Krankenhaus von Madrid an den Spätfolgen seiner Verletzungen. Er hielt dabei seinen Rosenkranz in der Hand, den er 1941 bei einem offiziellen Besuch von Papst Pius XII. geschenkt bekam. Kurz zuvor hatte er von Papst Johannes XXIII. den besonderen Segen erhalten. "

    Da waren im Tode wieder alle Verbündeten traut vereint.

    Vorsicht: Alte Liebe rostet nicht!
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#5 goddamn liberalAnonym
#6 MarekAnonym
  • 24.05.2012, 08:52h
  • Hoffentlich bleibt es dabei und ist nicht nur Gelaber vor dem EU-Beitritt, das dann nach der Aufnahme wieder vergessen ist.
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#7 SebiAnonym
  • 24.05.2012, 11:06h
  • Ich hoffe, das kommt wirklich und ist nicht nur Gelaber.

    Aber es ist auch klar, dass das nur ein erster Einstieg sein kann und dass auch dort das Ziel die volle Gleichstellung ohne Wenn und Aber sein muss.
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#8 nie ausAnonym
#9 goddamn liberalAnonym